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Die Erniedrigung durch Entmenschlichung und Zurschaustellung in Georg Büchners "Woyzeck"

Titre: Die Erniedrigung durch Entmenschlichung und Zurschaustellung in Georg Büchners "Woyzeck"

Dossier / Travail , 2023 , 18 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Scarlett Rostalski (Auteur)

Théâtrologie, Danse
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Das „Verhältnis des Subjektes zum Objekt“, welches in dem Machtgefüge, welchem Woyzeck unterworfen ist, entsteht, spielt in den Werken Michel Foucaults eine große Rolle. Daher soll im Folgenden der Frage nachgegangen werden, inwiefern Woyzeck sich als Subjekt in einem foucault’schen Machtverhältnis befindet und ob es ihm gelingt, daraus zu entkommen.
Nach einem kurzen Ausflug in den Posthumanismus und die ‚Abschaffung‘ des Begriffs „Mensch“ soll es vorrangig um den Subjektbegriff gehen. In unmittelbarem Zusammenhang damit steht der Begriff der Macht, der in mehreren Werken Foucaults auftaucht und sich in vielerlei Hinsicht bei Woyzeck widerzuspiegeln scheint. Auch die auf komplexe Taktiken der Machtausübungen hin ausgerichtete „Gouvernementalität“ ist in diesem Zusammenhang bedeutsam und wird genauer beleuchtet. Die verschiedenen unterdrückenden Faktoren münden bei Woyzeck schließlich in den Wahnsinn, welcher laut Foucault in engem Zusammenhang mit der Ausgrenzung aus der Gesellschaft entsteht. Hierzu soll abschließend ein genauerer Blick auf den Versuch Woyzecks, durch den Wahnsinn und das Töten Maries aus dem Machtgefüge zu entkommen, gelegt werden.
Neben Büchners Theatertext wird auch eine passende Inszenierung von Johan Simons (2023) untersucht, welche die Zurschaustellung Woyzecks besonders intensiv herauszustellen scheint, z.B. durch eine auf der Bühne sehr präsente Zirkusatmosphäre.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entmenschlichung

2.1 Posthumanismus und Vergänglichkeit des Begriffs „Mensch“ bei Foucault

2.2 Die Entmenschlichung Woyzecks bei Büchner und Simons

3 Macht

3.1 Woyzeck als Subjekt

3.2 Die Gouvernementalität

3.3 Macht durch Überwachung

4 Wahnsinn

4.1 Der Wahnsinn nach Foucault

4.2 Der Wahnsinn als Resultat aus Entmenschlichung und Macht bei Woyzeck

5 Fazit: Gelingt Woyzeck das Ausbrechen aus dem Machtverhältnis?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Georg Büchners „Woyzeck“ durch die theoretische Linse von Michel Foucault, um zu analysieren, inwiefern die Hauptfigur als Subjekt innerhalb von Machtverhältnissen agiert und ob der Mord an Marie einen Versuch darstellt, diesem Machtgefüge zu entkommen.

  • Analyse der Entmenschlichung Woyzecks durch posthumanistische Perspektiven und Viehvergleiche.
  • Untersuchung von Machtausübung, Gouvernementalität und subjektspezifischer Freiheit.
  • Betrachtung von Überwachung und Zurschaustellung, auch unter Einbeziehung einer modernen Inszenierung von Johan Simons.
  • Reflektion über den Zusammenhang von Macht, Wahnsinn und gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Auszug aus dem Buch

3.3 Macht durch Überwachung

Die überwachenden Institutionen für Sträflinge und die daraus resultierende Entwicklung der Gefängnisse haben Foucault zufolge ihren Grundstein im „Verschwinden der Martern, d.h. der ‚peinlichen Strafen‘“. Nachdem die Bestrafung bis ca. zum Ende des Achtzehnten Jahrhunderts noch von mittelalterlichen Foltermethoden geprägt war, habe sie im Anschluss „allmählich aufgehört, ein Schauspiel zu sein“, vielmehr sollte sie nun „bessern“ oder „heilen“, wozu es ‚korrigierende Disziplinarstrafen‘ gebe. Obwohl Woyzeck offensichtlich gar nicht bestraft oder ‚gebessert‘ werden muss – bis zu dem Zeitpunkt, zu dem er Marie ermordet, lässt er sich nichts zu Schulden kommen; selbst die Tatsache, ein uneheliches Kind zu haben, war, obgleich dies nicht so gern gesehen war, auch zu der Zeit bekanntlich keine Straftat – und im Stück auch von keiner Strafe die Rede ist, lassen sich scheinbar Parallelen zwischen Woyzeck und einem solchen Disziplinarverfahren herstellen.

Den stärksten straflich-disziplinarischen Charakter scheint die Erbsendiät zu haben, welche der Doktor Woyzeck im Rahmen des Experiments einzuhalten bittet. Auch wenn eine Bestrafung nun nicht mehr „die Schmerzenstechnik der Marter zum Mittelpunkt“ habe, lässt sich der Zugang zu lediglich einem einzigen Lebensmittel, ähnlich der im Gefängnis des Neunzehnten Jahrhunderts üblichen „Rationierung der Nahrung“, als eine Art von Nahrungsmittelentzug und somit auch als ein erzieltes „Element [...], das den Körper selbst in Mitleidenschaft“ zieht, da „die bloße Freiheitsberaubung“ nicht ausreicht, betrachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung von Woyzecks Erniedrigung durch Entmenschlichung und Zurschaustellung ein und skizziert die methodische Analyse mittels Michel Foucaults machttheoretischen Konzepten.

2 Entmenschlichung: Hier wird Woyzecks Status als Mensch hinterfragt, wobei insbesondere die tierhaften Vergleiche im Stück sowie die Auswirkungen des Erbsen-Experiments als Entmenschlichungsfaktoren beleuchtet werden.

3 Macht: Dieses Kapitel prüft Woyzeck als freies Subjekt in einem Machtgefüge und analysiert, wie gouvernementale Taktiken und ständige Überwachung ihn in ein unterwürfiges Verhalten zwingen.

4 Wahnsinn: Hier wird der Wahnsinn als Folge gesellschaftlicher Ausgrenzung und der permanenten machtvollen Unterdrückung Woyzecks interpretiert.

5 Fazit: Gelingt Woyzeck das Ausbrechen aus dem Machtverhältnis?: Das abschließende Kapitel bewertet den Mord an Marie als paradoxen Befreiungsversuch, der zwar das Machtverhältnis auflöst, Woyzeck jedoch endgültig aus der Gesellschaft ausschließt.

Schlüsselwörter

Woyzeck, Georg Büchner, Michel Foucault, Macht, Entmenschlichung, Gouvernementalität, Überwachung, Wahnsinn, Subjekt, Posthumanismus, Ausgrenzung, Zurschaustellung, Johan Simons, Disziplinarverfahren, Freiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Situation von Woyzeck in Georg Büchners gleichnamigem Theaterstück mithilfe machttheoretischer Ansätze von Michel Foucault.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Machtmissbrauch, Entmenschlichung, Überwachung, institutionelle Gouvernementalität und die Entstehung von Wahnsinn durch soziale Ausgrenzung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, inwiefern Woyzeck als Subjekt ein Opfer foucault’scher Machtverhältnisse ist und ob er tatsächlich aus diesem Gefüge ausbrechen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Theaterstücks und einer modernen Inszenierung von Johan Simons durchgeführt, die systematisch mit den philosophischen Theorien Michel Foucaults verknüpft wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche der Entmenschlichung, der Machtausübung durch Überwachung und Zeitplanung sowie der Genese des Wahnsinns als Resultat dieser Unterdrückungsmechanismen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Aspekte wie Macht, Subjektivität, Entmenschlichung und das Konzept der „reinen Zeitlinie“, in der die Hauptfigur gefangen bleibt.

Inwiefern beeinflusst die Inszenierung von Johan Simons die Analyse?

Die Inszenierung verdeutlicht durch ihre Zirkusatmosphäre und die panoptische Anordnung auf der Bühne, dass die gesamte Umgebung an der Überwachung und Zurschaustellung Woyzecks teilnimmt.

Gelingt Woyzeck der Ausbruch aus dem Machtverhältnis wirklich?

Nach Ansicht des Autors gelingt Woyzeck zwar die formale Auflösung der Subjekt-Macht-Beziehung durch den Mord, jedoch führt dies nicht in die Freiheit, sondern in den totalen Ausschluss und die physische Vernichtung.

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Résumé des informations

Titre
Die Erniedrigung durch Entmenschlichung und Zurschaustellung in Georg Büchners "Woyzeck"
Université
Ruhr-University of Bochum  (Theaterwissenschaft)
Note
1,0
Auteur
Scarlett Rostalski (Auteur)
Année de publication
2023
Pages
18
N° de catalogue
V1475486
ISBN (PDF)
9783389026687
ISBN (Livre)
9783389026694
Langue
allemand
mots-clé
Büchner Woyzeck Foucault Subjekt Macht Posthumanismus Gouvernementalität Erniedrigung Entmenschlichung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Scarlett Rostalski (Auteur), 2023, Die Erniedrigung durch Entmenschlichung und Zurschaustellung in Georg Büchners "Woyzeck", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1475486
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Extrait de  18  pages
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