Die ästhetische Dimension in Hans Urs von Balthasar


Seminararbeit, 2005

9 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Theologische Ästhetik - Herrlichkeit
2.1. Einführung
2.2. Aufbau von Herrlichkeit

3. Die Schönheit Gottes in Paulus, Augustinus und Hans Urs von Balthasar
3.1. Paulus
3.2. Schönheit in Augustinus
3.3. Schönheit in Hans Urs von Balthasar

4. Zusammenfassung

5. Bibliographie

1. Einführung

Hans Urs von Balthasar kann als ein grosser Theologe der Ästhetik definiert werden. Er liebte das Schöne, nicht im Sinne der weltlichen oder philosophischen Schönheit verstanden, „sondern um deren Überhöhung in der „Herrlichkeit“ als dem Aufleuchtenden der Göttlichkeit Gottes selbst.“[1] Von diesem Schönen liess Balthasar sich führen und liebte über alles Mozart und seiner göttlichen Musik, die von absoluter Harmonie und Vollkommenheit spricht. Keine Note ist bei Mozart zufiel. Würde eine Note weggenommen, die ganze Musik hätte nicht mehr die gleiche Ausstrahlungskraft, würde in sich zusammenfallen. „Die Wahrheit ist symphonisch“[2], heisst ein kleines Büchlein von Balthasar. Auch hier spielt das Musische eine entscheidende Rolle. Es braucht musikalische Kategorien, um so sein Denken in Wort umzusetzen. Die Bühne, der Dirigent und die verschiedenen Akteure kommen dabei ins Spiel, ein jeder von ihnen nimmt seine Rolle war. Betrachtet man es von oben, so ergibt sich ein ganzes, eine Symphonie, welche vom Dirigent geleitet und geführt wird. Warum diesen Vergleich? Balthasar versucht aufzuzeigen, dass unsere Welt dieser Bühne gleicht, wo es verschiedene Akteure gibt. Akteure die einmal nah, und einmal fern vom Dirigenten sind. Warum ist das so? Hat dies etwas mit der Freiheit des Menschen zu tun? Der Mensch im 3. Jahrtausend steht vor grossen und entscheidenden Fragen. Es geht dabei nicht mehr nur um Nationale Interesse, sondern um globale Herausforderungen, wie z. B. die Stellung des Menschen. Wer und was ist der Mensch? Der Bischof von Basel, Kurt Koch, kommt zur nüchternden Feststellung: „Weil der Mensch nun imstande ist, den Menschen selbst zu produzieren, wird der Mensch überhaupt zum Produkt und droht in Vergessenheit zu geraten, dass er nicht Werk des Menschen, sondern Geschöpf Gottes ist.“[3] Der homo technicus der vieles erreicht hat, entfernt sich aber immer mehr von sich selbst (Selbstentfremdung). Der heutige Mensch, wie es Mahler sang, ist nicht nur der „Welt“, sondern sich selbst „abhanden gekommen“ und einem Selbstzerwürfnis verfallen. Pointiert umschrieb es Maurice Blondel: „Gott sein mit Gott und durch Gott, oder Gott sein ohne Gott und gegen Gott: darin besteht das Dilemma.“[4] Dies sind Fragen, welche Hans Urs von Balthasar sich zeitlebens auseinandergesetzt und versucht hat, darauf eine Antwort zu geben. Es ist sein Lebenswerk[5] die Trilogie Herrlichkeit - Eine theologische Ästhetik, Theodramatik und Theologik. Worum geht es in diesem Werk?

2. Theologische Ästhetik - Herrlichkeit

2.1. Einführung

Herrlichkeit im Neuen Testament bedeutet Doxa. Es geht um Offenbarung, um Ausstrahlung, ja als das Ereignis des Schönen, dass von den Menschen erkannt werden kann. Für Balthasar bedeutet dies, dass „Gott nicht primär als Lehrer für uns („wahr“), als zweckvoller „Erlöser“ für uns (gut), sondern um SICH, das Herrliche seiner ewigen dreieinigen Liebe zu zeigen und zu verstrahlen, in jener „Interessenlosigkeit“, die die wahre Liebe mit wahrer Schönheit gemein hat.“[6] Wer von diesem Strahl der Herrlichkeit getroffen wird, der verbindet sich damit und dies hat für sein Leben eine moralische Konsequenz. Von diesem Berührt-werden reden z. b. die grossen biblischen Gestalten, sei es des Alten oder Neuen Testamentes. Bevor ich kurz die zwei grossen Gestalten Augustinus und Paulus betrachten möchte, die selbst von der Herrlichkeit Berührt wurden, und dabei eine theologische Ästhetik entworfen haben, möchte ich kurz den Aufbau von Herrlichkeit vorstellen.

2.2. Aufbau von Herrlichkeit

Wie gesagt, in der Herrlichkeit geht es um das Erblicken und Wahrnehmen des Schönen, andererseits von der entrückenden Gewalt des Schönen. Wie gliedern sich die Bände?

Bd. I: Schau der Gestalt (1961). Im Mittelpunkt steht die Begegnung zwischen Mensch und Gott; Heilsgeschichtlicher Aspekt. Gott sein zu lassen, so wie er ist und sich zeigt. Im Vordergrund steht der Glaube, die Anbetung und Ehrfurcht.

Bd. II: Fächer der Stille (1962). Es geht um Menschen, die von der Herrlichkeit Gottes berührt wurden, es aufnahmen und weitergaben. Um es in einem Bild der Kirchenväter auszudrücken: Nicht auf die Sonne schauen, sondern auf die Strahlen. So behandelt von Balthasar zuerst den:

1. Teil: Klerikale Stile.

2. Teil: Laikale Stile.

Bd. III/1: Im Raum der Metaphysik (1965). Es geht um die Verfleischlichung des christlichen im Denken der Menschheit.

1. Teil: Altertum.

2. Teil: Neuzeit.

Bd. III/2: Theologie. Vor allem dogmatischer Natur. Der Autor schaut Gloria im Alten und Neuen Testament an und vor allem die Bedeutung bei Paulus und Johannes.

1. Teil: Alter Bund (1967). Dieser Band knüpft an Band I an, um den Inhalt der Herrlichkeit im Alten Testament noch einmal vor Augen zu stellen.

2. Teil: Neuer Bund (1969), als die Vollendung der Herrlichkeit in Jesus Christus als Verbum caro factum.

[...]


[1] Hans Urs von Balthasar, Zu seinem Werk, 82.

[2] Hans Urs von Balthasar veröffentlichte diese Schrift 1972.

[3] Kurt Koch, Wähle das Leben. Herausforderungen der Biowissenschaft im Licht des christlichen Glaubens, 5.

[4] Maurice Blondel, Die Aktion, 381.

[5] Vgl. Hans Urs von Balthasar, Zu seinem Werk, 79f.

[6] Hans Urs von Balthasar, Zu seinem Werk, 68.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Die ästhetische Dimension in Hans Urs von Balthasar
Hochschule
Facoltà di Teologia di Lugano
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
9
Katalognummer
V147618
ISBN (eBook)
9783640585090
ISBN (Buch)
9783640585175
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dimension, Hans, Balthasar
Arbeit zitieren
lic.theol. Daniel M. Bühlmann (Autor), 2005, Die ästhetische Dimension in Hans Urs von Balthasar, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147618

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