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Qualität von Kinderbetreuung

Titre: Qualität von Kinderbetreuung

Dossier / Travail , 2000 , 15 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Bärbel Backhaus (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

In den letzten Jahren haben einige erhebliche Veränderungen im Bereich von Familie und
Kindheit stattgefunden. Kindheit wird heute als Familienkindheit gesehen, dennoch
verbringen Kinder ihre meiste Zeit in Institutionen. Dies hängt mit der Verschulung der
Kindheit und der verlängerten Schultage zusammen. Die geänderte Stellung der Frau hat ihr
übriges getan. Sie ist im allgemeinen durch die Ausübung eines eigenen Berufes nicht mehr
so stark wirtschaftlich von ihrem Mann abhängig. Die Tätigkeit der Frau macht jedoch eine
Tagesbetreuung der Kinder durch Fremde notwendig. „Familialisierung“ und
Institutionalisierung“ von Kindern wirken also nicht gegeneinander, sondern miteinander.
Von der Qualifikation und beruflichen Leistung der heutigen (Klein-)Kinder wird es
abhängen, ob der „Wirtschaftsstandort Deutschland“ die Herausforderungen der nächsten
Jahrzehnte meistern kann. Kinder sind eine wichtige Ressource. Vor allem das Bildungswesen
sollte größte Anstrengungen unternehmen, um die neue Generation auf die Anforderungen in
der Zukunft vorzubereiten. Auch die reinen Betreuungseinrichtungen sollten auf der
quantitativen, als auch auf der qualitativen Ebene um Verbesserung bemüht sein. Das KJHG
stellt zwar die Jugendämter vor die Aufgabe, den wohngebietsspezifischen Betreuungsbedarf
festzustellen und darauf hinzuwirken, daß Betreuungsmöglichkeiten geschaffen werden, die
diesem Bedarf entsprechen (vgl. § 80 KJHG). In den meisten Fällen und Wohnorten ist dies
aber noch nicht im geforderten Maße umgesetzt worden. Es ist eine gesellschaftspolitische
Aufgabe von hoher Bedeutung, Frauen und Familien dabei zu helfen, Familie und Beruf
miteinander zu vereinbaren und auch aus pädagogischen Gründen für eine ausreichende und
gute Kinderbetreuung zu sorgen. Die Qualität (früh-)kindlicher Erziehung, Bildung und
Betreuung muß in den Familien und in den Institutionen nachhaltig verbessert werden. Im
folgenden werde ich zunächst auf einige Aspekte der veränderten Lebenslagen von Familien
und Kindern eingehen und über den gesellschaftlichen Kontext berichten. Daran schließt sich
ein Überblick über die Familie als soziales Netzwerk und eine Beschreibung der
Betreuungsangebote in Einrichtungen. Letztlich erläutere ich kurz die Chancen und Risiken
der außerfamiliären Betreuung und erkläre die Maßnahmen des Gesetzgebers zur
Verbesserung der Betreuung in Familien.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Veränderte Lebenslagen von Familien und Kindern

3. Gesellschaftlicher Kontext der Kinderbetreuung

3.1.Versorgung mit Betreuungsangeboten

4. Das soziale Netzwerk der Familie

4.1. Das verwandtschaftliche Hilfenetz

5. Einrichtungen und Betreuungsangebote

5.1. Plätze für Kinder unter drei Jahren

5.2. Plätze für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt

5.3. Hortplätze für Schulkinder

5.4. Familientagespflege

6. Chancen und Risiken außerfamiliärer Betreuung

7. Maßnahmen des Gesetzgebers zur Verbesserung der Betreuung in Familien

8. Schlußwort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den gesellschaftlichen Wandel von Familie und Kindheit sowie die daraus resultierenden Anforderungen an eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung. Ziel ist es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Betreuungsformen und gesetzlicher Rahmenbedingungen kritisch zu beleuchten.

  • Veränderte Lebensverhältnisse von Familien und Auswirkungen auf Kinder
  • Struktur und Bedeutung sozialer Netzwerke und verwandtschaftlicher Hilfen
  • Analyse der verschiedenen institutionellen Betreuungsangebote und deren Verfügbarkeit
  • Chancen und Risiken außerfamiliärer Erziehung für die kindliche Entwicklung
  • Bewertung staatlicher Maßnahmen zur Unterstützung von Familien

Auszug aus dem Buch

6. Chancen und Risiken außerfamiliärer Betreuung

Vor allem Kinderärzte haben sich in den letzten Jahren zu Wort gemeldet und behauptet, daß außerfamiliale Betreuung von Kleinkindern mit einer Beeinträchtigung der kindlichen Entwicklung und der Mutter – Kind –Beziehung einhergeht. Diese Behauptung stützt sich primär auf Ergebnisse der (Mutter-)Deprivationsforschung (Deprivation: Absetzung, Beraubung). Studien zu kurz- und langfristigen Eltern – Kind - Trennungen verweisen auf ernste und dauerhafte Verhaltensstörungen und Problemen in der intellektuellen und sozialen Entwicklung des Kindes. In einer Analyse der US- amerikanischen Forschung dagegen, konnten auf diesem Gebiet keine wesentlichen Unterschiede zwischen Kindern, die zu Hause aufwuchsen und Kindern, die eine Betreuungseinrichtung besuchten, festgestellt werden. Dagegen haben weitere Untersuchungen eindeutig gezeigt, daß Kinder in Betreuungseinrichtungen sich in der sozialen Entwicklung gegenüber Kindern, die zu Hause aufgewachsen sind, in zwei Punkten unterscheiden:

(a) sie zeigen von der Kleinkind- bis in die Schulzeit positivere Beziehung zu Gleichaltrigen und haben größeres soziales Vertrauen

(b) sie erfüllen seltener als Kinder, die zu Hause aufgewachsen sind, Erwachsenen – Wünsche hinsichtlich Verhalten und Gehorsam, außerdem neigen sie zu mehr Aggressivität, weil sie in der Gruppe mehr Gelegenheit hatten, andere durch Aggression erfolgreich zu beeinflussen.

Allgemein kann man sagen, daß eine organisierte außerfamiliale Betreuung, auch von Kleinkindern, weder deren Entwicklung noch das Eltern – Kind – Verhältnis zwingend beeinträchtigen muß. Sie kann sogar mit Vorteilen für das Kind verknüpft sein. Dennoch ist es erforderlich, die Forschung auf diesem Gebiet zu vertiefen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Einführung in die Problematik des gesellschaftlichen Wandels und die Notwendigkeit einer verbesserten institutionellen Kinderbetreuung.

2. Veränderte Lebenslagen von Familien und Kindern: Darstellung des Rückgangs der Kinderzahlen, der Bedeutung von Einelternfamilien und der ökonomischen Situation von Kindern.

3. Gesellschaftlicher Kontext der Kinderbetreuung: Rückblick auf die unterschiedliche Entwicklung der Betreuungssysteme in der ehemaligen DDR und der BRD bis hin zur rechtlichen Verankerung im KJHG.

3.1.Versorgung mit Betreuungsangeboten: Kategorisierung der Betreuungsformen in Kernfamilie, soziale Netzwerke, private Betreuung und öffentliche Einrichtungen.

4. Das soziale Netzwerk der Familie: Erörterung der Unterstützung durch informelle Netzwerke und die Bedeutung von Verwandtschaft und Nachbarschaft für das Wohlbefinden des Kindes.

4.1. Das verwandtschaftliche Hilfenetz: Untersuchung der Kontakthäufigkeit und Unterstützung durch Verwandte, insbesondere bei Alleinerziehenden.

5. Einrichtungen und Betreuungsangebote: Überblick über das Spektrum an institutionellen Möglichkeiten zur Entlastung von Familien.

5.1. Plätze für Kinder unter drei Jahren: Analyse der Krippenbetreuung und der Problematik des geringen Angebots bei gleichzeitigem Wunsch nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

5.2. Plätze für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt: Beleuchtung der Funktion des Kindergartens als Bildungs- und Betreuungseinrichtung sowie der fehlenden bundesweiten Standards.

5.3. Hortplätze für Schulkinder: Darstellung der Betreuungslücke beim Schuleintritt und der Rolle von Horten für Schulkinder.

5.4. Familientagespflege: Kurze Erläuterung des Modells der Tagesmütter und deren rechtlicher Rahmenbedingungen.

6. Chancen und Risiken außerfamiliärer Betreuung: Kritische Auseinandersetzung mit der Deprivationsforschung und den beobachteten Auswirkungen auf die soziale Entwicklung von Kindern.

7. Maßnahmen des Gesetzgebers zur Verbesserung der Betreuung in Familien: Erläuterung von Instrumenten wie Erziehungsgeld und Erziehungsurlaub zur Unterstützung elterlicher Betreuungsleistungen.

8. Schlußwort: Fazit zur notwendigen Verknüpfung von betrieblicher Familienpolitik und pädagogischer Sozialpolitik.

Schlüsselwörter

Kinderbetreuung, Familienpolitik, Kindheit, Kleinkindbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kindertagesstätten, Hort, Sozialpädagogik, Erziehungsurlaub, Tagesmütter, gesellschaftlicher Wandel, Deprivationsforschung, soziale Netzwerke, Alleinerziehende, Frühkindliche Bildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den gesellschaftlichen Wandel und die damit einhergehende Notwendigkeit, eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Kinderbetreuung in Deutschland sicherzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel der Familienstrukturen, der gesellschaftliche Kontext der Kinderbetreuung, verschiedene institutionelle Betreuungsformen sowie die Auswirkungen außerfamiliärer Betreuung auf die kindliche Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Familien, Arbeitswelt und Betreuungseinrichtungen besser aufeinander abgestimmt werden können, um eine gute Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder zu gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene Felduntersuchungen, Gesetzesgrundlagen (wie das KJHG) und soziologische Studien zusammenführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil bietet einen detaillierten Überblick über die Lebenslagen von Familien, das soziale Umfeld, die verschiedenen Betreuungsangebote für unterschiedliche Altersgruppen und eine Bewertung der gesetzlichen Fördermaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, pädagogische Sozialpolitik und familiale Netzwerke charakterisiert.

Warum ist die Betreuung von Kindern unter drei Jahren besonders problematisch?

Aufgrund des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz ab dem dritten Lebensjahr werden Ressourcen oft auf diesen Bereich gelenkt, wodurch das Angebot an Krippenplätzen für Kinder unter drei Jahren trotz hoher Nachfrage sehr gering bleibt.

Welche Rolle spielen Großeltern im sozialen Hilfenetz?

Großeltern nehmen bei der Betreuung kleiner Kinder eine herausragende Position ein, da sie oft das einzig zuverlässige informelle Stützsystem darstellen, besonders wenn Eltern keine anderen Rückgriffsmöglichkeiten haben.

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Résumé des informations

Titre
Qualität von Kinderbetreuung
Université
Niederrhein University of Applied Sciences Mönchengladbach  (Fachbereich Sozialwesen)
Cours
Sozialpolitik
Note
2,0
Auteur
Bärbel Backhaus (Auteur)
Année de publication
2000
Pages
15
N° de catalogue
V14751
ISBN (ebook)
9783638200639
Langue
allemand
mots-clé
Qualität Kinderbetreuung Sozialpolitik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Bärbel Backhaus (Auteur), 2000, Qualität von Kinderbetreuung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14751
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Extrait de  15  pages
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