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Produktpiraterie in der Investitionsgüterindustrie - Situationsanalyse und Abwehrstrategien

Title: Produktpiraterie in der Investitionsgüterindustrie - Situationsanalyse und Abwehrstrategien

Diploma Thesis , 2009 , 120 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dipl.-Ing. Karl Hoffmann (Author)

Engineering - Industrial Engineering and Management
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Die Nachahmung fremder Erzeugnisse reicht vor den Beginn unserer Zeitrechnung zurück. Gleichgültig, ob es sich um künstlerische, handwerkliche oder industrielle Leistungserzeugnisse handelt: Wer mit seinen Leistungen aus dem Bereich der geläufigen und allgemein bekannten Standards heraustritt, ist seit alters her auch der unlauteren Ausnutzung seines Schaffens ausgesetzt.
Bereits in der Antike wurden vor allem keramische Produkte mit Marken versehen, die auf den Hersteller hinweisen sollten. Echte wie auch gefälschte Exemplare von Marken-Öllampen renommierter Hersteller der Antike wurden selbst in entlegenen Gebieten des ehemaligen römischen Reiches gefunden.
War Produkt- und Markenpiraterie im Laufe der Geschichte immer ein allgegenwärtiges Phänomen, so ist sie in den letzten drei Jahrzehnten in rasanter Geschwindigkeit zu einer ernsthaften Bedrohung hoch entwickelter Industriestaaten avanciert.
Nach einer Schätzung des für Produktpiraterie zuständige Counterfeiting Intelligence Bureau (CIB) der Internationalen Handelskammer (ICC-International Chamber of Commerce) liegt der Schaden durch Produktpiraterie jährlich bei 5-7% des Welthandelsvolumens. Dies entspricht derzeit einem geschätzten Umfang von 500 Milliarden US-Dollar.
Zugenommen hat dabei in neuester Zeit nicht nur die Fälschung von Konsumgütern wie Luxusartikeln und einfachen Bedarfsgegenständen, sondern auch in der Investitionsgüterindustrie der Nachbau hochtechnologischer Erzeugnisse. Diese Form der Piraterie hat weit reichende Auswirkungen auf Volks- und Einzelwirtschaften. Der Verein Deutscher Maschinen und Anlagenbauer e.V. (VDMA) schätzt den Verlust des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus für das Jahr 2007 auf 7 Milliarden Euro, bei einem Gesamtumsatz von rund 193 Milliarden Euro, ein.
Die Unternehmen sind dabei nicht nur allein durch die Fälschung Ihrer Produkte geschädigt, sondern auch durch eine stark veränderte Wettbewerbssituation.
Betroffene Unternehmen stehen neuen Herausforderungen hinsichtlich des Schutzes Ihrer Innovationen und Kernkompetenzen gegenüber. Die rein juristische Bekämpfung des Problems ist insbesondere bei Fälschungen asiatischen Ursprungs auf Grund der mangelhaften Durchsetzbarkeit der Schutzrechte nicht mehr ausreichend.

In der vorliegenden Arbeit werden die wachsenden Herausforderungen der Produktpiraterie im Speziellen für die deutsche Investitionsgüterindustrie untersucht.Die Entwicklung geeigneter Abwehrstrategien wird ausführlich behandelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2. Grundlagen zur Problematik der Produktpiraterie

2.1 Begriffsbestimmungen und –abgrenzungen

2.1.1 Geistiges Eigentum

2.1.2 Nachahmungstypen

2.1.3 Produktpiraterie

2.1.4 Markenpiraterie

2.1.5 Konzeptpiraterie

2.1.6 Wirtschaftsspionage

2.2 Historische Entwicklung und Ausweitung

2.3 Ursachen

2.3.1 Motivation der Produktpiraten

2.3.2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

2.3.3 Juristische Rahmenbedingungen

2.3.4 Kulturelle Hintergründe

2.4 Erscheinungsformen

2.4.1 Low- und High-Tech Counterfeiting

2.4.2 Reverse Engineering

2.5 Herkunftsländer

3. Wirtschaftliche Auswirkungen der Produktpiraterie

3.1 Volkswirtschaftliche Auswirkungen der Produktpiraterie

3.1.1 Steuerausfälle

3.1.2 Verlust an Arbeitsplätzen

3.1.3 Zusatzkosten zur Bekämpfung

3.1.4 Kriminalisierung der Wirtschaft

3.1.5 Abkühlung des Investitionsklimas

3.2 Einzelwirtschaftliche Auswirkungen der Produktpiraterie

3.2.1 Auswirkungen auf die Rechteinhaber

3.2.1.1 Umsatzeinbußen

3.2.1.2 Zusatzkosten für Schutzmaßnahmen und Rechteverfolgung

3.2.1.3 Imageverlust

3.2.1.4 Produkthaftung

3.2.1.5 Know-how Verlust

3.2.2 Auswirkungen auf Abnehmer

3.2.2.1 Finanzielle Schäden

3.2.2.2 Produktsicherheit

3.2.2.3 Schadenersatz

3.2.3 Branchenspezifische Unterschiede

4. Ausmaße der Produktpiraterie in der Investitionsgüterindustrie

4.1 Befunde aus Umfragen

4.1.1 Umfrage des VDMA

4.1.2 Umfrage der Technischen Universität München

4.1.3 Umfrage der Universität Erlangen

4.2 Bewertung der Umfrageergebnisse

4.3 Fallbeispiele

4.3.1 Vietz GmbH

4.3.2 Doppelmayr AG

5. Produktpiraten als Wettbewerber

5.1 Das Fünf-Kräfte-Modell nach Porter

5.2 Auswirkungen von Produktpiraterie auf den Branchenwettbewerb

5.2.1 Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern

5.2.2 Bedrohung durch potentielle neue Konkurrenten

5.2.3 Gefahr der Substitution durch Ersatzprodukte

5.2.4 Verhandlungsstärke der Abnehmer

5.2.5 Verhandlungsstärke der Lieferanten

5.3 Fazit der Wettbewerbsanalyse

6. Präventive Maßnahmen der Pirateriebekämpfung

6.1 Juristische Maßnahmen

6.1.1 Patentrecht

6.1.2 Gebrauchsmusterrecht

6.1.3 Markenrecht

6.1.4 Geschmacksmusterrecht

6.1.5 Vertraglicher Know-how Schutz

6.2 Technische Maßnahmen

6.2.1 Originalitätskennzeichnung

6.2.2 Unikatkennzeichnung

6.2.3 Komplizierung

6.2.4 Dekompositionsbarrieren

6.2.5 De-Standardisierung

6.3 Betriebswirtschaftliche Maßnahmen

6.3.1 Produktinnovation

6.3.2 Herstellung und Beschaffung

6.3.3 Preis- und Konditionenpolitik

6.3.4 Vertriebspolitik

6.3.5 Kommunikationspolitik

6.3.6 After Sales Management

6.3.7 Personalpolitik

6.4 Fazit zu präventiven Schutzmaßnahmen

7. Strategiekonzeption zur Pirateriebekämpfung

7.1 Grundstrategien gegen Produktpiraterie

7.2 Entwicklung einer Piraterieschutzstrategie

7.2.1 Situationsanalyse

7.2.2 Strategieauswahl und Ableitung von Schutzmaßnahmen

7.2.3 Integration und Monitoring

7.3 Organisatorische Implementierung

7.4 Praxisbeispiel Sprühsep GmbH

7.4.1 Das Unternehmen

7.4.2 Pirateriesituation

7.4.3 Bewertung und Handlungsempfehlung

8. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen der Produktpiraterie in der deutschen Investitionsgüterindustrie, analysiert deren Ausmaße und Auswirkungen und leitet geeignete Abwehrstrategien ab, um betroffenen Unternehmen den Aufbau eines integrierten Piraterieschutzes zu ermöglichen.

  • Grundlagen zur Problematik der Produktpiraterie
  • Wirtschaftliche Auswirkungen auf Volks- und Einzelwirtschaften
  • Empirische Untersuchung des Piraterie-Ausmaßes im Investitionsgüterbau
  • Strategien der Pirateriebekämpfung unter Anwendung des Fünf-Kräfte-Modells
  • Technologische und betriebswirtschaftliche Präventionsmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Nachahmungstypen

In der Literatur finden sich unterschiedliche Definitionsansätze zur Klärung der Begrifflichkeiten dieses Themengebietes. In der Typologie von Neemann werden Nachahmungen in Plagiate und Fälschungen unterschieden.

Plagiate sind demnach Nachahmungen, die fremdes geistiges Eigentum als das eigene ausweisen. Hierzu zählen sklavische Kopien und Konzeptkopien. Bei einer sklavischen Kopie findet man das Produkt in identischer Weise nachgebaut. Dabei ist das Produkt nicht mit dem Namen des Originalherstellers versehen. Oft ist hier jedoch ein täuschend ähnlicher Produktnahme aufgebracht (siehe Abbildung 1). Konzeptkopien entstehen unter Verwendung der von anderen entwickelten Prozesse. Dies können z.B. technische Produkte sein, in denen wesentliche Elemente des Originals Verwendung finden (siehe Abbildung 1), aber auch die Nachahmung definierter Geschäftsprozesse (beispielsweise Fastfood- Ketten) zählen hierzu.

Eine Fälschung besitzt einen höheren Täuschungsgrad. Neben der Verwendung des geistigen Eigentums fremder Urheberschaft, werden Kunden hier zusätzlich über die Produktherkunft in die Irre geführt. Hiermit werden auch die Markenrechte des Originalherstellers unter Verwendung geschützter Firmen- oder Produktnamen oder deren Logos verletzt. Dadurch assoziiert der Käufer eine bestimmte Qualität, die das gefälschte Produkt in der Regel nicht einhalten kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und die wachsende Bedrohung durch Produktpiraterie sowie die Zielsetzung und Struktur der Arbeit.

2. Grundlagen zur Problematik der Produktpiraterie: Hier werden zentrale Begriffe definiert, die Ursachen der Piraterie (von Motivation bis kulturelle Hintergründe) analysiert und die verschiedenen Erscheinungsformen sowie Herkunftsländer dargestellt.

3. Wirtschaftliche Auswirkungen der Produktpiraterie: Die Auswirkungen werden in volkswirtschaftliche Folgen (wie Steuerausfälle) und einzelwirtschaftliche Konsequenzen für Rechteinhaber und Abnehmer unterteilt.

4. Ausmaße der Produktpiraterie in der Investitionsgüterindustrie: Auf Basis dreier Studien (VDMA, TU München, Universität Erlangen) wird das aktuelle Ausmaß der Pirateriebedrohung im Maschinen- und Anlagenbau bewertet und durch zwei konkrete Fallbeispiele illustriert.

5. Produktpiraten als Wettbewerber: Die Analyse des Branchenwettbewerbs unter Anwendung des Fünf-Kräfte-Modells nach Porter verdeutlicht, wie Produktpiraten die Marktattraktivität und die Machtverhältnisse verschieben.

6. Präventive Maßnahmen der Pirateriebekämpfung: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über juristische, technische und betriebswirtschaftliche Maßnahmen zur Vorbeugung von Produktpiraterie.

7. Strategiekonzeption zur Pirateriebekämpfung: Der Prozess der Strategieentwicklung von der Situationsanalyse bis zur organisatorischen Implementierung wird dargestellt, ergänzt durch ein Praxisbeispiel der Sprühsep GmbH.

8. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines strategischen, ganzheitlichen Ansatzes zusammen, um Produktpiraterie nachhaltig als Konkurrenten zu begegnen.

Schlüsselwörter

Produktpiraterie, Investitionsgüterindustrie, Plagiate, Fälschungen, Reverse Engineering, Schutzrechte, Innovationsschutz, Wettbewerbsstrategie, Fünf-Kräfte-Modell, Pirateriebekämpfung, Markenpiraterie, Risikomanagement, Know-how Schutz, Compliance, Industrialisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die wachsende Bedrohung durch Produktpiraterie, insbesondere in der deutschen Investitionsgüterindustrie, und entwickelt Ansätze für einen effektiven Unternehmensschutz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Definition und Ursachen der Piraterie, die wirtschaftlichen Auswirkungen, eine empirische Analyse der Bedrohungslage sowie konkrete Strategien zur Abwehr durch juristische, technische und betriebswirtschaftliche Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, auf Basis der aktuellen Marktsituation eine Basis zur Beurteilung des Piraterieproblems zu schaffen und betroffenen Unternehmen Vorgehensweisen für einen integrierten Piraterieschutz aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung bestehender Umfragen von Fachverbänden und Universitäten sowie der Untersuchung von Fallbeispielen und der Anwendung strategischer Managementmodelle (wie das Fünf-Kräfte-Modell nach Porter).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen detailliert die Auswirkungen auf Unternehmen, die Analyse des Wettbewerbsverhaltens von Produktpiraten und die Entwicklung einer ganzheitlichen Schutzstrategie diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Produktpiraterie, Investitionsgüterindustrie, Plagiate, Innovationsschutz, Reverse Engineering und strategische Schutzmaßnahmen.

Welche Rolle spielt China in dieser Untersuchung?

China wird als weltweit größtes Produktionsland für Produktimitationen identifiziert, wobei kulturelle Hintergründe wie das Lernen durch Kopieren sowie die Schwierigkeit der Rechtsdurchsetzung detailliert thematisiert werden.

Welches Praxisbeispiel dient zur Veranschaulichung?

Das Praxisbeispiel der Sprühsep GmbH dient dazu, die Entwicklung einer Schutzstrategie und den Umgang mit Piraterieangriffen unter realen Bedingungen zu demonstrieren.

Was ist das "Fünf-Kräfte-Modell nach Porter" im Kontext der Arbeit?

Es dient als Analysewerkzeug, um zu verstehen, wie Produktpiraten als unlautere Wettbewerber die Marktkräfte innerhalb der Investitionsgüterindustrie beeinflussen und welche Wettbewerbsstrategien dagegen wirken können.

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Details

Title
Produktpiraterie in der Investitionsgüterindustrie - Situationsanalyse und Abwehrstrategien
College
University of Applied Sciences Kaiserslautern in Zweibrücken
Grade
1,7
Author
Dipl.-Ing. Karl Hoffmann (Author)
Publication Year
2009
Pages
120
Catalog Number
V147623
ISBN (eBook)
9783640584833
ISBN (Book)
9783640584635
Language
German
Tags
Produktpiraterie Investitionsgüterindustrie Geistiges Eigentum Markenpiraterie Abwehrstrategien gegen Produktpiraterie Produktfälschung Anti-Counterfeiting Plagiatschutz Plagiat Produktimitation Pirateriebekämpfung Patentschutz Patentrecht Abwehrstrategie Produktkopie Counterfeiting Patent Investitionsgüter Situationsanalyse Fälschung Counterfeitung Nachahmung Schutzrechte Schutzrechtsverletzung Markenfälschung Markenklau Abwehr von Produktpiraterie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Ing. Karl Hoffmann (Author), 2009, Produktpiraterie in der Investitionsgüterindustrie - Situationsanalyse und Abwehrstrategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147623
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