Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - History of Political Systems

Innerdeutsche Städtepartnerschaften - ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur Deutschen Einheit

Title: Innerdeutsche Städtepartnerschaften - ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur Deutschen Einheit

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 29 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Steffen Radtke (Author)

Politics - History of Political Systems
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Waren die innerdeutschen Städtepartnerschaften ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur Deutschen Einheit oder nicht?
Um dieser Frage nachgehen zu können, wird zunächst der historische Kontext und der allgemeine politische Rahmen jener Zeit abgesteckt, um aufzeigen zu können, dass die innerdeutschen Städtepartnerschaften nur vor dem Hintergrund weltpolitischer Entspannung eine Existenzchance erhielten. Aus diesem Grund ist der zweite Punkt in die zwei Unterpunkte unterteilt, welche durch die politische Wende unter Gorbatschow ihre Grenzlinie in der Darstellung bekommen. Neben dem allgemeinen Kontext werden in diesem Zusammenhang bereits einige Motive und Interessen beider Staaten aufgezeigt. Um weitere Implikationen auf diese tätigen zu können, muss, bevor dies getan wird, im folgenden Punkt zunächst die konkrete Darstellung der Vereinbarungen zwischen den Städten zum Partnerschaftsabschluss erfolgen. Exemplarisch wird dies an der ersten innerdeutschen Partnerschaft zwischen Saarlouis und Eisenhüttenstadt sowie in konziserer Form zwischen Erlangen und Jena aufgezeigt. Es wird explizit eruiert werden, dass die Verträge die Frage nach der Kompetenzgrenze kommunalen Handelns aufwerfen. Um die damit korrelierten Hintergründe zu klären, erfolgt im fünften Punkt eine juristische Betrachtung der Abkommen. Anschließend werden die politischen Obstruktionen thematisiert, welche aufgrund der starren Haltung der DDR auftraten. Ausgehend davon wird eine Kritik an den Städtepartnerschaften vorgenommen, welche durch den folgenden Unterpunkt, in dem ein Vergleich von Leistung und Wirkung heutiger Städtepartnerschaften zu den innerdeutschen gezogen wird, weiter bekräftigt wird. Es soll allerdings nicht nur Kritik geübt werden, denn in Bezug auf die Leitfrage nach der Bedeutung der Städtepartnerschaften für die Deutsche Einheit können diese auch gelobt werden. Dies wird im siebten Punkt geschehen, in welchem zuerst die Bedeutung der kommunalen Kontakte für die Zeit kurz nach dem Mauerfall analysiert wird, bevor im darauf folgenden Unterpunkt die Bedeutung jener Partnerschaften für die Zeit nach der Wiedervereinigung unter die Lupe genommen wird. Die implizite Prämisse ist dabei eine von Ambiguität geprägte Sichtweise auf die Deutsche Einheit, welche zum einen als formelle Einheit seit dem 3.10.1990 gesehen wird, darüber hinaus jedoch auch die im Denken der Bürger liegende innere Einheit umfasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext und allgemeiner politischer Rahmen

2.1 Die Interessenlage der DDR und der BRD im Kontext bis 1985

2.2 Die Interessenlage der DDR und der BRD im Kontext ab 1985

3. Die Städtepartnerschaftsabkommen

3.1 Die Partnerschaft zwischen Saarlouis und Eisenhüttenstadt

3.2 Die Partnerschaft zwischen Erlangen und Jena

4. Implikationen auf Motive und Interessen hinter den Städtepartnerschaften

5. Juristische Aspekte

5.1 Der Rechtscharakter der Vereinbarungen

5.2 Verfassungsrechtliche Aspekte und deren politische Implikationen

6. Politische Aspekte

6.1 Politische Obstruktionen

6.2 Kritik an den Städtepartnerschaften

6.3 Leistung und Wirkung heutiger Städtepartnerschaften im Vergleich zu den innerdeutschen

7. Städtepartnerschaften im Spiegel der Zeit

7.1 Effekte für die Zeit nach dem Mauerfall

7.2 Der Nutzen für die Zeit nach der Wiedervereinigung

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung innerdeutscher Städtepartnerschaften für den Prozess der deutschen Wiedervereinigung und analysiert, inwieweit diese kommunalen Kontakte trotz politischer Hindernisse einen Beitrag zur Einheit Deutschlands leisteten.

  • Historischer Kontext der innerdeutschen Beziehungen bis zur Wiedervereinigung
  • Analyse der Abkommen, Motive und Interessen der beteiligten Akteure
  • Untersuchung politischer und juristischer Aspekte der Partnerschaften
  • Vergleichende Betrachtung mit heutigen Städtepartnerschaften
  • Evaluation des Nutzens für die Zeit nach Mauerfall und Wiedervereinigung

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Partnerschaft zwischen Saarlouis und Eisenhüttenstadt

In der Vereinbarung zur Partnerschaft werden zunächst die Ziele genannt: so soll ein Meinungsaustausch in politischen Fragen stattfinden, ebenso sollen Informationen darüber, welchen Beitrag die Bürger zu Frieden und Abrüstung leisten, gegeben werden. Des Weiteren heißt es, die Vertragspartner vereinbaren „ihre Bürger mit dem Leben der Bewohner der Partnerschaftsstadt in geeigneter Weise bekanntzumachen“ sowie „die Zusammenarbeit zwischen kommunalen Einrichtungen und gesellschaftlichen Organisationen […] beider Städte zu fördern.“ Zu den Kostenfragen wird geregelt, dass die Kosten für Aufenthalt einer Delegation die Gastgeberstadt trägt, die Gäste jedoch selbst für die Reisekosten aufkommen müssen.

Die Empfehlungen zielen auf die Durchführung von Seminaren und Informationsgesprächen zu Frieden und Abrüstung. Weiterhin werden Informationsreisen von Kommunalpolitikern zu Wirtschafts- und Sozialpolitik, technischer Entwicklung, der Gestaltung von Nahverkehr ebenso wie Sport und Kultur nahe gelegt. Einbezogen werden sollen unter anderem Gewerkschafter, die Jugend, Frauen sowie Geistes- und Kulturschaffende - quasi ein Querschnitt aller sozialen Gruppen der Gesellschaft. Des Weiteren wird die Durchführung von Kunstausstellungen nahe gelegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der innerdeutschen Städtepartnerschaften ein und formuliert die Leitfrage nach deren Bedeutung für den Weg zur Deutschen Einheit.

2. Historischer Kontext und allgemeiner politischer Rahmen: Das Kapitel beleuchtet die langwierige Entwicklung der Beziehungen zwischen DDR und BRD und ordnet Städtepartnerschaften in den Kontext der Entspannungspolitik ein.

3. Die Städtepartnerschaftsabkommen: Hier werden beispielhaft die Abkommen zwischen Saarlouis/Eisenhüttenstadt und Erlangen/Jena hinsichtlich ihrer Ziele und der Diskrepanz zur Umsetzung analysiert.

4. Implikationen auf Motive und Interessen hinter den Städtepartnerschaften: Dieses Kapitel zeigt auf, wie beide deutsche Staaten die Partnerschaften zur Erreichung eigener nationalpolitischer Ziele instrumentalisierten.

5. Juristische Aspekte: Die Untersuchung befasst sich mit dem Rechtscharakter der Vereinbarungen sowie verfassungsrechtlichen Fragen der Kompetenzüberschreitung durch Kommunen.

6. Politische Aspekte: Hier werden die Obstruktionen durch das DDR-Regime, die Kritik an den Partnerschaften sowie ein Vergleich mit heutigen Städtepartnerschaften thematisiert.

7. Städtepartnerschaften im Spiegel der Zeit: Dieses Kapitel analysiert den Mehrwert der Partnerschaften nach dem Mauerfall und ihre Rolle bei der Verwaltungshilfe nach der Wiedervereinigung.

8. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Städtepartnerschaften zwar nicht der Motor der Einheit waren, jedoch den Boden dafür bereiteten und nach der Wiedervereinigung wichtige Unterstützung leisteten.

Schlüsselwörter

Innerdeutsche Städtepartnerschaften, Deutsche Einheit, Wiedervereinigung, DDR, BRD, Politische Instrumentalisierung, Kommunale Außenpolitik, Verwaltungshilfe, Bürgerkontakt, Entspannungspolitik, SED, Mauerfall, Saarlouis, Eisenhüttenstadt, Transformation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Relevanz und Wirkung von Städtepartnerschaften zwischen ost- und westdeutschen Kommunen im Hinblick auf die Deutsche Einheit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen historische Kontexte, politische und juristische Rahmenbedingungen, die Instrumentalisierung durch die Akteure sowie die praktische Wirkung der Partnerschaften.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Die zentrale Leitfrage ist, ob innerdeutsche Städtepartnerschaften einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zur Deutschen Einheit darstellten oder nicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine historisch-analytische Herangehensweise mit einer komparativen Analyse, um die Bedeutung der Städtepartnerschaften zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Abkommen, die Untersuchung politischer Interessen, juristische Aspekte, eine Kritik der praktischen Umsetzung sowie eine Evaluation des Nutzens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Städtepartnerschaften, Deutsche Einheit, Instrumentalisierung, Verwaltungshilfe und der Wandel nach 1989.

Welche Rolle spielte die Stasi bei den Städtepartnerschaften?

Die Stasi übte erheblichen Einfluss aus, indem sie Delegationsmitglieder auswählte und Äußerungen zensierte, was einen freien und offenen Bürgeraustausch weitgehend verhinderte.

Wie unterscheidet sich der Nutzen vor und nach der Wiedervereinigung?

Vor dem Mauerfall lag der Nutzen primär im sozialen Kontakt und der Vorbereitung gesellschaftlicher Annäherung, nach der Wiedervereinigung unterstützten die Partnerschaften den Aufbau und die Ablauforganisation ostdeutscher Kommunalverwaltungen.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Innerdeutsche Städtepartnerschaften - ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur Deutschen Einheit
College
University of Rostock
Grade
1,7
Author
Steffen Radtke (Author)
Publication Year
2010
Pages
29
Catalog Number
V146937
ISBN (eBook)
9783640559817
ISBN (Book)
9783640560134
Language
German
Tags
Innerdeutsche Städtepartnerschaften Deutsche Einheit innerdeutsche Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Radtke (Author), 2010, Innerdeutsche Städtepartnerschaften - ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur Deutschen Einheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146937
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  29  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint