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Tätowierte Zirkusdamen des 19. und 20. Jahrhunderts. Eine Analyse des ambivalenten Status der feministischen Agency tätowierter Körper am Beispiel Nora Hildebrandts und Betty Broadbents

Titre: Tätowierte Zirkusdamen des 19. und 20. Jahrhunderts. Eine Analyse des ambivalenten Status der feministischen Agency tätowierter Körper am Beispiel Nora Hildebrandts und Betty Broadbents

Thèse de Bachelor , 2023 , 43 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Alina Holderbach (Auteur)

Etudes Culturelles
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Tätowierte Zirkusdamen in den USA und Europa des 19. und 20. Jahrhunderts widersetzten sich der patriarchalen Beschränkung und stellten ihre Körper selbstständig in den Mittelpunkt. Sie ließen sie zu wortwörtlichen Shows werden, indem sie in Zirkussen ihre fast gänzlich tätowierte Haut auf Bühnen präsentierten. Durch die Betrachtung des Lebens und der Arbeit zweier solcher tätowierten Zirkusdamen, namens Nora Hildebrandt und Betty Broadbent, soll analysiert werden, auf welchen Weisen ihrer tätowierten Haut eine feministische Agency innewohnt, und inwiefern sie mittels der Gestaltung ihrer Haut geltende Machtverhältnisse übergehen. Als feministische Agency werden im Rahmen dieser Arbeit diejenigen Aspekte verstanden, welche den Weiblich Gelesenen Körper mithilfe von Tätowierungen als den Eigenen markieren, der sich dem Status des Objektes patriarchaler Projektionen eines normativ weiblichen Körpers widersetzt.

Durch einen Vergleich der Selbstdarstellung dieser beiden Frauen und der Vermarktung ihrer Show-Acts soll außerdem auf die Ambivalenz dieser Agency aufmerksam gemacht werden. Wie sich bei der Betrachtung von Zirkusshow-Acts dieser Zeit nämlich zeigen wird, gibt es für das angenommene subversive Potenzial der Tattoos auch hemmende Elemente. Einerseits, da die von ihnen erzählten Entstehungsgeschichten der Tattoos auf kolonialen Vorstellungen gegenüber tätowierten Menschen of Color beruhen, wodurch eine Hierarchisierung zwischen ihren und „anderen“ Körpern stattfindet. Zudem wurden dieserart Geschichten dafür verwendet, ihre Tattoos nicht mehr nur als selbstbestimmte Akte körperlicher Transformationen zu konstruieren, sondern diese ihnen vielmehr „angetan“ wurden. Hierdurch geht die Agency, die ihre Tattoos auszudrücken vermögen, verloren, beziehungsweise scheint nicht mehr so deutlich zu fassen zu sein.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Hinführung

1. Zum Körper

I. Corporeal Feminism/ Körperlicher Feminismus

II. Spezifika der Haut

III. Feministisches Potenzial von Tattoos

2. Tattooed Ladies

I. Hintergründe

II. Nora Hildebrandt

III. Betty Broadbent

3. Status der Agency

I. Feministisches Potenzial der Tattoos der Zirkusdamen

II. Hemmer des feministischen Potenzials

Ausklang

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert den ambivalenten Status der feministischen Agency bei tätowierten Zirkusdamen des 19. und 20. Jahrhunderts anhand der Beispiele Nora Hildebrandt und Betty Broadbent, um zu untersuchen, inwiefern die Tattoo-Praktiken sowohl zur Überschreitung patriarchaler Normen beitragen als auch hemmenden kolonialen Narrativen unterliegen.

  • Untersuchung des Körpers als Ort feministischer Agency und Machtkonstruktion
  • Bedeutung der Haut als kulturelle Inschrift und subversive Fläche
  • Analyse der Selbstdarstellung von Tattooed Ladies als unternehmerischer Akt
  • Kritische Betrachtung der Verflechtung von Zirkuskultur und kolonialer Exotisierung
  • Herausarbeitung der Ambivalenz zwischen Selbstbestimmung und fremdbestimmten Narrativen

Auszug aus dem Buch

Nora Hildebrandt

Nora Hildebrandt kann als eine der ersten Frauen der USA bezeichnet werden, die sich den Großteil ihres Körpers hat tätowieren lassen, um damit aufzutreten. Ihr Debut hatte sie am 1. März 1882 im Bunnell’s Museum in New York, im Laufe ihres Lebens arbeitete sie in einer Vielzahl von verschiedenen Dime Museen. Auch, wenn ihre Karriere kurz war—starb sie im Alter von nur 36 Jahren 1893—so stellte sie für viele auf sie folgende Tattooed Ladies ein Vorbild dar. Die Lebensgeschichte, mit und durch die sie sich als Tattooed Lady vermarktete, und welche auch als Broschüre von ihrem Publikum zu erwerben war, war allerdings zum Großteil Fiktion. Die hier angegebenen, von Hildebrandt ausgedachten, sowie tatsächlichen Lebensdaten stammen aus Amelia Klem Osteruds Buch, das sich ganz der Geschichte Tätowierter Zirkusdamen widmet.

Laut eigener Aussage sei Nora im Jahre 1860 in in Australien geboren worden, kam jedoch aufgrund tragischer Familienverhältnisse mit fünf Jahren nach New York City, um 1878 mit ihrem Vater die USA zu bereisen. Ihre 365 Tattoos habe sie gegen ihren Willen von ihrem Vater gestochen bekommen, als die beiden auf ihrer Reise von dem Stamm der Hunkpapa Lakota Sioux und dessen Stammesführer Sitting Bull festgehalten wurden. Laut ihren Erzählungen durften sie nur zurück in die Freiheit, wenn der Vater seine Tochter von Kopf bis Fuß tätowierte, woraufhin Nora — an einen Baum gefesselt — jeden Tag für ein ganzes Jahr ein neues Tattoo bekommen haben soll. Ihre wahren Lebensumstände sind nicht gänzlich bekannt, so soll allerdings Hildebrandt nicht ihr echter Name gewesen sein, und auch ihre Herkunft, sowie die Herkunft ihrer Tattoos, waren in Wahrheit andere. So wurde sie wohl in London, England, um 1857 geboren, und immigrierte als junge Frau, wie viele andere dieser Zeit, in die USA, um als Dienstmädchen zu arbeiten.

Zusammenfassung der Kapitel

Hinführung: Einführung in die Problematik der patriarchalen Wahrnehmung tätowierter Frauenkörper und die Zielsetzung der Analyse von Zirkusdarstellerinnen als Akteurinnen feministischer Agency.

1. Zum Körper: Theoretische Grundlegung durch Elisabeth Grosz' „Körperlichen Feminismus“ und die Untersuchung der Haut als interaktive Fläche für soziale Einschreibungen.

2. Tattooed Ladies: Historische Kontextualisierung der Freak-Shows und Analyse der Lebensläufe von Nora Hildebrandt und Betty Broadbent als unternehmerische Selbstdarstellung.

3. Status der Agency: Synthese der Ergebnisse zum feministischen Potenzial der Tattoos und zur gleichzeitigen Hemmung durch koloniale Gefangenschaftsnarrative.

Ausklang: Resümee über den ambivalenten Status der Agency und Ausblick auf die Notwendigkeit weiterer Forschung zu westlichen und nicht-westlichen Tattoo-Praktiken.

Schlüsselwörter

Tätowierte Zirkusdamen, Feministischer Körper, Agency, Tattooed Ladies, Patriarchale Normen, Körperliche Einschreibung, Freak-Shows, Nora Hildebrandt, Betty Broadbent, Koloniale Narrative, Selbstbestimmung, Körperpolitik, Monstrosität, Identitätskonstruktion, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den ambivalenten Status der feministischen Agency bei tätowierten Zirkusdamen im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Bedeutung des Körpers im Feminismus, die historische Praxis der Freak-Shows, die Vermarktung der Haut als Ware und die Rolle kolonialer Narrative.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie tätowierte Frauen ihre Körper nutzten, um sich patriarchalen Normen zu widersetzen, während sie gleichzeitig in komplizierte, oft kolonial gefärbte Machtstrukturen verstrickt blieben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse sowie die theoretische Grundlage des „Körperlichen Feminismus“ nach Elisabeth Grosz, um historische Biografien zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Rolle der Haut als Text, der Analyse der Performance von Nora Hildebrandt und Betty Broadbent sowie einer kritischen Reflexion über „Hemmer“ des feministischen Potenzials, insbesondere durch Gefangenschafts-Narrative.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentlich sind Begriffe wie Agency, Körperpolitik, Tattooed Ladies, Freak-Shows, Feminismus und koloniale Exotisierung.

Weshalb nutzten die Zirkusdamen „Gefangenschafts-Geschichten“ für ihre Tattoos?

Diese Narrative dienten dazu, die Tattoos einerseits zu mystifizieren und andererseits als unfreiwilliges Schicksal zu rahmen, um sich den gesellschaftlichen Moralvorstellungen ihrer Zeit anzupassen und als „respektable Frau“ wahrgenommen zu werden.

Inwiefern beeinflusste die männliche Kontrolle die Wahrnehmung dieser Frauen?

Die Bindung an tätoowierte männliche Partner im Zirkuskontext half dabei, das Stigma der tätowierten Frau abzumildern, da die Zurschaustellung quasi unter „männlicher Kontrolle“ stattfand.

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Résumé des informations

Titre
Tätowierte Zirkusdamen des 19. und 20. Jahrhunderts. Eine Analyse des ambivalenten Status der feministischen Agency tätowierter Körper am Beispiel Nora Hildebrandts und Betty Broadbents
Université
Humboldt-University of Berlin  (Kulturwissenschaft)
Note
1,5
Auteur
Alina Holderbach (Auteur)
Année de publication
2023
Pages
43
N° de catalogue
V1474346
ISBN (PDF)
9783389032893
ISBN (Livre)
9783389032909
Langue
allemand
mots-clé
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Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alina Holderbach (Auteur), 2023, Tätowierte Zirkusdamen des 19. und 20. Jahrhunderts. Eine Analyse des ambivalenten Status der feministischen Agency tätowierter Körper am Beispiel Nora Hildebrandts und Betty Broadbents, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1474346
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Extrait de  43  pages
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