In dieser Arbeit sollen das Verhalten und die Entwicklung einzelner Assetklassen
näher beschrieben und analysiert werden, um so die Frage nach sinnvollen
Investitionen und Investitionszeitpunkten zu beantworten. Dabei wird die Vielzahl
der Assetklassen auf die Folgenden beschränkt: Aktien, Bonds, Gold und Rohöl.
Als Vergleich werden die beiden Rohstoffindizes Goldman Sachs Commodity
Index (im Folgenden: GSCI) und Reuter/Jeffries CRB Index (im Folgenden: CRB)
hinzu gezogen. Der CRB Index erfasst unter anderem die klassischen Rohstoffe Erdöl, Heizöl und Benzin wohingegen der GSCI auch weitere Energieträger wie
Rohöl oder ähnliches beinhaltet.
Als Bezugsvolkswirtschaften wurden folgende sechs Länder ausgewählt:
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Schweiz und die Vereinigten
Staaten. Bis auf die Schweiz waren alle diese Länder Gründungsmitglieder der
G8, welche heutzutage zusammen mit Russland, Italien und Kanada knapp 50%
des Welthandels ausmachen, annähernd zwei Drittel des Weltsozialprodukts
erwirtschaften und drei Viertel der weltweiten Entwicklungshilfe bereitstellen.
Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Sonderstellung ist die Schweiz in diese
Untersuchungen zusätzlich mit einbezogen worden. So erreichte sie unter dem
Gesichtspunkt der Wettbewerbsfähigkeit beim „Global Competitiveness Report
2009-2010“ des Weltwirtschaftsforum den ersten Platz. Zudem gilt sie als eine
der stabilsten Volkswirtschaften der Welt und landete bei einer Untersuchung des
Bruttoinlandsprodukts pro Kopf im Jahre 2008 europaweit auf dem 7. Platz. Die Arbeit basiert auf Daten ausgewählter Total Return Indizes. Diese erfassen im
Gegensatz zu Performance Indizes nicht nur Kursänderungen, sondern auch
thesaurierte Erträge der enthaltenen Wertpapiere.
Die Daten der Aktienindizes und der Rohstoffe wurden aus Datastream
generiert. Die Quelle der Bondindizes ist die Datenbank EcoWin.
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Ziel dieser Arbeit soll nicht die Abgabe von Prognosen über zukünftige
Entwicklungen der Performance, Rendite oder Risikoparameter in den
untersuchten Anlageklassen sein. Durch die Zugrundelegung eines Zeitraumes
von knapp 14 Jahren ist es möglich, einige Regelmäßigkeiten und
Entwicklungsmuster der Assets abzuleiten, die jedoch keinerlei Aussagekraft für
die Zukunft besitzen. Bei einer Betrachtungsperiode von über zehn Jahren wird in
den Wirtschaftswissenschaften davon ausgegangen, viele mögliche konjunkturelle
Szenarien mit einzubeziehen, in der Zukunft können diese allerdings anders
ausfallen.
...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1. Konjunkturzyklen
2.2. Mathematische Grundlagen
3. Analyse der Assetklassen
3.1. Aktien
3.2. Bonds
3.3. Rohstoffe
3.3.1. Rohöl, CRB Index, GSCI Index
3.3.2. Gold
3.4. Korrelationen der Assetklassen
4. Auswertung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das Verhalten verschiedener Anlageklassen in unterschiedlichen Konjunkturphasen, um sinnvolle Investitionszeitpunkte für einen risikoaversen Anleger zu identifizieren, ohne dabei explizite Zukunftsprognosen abzugeben.
- Analyse des Einflusses von Konjunkturzyklen auf Anlageklassen wie Aktien, Bonds, Gold und Rohöl.
- Untersuchung der Performance und Risikoparameter (RORAC, Standardabweichung) über einen Zeitraum von 14 Jahren.
- Vergleich spezifischer Rohstoffindizes (GSCI, CRB) und deren Korrelationen zu traditionellen Assets.
- Erstellung von Anlageempfehlungen für verschiedene Phasen des Konjunkturzyklus (Aufschwung, Boom, Abschwung, Rezession).
Auszug aus dem Buch
3.1. Aktien
Eine Durchschnittsbetrachtung der Aktienperformance in den Phasen des Konjunkturzyklus zeigt für die Märkte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und den USA ein einheitliches Bild.35 Der Markt in Japan entwickelt sich im Zeitraum von 1995 – 1998 entgegengesetzt, passt sich danach jedoch wieder dem Verlauf der übrigen Länder an.
Dieses Verhalten ist auf das Platzen einer Blase im Jahre 1990 zurückzuführen. In den 50er Jahren begann die japanische Regierung ihren Markt gegenüber Importen anderer Länder abzuriegeln, um die eigene Wirtschaft stärker aufbauen zu können. Dies führte in den 80er Jahren dazu, dass die japanische Wirtschaft im Vergleich zu anderen Nationen konkurrenzfähig wurde und die Produzenten, aufgrund der vorherrschenden vertikalen Struktur, direkten Einfluss auf ihre Handelsketten nehmen konnten. Im Plaza-Abkommen aus dem Jahre 1985 wurde der Yen aufgewertet, was eine Investition internationaler Investoren in den japanischen Aktien- und Immobilienmarkt zur Folge hatte. Zu Beginn des Jahres 1990 platzte diese Blase. Die Folge war, dass zum einen der Aktienmarkt implodierte, zum anderen der Immobilienmarkt zusammenbrach und die Japaner nicht mehr in der Lage waren, ihre hohen Preise zu kompensieren.36
In der ersten Phase nach einem Tief zeigen die untersuchten Märkte die kräftigste Renditeentwicklung, welche in den darauf folgenden Phasen sukzessive geringer wird. Am stärksten ausgeprägt ist das Muster in Frankreich, Großbritannien und der Schweiz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Verunsicherung an den Finanzmärkten und definiert das Ziel der Untersuchung, das Verhalten von Aktien, Bonds, Gold und Rohöl über einen Zeitraum von 14 Jahren zu analysieren.
2. Grundlagen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Konzepte von Konjunkturzyklen auf Basis von OECD-Indikatoren erläutert und die mathematischen Kennzahlen (RORAC, Varianz, Standardabweichung, Korrelation) für die anschließende Analyse definiert.
3. Analyse der Assetklassen: Dieser Hauptteil untersucht detailliert die Performance, Risikoentwicklung und Korrelation der Anlageklassen Aktien, Bonds und Rohstoffe, wobei insbesondere der Einfluss konjunktureller Phasen hervorgehoben wird.
4. Auswertung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und formuliert daraus praxisorientierte Anlagestrategien für einen risikoaversen Anleger im Verlauf des Konjunkturzyklus.
Schlüsselwörter
Aktien, Bonds, Rohstoffe, Rohöl, Gold, Konjunkturzyklus, Performance, Risiko, RORAC, Korrelation, Anlagestrategie, Finanzkrise, New Economy, Portfolio, Rendite
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Rendite- und Risikoverhalten der Anlageklassen Aktien, Bonds, Gold und Rohöl über einen Zeitraum von knapp 14 Jahren in Abhängigkeit von konjunkturellen Zyklen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Analyse ab?
Die zentralen Felder sind die Performanceanalyse, Risikoermittlung mittels statistischer Methoden sowie die Korrelationsanalyse zwischen den betrachteten Assetklassen und geografischen Regionen.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Entwicklungsmuster und Regelmäßigkeiten in verschiedenen Konjunkturphasen abzuleiten, um sinnvolle Investitions- und Anlagezeitpunkte zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es werden empirische Daten von Total-Return-Indizes ausgewertet, wobei Kennzahlen wie der RORAC, die Standardabweichung und der Pearson-Korrelationskoeffizient Anwendung finden.
Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Performance von Aktien, Anleihen und Rohstoffen in den Phasen Aufschwung, Boom, Abschwung und Rezession sowie deren gegenseitige Abhängigkeiten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Konjunkturzyklus, Portfolio-Diversifikation, Rendite-Risiko-Verhältnis, Korrelation und Asset-Allokation.
Warum spielt Japan in der Analyse der Aktienmärkte eine Sonderrolle?
Japan zeigt aufgrund der historischen Auswirkungen des Platzens der Immobilien- und Aktienblase 1990 eine vom Rest der untersuchten Märkte abweichende Entwicklung über weite Teile des Betrachtungszeitraums.
Welche Anlageklasse empfiehlt der Autor für Krisenzeiten?
Staatsanleihen (Bonds) sowie Gold werden als „sicherer Hafen“ identifiziert, da sie in Abschwungphasen eine negative Korrelation zu Aktien aufweisen und somit das Risiko im Portfolio senken können.
- Quote paper
- Christina Gagaridis (Author), 2009, Analyse traditioneller Anlageklassen und Rohstoffe unter besonderer Berücksichtigung von Rendite- und Risikorelationen im Konjunkturzyklus und daraus resultierende Handlungsalternativen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147190