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Die weltlichen Hofämter der karolingischen Hofverwaltung in Hinkmars `De ordine palatii´ und deren Ursprünge

Title: Die weltlichen Hofämter der karolingischen Hofverwaltung  in Hinkmars `De ordine palatii´  und deren Ursprünge

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Ulrike Wanderer (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit sollen die karolingische Hofverwaltung und die weltlichen Hofämter als Träger der königlichen Hofverwaltung dargestellt werden, wie sie in der Schrift „De ordine palatii“ von dem Erzbischof Hinkmar von Reims beschrieben werden. Diese Quelle ist eine der wenigen, welche für die Zeit der Karolinger heute noch erhalten ist und etwas über die Struktur und die Ämter des königlichen Hofes erzählt.
Hinkmar soll sich beim Verfassen dieses Mahnschreibens „[...] ad episcopos et ad regem Karolomannum [...]“1 an einer Schrift eines gewissen Adalhards, einem Stiefvetter Karls des Großen und Abt des Klosters Corbie2, orientiert haben, die heute nicht mehr erhalten ist.3 Sicher ist, dass er diese Schrift kannte: „Cuius libellum de ordine palatii legi [...]“4 Hinkmar verfasste „De ordine palatii“ zur Unterrichtung des jungen Königs Karlmann.5 Deshalb ist davon auszugehen, dass es sich bei den Beschreibungen um die Darstellung des Ideals einer königlichen Hofverwaltung handelt. Inwiefern diese den tatsächlichen Verhältnissen entsprach ist nur zu vermuten.
Aufgrund der Besonderheit der mittelalterlichen, insbesondere der karolingischen Reichsverwaltung, die einher geht mit der königlichen Hofverwaltung, kommt diesen Ämtern immer mehr eine besondere Bedeutung zu. Während es sich in späterer Zeit dabei um Ehrenämter der vier weltlichen Kurfürsten beim Krönungsmahl handelt, wie es in der Goldenen Bulle (1356) festgelegt ist, sind es zur Karolingerzeit noch Ämter mit wichtigen Aufgaben und Funktionen der Verwaltung des umherziehenden Königshofes.
Es soll versuchte werden die Ursprünge der karolingische Hofverwaltung, deren Ämter und ihre Entwicklung bis zur Zeit der Karolinger darzustellen. Auf geistliche Hofämter und die Institutionen des Hofes, wie die Hofkapelle, die Kanzlei und das Hofgericht wird in dieser Arbeit nicht eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die weltlichen Hofämter der Karolingerzeit

2.1. Seneschall

2.2. Kämmerer

2.3. Mundschenk

2.4. Stallgraf

2.5. Pfalzgraf

2.6. Die nachgeordneten Hofämter

3. Die Ursprünge der Hofverwaltung

3.1. Die Ursprünge der einzelnen Hofämter

3.2. Das Amt des maior domus

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die karolingische Hofverwaltung sowie die weltlichen Hofämter unter besonderer Berücksichtigung der Schrift „De ordine palatii“ von Hinkmar von Reims. Ziel ist es, die Ursprünge, Aufgaben und die Entwicklung dieser Ämter bis zur Zeit der Karolinger darzustellen und ihre Bedeutung für die königliche Hofhaltung zu analysieren.

  • Strukturanalyse der karolingischen Hofverwaltung anhand zeitgenössischer Quellen.
  • Detaillierte Untersuchung der Hauptämter (Seneschall, Kämmerer, Mundschenk, Stallgraf, Pfalzgraf).
  • Erörterung der nachgeordneten Hofämter und ihrer administrativen Funktionen.
  • Darstellung der germanischen und römischen Ursprünge des Verwaltungswesens.
  • Untersuchung des Machtaufstiegs und Bedeutungsverlusts des Amtes des maior domus.

Auszug aus dem Buch

1. Die weltlichen Hofämter der Karolingerzeit

Die Karolingische Hofordnung basiert auf germanisch-fränkische Vorformen in die römische Elemente einbezogen wurden. Im wesentlichen wurden die alten höfischen Einrichtungen beibehalten. Nur das Amt des maior domus erscheint aus Gründen, auf die noch näher eingegangen wird, nicht mehr in seiner ursprünglichen Form.

An oberster Stelle des Hofes stehen der König und die Königin mit deren Nachkommen: „Anteposito ergo rege et regina cum nobilissima prole sua [...]“. Zudem nennt Hinkmar eine Reihe von Ämtern, die sich um die Verwaltung des königlichen Hofes kümmern: der camerarius (Kämmerer), der senescalcus (Seneschall), der buticularius (Mundschenk) und des comes stabuli (Stallgraf/oberster Marschall), der comes palatii (Pfalzgraf), der mansionarius (Quartiersmeister), die venatores principales quatuor (vier obersten Jäger), der falconarius (Falkner) und einige andere, auf die später noch näher eingegangen wird. Die fünf Erstgenannten haben dabei eine besondere Stellung, denen die anderen Hofämter nachgeordnet sind. Den Inhaber dieser Ämter, die ihre Aufgabe zum größten Teil nur organisatorisch verrichteten, wurden auch wichtige Aufgaben der Reichsverwaltung zugeteilt. Die Ämter wurden von Personen aus den vielen verschiedenen Teilen des Reiches besetzt, damit sich die einzelnen Völker des großen Reiches gleichberechtigt repräsentiert sahen.

Die Vielfalt der Aufgaben der einzelnen Hofämter machten eine große Zahl Unterbeamter notwendig, welche ihnen direkt unterstanden und nach Anweisung für die praktische Ausführung der Ämteraufgaben zuständig waren.

Eine Besonderheit dieser Hofämter war, dass sie direkten Zugang zum König hatten, wenn auch nur für Dinge, die ihren Zuständigkeitsbereich betrafen und auch in der oben genannten Abstufung. Sonst war die Vermittlung eines der zuständigen Hofamtsinhaber notwendig. Daraus ergab sich für die Inhaber eine gewisse Macht- und Vertrauensstellung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einführung in die Thematik der karolingischen Hofverwaltung basierend auf der Quelle „De ordine palatii“ von Hinkmar von Reims.

2. Die weltlichen Hofämter der Karolingerzeit: Detaillierte Vorstellung der einzelnen Hofämter und deren hierarchische Einordnung sowie ihre Funktion innerhalb der Reichsverwaltung.

2.1. Seneschall: Erläuterung der Zuständigkeit für die allgemeine Hofverwaltung und Planung der Hofversorgung.

2.2. Kämmerer: Darstellung der Verantwortung für die Haushaltsführung und Verwaltung des beweglichen Besitzes.

2.3. Mundschenk: Beschreibung der Leitungsfunktion bei der Versorgung der königlichen Tafel mit Getränken.

2.4. Stallgraf: Analyse der Verantwortung für den Reitstall und das Transportwesen des mobilen Hofes.

2.5. Pfalzgraf: Untersuchung der richterlichen und administrativen Aufgaben als Vertreter des Königs im Pfalzgericht.

2.6. Die nachgeordneten Hofämter: Übersicht über weitere Ämter wie Quartiersmeister, Jäger und Falkner, die logistische Aufgaben übernahmen.

3. Die Ursprünge der Hofverwaltung: Untersuchung der germanischen und römischen Wurzeln des Verwaltungsapparates.

3.1. Die Ursprünge der einzelnen karolingischen Hofämter: Rückverfolgung der Ämter auf frühgermanische Vorformen und die Entwicklung der Bezeichnung „ministerialis“.

3.2. Das Amt des maior domus: Darstellung der historischen Entwicklung und des Machtaufstiegs des Hausmeisters bis zum Königsthron.

4. Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse über die Entstehung der Hofverwaltung als Grundlage späterer politischer Strukturen.

Schlüsselwörter

Karolingerzeit, Hofverwaltung, Hofämter, De ordine palatii, Hinkmar von Reims, Seneschall, Pfalzgraf, Kämmerer, Mundschenk, Stallgraf, maior domus, Ministerialen, Reichsverwaltung, Reisekönigtum, germanisches Gefolgschaftswesen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Struktur der karolingischen Hofverwaltung und die Rolle der weltlichen Hofämter, wie sie in Hinkmars „De ordine palatii“ beschrieben sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Aufgabenbeschreibungen der Hofämter, ihre historische Herkunft sowie ihre Bedeutung für den königlichen Hofstaat.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklung der Ämter und ihre Funktion im Rahmen der Verwaltung eines umherziehenden Hofes aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse von Hinkmars Schrift im Vergleich zu anderen zeithistorischen Zeugnissen und der einschlägigen Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung der einzelnen Ämter (Seneschall, Kämmerer etc.) sowie in die Herleitung ihrer Ursprünge aus römischen und germanischen Traditionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentral sind Begriffe wie Hofverwaltung, Karolinger, Hinkmar, Ministerialen und das Reisekönigtum.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Seneschalls von der des maior domus?

Der Seneschall übernahm nach dem Verschwinden des Amtes des maior domus viele dessen organisatorischer Aufgaben, verfügte jedoch über deutlich weniger politischen Einfluss als der historische Hausmeier.

Welche Bedeutung hatte das Reisekönigtum für die Hofverwaltung?

Die Mobilität des Königshofes erforderte komplexe logistische Planungen, was die Einrichtung und Spezialisierung der Hofämter sowie den Einsatz zahlreicher Unterbeamter notwendig machte.

Warum wird der Pfalzgraf als Vertreter des Königs bezeichnet?

Aufgrund seiner richterlichen Befugnisse im Pfalzgericht und der Entlastung des Königs in Rechtsstreitigkeiten agierte der Pfalzgraf faktisch als Stellvertreter bei der Wahrung von Recht und Ordnung.

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Details

Title
Die weltlichen Hofämter der karolingischen Hofverwaltung in Hinkmars `De ordine palatii´ und deren Ursprünge
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Ludwig der Deutsche
Grade
2+
Author
Ulrike Wanderer (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V147206
ISBN (eBook)
9783640579792
ISBN (Book)
9783640580392
Language
German
Tags
Ludwig der Deutsche Hinkmar von Reims Karolinger Hofverwaltung Königshof Hofämter De ordine palatii Hofkapelle Hofkanzlei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Wanderer (Author), 2005, Die weltlichen Hofämter der karolingischen Hofverwaltung in Hinkmars `De ordine palatii´ und deren Ursprünge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147206
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