Mit Hilfe dieser Arbeit kann man sich einen wissenschaftlichen Überblick über das Thema des "Spielenden Lernens" verschaffen. Zudem werden die im Rahmen einer Felduntersuchung gemachten Beobachtungen wissenschaftlich eingeordnet und mögliche Schwierigkeiten der Definition sowie der Beobachtung des "Spielenden Lernens" reflektiert und erläutert.
Diese Arbeit kann als wissenschaftlicher Einstieg in die Materie sehr hilfreich sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ob und in wieweit kann spielendes Lernen beobachtet werden und kann gesagt werden an welcher Stelle das Lernen vonstatten ging?
2.1 Feline, ein Jahr und acht Monate
2.2 Franca, drei Jahre und sieben Monate
2.3 Elias, drei Jahre und acht Monate
2.4 Eleni, vier Jahre und elf Monate
3. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Ambivalenz des Begriffs „spielendes Lernen“ und analysiert durch eine Felderkundung in einem Kinderladen, inwieweit Lernprozesse während des Spiels bei Kindern unterschiedlicher Altersstufen beobachtet und identifiziert werden können.
- Widersprüchlichkeit und Definition von „spielendem Lernen“
- Bedeutung von intrinsischer Motivation und Selbstzweckhaftigkeit im Spiel
- Beobachtung und Charakterisierung kindlicher Spielsituationen
- Unterscheidung zwischen inzidentellem (beiläufigem) und intentionalem Lernen
- Rolle des Spiels für Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation
Auszug aus dem Buch
2.3 Elias, drei Jahre und acht Monate
Elias spielt intensiv an einem Tisch sitzend mit einem „matchbox“-Auto und erkundet dies über mehr als fünfzehn Minuten. Er macht alle Türen, den Kofferraum und die Motorhaube auf. Er wirkt sehr beschäftigt und in sein Spiel vertieft. Des weiteren probiert er alle Möglichkeiten aus, wie er das Auto bewegen kann und wie gut oder weniger gut es sich auf verschiedenen Bodenbelegen fahren lässt. Hierfür hat er sich erst auf den Stuhl gekniet und sich dann auf den Boden gesetzt. An diesem Beispiel wird - wie eingangs bereits erwähnt - deutlich, dass spielen etwas mit Bewegung zu tun hat.
Elias spielt so aufmerksam und wirkt sehr zufrieden, dass er sich selbst von anderen Kindern, die ihn ansprechen um mitzuspielen, nicht aus der Ruhe bringen lässt - ja sie sogar komplett ignoriert. Oder war er evtl. sogar so in sein Spiel versunken, dass er sie gar nicht wahrgenommen hat?
Doch was hat er hier gelernt? Vielleicht hat er das Spielzeugauto kennen gelernt, oder gelernt, auf jedes Detail zu achten, um sich ein genaueres Bild über Beschaffenheit, Funktion und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu machen. Man kann es nicht genau sagen, ob oder wenn ja was er gelernt hat. Vielleicht hat er aber auch gar nichts gelernt und einfach „nur“ gespielt.
Beim Bauen mit Holzklötzen ist er allerdings ebenso engagiert, wie zuvor beim Spielen mit dem Auto. Der Turm, den er gebaut hat, ist etwas höher als er, und er hat bemerkt, dass ein Holzklotz in der unteren Hälfte schief verbaut wurde. Elias baut den Turm soweit ab, dass er den schief eingebauten Klotz gerade einsetzen kann. Dies geschieht sehr vorsichtig, vielleicht weil er weis, dass der Turm nun instabil ist und leichter umfallen kann. Schließlich ist der Turm wieder aufgebaut, nun allerdings ohne schief eingesetztem Stein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Problematik des Begriffs „spielendes Lernen“ und beleuchtet die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Zusammenhang von Spiel und Lernen.
2. Ob und in wieweit kann spielendes Lernen beobachtet werden und kann gesagt werden an welcher Stelle das Lernen vonstatten ging?: In diesem Hauptteil wird anhand von vier Fallbeispielen aus einem Kinderladen das Spielverhalten unterschiedlicher Altersgruppen untersucht und auf Lernprozesse hin analysiert.
3. Schlussbemerkungen: Hier werden die Beobachtungen zusammenfassend reflektiert und die Funktionen des spielerischen Lernens für die Persönlichkeitsentwicklung sowie den Sozialisationsprozess dargelegt.
Schlüsselwörter
Spielendes Lernen, Spielpädagogik, Inzidentelles Lernen, Intentionales Lernen, Felderkundung, Rollenspiel, Konstruktionsspiel, Persönlichkeitsentwicklung, Sozialisation, Intrinsische Motivation, Beobachtung, Kindheit, Pädagogische Psychologie, Selbstdisziplin, Spielformen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen des spielenden Lernens im Kontext von Vor- und Grundschule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Zentrum stehen die Definition von Spiel, die Unterscheidung verschiedener Spielformen und die Analyse der Frage, ob Lernprozesse innerhalb des Spiels tatsächlich beobachtbar sind.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, durch eine empirische Felderkundung in einem Kinderladen zu veranschaulichen, wie spielendes Lernen in der Realität stattfindet und abgrenzbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt die Methode der teilnehmenden Beobachtung und führt eine qualitative Analyse von vier Fallbeispielen durch, um Lernprozesse induktiv zu erschließen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung und Interpretation von Spielsituationen bei vier Kindern unterschiedlichen Alters, um deren individuelle Lernprozesse zu beleuchten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie spielendes Lernen, Inzidentelles Lernen, intrinsische Motivation, pädagogische Spielformen und Persönlichkeitsentwicklung.
Wie unterscheidet der Autor zwischen den Spielsituationen von Feline und den anderen Kindern?
Während bei Franca, Eleni und Elias das Lernen als beiläufiges, inzidentelles Ereignis eingestuft wird, zeigt das Beispiel von Feline eine durch die Eingewöhnungssituation eher intentional geforderte Lernform.
Welche Rolle spielt die „freie Wahl“ beim spielerischen Lernen laut dem Autor?
Der Autor betont, dass für das spielerische Lernen die intrinsische Motivation und die Freiheit des Kindes, sich selbstbestimmt für eine Tätigkeit zu entscheiden, unabdingbare Voraussetzungen sind.
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- Daniel Rahn (Author), 2010, Lernen in der Grundschule - Spielerisches Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146989