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Ökonomische Analyse von Straftaten

Titel: Ökonomische Analyse von Straftaten

Seminararbeit , 2009 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Henner Will (Autor:in)

VWL - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem Ansatz von Becker (1968) zur ökonomischen Analyse von Straftaten und der Strafverfolgung und -ahndung. Dazu werden im Rahmen eines mikroökonomischen Modells die sozialen Kosten durch Kriminalität und die optimale Strafpolitik hergeleitet. Erfolgt eine Bestrafung über Freiheitsentzug, enstehen zusätzliche externe Kosten, die Straftäter nicht tragen. Idealerweise ist daher eine monetäre Strafe analog zu einer Pigou-Steuer zu bevorzugen. Diese internalisiert nicht nur negative Externalitäten aus Delikten, sondern auch die Kosten der Strafverfolgung. Stigler (1970) kommt dabei zu geringfügig anderen Ergebnissen, erweitert jedoch auch den Analyserahmen. Schließlich diskutiert die vorliegende Arbeit mögliche Schwierigkeiten und Kritikpunkte, wobei insbesondere die Probleme der Monetarisierung von Schäden und das Auslassen von präventiven Maßnahmen im Zentrum der Betrachtung stehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Becker-Modell

2.1 Die Bestandteile des Modells

2.1.1 Individueller und gesellschaftlicher Verlust durch Kriminalität

2.1.2 Kosten der Ergreifung und Verurteilung

2.1.3 Deliktangebotsfunktion

2.1.4 Bestrafung

2.2 Gesellschaftlicher Verlust und das Optimum an Delikten

2.3 Geldstrafe versus Freitheitsentzug: die optimale Bestrafung

2.4 Eine alternative Verlustfunktion: Der Ansatz von Stigler

3 Mögliche Implikationen und Kritik

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Kriminalität und Strafverfolgung aus einer mikroökonomischen Perspektive, basierend auf dem Modell von Gary S. Becker. Ziel ist es, die gesellschaftlich optimale Anzahl an Delikten und die effizienteste Ausgestaltung des Strafsystems zu analysieren, wobei externe Effekte und Kosten der Strafverfolgung berücksichtigt werden.

  • Grundlagen der ökonomischen Analyse von Kriminalität
  • Herleitung der optimalen Bestrafung (Geldstrafe vs. Freiheitsentzug)
  • Kritische Diskussion von Stiglers alternativem Modellansatz
  • Empirische Einordnung anhand deutscher Kriminalitäts- und Kostendaten
  • Problematik der Monetarisierung immaterieller Schäden

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Individueller und gesellschaftlicher Verlust durch Kriminalität

Laut BECKER (1968, S. 172 f) entstehen durch kriminelle Delikte negative Externalitäten. Durch die Tat eines Verbrechers wird die Nutzenfunktion eines anderen Individuums (Opfers) beeinträchtigt, ohne dass dieses dafür kompensiert wird. Aggregiert greift dies Gleichung (2) auf.

D(O) = H(O) − G(O) > 0 (2)

O ist dabei die Zahl der Delikte und H der Schaden, der durch O entsteht, während G den Gewinn durch die Verbrechen umschreibt. Die Differenz ist der gesamtgesellschaftliche (Wohlfahrts-)Verlust, wobei angenommen wird, dass dieser mit der Zahl der Delikte steigt ( ∂D(O) / ∂O ≥ 0). Die negativen Externalitäten sollten per definitionem größer als Null sein; wäre dies nicht der Fall, würde sich Verbrechen gesamtgesellschaftlich lohnen. Aus wohlfahrtstheoretischer Sicht müsste dann Verbrechen gefördert und gefordert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die ökonomische Theorie von Kriminalität und Bestrafung ein und beleuchtet zentrale theoretische Ansätze sowie die Relevanz der Abschreckung.

2 Das Becker-Modell: Dieses Kapitel erläutert das mikroökonomische Modell von Becker, welches den Zusammenhang zwischen Kriminalität, Strafverfolgung und gesellschaftlichem Verlust mathematisch darstellt.

3 Mögliche Implikationen und Kritik: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse kritisch reflektiert und anhand von Kriminalitätskennzahlen sowie Kostendaten aus deutschen Bundesländern diskutiert.

4 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei die Effizienz der ökonomischen Analyse von Straftaten sowie deren Grenzen hervorgehoben werden.

Schlüsselwörter

Kriminalökonomie, Becker-Modell, Strafverfolgung, negative Externalitäten, gesellschaftlicher Verlust, Deliktangebotsfunktion, optimale Bestrafung, Geldstrafe, Freiheitsentzug, Stigler-Ansatz, Wohlfahrtstheorie, Rechtsökonomik, Kriminalprävention, ökonomische Analyse von Straftaten, Strafmaß.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Kriminalität aus einer ökonomischen Perspektive, wobei das Verhalten von Tätern und staatliche Strafmechanismen als rationale Abwägungsprozesse modelliert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die ökonomischen Kosten von Verbrechen, die Effizienz der staatlichen Strafverfolgung sowie die Frage nach dem optimalen Strafmaß.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist die Herleitung der gesellschaftlich optimalen Anzahl an Straftaten sowie die Identifikation der effizientesten Bestrafungsstrategien zur Minimierung sozialer Wohlfahrtsverluste.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich primär um eine theoretisch-mikroökonomische Modellanalyse, ergänzt durch einen deskriptiv-empirischen Abgleich mit Kriminalitäts- und Kostendaten aus Deutschland.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Modellentwicklung nach Becker, die Ableitung optimaler Bestrafung, eine Diskussion alternativer Ansätze nach Stigler sowie eine kritische Betrachtung der Anwendbarkeit dieser Modelle in der Realität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kriminalökonomie, Becker-Modell, Strafverfolgung, optimale Bestrafung, negative Externalitäten und Wohlfahrtstheorie.

Warum sind Geldstrafen im Modell oft effizienter als Freiheitsentzug?

Geldstrafen internalisieren externe Kosten, ohne dass für die Gesellschaft die hohen zusätzlichen Kosten eines Strafvollzugs (Gefängnis) anfallen, die als sozialer Verlust gewertet werden.

Wie bewertet der Autor die Daten aus der deutschen Kriminalstatistik?

Der Autor sieht in den regionalen Unterschieden der Politikparameter (Aufklärungs- und Verurteilungsquoten) Hinweise auf die Relevanz des Modells, weist aber auf die Grenzen der Aussagekraft aufgrund ausgelassener Variablen wie Urbanität oder sozioökonomischer Faktoren hin.

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Details

Titel
Ökonomische Analyse von Straftaten
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Volkswirtschaftliches Seminar "Crime and Punishment"
Note
1,3
Autor
Henner Will (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V147005
ISBN (eBook)
9783640579280
ISBN (Buch)
9783640578870
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Becker Gary S. Becker Crime Punishment Straftaten Ökonomie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Henner Will (Autor:in), 2009, Ökonomische Analyse von Straftaten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147005
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