In dieser Seminararbeit geht es um die Fragestellung, inwiefern das Bildungssystem soziale Ungleichheit reproduziert. Das Seminar handelt von Bildung und Erziehung im Kontext sozialer Ungleichheit, wodurch sich die ausgewählte Fragestellung in das Seminarthema einbauen lässt. In kaum einem anderen Land beginnt die Selektion von SchülerInnen aufgrund ihres Leistungsniveaus so früh wie in Deutschland. Nach Ende der Grundschulzeit wird eine weiterführende Schule ausgewählt, die augenscheinlich der Leistung und dem Potenzial der SchülerInnen entsprechen soll. In den meisten Fällen determiniert diese Selektion jedoch nicht nur den Schulabschluss, sondern beeinflusst damit auch sehr stark den beruflichen Werdegang und somit den zukünftigen sozialen Status in der Gesellschaft. Die PISA (Programme for international Student Assessment) Studie untersucht alle drei Jahre, die Leistungen von SchülerInnen in Bereichen der Mathematik, Naturwissenschaften und ihrer Lesekompetenz. Hierbei werden Kinder und Jugendliche international miteinander verglichen. Die Pisa Studie im Jahre 2000 löste einen sogenannten PISA Schock aus. Dieser Vorfall verdeutlichte die Chancenungleichheit, sowie die Entwicklunsgsbedürftigkeit des deutschen Bildungssystems.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methodik
3 Das deutsche Bildungssystem
4 Soziale Ungleichheit
4.1 Begriffsbestimmung
5 Bourdieus bildungssoziologischer Ansatz
5.1 Illusion der Chancengleichheit
5.2 Behandlung der SchülerInnen von Seiten des Schulsystems
5.3 Sozialer Aufstieg möglich?
5.4 soziale Segregation im deutschen Bildungssystem
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Fragestellung, inwiefern das deutsche Bildungssystem soziale Ungleichheit bei Jugendlichen reproduziert. Dabei wird analysiert, ob Bildungschancen durch das selektive Schulsystem ungleich verteilt sind und in welchem Maße der sozioökonomische Hintergrund den Bildungserfolg determiniert.
- Analyse der Relevanz sozialer Herkunft für den Kompetenzerwerb
- Anwendung der Habitustheorie von Pierre Bourdieu auf das deutsche Bildungssystem
- Untersuchung der Selektionsmechanismen und deren Auswirkungen auf die Schulkarriere
- Kritische Betrachtung der Chancengleichheit und soziale Segregation
- Vergleichende Perspektive auf Bildungssysteme (z.B. Skandinavien)
Auszug aus dem Buch
5 Bourdieus bildungssoziologischer Ansatz
Pierre Bourdieu war ein französischer Soziologe (1930-2002) und beschäftigte sich unter anderem mit der Reproduktion gesellschaftlicher Klassenverhältnisse. Im Zuge dessen stellte er in seinem bildungssoziologischen Ansatz dar, weshalb soziale Unterschiede, bzw. der soziale Status einer Person über Generationen hinweg bestehen bleibt (vgl. Legrand 2011, Punkt 3).
Dies erklärt er, indem er aufzeigt, dass die Kinder mit unterschiedlichen Startbedingungen in die Schule kommen und dadurch unterschiedliche Voraussetzungen haben um etwas zu lernen (vgl. Klarissa Theresa Kunze 2008, S.5). Er bezeichnet diese Startbedingungen als Habitus und stellt dar, dass die Kinder in ihren ersten Lebensjahren milieutypische Verhaltensformen, Wahrnehmungsgewohnheiten und Denkmuster ausbilden (vgl. Veith 2008, S.29), welche dann wiederum die Startbedingungen der Kinder in der Schule beeinflussen und somit auch die beruflichen Chancen des Kindes.
Der Habitus einer Person, stellt die Gewohnheiten bzw. das Auftreten einer Person dar. Die Ausprägung des Habitus ist zum Einen auch an der Teilhabe an gesellschaftlichen Gütern abhängig, wie nach Bourdieu die drei Kapitalsorten. Hierunter fallen das ökonomische, das soziale und das kulturelle Kapital.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein, inwiefern das deutsche Bildungssystem soziale Ungleichheit reproduziert, und verweist auf die Bedeutung der internationalen PISA-Studien.
2 Methodik: Hier werden die methodische Vorgehensweise und die zentralen Begrifflichkeiten erläutert, die als theoretisches Fundament für die anschließende Analyse dienen.
3 Das deutsche Bildungssystem: Das Kapitel bietet einen Überblick über die föderalistische und dreigliedrige Struktur des deutschen Schulsystems sowie dessen Auswirkungen auf den weiteren Werdegang der Schüler.
4 Soziale Ungleichheit: Dieser Abschnitt widmet sich der theoretischen Einordnung und Definition zentraler Begriffe zur sozialen Ungleichheit und Gleichheit.
5 Bourdieus bildungssoziologischer Ansatz: Dieses Kapitel stellt Bourdieus Konzepte wie den Habitus und die drei Kapitalsorten vor und diskutiert deren Einfluss auf die Bildungschancen und die Reproduktion sozialer Ungleichheit.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das deutsche Bildungssystem soziale Ungleichheit eher fördert als beseitigt, wobei ein Vergleich mit skandinavischen Systemen gezogen wird.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Bildungssystem, Habitus, Pierre Bourdieu, Chancengleichheit, Selektion, Bildungsaufstieg, soziale Segregation, Herkunftseffekte, Kapitalarten, Schule, Bildungsstruktur, Leistungsniveau, PISA-Studie, Bildungssoziologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Mechanismen und Strukturen des deutschen Bildungssystems, die dazu führen, dass soziale Ungleichheit unter Jugendlichen reproduziert statt abgebaut wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Selektion im Schulsystem, die Bedeutung des sozialen Hintergrunds für den Bildungserfolg sowie die kritische Reflexion über Chancengleichheit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob und inwiefern das deutsche Bildungssystem bestehende soziale Ungleichheiten festigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf der Anwendung des bildungssoziologischen Ansatzes von Pierre Bourdieu.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition sozialer Ungleichheit, der Diskussion von Bourdieus Habitustheorie im Kontext von Schule sowie mit spezifischen Phänomenen wie der sozialen Segregation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie soziale Ungleichheit, Habitus, Chancengleichheit, Selektion und Bildungslaufbahn.
Wie definiert die Arbeit das Konzept des "Habitus"?
Der Habitus beschreibt milieutypische Verhaltensformen, Wahrnehmungsweisen und Denkmuster, die Kinder im Elternhaus erwerben und die ihren späteren schulischen Erfolg stark beeinflussen.
Welche Rolle spielen "primäre" und "sekundäre" Herkunftseffekte?
Primäre Effekte betreffen Leistungsunterschiede aufgrund der familiären Herkunft, während sekundäre Effekte trotz gleicher Leistungen zu divergierenden Bildungsentscheidungen führen.
Welcher Vergleich wird im Fazit zur Einordnung herangezogen?
Um die Problematik des deutschen Systems zu verdeutlichen, führt die Autorin einen Vergleich mit den Bildungssystemen skandinavischer Länder durch.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Inwiefern reproduziert das deutsche Bildungssystem soziale Ungleichheit bei Jugendlichen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1474253