Elite – was ist das, wo ist bei der Definition des Begriffs anzusetzen? Wie wandelten sich der Elitenbegriff und seine Definition in den Epochen? Nach welchen Kriterien werden Eliten heute ausgewählt? Wie sieht der Personenkreis der Elite überhaupt aus? Ab wann gehört man zur Elite? Wie wird der Elitenstatus vermittelt – durch Herkunft oder Leistung? Welche Eliten braucht die moderne Wissensgesellschaft in Zukunft?
Ist der Elitenbegriff in der heutigen Zeit ein Tabu-Begriff, der im Gegensatz zum Gleichheitsgrundsatz steht oder ist die „Elite“ etwa aufgrund der Etablierung von Elite-Universitäten und Exzellenzprogramme an Schulen und Hochschulen wieder salonfähig geworden? Der Aufbau sieht folgendermaßen aus:
Die aktuellen Theorien werden knapp beschrieben und sollen nur das Grundgerüst bilden, um Eliten zu verstehen. Die Untersuchung des Elitenbegriffs über den historischen Zeitraum gibt Aufschluss über die gesellschaftliche Akzeptanz eines Begriffes. Die Brisanz der Erforschung der Elitenthematik erstreckte sich in den 60er Jahren, führend hier der Elitenkritiker Dahrendorf.
Aber auch in den 90er Jahren bis Dato sind immer wieder neue Werke herausgekommen, die sich den Eliten widmen. Hervorzuheben sind hierbei die Mannheimer und Potsdamer Elitenstudie der 90er Jahre.
Ich stütze mich bei der Untersuchung der Historie vor allem auf Beate Krais und Rainer Geißler, die aktuellste Befunde der Elitenforschung auf den Punkt bringen.
Zudem wird im Rahmen der Frage heutiger Elitenkriterien der Gleichheitsgrundsatz diskutiert, es geht um Herkunftselite versus Leistungseliten. Wird der Status qua Geburt festgelegt oder hat jeder die Chance „Elite“ zu werden? Dieser Frage stellte sich Soziologe Michael Hartmann, dessen Studie über Topmanager wohl die aufschlussreichste auf dem Markt ist. Daneben steht Pierre Bourdieu, welcher sich mit dem klassenspezifischen Habitus am Beispiel der Gesellschaft in Frankreich beschäftigte. Um anzuführen, wie sich Eliten in Zukunft in einer globalisierten Wissensgesellschaft entwickeln könnten werde ich beispielsweise aus Bittlingmayer zitieren und eigene Anregungen in die Diskussion einbringen. Es ist mir selbstverständlich nicht möglich trotz Betrachtung der Historie des Elitenbegriffs eine weitreichende Prognose zu stellen. Dennoch: Die Elitenthematik hat große Brisanz und es ist wichtig, sich mit ihr auseinander zu setzen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORIEN DES ELITENBEGRIFFS
3. DER ELITENBEGRIFF IN SEINER HISTORISCHEN ENTWICKLUNG
3.1. Kräfte ständischer Ordnung und Industrialisierung im 19.Jahrhundert
3.2. Die Weimarer Republik und der Aufstieg der Nationalsozialisten
3.3. Eliten nach der „Stunde Null“
3.4. Die Elitendiskussion der 60er Jahre
4. KRITERIEN DER ELITENZUGEHÖRIGKEIT UND DIE BEDEUTUNG VON ELITEN IN EINER WISSENSGESELLSCHAFT
5. RESÜMEE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel des Elitenbegriffs sowie die Rolle und Bedeutung von Eliten innerhalb der modernen Wissensgesellschaft. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit soziale Herkunft gegenüber individueller Leistung bei der Elitenbildung nach wie vor eine entscheidende Rolle spielt und wie sich das Verständnis von Führungsgruppen in verschiedenen gesellschaftlichen Epochen gewandelt hat.
- Historische Evolution und Definition des Elitenbegriffs
- Differenzierung zwischen Leistungs-, Macht- und Funktionseliten
- Die Rolle der sozialen Herkunft und des habituellen Kapitals (Bourdieu/Hartmann)
- Elitenbildung im Kontext der modernen Wissensgesellschaft
- Einfluss von Medien und Prominenz auf die Wahrnehmung von Elite
Auszug aus dem Buch
3. Der Elitenbegriff in seiner historischen Entwicklung
Schon Platon sprach von der „Herrschaft der Besten“, der Philosophenkönige, die aufgrund des Ereichens der totalen Weisheit allein die Auserwählten waren, den Staat zu lenken. Die Bauern waren für die Produktion von Nahrungsmitteln zuständig, das Militär für die Verteidigung. Schon in dieser einfachen Staatstheorie also stehen Eliten an der Spitze des Staatsapparates. Dies verleitet einen zu der Annahme, dass in jeder Gesellschaft eine Führungsspitze notwendig ist, die sich durch besondere Fähigkeiten auszeichnet. Inwieweit wurden Eliten also in den unterschiedlichen Epochen akzeptiert und wodurch zeichneten sie sich aus?
3.1. Kräfte ständischer Ordnung und Industrialisierung im 19.Jahrhundert
Im Zeitalter der Industrialisierung und Demokratisierung im 20.Jahrhundert kam es zu einem rasanten Bevölkerungswachstum und einer großen sozialen Mobilität. Der soziale Aufstieg war prinzipiell für jeden erschwinglich. Zuvor herrschte eine als gottgegeben angesehene Ständeordnung - Feudalherren versus Leibeigene. Jedoch entwickelten sich vor dem Hintergrund der ständischen Feudalordnung neue Formen der Aristokratie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik des Elitenbegriffs ein, stellt die zentralen Forschungsfragen und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. THEORIEN DES ELITENBEGRIFFS: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen soziologischen Definitionen und Klassifikationen von Eliten, wie etwa Funktions-, Leistungs- und Machteliten.
3. DER ELITENBEGRIFF IN SEINER HISTORISCHEN ENTWICKLUNG: Hier wird der Wandel der Elitestrukturen von der Antike über die Industrialisierung und NS-Zeit bis zur Nachkriegsära und den 60er Jahren analysiert.
4. KRITERIEN DER ELITENZUGEHÖRIGKEIT UND DIE BEDEUTUNG VON ELITEN IN EINER WISSENSGESELLSCHAFT: Das Kapitel untersucht heutige Selektionsmechanismen, insbesondere den Einfluss von Bildung und sozialer Herkunft auf den Aufstieg in Führungspositionen.
5. RESÜMEE: Das Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse über die historische Beständigkeit von Eliten und deren aktuelle soziale Prägung zusammen.
Schlüsselwörter
Elite, Elitenbegriff, Soziologie, Wissensgesellschaft, Machtelite, Leistungselite, soziale Herkunft, Habitus, Bourdieu, Funktionselite, Bildungsexpansion, Meritokratie, Historischer Wandel, Sozialstruktur, Führungsschicht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Analyse des Elitenbegriffs, seiner historischen Veränderung und seiner aktuellen Bedeutung in der modernen Wissensgesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die historischen Epochen der Elitenbildung, die theoretischen Ansätze der Elitenforschung sowie die Analyse heutiger Selektionskriterien für Führungspositionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu hinterfragen, ob moderne Eliten tatsächlich auf Leistung basieren oder ob die soziale Herkunft und habituelle Faktoren weiterhin die wichtigere Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf soziologischen Studien und dem historischen Vergleich verschiedener Elitenkonzepte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung des Elitenbegriffs sowie eine kritische Untersuchung der heutigen Anforderungen an Eliten im Kontext der Wissensgesellschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Elite, Machtelite, Habitus, Wissensgesellschaft, soziale Herkunft und soziale Mobilität.
Welche Rolle spielen "Gegeneliten" in der Arbeit?
Die Autorin hebt hervor, dass Gegeneliten, insbesondere Widerstandsgruppen des NS-Regimes, die gesellschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik maßgeblich mitgeprägt haben.
Warum spielt der Habitus laut Bourdieu eine Rolle?
Der Habitus dient als Mechanismus sozialer Abgrenzung, durch den Eliten ihre Zugehörigkeit definieren und den Zugang für Außenstehende erschweren.
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- Mirjam Moegele (Author), 2007, Elite, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147120