Die seit 2007 herrschende Finanzkrise hat eine steigende Anzahl von Krisenunternehmen und Insolvenzen zur Folge. Die vorliegende Arbeit nimmt dieses aktuelle Geschehen zum Anlass, sich der Finanzierungsform des Private Equity zu widmen. Für Krisenunternehmen gilt Private Equity häufig als letzte Möglichkeit zum Erhalt des Unternehmens.
Private Equity ist privates, außerbörsliches Kapital, das Unternehmen in der Regel von Private Equity-Gesellschaften zur Verfügung gestellt wird.
Da die Private Equity-Gesellschaft diese Beteiligung, die mit Informations-, Kontroll- und Mitspracherechten verknüpft ist, nur befristet eingeht und ihren Gewinn aus der anschließenden Veräußerung der Beteiligung generiert, wird große Sorgfalt auf die Überprüfung der möglichen Beteiligungsunternehmen gelegt. Diese Überprüfung mit den Besonderheiten bei Krisenunternehmen wird ebenso dargestellt wie die Bewertung des Unternehmens. Verläuft das Auswahlverfahren positiv, folgt die Restrukturierungsphase, in der die Private Equity-Gesellschaft gemeinsam mit allen Interessengruppen des Unternehmens die festgelegten Maßnahmen zur Bewältigung der Krise umsetzt.
Je nach Erfolg der Restrukturierung gibt es für die Private Equity-Gesellschaft verschiedene Möglichkeiten zur Beendigung der Beteiligung. Das erklärte Ziel aller Parteien ist hierbei die Veräußerung der Beteiligung zum höchstmöglichen Preis und vor allem die Rückkehr des Krisenunternehmens zur Rentabilität.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Anlass und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Private Equity
2.1 Definition und Begriffsabgrenzung von Private Equity
2.2 Entwicklungen auf dem Markt für Private Equity
2.3 Finanzierungsphasen von Private Equity
2.4 Fondsarten des Private Equity Marktes
2.5 Informationsasymmetrien als Grundlage für Private Equity-Gesellschaften
3 Unternehmenskrisen
3.1 Definition und Begriffsabgrenzung
3.2 Krisenarten
3.3 Krisenursachen
3.3.1 Klassifizierung
3.3.2 Häufigste Krisenursachen
3.3.3 Krisenursachenforschung
3.4 Krisenerkennung
3.4.1 Krisensymptome
3.4.2 Möglichkeiten der Krisenerkennung
3.4.3 Probleme bei der Krisenerkennung
4 Investitionen im Turnaround
4.1 Definition und Begriffsabgrenzung von Turnaround
4.2 Potential von Turnaround Equity
4.2.1 Gründe für Turnaround Equity
4.2.2 Unterschiede zwischen Turnaround Equity und anderen Finanzierungsarten
4.3 Prozess des Turnaround-Managements
4.4 Beteiligungssuche und –auswahl
4.5 Due Diligence und Unternehmensbewertung im Turnaround
4.5.1 Gegenstand und Probleme der Due Diligence
4.5.2 Unternehmensbewertung
4.6 Ausgewählte Elemente der Deal-Strukturierung
4.6.1 Rechtliche Gestaltung
4.6.2 Höhe der Beteiligung
4.6.3 Finanzierungsinstrumente
4.6.4 Informations-, Kontroll- und Mitspracherechte
4.7 Restrukturierungsphase
4.8 Beendigung der Beteiligung
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Private Equity als Finanzierungs- und Sanierungsinstrument für Unternehmen in Krisensituationen. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie Private Equity-Gesellschaften durch den Turnaround-Prozess zur Rückkehr zur Rentabilität beitragen können und wie sich diese Investitionsform von klassischen Wachstumsfinanzierungen abgrenzt.
- Grundlagen und Marktstrukturen von Private Equity
- Analyse von Unternehmenskrisen und deren Ursachen
- Prozesse und Herausforderungen bei Turnaround-Investitionen
- Rechtliche und finanzielle Gestaltungsmöglichkeiten der Beteiligung
Auszug aus dem Buch
4.5.1 Gegenstand und Probleme der Due Diligence
Die im Rahmen der Beteiligungsauswahl selektierten Unternehmen werden umfassend geprüft. Hierfür wird der aus dem amerikanischen Anlegerschutz stammende Begriff Due Diligence (übersetzt: gebotene Sorgfaltsprüfung) verwendet, der von BERENS / STRAUCH wie folgt definiert wird:
„Bei der Due Diligence handelt es sich um Analysen und Prüfungen, die im Rahmen der Vorbereitung von geschäftlichen Transaktionen – meistens dem Kauf eines Unternehmens – zum Ziel der Informationsversorgung des Entscheidungsträgers in den Planungs- und Entscheidungsprozess integriert werden. Die Due Diligence umfasst Aktivitäten der Informationsbeschaffung und –aufbereitung zur Erhöhung der Qualität von Entscheidungen durch Chancen und Risikoerkennung auf betriebswirtschaftlicher und juristischer Ebene sowie durch Genauigkeit in der Wertfeststellung als Folge eines verbesserten Informationszustandes.“
Um den Umfang der Prüfung festlegen zu können, muss man die Ziele der Due Diligence kennen. Ihre Funktionen beim Kauf eines Unternehmens sind Offenlegung von Unternehmensinformationen zur Reduzierung der Informationsasymmetrien, Analyse und Prüfung des Risikoausmaßes und dessen Reduzierung, Grundlage der Preisfindung und Exkulpation der Entscheidungsträger bei einem möglichen Rechtsstreit. Zusätzlich zu einer allgemeinen Prüfung erfolgen Financial, Legal, Tax, Commercial und Strategic Due Diligence.
Bei der auf den Turnaround spezialisierten Due Diligence ergeben sich Unterschiede. So werden dort neben der Informationssammlung auch die Krisenursachen analysiert und Maßnahmen für den erfolgreichen Turnaround geplant. Es ergeben sich fünf Ziele der Due Diligence für den Turnaround-Investor: (1) Erfassung von Ursachen und Ausmaß der Krise, (2) Bewertung der Überlebensfähigkeit des Unternehmens, (3) Festlegen der erforderlichen Maßnahmen, (4) Schätzen des erforderlichen Zeitaufwands, der Kosten und der möglichen Wertsteigerung und (5) Entscheidung, ob das Unternehmen fortgeführt werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Sanierungen aufgrund der Finanzkrise und definiert das Ziel der Arbeit, Private Equity als Instrument für Krisenunternehmen zu untersuchen.
2 Private Equity: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen von Private Equity, einschließlich Definitionen, Marktteilnehmern, Finanzierungsphasen und der Rolle von Informationsasymmetrien.
3 Unternehmenskrisen: Hier werden Definitionen, Arten und Ursachen von Unternehmenskrisen dargelegt, ergänzt durch Ansätze zur Früherkennung und die Problematik von Krisensymptomen.
4 Investitionen im Turnaround: Der Kernbereich der Arbeit umfasst den gesamten Turnaround-Managementprozess, von der Beteiligungssuche und Due Diligence über die Deal-Strukturierung bis hin zur Restrukturierung und dem Exit.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung von Turnaround-Investitionen in einem volatilen Marktumfeld.
Schlüsselwörter
Private Equity, Unternehmenskrisen, Turnaround, Sanierung, Due Diligence, Restrukturierung, Finanzierung, Beteiligungsgesellschaft, Eigenkapital, Insolvenz, Informationsasymmetrien, Deal-Strukturierung, Investitionsmotive, Krisenmanagement, Exit-Kanäle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Private Equity-Gesellschaften als Kapitalgeber und Berater bei Unternehmen in Krisensituationen fungieren, um diese durch Sanierungsprozesse wieder in die Profitabilität zu führen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen des Private Equity-Marktes, der systematischen Identifikation und Analyse von Unternehmenskrisen sowie den spezifischen Prozessen der Turnaround-Investition.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Investitionsprozess bei Krisenunternehmen zu durchleuchten und die Unterschiede sowie besonderen Herausforderungen im Vergleich zu klassischen Wachstumsfinanzierungen herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche, die Einordnung betriebswirtschaftlicher Definitionen sowie die Auswertung von Statistiken und Modellen zur Krisenerkennung und zum Turnaround-Management.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Due Diligence, den rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen einer Transaktion, Instrumenten der finanzwirtschaftlichen Sanierung und den Exit-Optionen für Investoren.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die zentralen Begriffe sind Private Equity, Turnaround, Unternehmenssanierung, Due Diligence, Krisenursachenforschung und Restrukturierung.
Warum ist das "Sanierungsprivileg" bei der steuerlichen Gestaltung so wichtig?
Es ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen die Verrechnung von Verlustvorträgen, was für den Sanierungserfolg und die finanzielle Attraktivität einer Beteiligung für den Investor entscheidend ist.
Welche Rolle spielen die Exit-Kanäle bei dieser Investitionsstrategie?
Da Private Equity-Investitionen befristet sind, ist der Exit (z.B. durch Trade Sale oder IPO) essenziell, um die angestrebte Rendite durch die Veräußerung der sanierten Anteile zu realisieren.
- Citation du texte
- Katharina Baack (Auteur), 2009, Private Equity für Krisenunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147077