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Zu Karl Kraus' Die letzten Tage der Menschheit

Titel: Zu Karl Kraus' Die letzten Tage der Menschheit

Essay , 2005 , 6 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Karl Kraus, geboren am 28. April 1847 in Gitschin, gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts. Er war Publizist der Fackel1, Lyriker, Satiriker,2 Dramatiker, Sprach- und Kulturkritiker, Aphoristiker und scharfer Kritiker der Presse. In den Jahren 1915 bis 1921 schrieb er an einem Drama, das in seiner Form einzigartig ist. „Die letzten Tage der Menschheit“ versucht das Wesen und die Wirklichkeit des Ersten Weltkrieges einzufangen und das in einem Stück, das so bündig die erste Katastrophe im 21. Jahrhundert widerspiegelt, dass es lange Zeit als unspielbar galt. Denn neben der Länge macht auch der Aufbau des Stücks es schwer zu spielen, da das Stück aus über 200 mehr oder weniger zusammenhängenden Szenen besteht. Selbst Kraus hielt es seinem Vorwort des Stücks nach für unaufführbar:
„Die Aufführungen des Dramas, dessen Umfang nach irdischem Zeitmaß etwa zehn Abende umfassen würde, ist einem Marstheater zugedacht. Theatergänger dieser Welt vermöchten ihm nicht standzuhalten. [...] Die Handlung, in hundert Szenen und Höllen führend, ist unmöglich, zerklüftet, heldenlos wie jene.“2
Dabei erscheint für das Stück die Entstehungsgeschichte, die Form und der Stil ebenso von Bedeutung wie der Inhalt. Daher wird der Inhalt im weiteren Verlauf nur nebensächlich behandelt werden und der Fokus richtet sich auf das allgemeine Verständnis für das Stück.
[...]
1 „Die Fackel“ wurde 1899 von Karl Kraus als Herausgeber gegründet. Sie entwickelte sich zu einer führenden kultur- und gesellschaftskritischen Zeitschrift, in der auch Autoren wie Else Lasker-Schüler veröffentlichten.
2 Karl Kraus. Die letzten Tage der Menschheit. Tragödie in fünf Akten mit Vorspiel und Epilog. Frankfurt am Main 1986. S. 9.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Entstehungsgeschichte

Form und Stil

Inhalt

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das monumentale Drama "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus mit dem Ziel, die komplexen Zusammenhänge zwischen Entstehungsgeschichte, formaler Gestaltung und dem inhaltlichen Fokus auf die Apokalypse des Ersten Weltkriegs aufzuzeigen.

  • Analyse der Entstehungsgeschichte und literarischen Entwicklung des Stücks
  • Untersuchung der formalen Besonderheiten und des dokumentarischen Stils
  • Interpretation der dramaturgischen Struktur in fünf Akten und Epilog
  • Darstellung der Rolle von Medien- und Sprachkritik bei Karl Kraus
  • Reflektion über die gesellschaftliche Verantwortung und die Mahnung zum Weltende

Auszug aus dem Buch

Form und Stil

Karl Kraus selbst bezeichnete seinen Text als zerklüftet und so wie er sich in seinen Ansichten in den Entstehungsjahren verändert hat, so spiegelt sich dies auch in der Form und seinem Stil wieder. Verschiedene Bedeutungsebenen schichten sich übereinander und es entsteht so der Eindruck der Zusammenhangslosigkeit, dabei benutzt Kraus jedoch besondere Stilmittel, die es so dennoch für den Zuschauer oder Leser attraktiv machen. Die letzten Tage kann man als dokumentarisches Theater beschreiben. Kraus verwendet zur Erzählung seiner Geschichte des Krieges Zitate. Zumeist sind es welche der Presse, die er so vorführen und wie er hofft blamieren kann, aber auch biblische Zitate haben ihren Platz. Aber auch weitere Stimmen der Öffentlichkeit, wie die von Politikern, anderen Künstlern oder Reportern. Diese erweckt er in seinem Stück zum Leben, indem er sie von Zeitungsausrufern oder anderen Menschen zitieren lässt und somit in einer Montage ins Stück einfügt.

Neben der Montage und dem dokumentarischen Charakter lässt sich Kraus aber auch von anderen Literaten inspirieren wie Shakespeare, Goethe oder Nestroy. Auf diese Weise schaffte er es seinem Stück gleichsam einen universellen Charakter zu geben und die Geschichte nicht allzu sehr zeitlich und örtlich zu fixieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung des Autors Karl Kraus und Einordnung seines einzigartigen, komplexen Dramas über den Ersten Weltkrieg.

Entstehungsgeschichte: Darstellung der langjährigen Entstehung des Werks zwischen 1915 und 1922 sowie der ideologischen Entwicklung des Autors während dieser Zeit.

Form und Stil: Analyse der Montage-Technik, des dokumentarischen Charakters und der Einflüsse durch andere klassische Literaten auf das Stück.

Inhalt: Detaillierte Betrachtung der fünf Akte und des Vorspiels, die den schleichenden Zerfall und die Absurdität des Krieges illustrieren.

Fazit: Abschließende Reflexion über den Stellenwert des Stücks als Mahnung zur Eigenverantwortung der Menschen gegenüber kommenden Kriegsgefahren.

Schlüsselwörter

Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit, Erster Weltkrieg, Apokalypse, Satire, Dokumentarisches Theater, Montage, Sprachkritik, Wiener Gesellschaft, Medienkritik, Dramaturgie, Literaturwissenschaft, Kriegskritik, Kriegsgeschichte, Moderne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Karl Kraus' Drama "Die letzten Tage der Menschheit", einem Werk, das die Schrecken und die Absurdität des Ersten Weltkriegs dokumentarisch und satirisch verarbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der komplexen Entstehungsgeschichte, der formalen Gestaltung durch Montagetechniken, der Rolle der Presse sowie der inhaltlichen Abfolge der fünf Akte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein Verständnis für das Stück zu entwickeln, indem die dramaturgischen Mittel aufgezeigt werden, mit denen Kraus die Unmenschlichkeit des Krieges für den Leser erfahrbar macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext sowie relevante Sekundärliteratur zur Interpretation heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehung, der formalen Stilmittel sowie einer aktweisen Inhaltsanalyse, die den Weg von der Vorkriegszeit bis hin zur apokalyptischen Schlussszene nachzeichnet.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Apokalypse, Dokumentarisches Theater, Montage, Sprachkritik, Medienkritik und die kritische Auseinandersetzung mit der österreichischen Führungspolitik.

Wie verändert sich die Darstellung des Autors im Laufe des Stücks?

Der Text stellt dar, wie Karl Kraus sich während der siebenjährigen Arbeit vom konservativen Schreiber zu einem radikalen Republikaner entwickelte, was sich in der zunehmend ausgewogeneren, aber schärferen Kritik an Presse und Politik niederschlägt.

Welche Funktion hat die Montage bei Karl Kraus?

Die Montage dient dazu, durch die Einbindung von realen Zitaten aus Presse, Politik und Alltag die Manipulation und Lächerlichkeit der Kriegsberichterstattung und des gesellschaftlichen Lebens offenzulegen.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zu Karl Kraus' Die letzten Tage der Menschheit
Hochschule
Universität Paderborn
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
6
Katalognummer
V147048
ISBN (eBook)
9783640588527
ISBN (Buch)
9783640588787
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kraus Apocalypse Now Menschheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2005, Zu Karl Kraus' Die letzten Tage der Menschheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147048
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Leseprobe aus  6  Seiten
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