Aufgrund der postulierten diatopischen Unterschiede zur Ausprägung des leísmo, laísmo und loísmo, verfolgt die Arbeit das Ziel eine auf die Pronominalvariation in Madrid und Málaga ausgerichtete Analyse anhand semi-spontansprachlicher Daten aus dem PRESEEA Korpus durchzuführen und eine Auswahl von formal-grammatischen und referenziellen Eigenschaften der pronominalisierten Entitäten zu untersuchen. Dabei wird die grundlegende Hypothese verfolgt, dass in beiden Städten Variation im pronominalen Gebrauch besteht. Um diese und weitere Hypothesen zu überprüfen, wird in dieser Arbeit die folgende Fragestellung verfolgt: "Wie verhält sich die Ausprägung des leísmo, laísmo und loísmo in der gesprochenen Sprache in Madrid und Málaga, welche Eigenschaften der pronominalisierten Entität favorisieren die Pronominalvariation und welche Unterschiede lassen sich zwischen Madrid und Málaga feststellen?"
Direkte und indirekte Objekte werden im Spanischen frequent durch die entsprechenden Objektpronomina substituiert, entweder durch die akzentuierten oder die unakzentuierten bzw. klitischen Varianten. Dabei sind in der Forschung besonders die unakzentuierten Objektpronomina der 3. Person bedeutsam, da das "System der pronominalen Klitika in der spanischen Sprache […] seit Jahrhunderten ein bedeutender Fokus von Instabilität und grammatikalischem Wandel [ist]." Diese Instabilität zeigt sich in einem variierenden Gebrauch, da die Pronomina in einigen spanischsprachigen Gebieten tendenziell gemäß ihrer Kasusopposition gebraucht werden, wohingegen in anderen Regionen eine abweichende Verwendung zu beobachten ist, die als leísmo, laísmo und loísmo bezeichnet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kontextualisierung
2.1 Die unakzentuierten Objektpronomina der 3. Person
2.2 Leísmo, laísmo und loísmo
2.2.1 Definitionen
2.2.2 Theorien
2.2.3 Pronominale Systeme
3. Der leísmo, laísmo und loísmo in der gesprochenen Sprache Madrids und Málagas
3.1 Methode und Hypothesen
3.2 Ergebnisse
3.2.1 Leísmo
3.2.2 Laísmo
3.3.3 Loísmo
3.3 Diskussion
3.3.1 Leísmo
3.3.2 Laísmo und loísmo
3.3.3 Probleme und Ausblick
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Pronominalvariation des leísmo, laísmo und loísmo in der gesprochenen Sprache in Madrid und Málaga anhand von semi-spontansprachlichen Daten aus dem PRESEEA Korpus zu analysieren und dabei die Fragestellung zu beantworten, wie sich die Ausprägung dieser Phänomene verhält, welche Eigenschaften der pronominalisierten Entitäten die Variation favorisieren und welche Unterschiede zwischen den beiden Städten feststellbar sind.
- Analyse und Vergleich der Pronominalvariation in den Regionen Madrid und Málaga
- Einfluss formal-grammatischer und referenzieller Merkmale (Genus, Numerus, Belebtheit, Zählbarkeit) auf den Pronominalgebrauch
- Untersuchung der Auswirkungen des PRESEEA-Korpus-Sprachstils auf die Objektpronomina
- Diskussion über das Fortbestehen des leísmo correcto versus inkorrekter Variationen
- Evaluation des Einflusses verschiedener Verben und Konstruktionsarten auf die Pronominalwahl
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Direkte und indirekte Objekte werden im Spanischen frequent durch die entsprechenden Objektpronomina substituiert, entweder durch die akzentuierten oder die unakzentuierten bzw. klitischen Varianten. Dabei sind in der Forschung besonders die unakzentuierten Objektpronomina der 3. Person bedeutsam, da das „System der pronominalen Klitika in der spanischen Sprache […] seit Jahrhunderten ein bedeutender Fokus von Instabilität und grammatikalischem Wandel [ist].“ (Übersetzung aus dem Spanischen, Radatz 2011:45). Diese Instabilität zeigt sich in einem variierenden Gebrauch, da die Pronomina in einigen spanischsprachigen Gebieten tendenziell gemäß ihrer Kasusopposition gebraucht werden, wohingegen in anderen Regionen eine abweichende Verwendung zu beobachten ist, die als leísmo, laísmo und loísmo bezeichnet werden (vgl. Brânză 2010:122; Fernández-Ordóñez 1994:71).
Die Forschungsliteratur, die sich mit dieser Pronominalvariation beschäftigt, ist breit gefächert, konzentriert sich hinsichtlich der drei Phänomene aber vorwiegend auf die frequenteste Variation, den leísmo. Während Klein-Andreu (2000) in ihrer Monografie synchrone Studien zu den dialektalen Unterschieden des leísmo, laísmo und loísmo in verschiedenen Regionen der iberischen Halbinsel präsentiert und dabei auf den soziolinguistischen Hintergrund der Sprecher*innen eingeht, analysieren Paredes García (2006) und Quilis et. al. (1985) die Pronominalvariation mit einem Fokus auf der spanischen Hauptstadt Madrid. Auch Neuhaus (2015) führt ihre Studie zur Verwendung der klitischen Pronomina u.a. in Madrid durch, jedoch mit einem Hauptaugenmerk auf dem leísmo. Wie auch Neuhaus (2015) fokussiert sich Díaz Montesinos (2017, 2022) vorwiegend auf die Ausprägung des leísmo und studiert diesen im südlich gelegenen Málaga aus einer soziolinguistischen Perspektive.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der instabilen Objektpronomina der 3. Person im Spanischen ein und formuliert das Ziel sowie die zentrale Fragestellung der korpusbasierten Vergleichsanalyse zwischen Madrid und Málaga.
2. Kontextualisierung: Dieses Kapitel definiert die Phänomene leísmo, laísmo und loísmo, erläutert die relevanten linguistischen Theorien sowie die resultierenden pronominalen Systeme.
3. Der leísmo, laísmo und loísmo in der gesprochenen Sprache Madrids und Málagas: Das Hauptkapitel präsentiert die methodischen Grundlagen, die Ergebnisse der Korpusstudie unterteilt nach den drei Phänomenen sowie die anschließende Diskussion der Befunde unter Einbezug der fachwissenschaftlichen Literatur.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach der leísmo in beiden Städten das dominanteste Phänomen darstellt, jedoch zwischen dem "Kompromisssystem" in Madrid und dem kasusbasierteren System in Málaga klare Unterschiede in der systemischen Ausprägung bestehen.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Leísmo, Laísmo, Loísmo, Pronominalvariation, gesprochenes Spanisch, Madrid, Málaga, Objektpronomina, Korpusanalyse, PRESEEA, Kasusopposition, Genus, Belebtheit, Zählbarkeit, Differenzielle Objektmarkierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Pronominalvariation bei den spanischen Objektpronomina der 3. Person, speziell das Auftreten von leísmo, laísmo und loísmo, in der mündlichen Sprache zweier spanischer Metropolen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Dialektologie, der historischen Entwicklung des pronominalen Systems im Spanischen sowie soziolinguistischen Einflüssen auf den Sprachgebrauch.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie sich die Ausprägung dieser Pronominalvariationen in Madrid und Málaga verhält, welche spezifischen grammatikalischen oder referenziellen Eigenschaften der Objekte diese favorisieren und welche Unterschiede sich zwischen den beiden Städten ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Studie basiert auf einer korpusbasierten Analyse von semi-spontansprachlichen Interviews aus dem PRESEEA-Korpus, wobei quantitative Auswertungen der Pronominalhäufigkeit in Relation zu verschiedenen Parametern durchgeführt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen gelegt, gefolgt von einer detaillierten quantitativen Analyse und einer anschließenden wissenschaftlichen Diskussion, die die Ergebnisse mit existierender Forschungsliteratur abgleicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Leísmo, Laísmo, Loísmo, Pronominalvariation, PRESEEA, Sprachkontakt, Kasussystem und Objektmarkierung.
Welche Rolle spielt das "Kompromisssystem" in Madrid?
Madrid wird als ein Ort identifiziert, der sich einem System zuneigt, das zwischen strenger Kasusfestlegung und innovativen, genusbasierten Formen vermittelt, was ein maßgeblicher Faktor für die vorkommende Pronominalvariation ist.
Warum ist das Ergebnis für den leísmo in Málaga anders als in Madrid?
In Málaga zeigt sich eine deutlich geringere Frequenz an Variationen, da die Region stärker an konservativen, kasusbasierten Standards festhält als die Hauptstadt Madrid.
Welchen Einfluss hat die "Belebtheit" der Objekte?
Die Belebtheit ist ein zentraler Parameter, da die untersuchten Pronominalvariationen, insbesondere der leísmo, stark mit dem Grad der Belebtheit und dem Status des Objektes (z.B. Person, Eigenname, Sache) korrelieren.
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- Lea Schwerdtfeger (Autor), 2024, Die Ausprägung des leísmo, laísmo und loísmo in der gesprochenen Sprache in Madrid und Málaga. Eine korpusbasierte Analyse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1472173