Diese Hausarbeit beschäftigt sich sowohl mit dem historischen Kontext der DDR, als auch mit der Umsetzung historischer Fakten in modernen literarischen Werken (hier: Thomas Brussigs "Am kürzeren Ende der Sonnenallee"). Konkret wird auf die Einschränkungen eingegangen, die DDR-Bürger tagtäglich erleben mussten, wobei in dieser Hausarbeit hauptsächlich diejenigen Einschränkungen thematisiert werden, die im Roman und auch im Film ("Sonnenallee") angedeutet werden (z.B. Wehrdienst, Leben in Grenznähe, Wohnungssituation, Musik etc.). Neben der Darstellung der Einschränkungen wird das Werk Brussigs vorgestellt und analysiert (Zeitgeschichtlicher Hintergrund, Aufbau, Personenkonstellation und -charakterisitik etc.).
Gliederung
1. EINLEITUNG
2. BRUSSIGS ROMAN AM KÜRZEREN ENDE DER SONNENALLEE
2.1 ZEITGESCHICHTLICHER HINTERGRUND
2.2 WERKSGENESE
2.3 AUFBAU
2.4 PERSONENKONSTELLATION UND CHARAKTERISTIK
3. EINSCHRÄNKUNGEN DES TÄGLICHEN LEBENS IN DER DDR
3.1 LEBEN IN GRENZNÄHE
3.2 WOHNUNGSSITUATION
3.3 WEHRDIENST
3.4 WESTREISEN, WESTBESUCH UND WESTPAKET
3.5 KONSUM UND MUSIK
4. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand Thomas Brussigs Roman "Am kürzeren Ende der Sonnenallee" sowie des gleichnamigen Films die vielfältigen Einschränkungen des alltäglichen Lebens in der DDR. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen staatlichem Herrschaftsanspruch und individueller Lebenswirklichkeit der Protagonisten aufzuzeigen und die literarische sowie filmische Verarbeitung der DDR-Vergangenheit kritisch zu beleuchten.
- Darstellung des historischen und politischen Hintergrunds der DDR in den 1970er und 1980er Jahren.
- Analyse der Romanstruktur und der Personenkonstellation im Werk.
- Untersuchung alltagsrelevanter Einschränkungen wie Wohnsituation, Wehrpflicht und Konsummangel.
- Evaluation des Umgangs mit dem "Klassenfeind" und der Bedeutung von Westbesuchen und Westpaketen.
- Reflektion über die Rolle von Jugendkultur, Musik und Protest als Mittel der Selbstbehauptung.
Auszug aus dem Buch
3.1 Leben in Grenznähe
Am 25. März 1982 wurde die DDR-Grenzverordnung erlassen. Zusammen mit dem DDR-Grenzgesetz wurde darin verordnet, dass das Grenzgebiet zur Bundesrepublik aus einem Schutzstreifen und einer Sperrzone (zu Berlin West nur aus einem Schutzstreifen) bestehen sollte. Der Schutzstreifen schloss direkt an die Grenzlinie an und war i. d. R. bis zu 500 Meter tief. Danach folgte eine Sperrzone mit einer Tiefe von drei bis fünf Kilometern. Anders war es an der Grenze zu Westberlin. Dort befand sich nur ein Schutzstreifen, der 200 bis 500 Meter tief sein konnte, manchmal aber auch weniger als 100 Meter umfasste. Im Berliner Grenzgebiet, in dem Familie Kuppisch wohnt, hielten sich etwa 140.000 Bürger auf. Davon können nicht mehr als 20% als ständige Einwohner gezählt werden.
Für das gesamte DDR-Grenzgebiet galten eine Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen sowie Anordnungen verschiedener Partei- und Staatsorgane, die v. a. dem Ziel der Verhinderung von ungesetzlichen Grenzübertritten verpflichtete waren. Wichtige Hinweise bezüglich des erwarteten und geforderten Verhaltens enthielten die Gemeinde- und Stadtordnungen. Unter ‚Verhaltensweisen im Grenzgebiet’ wurde u. a. darauf hingewiesen, dass es nicht gestattet sei, über die Staatsgrenze hinweg Verbindungen aufzunehmen, Nachrichten zuzurufen, Gegenstände zu werfen oder Zeichen zu geben. Umgesetzt wird diese Anordnung im Film Sonnenallee. Beinahe täglich muss sich Micha mit „[...] Demütigung(en) (auseinandersetzen), die darin bestand(en), mit Hohnlachen vom Aussichtsturm auf der Westseite begrüßt zu werden, wenn er aus seinem Haus trat – ganze Schulklassen johlten, pfiffen und riefen >>Guckt mal, `n echter Zoni!<< oder >>Zoni, mach mal winke, winke, wir wolln dich knipsen!<<.“ Bis auf ein einziges Mal reagiert er auf deren Erniedrigungen nicht, da man, wie Micha sehr wohl weiß, nicht mit dem ‚Klassenfeind’ in Kontakt treten darf.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in den Roman und die Zielsetzung der Arbeit, die DDR-Vergangenheit anhand des Protagonisten Michael Kuppisch zu untersuchen.
2. BRUSSIGS ROMAN AM KÜRZEREN ENDE DER SONNENALLEE: Überblick über den historischen Hintergrund, die Entstehungsgeschichte des Buches sowie den Aufbau und die Figurenkonstellation.
3. EINSCHRÄNKUNGEN DES TÄGLICHEN LEBENS IN DER DDR: Detaillierte Analyse spezifischer DDR-Alltagsaspekte wie Grenznähe, Wohnnot, Wehrpflicht, Westkontakte und Konsumbedingungen.
4. SCHLUSSBETRACHTUNG: Resümee über die Eignung des Romans für schulische Zwecke und Einordnung als mehrperspektivisches Zeit- und Entwicklungsdokument.
Schlüsselwörter
DDR, Thomas Brussig, Am kürzeren Ende der Sonnenallee, Sonnenallee, Lebensalltag, Grenzgebiet, Wehrdienst, Bausoldaten, Westpakete, Konsumpolitik, Jugendkultur, SED, Mauerbau, Zeitgeschichte, Literaturanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die alltäglichen Einschränkungen und Schwierigkeiten, mit denen DDR-Bürger konfrontiert waren, basierend auf Thomas Brussigs Roman "Am kürzeren Ende der Sonnenallee" und dem gleichnamigen Film.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen das Leben in der Grenznähe, die Wohnsituation, die Wehrpflicht, die Problematik von Westreisen und Westpaketen sowie den staatlich reglementierten Konsum und Musikkonsum.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Roman und der Film die DDR-Wirklichkeit satirisch und detailgetreu verarbeiten, um die Kluft zwischen dem staatlichen Gestaltungsanspruch und dem tatsächlichen Leben der Menschen darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und medienwissenschaftliche Analyse, die den Roman und Film in einen zeitgeschichtlichen Kontext einbettet und mit Sekundärliteratur zur Sozialgeschichte der DDR stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse des Romans (Hintergrund, Genese, Aufbau, Figuren) und eine thematische Untersuchung der Lebensbedingungen, illustriert durch Beispiele aus dem Buch und dem Film.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie DDR, Alltag, Grenznähe, Wehrdienst, Konsumpolitik, Jugendkultur und Systemkritik charakterisieren.
Wie beeinflusst die Wohnsituation die Charaktere im Roman?
Die beengte Wohnsituation in den Q3a-Bauten, die als "versorgt" deklariert wurden, führt dazu, dass das Leben sich in den öffentlichen Raum verlagert und die Charaktere unter einem ständigen Mangel an Privatsphäre und Entfaltungsmöglichkeiten leiden.
Welche Rolle spielen die Bausoldaten in der Argumentation der Arbeit?
Die Arbeit verdeutlicht den Wehrdienst als systemkritisches Spannungsfeld. Während der Roman den Konflikt um den Wehrdienst eher andeutet, wird im Film die Verweigerung deutlicher thematisiert, wobei die Arbeit die Diskriminierung von Bausoldaten als staatliches Instrument zur Unterdrückung beleuchtet.
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- Theresa Hiepe (Author), 2010, Eine Darstellung der Einschränkungen des täglichen Lebens in der DDR anhand Thomas Brussigs Roman 'Am kürzeren Ende der Sonnenallee', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147019