Ziel dieser Arbeit ist es daher, Theorien und Konzepte aufzuzeigen, mit deren Hilfe Synergien bei M&A identifiziert und bewertet werden können. Besondere Berücksichtigung findet dabei jeweils auch die Darstellung möglicher Problemfelder. Im Einzelnen wird wie folgt vorgegangen:
In ihrem konzeptionellen Aufbau gliedert sich die Arbeit in zwei Teile: Der Grundlagen-Teil – bestehend aus den Kapiteln 2 und 3 – soll wesentliche Theorien und Elementarbegriffe zu den beiden Themengebieten M&A und Synergien vermitteln. Zu einer inhaltlichen Zusammenführung beider Themenkomplexe kommt es anschließend im Synthese-Teil (Kapitel 4), der darstellt, wie sich Synergien im Rahmen von M&A-Transaktionen identifizieren und bewerten lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Aktueller Bezug und Problemstellung
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Mergers & Acquisitions
2.1. M&A-Begriff
2.1.1. Herkunft des M&A-Begriffs
2.1.2. Definition des M&A-Begriffs
2.2. M&A-Grundtypen
2.3. M&A-Prozess
2.3.1. Vorbemerkungen
2.3.2. Vorfeld-Phase
2.3.3. Transaktions-Phase
2.3.4. Integrations-Phase
2.4. M&A-Ziele
2.4.1. Vorbemerkungen
2.4.2. Management-Motive
2.4.3. Wertsteigernde Motive
2.4.3.1. Steigerung des Shareholder Value als übergeordnetes M&A-Ziel
2.4.3.2. Subziele
3. Synergien
3.1. Synergie-Begriff
3.1.1. Herkunft des Synergie-Begriffs
3.1.2. Definition des Synergie-Begriffs
3.2. Synergie-Wirkungsrichtung
3.3. Synergie-Erscheinungsform
3.4. Synergie-Ursachen
3.4.1. Theoriegeleitete Begründung von Synergien
3.4.1.1. Vorbemerkungen
3.4.1.2. Begründung von Synergien auf Basis der Produktionstheorie
3.4.1.3. Begründung von Synergien auf Basis der Monopoltheorie
3.4.2. Heuristische Begründung für Synergien
3.4.2.1. Begründung von Synergien durch Bündelung von Aktivitäten
3.4.2.2. Begründung von Synergien durch Transfer von Know-how
3.5. Synergie-Systematisierung
3.5.1. Vorbemerkungen
3.5.2. Systematisierung nach Erreichbarkeit
3.5.3. Systematisierung nach Zeit
3.5.4. Systematisierung nach Entstehungsort
3.5.5. Systematisierung nach Art
4. Synergien in Mergers & Acquisitions
4.1. Bedeutung von Synergien für M&A
4.1.1. Synergien als theoretische Begründung für M&A
4.1.2. Synergien als Begründung für Kontrollprämien
4.1.2.1. Prinzip der Kontrollprämie
4.1.2.2. Zusammenhang zwischen Synergiewert und Kontrollprämie
4.1.3. Zusammenfassung
4.2. Identifikation von Synergiepotentialen im Rahmen von M&A
4.2.1. Einordnung der Identifikationstätigkeit in den M&A-Prozess
4.2.2. Methoden zur Identifikation von Synergiepotentialen
4.2.2.1. Synergiematrix
4.2.2.2. Stärken-Schwächen-Profil
4.2.2.3. Wertketten-Analyse
4.2.3. Anwendungsbeispiel: Identifikation von Synergiepotentialen bei M&A in der Stromwirtschaft
4.2.3.1. Vorbemerkungen und Vorgehensweise
4.2.3.2. Wertkette der Stromwirtschaft
4.2.3.3. Synergiepotentiale bei M&A in der Stromwirtschaft
4.2.3.3.1. Stromerzeugung
4.2.3.3.2. Stromhandel
4.2.3.3.3. Stromübertragung und -verteilung
4.2.3.3.4. Marketing und Vertrieb
4.2.3.3.5. Verwaltung/Corporate
4.2.3.3.6. Zusammenfassung
4.2.4. Problemfelder bei der Identifikation von Synergiepotentialen
4.2.4.1. Problemfeld Information
4.2.4.2. Problemfeld beteiligte Personen
4.2.4.3. Problemfeld Prognose und Komplexität
4.3. Bewertung von Synergiepotentialen im Rahmen von M&A
4.3.1. Einordnung der Bewertungstätigkeit in den M&A-Prozess
4.3.2. Methoden zur Bewertung von Synergiepotentialen
4.3.2.1. Qualitative Checkliste
4.3.2.2. Paketzuschlags-Methode
4.3.2.3. Discounted-Cash-Flow-Methode
4.3.2.3.1. Prinzipielle Vorgehensweise der Discounted-Cash-Flow-Methode
4.3.2.3.2. Periodische Netto-Synergie-Cash-Flows
4.3.2.3.3. Planungshorizont
4.3.2.3.4. Diskontierungssatz
4.3.2.3.5. Beurteilung der DCF-Methode
4.3.3. Anwendungsbeispiel: Bewertung von Synergiepotentialen bei M&A in der Stromwirtschaft
4.3.3.1. Vorbemerkungen und Vorgehensweise
4.3.3.2. Ermittlung der maximal möglichen Synergiewerte und der Erfüllungsgrade der Realisierungstreiber
4.3.3.3. Ermittlung der Basisgrößen und der Synergiekosten
4.3.3.4. Ermittlung der Netto-Synergiewerte und des Synergie-Gesamtwerts
4.3.4. Problemfelder bei der Bewertung von Synergiepotentialen
4.3.4.1. Problemfeld Schätzen von Größen
4.3.4.2. Problemfeld Scheingenauigkeit
5. Schlussbetrachtung
5.1. Zusammenfassung
5.2. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Mechanismen zur Identifikation und Bewertung von Synergien bei Mergers & Acquisitions (M&A) im Rahmen des Shareholder Value Approach. Zentrale Forschungsfrage ist, wie Synergiepotentiale methodisch erfasst und monetär bewertet werden können, um den Erfolg von Unternehmenstransaktionen zu sichern und eine Wertvernichtung zu vermeiden.
- Theoretische Grundlagen von M&A und Synergien
- Methoden zur Identifikation von Synergiepotentialen (z.B. Wertkettenanalyse)
- Verfahren zur Bewertung von Synergien (z.B. DCF-Methode)
- Anwendungsbeispiele aus der Stromwirtschaft
- Analyse von Problemfeldern und Herausforderungen bei der Synergiebewertung
Auszug aus dem Buch
1.1. Aktueller Bezug und Problemstellung
„Eon holt sich Endesa. MAN will Scania kaufen. BASF schluckt den amerikanischen Katalysatorbauer Engelhard. Und Bayer übernimmt Schering.“ (Sucher 2006, 102). Vier aktuelle Beispiele für eine unternehmensstrategische Option, die mit dem Terminus „Mergers and Acquisitions“ (M&A) umschrieben wird.
Ein Blick in die nähere Vergangenheit zeigt, das M&A seit etwa Mitte der 1990er Jahre einen wahren Boom erfahren haben (vgl. Abbildung 1). Waren im Jahr 1995 weltweit noch 19,1 Tsd. Transaktionen zu verzeichnen, so stieg deren Anzahl bis zum Jahr 2000 auf 29,7 Tsd. Transaktionen an. Das entspricht einer Zuwachsrate von 55 %. Das Volumen aller Transaktionen versechsfachte sich im gleichen Zeitraum gar von 595,6 Mrd. Euro auf 3.800,9 Mrd. Euro. Mit der Jahrtausendwende ist jedoch gleichzeitig auch der vorläufige Höhepunkt der weltweiten M&A-Tätigkeit erreicht worden. Als Folge der geplatzten Spekulationsblase an den internationalen Aktienmärkten (vgl. Meckl/Sodeik/Fischer 2006, 201) gingen sowohl Anzahl als auch Volumen bei den Transaktionen spürbar zurück. Allerdings erholte sich der weltweite M&A-Markt schnell (vgl. Meckl/Sodeik/Fischer 2006, 201) und seit 2004 ist wieder ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen. So wurden im vergangen Jahr (2005) gut 24 Tsd. Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von fast 1.800 Mrd. Euro getätigt.
Weniger erfolgreich als die Entwicklung von Transaktionsanzahl und -volumen, fällt dagegen die Erfolgsquote von M&A aus. Nur 30–70 % aller Transaktionen erreichen das angestrebte Ziel (vgl. Picot 2000, 267), welches – unter Maßgabe des Shareholder Value Approach – letztendlich aus einer Steigerung des Unternehmenswerts besteht. Eine solche Wertsteigerung liegt definitionsgemäß dann vor, wenn der Wert des zusammengeschlossenen Unternehmens größer ist, als die Summe der isolierten Werte der an der Transaktion beteiligten Unternehmen zuzüglich einer eventuell gezahlten Akquisitionsprämie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Diese Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von M&A-Transaktionen und thematisiert die Diskrepanz zwischen Transaktionsvolumen und Erfolgsquote, wobei Synergien als zentraler Hebel für Wertsteigerungen identifiziert werden.
2. Mergers & Acquisitions: Das Kapitel definiert den M&A-Begriff sowie dessen Grundtypen und erläutert den typischen Prozess sowie die zugrunde liegenden Zielsetzungen, insbesondere unter dem Aspekt der Wertsteigerung.
3. Synergien: Hier werden der Synergiebegriff, seine Wirkungsrichtungen, Erscheinungsformen und Ursachen theoretisch fundiert sowie eine systematische Einordnung der Synergievarianten vorgenommen.
4. Synergien in Mergers & Acquisitions: Dieses Kapitel stellt die Synthese dar, indem es die Bedeutung von Synergien für M&A analysiert und Methoden zur Identifikation sowie Bewertung von Synergiepotentialen anhand der Stromwirtschaft praktisch anwendet.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Kernergebnisse und einem Fazit über die Notwendigkeit menschlichen Urteilsvermögens zur Kompensation unvollkommener Informationsgrundlagen bei der Synergiebewertung.
Schlüsselwörter
Mergers and Acquisitions, Synergien, Shareholder Value, Synergiepotential, Unternehmensbewertung, Wertkette, Discounted-Cash-Flow-Methode, Stromwirtschaft, Kostensynergien, Umsatzsynergien, Realisierungstreiber, M&A-Prozess, Wertsteigerung, Kontrollprämie, Unternehmenszusammenschluss.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Identifikation und monetären Bewertung von Synergiepotentialen bei M&A-Transaktionen, um den Unternehmenswert im Sinne des Shareholder Value zu steigern.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Themenfelder sind die theoretischen Grundlagen von M&A und Synergien, die prozessuale Einordnung von Synergieanalysen und die Anwendung quantitativer Bewertungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Konzepte und Methoden aufzuzeigen, die es Unternehmen ermöglichen, vor Abschluss einer Akquisition Synergiepotentiale verlässlich zu bestimmen und zu bewerten, um Wertvernichtung durch Überzahlungen zu vermeiden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zur Theoriebildung und wendet spezifische Konzepte wie die Wertkettenanalyse nach Porter sowie die Discounted-Cash-Flow-Methode (DCF) zur praktischen Synergiebewertung an.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe M&A und Synergien sowie einen Synthese-Teil, der Methoden zur Identifikation und Bewertung anhand der Stromwirtschaft anwendet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Synergien, Shareholder Value, Wertkette, DCF-Methode, Realisierungstreiber und die Unterscheidung zwischen Kosten- und Umsatzsynergien.
Wie werden Synergien in der Arbeit definiert?
Synergien werden als wertverändernde Verbundeffekte definiert, die erst durch den Zusammenschluss zweier oder mehrerer Unternehmen oder Unternehmensteile entstehen.
Welche Rolle spielt die Stromwirtschaft im Dokument?
Die Stromwirtschaft dient als Anwendungsbeispiel, um die theoretischen Methoden (Wertkettenanalyse und DCF-Bewertung) konkret zu verdeutlichen und auf ihre Praktikabilität hin zu überprüfen.
Warum ist eine exakte Identifikation von Synergien so wichtig?
Da viele M&A-Transaktionen aufgrund überschätzter Synergien und zu hoher Kaufpreise scheitern, ist eine präzise Identifikation und Bewertung essenziell, um den tatsächlichen Wertbeitrag für den Käufer sicherzustellen.
- Citation du texte
- Florian Riedel (Auteur), 2006, Identifikation und Bewertung von Synergien bei Mergers & Acquisitions, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147127