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Der Rechtsextremismus in der DDR im Spiegel der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit

Título: Der Rechtsextremismus in der DDR im Spiegel der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit

Trabajo Escrito , 2020 , 18 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Olivia Härtel (Autor)

Historia de Alemania - Posguerra, Guerra Fría
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Welche Motive und Ursachen lassen sich für die Entwicklung rechtsextremistischer Tendenzen unter DDR-Jugendlichen in Bezug auf Aktenauszüge des Ministeriums für Staatssicherheit erkennen?
Mit der Gründung der DDR am 07. Oktober 1949 erfolgte die Geburt eines sozialistischen Staats, der als Paradebeispiel für den Antifaschismus nach dem Zweiten Weltkrieg dienen sollte. Dabei kollidierten Schein und Realität, wie so oft in der Geschichte, von Beginn an miteinander. Spätestens nach dem Überfall auf die Berliner Zionskirche am 17. Oktober 1987 waren alle Bemühungen der SED, die rechten Vorkommnisse in der DDR zu vertuschen, gescheitert. Doch wie konnte es überhaupt dazu kommen? Um diese Frage beantworten zu können spielt die Einbeziehung der Jungendforschung eine wichtige Rolle, denn insbesondere junge Menschen standen im Mittelpunkt der rechten Szene und sorgten regelmäßig für Aufruhren.

Als Basis hierfür dienen die Forschungen von Walther Süß, welche sich mit den verschiedenen Gruppierungen der rechten jugendlichen Subkultur in der DDR befassen. Dabei ist vor allem der dokumentarische Anhang von großer Bedeutung, da er interessante Einblicke in Auszüge aus Akten des MfS bietet, die in dieser Arbeit teilweise näher betrachtet werden sollen. Allerdings ist festzuhalten, dass sich das Forschungsgebiet und seine Literatur erst nach der Wende entwickeln konnten, was auf die Aufrechterhaltung des antifaschistischen Scheins und den damit einhergehenden Verschleierungsbemühungen zurückzuführen ist. Hinzu kommt die Unklarheit darüber, in welchem Ausmaß tatsächlich Akten des MfS vernichtet wurden. In Bezug auf die Quellenanalyse werden vorrangig die Werke von Frank Schuhmann und Bernd Wagner genutzt, die sich mit den Beweggründen rechter Jugendlicher und grundlegenden Fehlentscheidungen im Aufbauprozess der DDR auseinandersetzen. Zusätzliche Ergänzungen werden durch diverse Internetquellen, Statistiken und Aussagen von Betroffenen im Rahmen einer Dokumentation vorgenommen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Die DDR und der Antifaschismus: Zwischen Schein und Realität

2. Das Ministerium für Staatssicherheit: Ein Umriss

3. Die Akten des Ministeriums für Staatssicherheit

3.1. Die „politisch-ideologische Diversion“ als vermeintliche Konsequenz westlicher Einflüsse

3.2. Punks als Keim des Rechtsradikalismus?

3.3. Skinheads als Symbolbild der rechten Jugendszene

4. Fazit: Eine Verkettung von Ursachen

5. Literatur- und Quellenverzeichnis

5.1. Literatur

5.2. Quellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Motive und Ursachen für die Entstehung rechtsextremistischer Tendenzen unter Jugendlichen in der DDR, wobei sie insbesondere Aktenauszüge des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) analysiert.

  • Der Antifaschismus als staatliche Legitimationsideologie der DDR
  • Die Überwachungsstrukturen und das Feindbild des MfS
  • Die Rolle von Jugendgruppen wie Punks und Skinheads
  • Der Einfluss familialer Strukturen und des Generationenkonflikts
  • Die fehlende Vergangenheitsbewältigung zur NS-Zeit in der DDR

Auszug aus dem Buch

3.1. Die „politisch-ideologische Diversion“ als vermeintliche Konsequenz westlicher Einflüsse

Bereits am 15. Mai 1966 gab der damalige Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, ein internes Dokument mit folgendem Titel heraus: „Dienstanweisung zur politisch-operativen Bekämpfung der politisch-ideologischen Diversion und Untergrundtätigkeit unter jugendlichen Personenkreisen in der DDR“10 Dabei sticht insbesondere die Bezeichnung „politisch-ideologische Diversion“ hervor, welche in Kontext mit dieser Thematik häufig genutzt wurde und spezifisch darauf bezogen die ideologische Beeinflussung der sozialistischen DDR-Gesellschaft durch die BRD und Westberlin meint.11 Die negative Betrachtungsweise der damit einhergehenden Einflüsse durch die DDR lässt sich folgendermaßen begründen: „Die ‚politisch-ideologische Diversion‘ hat es den politischen Machern in der DDR angetan, eine Art magischen braunen Lichts, das Jugendliche und ungefestigte Elemente illuminierte und verführte.“12 So stand also vordergründig eine bestimmte Altersgruppe im Fokus der „politisch-ideologischen Diversion“: nämlich die der Jugendlichen, welche im Zusammenhang damit eine nicht zu unterschätzende Konstante spielen sollte.13

Das vorliegende Dokument behandelt eine Bilanz zur Jugendpolitik in der DDR, welche Erich Mielke zunächst für die Mehrheit der Jugendlichen als äußerst wirksam und erfolgreich deklariert. Allerdings steht der Lobpreisung auch eine Schattenseite gegenüber, denn die Erfüllung des Auftrags der sozialistischen Erziehung war aufgrund verschiedener Faktoren keinesfalls konfliktfrei zu bewältigen, wie er festhält: „Es ist zu berücksichtigen, daß die sozialistische Erziehung der Jugend unter den Bedingungen der Existenz des westdeutschen staatsmonopolitischen Herrschaftssystems und der feindlichen Kräfte in Westberlin und Westdeutschland sowie einzelner negativ und feindlich eingestellter Personen im Gebiet der DDR erfolgt.“14

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die DDR und der Antifaschismus: Zwischen Schein und Realität: Einführung in die Diskrepanz zwischen dem antifaschistischen Staatsanspruch der DDR und der Realität aufkommender rechter Tendenzen bei Jugendlichen.

2. Das Ministerium für Staatssicherheit: Ein Umriss: Darstellung der Rolle und Arbeitsweise des MfS als Sicherheitsapparat zur Überwachung und Disziplinierung „staatsfeindlicher“ Elemente.

3. Die Akten des Ministeriums für Staatssicherheit: Detaillierte Analyse der MfS-Strategien im Umgang mit Jugend-Subkulturen im Kontext verordneter sozialistischer Normen.

3.1. Die „politisch-ideologische Diversion“ als vermeintliche Konsequenz westlicher Einflüsse: Erläuterung des Begriffs der ideologischen Diversion und seiner Anwendung auf die Beeinflussung der Jugend durch westliche Medien und Einflüsse.

3.2. Punks als Keim des Rechtsradikalismus?: Abgrenzung und staatliche Bewertung der Punk-Szene sowie der daraus resultierenden Konflikt- und Radikalisierungspotenziale.

3.3. Skinheads als Symbolbild der rechten Jugendszene: Untersuchung der Skinhead-Bewegung, ihrer Entstehung und der Wahrnehmung durch das MfS insbesondere nach 1987.

4. Fazit: Eine Verkettung von Ursachen: Synthese der Ergebnisse, die den Generationenkonflikt und mangelnde Vergangenheitsaufarbeitung als zentrale Triebfedern rechter Radikalisierung identifiziert.

5. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen und Literatur.

5.1. Literatur: Verzeichnis der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

5.2. Quellen: Verzeichnis der herangezogenen Primärdokumente.

Schlüsselwörter

DDR, MfS, Rechtsextremismus, Antifaschismus, Sozialistische Erziehung, Politisch-ideologische Diversion, Punks, Skinheads, Jugendopposition, Vergangenheitsbewältigung, Generationenkonflikt, Überwachung, Subkultur, SED, Radikalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema der Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Ursachen und Motive für rechtsextremistische Strömungen unter DDR-Jugendlichen unter Berücksichtigung von MfS-Akten.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Felder sind die staatliche Jugendpolitik, die Rolle von Subkulturen wie Punks und Skinheads sowie der Einfluss der NS-Vergangenheit auf die Generation der Jugendlichen in der DDR.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, welche Motive und Ursachen sich für die Entwicklung rechtsextremistischer Tendenzen unter DDR-Jugendlichen in Bezug auf Aktenauszüge des MfS erkennen lassen.

Welche Forschungsmethode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Quellenanalyse, primär durch die Auswertung historischer Dokumente sowie Aktenauszüge des MfS, ergänzt durch Fachliteratur und Zeitzeugenaussagen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Instrumentalisierung des Antifaschismus, die Überwachungsmechanismen des MfS gegenüber Jugendgruppen und die soziologischen Hintergründe der Radikalisierung.

Was sind die wichtigsten Schlüsselwörter?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen DDR, MfS, Rechtsextremismus, Politisch-ideologische Diversion, Jugendopposition sowie Vergangenheitsbewältigung.

Warum sah sich die DDR durch Punks bedroht?

Die DDR-Führung sah in Punks ein „Gegenprogramm“ zur sozialistischen Lebensweise, da deren Verhalten und Kontakte in den Westen als Angriff auf die staatliche Ordnung und politische Diversion gewertet wurden.

Welche Rolle spielte die Familie bei der Radikalisierung?

Der Generationenkonflikt und die mangelnde Aufarbeitung der NS-Zeit innerhalb der Familien führten bei Jugendlichen zu Orientierungslosigkeit und einem Identitätsverlust, der sie anfällig für rechtsextreme Ideologien machte.

Warum war der Antifaschismus ein „Schein“?

Der Antifaschismus diente dem SED-Regime primär als Legitimationsideologie, während eine echte, tiefgreifende Auseinandersetzung mit der eigenen NS-Vergangenheit ausblieb, da das System viele ehemalige NS-Funktionsträger integrierte.

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Detalles

Título
Der Rechtsextremismus in der DDR im Spiegel der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit
Universidad
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Curso
Seminar: ‚Nationale Opposition‘ in Ost und West nach 1945
Calificación
1,7
Autor
Olivia Härtel (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
18
No. de catálogo
V1473142
ISBN (PDF)
9783389022504
ISBN (Libro)
9783389022511
Idioma
Alemán
Etiqueta
Geschichte Geschichte der DDR Ministerium für Staatssicherheit Rechtsextremismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Olivia Härtel (Autor), 2020, Der Rechtsextremismus in der DDR im Spiegel der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1473142
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