"Doing gender" in Jugendsprache - Eine empirische Untersuchung


Examensarbeit, 2009

104 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Theoretischer Rahmen und zentrale Begriffe
II.1 Jugend und Identität
II.2 Jugendkultur
II.3 Jugendsprache
II.3.1. Funktionen von Jugendsprache
II.3.2. Jugendsprachliche Merkmale
II.3.2.1. Gegenseitige Anreden
II.3.2.2. Vulgär- und Sexualsprache
II.3.2.3. Vagheitsmarker
II.3.2.4. Ethnolektgebrauch als jugendsprachliches Merkmal?
II.4 Genderspezifische Kommunikation
II.4.1. Stereotype
II.4.2. Das konstruktivistische doing gender -Konzept
II.4.3. Sprachgebrauch und Gesprächsverhalten von Frauen und Männern
II.5 Sprachkonvergenz- und Sprachdivergenzprozesse

III. Empirische Untersuchung
III.1. Erhebung und Auswertung der Daten
III.2. Teilnehmer
III.3. Aufnahmebedingungen und Ablauf
III.4. Diskussionsgrundlagen
III.5. Fragebogen

IV. Ergebnisse
IV.1. Auswertung des Fragebogens
IV.1.1. Jugendsprache und genderspezifische Jugendsprache
IV.1.2. Ethnolekt – Kenntnis und Gebrauch
IV.2 Thematisierung von Geschlechter-Stereotypen im Gespräch
IV.3 Vulgär- und Sexualsprache
IV.4 Vagheitsmarker
IV.5 Gegenseitige Anreden
IV.6 Ethnolektgebrauch
IV.7 Konvergenz- oder Divergenzprozesse in der gemischtgeschlechtlichen Probandengruppe?
IV.7.1. Vulgär- und Sexualsprache
IV.7.2. Vagheitsmarker
IV.7.3. Gegenseitige Anreden
IV.7.4. Ethnolektgebrauch

V. Fazit

Bibliographie

Anhang

I. Einleitung

Wo Jugendliche sind, ist Jugendsprache allgegenwärtig. Oft wird sie von Eltern und Pädagogen mit Naserümpfen abgestraft. Werden sie Jugendsprache so gerecht? Was macht sie unter Jugendlichen so beliebt? Diese Arbeit betrachtet Jugendsprache unter einer anderen Prämisse: Als linguistischen Forschungsgegenstand, der ein kreatives Sprachspiel Jugendlicher darstellt und dem ein nicht zu unterschätzender Einfluss auf die Standard- und Umgangssprache eingeräumt werden muss.

Neben der Beschreibung und Analyse jugendsprachlicher Merkmale und deren Funktionen rücken seit Ende der 80er Jahre auch „pragmatisch-diskursive Besonderheiten“ (Spreckels 2005: 54) von Jugendsprache in den Fokus der Analysen. Hierbei wird die Notwendigkeit eines empirisch-ethnographischen Ansatzes in Bezug auf Jugendsprache in den letzten Jahren verstärkt vertreten (vgl. Androutsopoulos 1998: 592, Schlobinski et al. 1993: 40, Neuland 1987). Wenig Berücksichtigung findet in der Forschung bislang die Frage nach der Existenz genderspezifischer Jugendsprache, die im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht. Wird Jugendsprache genderspezifisch generiert? Gibt es unterschiedliche Ausdrucksweisen von Mädchen und Jungen? Die Frage nach genderspezifisch markierter Jugendsprache und die Analyse von Einschätzungen Jugendlicher zu diesem Thema ist unter anderem deswegen so interessant, weil die Jugendlichen sich in der Lebensphase der Adoleszenz befinden, in der sich in besonderem Maß die Geschlechtsidentität und die Übernahme weiblichen und männlichen Rollenverhaltens ausbildet (vgl. Spreckels 2005: 31). Deshalb soll die folgende Hypothese in dieser Arbeit überprüft werden: Vor den empirischen Analysen steht die Vermutung, dass sich unterschiedliche Entwürfe von Geschlechtsidentität in jugendsprachlichen Daten manifestieren. Es ist zu erwarten, dass diese Entwürfe in bedeutendem Maß sowohl Sprache als auch Gesprächsverhalten von Jungen und Mädchen beeinflussen und so gewissermaßen genderspezifische Jugendsprache mitbegründen.

Die Arbeit teilt sich in zwei Abschnitte. Zunächst werden die theoretischen Grundlagen für einen differenzierten Blick auf den Forschungsgegenstand gelegt: Ein ausführlicher Überblick über Jugendsprache als Forschungsgegenstand führt zunächst in die Thematik ein. Eine zweite thematische Einheit des Theorieteils bildet die zusammenfassende Darstellung bedeutender Aspekte der linguistischen Genderforschung: Allgemeinen Überlegungen zu konventionellen Geschlechterstereotypen und mit diesen zusammenhängend zur Bedeutung einer self fulfilling prophecy folgt die Vorstellung des aus konstruktivistischen Strömungen hervorgegangenen doing gender. Diese Konzepte werden als Grundannahmen in dieser Arbeit vertreten und sind so für deren Verständnis von zentraler Bedeutung.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt besonders auf deren empirischer Ausrichtung. Ein Korpus von insgesamt sechs Gesprächen mit jugendlichen SprecherInnen1 aus dem Freiburger Raum liegt den hier vorgestellten Analysen, die sich auf den deutschsprachigen Raum beziehen, zugrunde. Der Fokus richtet sich hierbei auf vier konkrete Merkmale, die hinsichtlich ihres spezifischen Gebrauchs in Mädchen- und Jungengruppen untersucht werden: das Auftreten von Vulgär- und Sexualsprache, der Gebrauch von Vagheitsmarkern sowie die Realisierung gegenseitiger Anreden und des Ethnolekts. Diese vier zu untersuchenden Merkmale stellen charakteristische Elemente von Jugendsprache dar. Darüber hinaus ist der Gebrauch von Vulgär- und Sexualsprache sowie der Gebrauch von Vagheitsmarkern in der linguistischen Genderforschung bereits als Männer- und Frauensprache differenzierend beschrieben worden. Ob sich diese Erkenntnisse auf Jugendsprache übertragen lassen und sich äquivalente Beobachtungen in den vorliegenden Gesprächsdaten machen lassen, soll diese Arbeit zeigen.

Abschließend wird ein gemischtgeschlechtliches Gespräch auf sprachliche Kon- und Divergenzprozesse hin untersucht. Hierbei stellt sich die zentrale Frage, ob genderspezifische Elemente – so sich deren Existenz anhand der gleichgeschlechtlichen Gespräche nachweisen lässt – in diesem neuen Gesprächskontext von beiden Geschlechtern gleichermaßen übernommen, modifiziert oder vermieden werden oder ob sich eine Gruppe der sprachlich dominanteren anpasst. In diesem Fall lägen sprachliche Prozesse der Annäherung, Konvergenz, vor. Werden Diskrepanzen durch das Betonen genderspezifischer Merkmale auf der anderen Seite zementiert, wären stattdessen sprachliche Divergenzprozesse beobachtbar.

Nach einer genderspezifischen Jugendsprache zu fragen, bedeutet gleichzeitig, sprachliche Entwürfe von Geschlechtsidentität im interaktiven und kommunikativen Prozess zu betrachten. Hier ist aufgrund des innovativen und gesellschaftskritischen Potentials von Jugendsprache Wegweisendes zu erwarten, nämlich unter anderem die Darstellung unkonventioneller Geschlechterrollen. Neben linguistischen Erkenntnissen im Bereich genderspezifischer Jugendsprache bietet diese Arbeit so womöglich ein Weiteres: Einen Ausblick auf die Geschlechterrollen in der Sprache und Gesellschaft der Zukunft.

II. Theoretischer Rahmen und zentrale Begriffe

II.1. Jugend und Identität

Wer oder was ist „die“ Jugend? Verschiedene Kriterien kommen für die nähere Bestimmung des Begriffs in Betracht: Neben der Einordnung dieser Lebensphase durch bestimmte Altersgrenzen können Merkmale wie beispielsweise das Einsetzen der Geschlechtsreife, die stückweise Ablösung vom Elternhaus, das Ende der Schulzeit bzw. der Berufsausbildung oder der Weg zum Erlangen finanzieller und emotionaler Autonomie als relevante Größen zur Definition des Begriffs „Jugend“ herangezogen werden.

Eine rein zeitliche Eingrenzung des Jugendalters hilft kaum weiter. Denn die Altersphase ist nur ein Aspekt innerhalb eines komplexen Zusammenspiels von psychologischen und soziokulturellen Phänomenen, die in verschiedenen Kontexten zu betrachten sind, wie Familie und Peergroups, Medien und Subkulturen, Grade ökonomischer Abhängigkeit oder individueller Selbstbestimmung. Im Durchschnitt setzt die Pubertät ab dem Alter von 13 Jahren ein, juristisch ist mit dem 18. Lebensjahr die Volljährigkeit und so der Eintritt in das Erwachsenenalter erreicht. Bühler-Niederberger betont jedoch, dass es sich bei der soziologischen Betrachtung von Jugend „nicht um eine natürliche Kategorie handelt, sondern um eine gesellschaftlich definierte und institutionalisierte Gruppe“ (Bühler-Niederberger 2003: 12). In den Fokus rückt also der Prozess der Bedeutungszuschreibung „der Jugend zugehörig“ selbst.

Hurrelmann betrachtet das Jugendalter als eigenständige Lebensphase, die er durch psychologische wie auch soziologische Kriterien abgrenzt und definiert. Für die Jugendphase stellt er zunächst vier zentrale psychologische Entwicklungsaufgaben fest, die der Jugendliche bewältigen muss (vgl. Hurrelmann 1994: 33f):

- Entwicklung der intellektuellen und sozialen Kompetenz, eigenverantwortliches Lernen mit dem Ziel einer künftig unabhängigen Gestaltung des eigenen Lebens, vor allem in Bezug auf Berufswahl und ökonomische Unabhängigkeit.
- Entwicklung der eigenen Geschlechtsidentität, Loslösen der starken Bindung zu den Eltern, Ausbildung sozialer Bindungen zu Gleichaltrigen und Peergroups, erste Erfahrungen mit Paarbeziehungen.
- Entwicklung eines individuellen, bedürfnisorientierten Lebensstils, vor allem bezüglich des Umgangs mit Freizeit, Konsum und Medien.
- Entwicklung eines eigenen Werte- und Normensystems, Ausbildung einer verantwortlichen Partizipationsrolle innerhalb der Gesellschaft auch durch politische und kulturelle Teilhabe.

Die „Lebensphase Jugend“ wird so als ein Prozess definiert, in dem sich der Jugendliche mit vielfältigen, der Altersphase typischen und doch individuell spezifischen Herausforderungen konfrontiert sieht.

Verbunden mit der prozesshaften Bewältigung der unterschiedlichen psychologischen Bewältigungsaufgaben sieht Hurrelmann soziologische Kriterien für die Einordnung der Lebensphase Jugend in den Lebenslauf, denn die „schrittweise Erweiterung der Handlungsspielräume und die gleichzeitige Erweiterung der Rollenvielfalt“ (Hurrelmann 1994: 39) beeinflusst die soziale Position und die Wahrnehmung des Jugendlichen innerhalb der Gesellschaft. Je nach Entwicklungsstand setzen Statusübergänge ein: Aus dem Status „Kind“ wird der Status „Jugendlicher“ und daraus schließlich der Status „Erwachsener“. Problematisch bleibt auch hier die zeitliche Fixierung dieser Statusübergänge, denn Hurrelmann merkt an:

Typisch für die modernen Industriegesellschaften ist nun aber – wie bereits erwähnt –, dass diese Statusübergänge nicht so eindeutig definiert und zeitlich fixiert sind [...]. Es fehlt auch weitgehend an symbolischen Unterstreichungen dieser jeweiligen Übergänge durch zeremonielle und gesellschaftliche Riten. Der Statusübergang untergliedert sich vielmehr in Einzelbereiche, die verschiedenartige soziale Bedeutung und damit auch eine unterschiedliche biographische Sinngebung erhalten (Hurrelmann 1994: 39).

So beeinflusst beispielsweise die individuelle Schul-, Ausbildungs- oder Studienzeit, die im zeitlichen Umfang erheblich von alternativen Bildungswegen abweichen kann, die Dauer dieser Lebensphase. Die unterschiedliche Inanspruchnahme von institutionellen Bildungsangeboten und die damit einhergehenden Unterschiede hinsichtlich des Zeitpunkts für den Berufseinstieg führen zu einer „gekürzten“ oder „gestreckten“ Pubertät (Grob/Jaschinski 2003: 16). Eine zeitlich einheitliche und in ihrem Ursprung gleichbleibende Eingrenzung ist deshalb unmöglich (vgl. Schönlau 2007: 3). So zeigt sich, dass Jugend keine homogene Gruppe bezeichnet, dass „die“ Jugend somit auch kein Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung sein kann.

Die Jugendphase wird in dieser Arbeit deshalb als ein Lebensabschnitt betrachtet, in dem unter anderem selbstständige Bewältigungsstrategien für den Umgang mit der Suchbewegung nach der eigenen Identität, dem eigenen Lebensstil und den eigenen Kompetenzen entwickelt werden. Das Bestreben des Jugendlichen ist dabei das Erlernen und Erleben einer bewussten Autonomie und Eigenverantwortlichkeit. Ist diese „vollständige Integration des selbstständig handelnden, mündigen und wirtschaftlich unabhängigen Individuums in alle gesellschaftlichen Bereiche des Lebens“ (Kähler 2001: 22) weitgehend erreicht, kann von einem Statusübergang in das Erwachsenenleben gesprochen werden.

Identität und Identitätsfindung wird in der Forschung zwar als unabschließbarer, lebenslanger Prozess konzeptualisiert (vgl. Keupp 2002: 82), in der Jugendsoziologie gilt die Jugendphase jedoch als der Lebensabschnitt, in welchem die „Ausbildung einer individuellen und sozialen Identitätsformation“ (Neumann-Braun et al. 2002: 242) die zentrale Entwicklungsaufgabe darstellt. Die Entwicklung der eigenen Identität wird hierbei unter anderem durch die Übernahme von Lebensstilen (und Sprachstilen) von jenen geprägt, die Leit- und Vorbilder für die Jugendlichen darstellen (vgl. Kähler 2001: 22).

In Anlehnung an die Überlegungen von Mead in seinem Werk „Mind, Self and Society“ (1934, dt. 1968) wird der Begriff der Identität in dieser Arbeit in personale und soziale Identität ausdifferenziert. Personale Identität meint die individuelle, biographisch geprägte Ich-Komponente, welche die Dimension einer unverwechselbaren Lebensgeschichte in sich birgt. Soziale Identität bildet sich hingegen durch die Identifikation mit unterschiedlichen soziokulturellen Kontexten und eine Integration in diese heraus, wie zum Beispiel in Peergroups, Subkulturen oder die Familie, denn „die soziale Identität ist [also] ein im soziokulturellen Lebenszusammenhang herausgebildeter Teil des Selbst“ (Spreckels 2005: 24). Aufgrund der Übernahme verschiedenster Rollen – abhängig von den jeweiligen Kontexten, in denen sich soziales Leben abspielt – muss das „Konzept der sozialen Identität als ein facettenreiches und sehr dynamisches angesehen werden“ (Spreckels 2005: 25). Aus dem Konzept der sozialen Identität wird so das der sozialen Identitäten: Jugendliche sind Tochter und Sohn, junge Frau und junger Mann, Freundin und Freund, Schülerin und Schüler, Mitglied eines Vereins, Ferienjobber etc., wobei sich das Rollenspektrum der Jugendlichen stetig um neue Kontexte erweitert.

Für die vorliegende Arbeit ist aufgrund ihres empirischen Ansatzes allein die soziale Identität der Jugendlichen von Belang, denn nur soziales Rollen- und 6

Interaktionsverhalten kann durch die Gesprächsanalyse empirisch erforscht und diskutiert werden: „Wer Identität untersucht, muss sich notwendig für Interaktion interessieren, denn die Einschätzung seiner selbst und anderer vollzieht sich weitgehend in und wegen der Interaktion“ (Strauss 1974: 45). In der ethnomethodologischen Konversationsanalyse geht es nicht um das, was die Interaktanten „sind“, sondern darum, „lokal, identifizierbare, diskursiv hervorgebrachte Identitäten zu untersuchen, die Interaktanten aus einem weiten Spektrum an Möglichkeiten auswählen und relevant setzen“ (Spreckels 2005: 50). Jugendliche können beispielsweise ihre Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen ausdrücken, indem sie spezifische Ausdrücke und Sprechmuster einsetzen. Solche „acts of identity“ beschreibt etwa die Studie von Auer & Dirim (2003), in welcher der Erwerb und Gebrauch des Türkischen von nicht-türkischen Jugendlichen untersucht wird.

In besonderem Maß sind die Verknüpfungen von Jugend, Identität (auch Gender-Identität) und Interaktion für die Fragestellung dieser Arbeit bezüglich genderspezifischer Jugendsprache von Belang, denn in der Analyse der jugendsprachlichen Daten sollen diskursiv zementierte, reproduzierte, hinterfragte oder aufgelöste Geschlechterrollen und -identitäten im Vordergrund stehen. Goffman definiert die Ausbildung von Geschlechtsidentität als einen Prozess, an dessen Ende das Individuum einen sicheren Umgang mit dem eigenen Geschlecht entwickelt hat und „sich selbst hinsichtlich der Idealvorstellungen von Männlichkeit (oder Weiblichkeit) beurteilt“ (Goffman 1994: 10). Dies geht verstärkt in der Jugendphase mit der Übernahme eines angemessenen weiblichen oder männlichen Rollenverhaltens einher, wobei zu beachten gilt, dass Geschlechterrollen in hohem Maß an gesellschaftliche Normvorstellungen geknüpft sind (vgl. Spreckels 2005: 32) und diese über Angemessenheit bzw. Nicht-Angemessenheit entscheiden.

Mit der Suchbewegung nach der eigenen Identität im Jugendalter geht nicht nur die Übernahme bestimmter Lebensstile einher, sie findet auch Ausdruck in der Herausbildung eigener Ausdrucksformen, der Jugendkulturen. Das folgende Kapitel bezieht sich auf die Rolle dieser Jugendkulturen und ihre charakteristischen Merkmale.

II.2. Jugendkultur

Jugendliche bewegen sich in Szenen und Cliquen, sind Rocker, Punker, Hip Hopper, tragen Skater- oder Ghettokleidung. Bereits hier wird deutlich, dass sich hinter dem Begriff „Jugendkultur“ eine Vielzahl gesellschaftlicher Subkulturen verbirgt. Schwendter definiert Subkultur als „[...] ein[en] Teil einer konkreten Gesellschaft, der sich in seinen Institutionen, Bräuchen, Werkzeugen, Normen, Werteordnungssystemen, Präferenzen, Bedürfnissen usw. in einem wesentlichen Ausmaß von den herrschenden Institutionen etc. der jeweiligen Gesamtgesellschaft unterscheidet (Schwendter 1997: 10f).

Die Anzahl und Vielfalt der Jugendkulturen, die sich durch die von ihren Mitgliedern geteilten Vorlieben für Musikrichtungen, Kleidungsstile, Verhaltens- und Handlungsweisen, Freizeitgestaltung und Konsumverhalten auszeichnen, ist mit dem „Prozess der Individualisierung der bundesdeutschen Gesellschaft“ (Farin 2003: 70) explosionsartig angestiegen. Die Fülle von Entscheidungsmöglichkeiten für eine persönliche Lebensgestaltung ermöglicht „eine individuell gestaltbare Identität, die fernab von schulischen, familiären und gesellschaftlichen Rollenzuweisungen die Möglichkeit bietet, in einem kognitiven Handlungsrahmen alternative Lebensstile zu erproben“ (Kähler 2001: 30).

Die Zugehörigkeit zu einer spezifischen Jugendkultur entsteht durch ein ausgeprägtes Insiderwissen, das allen Mitgliedern der Gruppe zur Verfügung steht, wie beispielsweise dem Fachwissen über eine bestimmte Musikgruppe oder einen besonderen Tanzstil. Auch bestimmte sprachliche Merkmale oder anderweitige Verhaltensmuster werden von den Mitgliedern geteilt und als Identifikationssymbole gebraucht. Gleichzeitig gehört die Gestaltung des Äußeren durch Accessoires, bestimmte Kleidungsstücke oder Tätowierungen „zu den auffälligsten Aspekten jugendspezifischer Kulturformen“ (Androutsopoulos 1997: 13). Häufig werden vor allem mit Musik zugleich Lebens-, Mode-, und Sprachstile assoziiert sowie politische, soziale und ethische Grundhaltungen ausgedrückt. Teile dieser Jugendkulturen finden nicht selten durch eine stückweise Übernahme, unter anderem auch durch ihre Stilisierung in den Medien, Zugang zur breiten Masse der Gesellschaft und werden Teil einer Gesamtkultur (vgl. Kähler 2001: 5).

Hillmann betont, dass die Ausbildung von Subkulturen zu einer Pluralisierung der Gesellschaft beiträgt, den Mitgliedern ein hohes Maß an Identifikationsmöglichkeiten und dem Einzelnen so eine höhere Verhaltenssicherheit bietet als die abstrakte Gesamtkultur. Gleichzeitig sieht er in der Ausbildung von Subkulturen die Gefahr von Konfliktsituationen zwischen den Gruppen und möglicher Diskriminierung (vgl. Hillmann 1994: 851).

Tatsächlich dienen Jugendkulturen zur Abgrenzung von der Alltags- und Erwachsenenwelt (vgl. Schönlau 2007: 6). Zentral ist hier der Zusammenhang zwischen Identitätssuche und Abgrenzung, denn [...] die Jugendkultur bietet einerseits eine kollektive Identität und stellt andererseits eine Bezugsgruppe dar, die den Rahmen für die Entwicklung einer individuellen Identität abgibt – einer Identität, die scheinbar frei ist von den Rollenzuweisungen des Zuhauses, der Schule und des Arbeitsplatzes (Brake 1981: 168).

Auf der Suche nach der eigenen Identität und einem eigenen Lebenskonzept hinterfragen Jugendliche das bisher Vorgelebte und Übernommene und experimentieren stattdessen mit eigenen Konzepten. Die relative Kurzlebigkeit vieler jugendkultureller Trends spricht für diese Experimentierhaltung. Die Zugehörigkeit zur jeweiligen Jugendkultur ändert sich jedoch auch mit deren Verschwinden oder deren Modifikation durch die Kommerzialisierung. Wird ein Trend, dem zunächst eine abgrenzende Funktion zukommt, durch die Übernahme seiner Inhalte und Merkmale zunehmend gesellschaftsfähig, verliert er nicht selten schnell seinen Reiz (vgl. Kähler 2001: 29). Durch die Temposteigerung der Medien wird die Halbwertszeit von Jugendkulturen verkürzt, die Entwicklung und Aufhebung jugendkultureller Stile vorangetrieben (vgl. Vollbrecht 1995: 30).

Jugendkulturen und Jugendsprache hängen eng miteinander zusammen. Henne verweist auf Jugendsprache als Möglichkeit, „ein Stückchen Identitätsstiftung [zu] betreiben“ (Henne 1981: 373). In Jugendsprache findet Ausdruck, was Jugendliche miteinander verbindet und sie von der Erwachsenenwelt und anderen Subkulturen abgrenzt: „Das, was als prototypische Jugendsprache wahrgenommen wird, in der Alltagserfahrung wie auch in der Literatur, wird immer wieder in Bezug auf subkulturelle Jugendgruppen gebracht“ (Androutsopoulos 1998: 4). Dieser Annahme, dass jugendsprachliches Sprechen immer und ausschließlich als gruppenspezifisch – da von der jeweiligen Jugendkultur geprägt – zu betrachten ist (Schlobinski et al. 1993: 39), steht jedoch die Annahme eines „Prototyp[s] Jugendsprache“ (Heinemann 1990: 159) gegenüber, die sich an gruppenübergreifenden Überschneidungen jugendsprachlicher Ausdrucksweisen orientiert. Auch Androutsopoulos spricht in seiner Arbeit von strukturellen Ähnlichkeiten aller Jugendsprachen (vgl. Androutsopoulos 1998: 589). Für die vorliegende Arbeit ist diese Diskussion gerade deshalb interessant, weil sie sich durch den Vergleich verschiedener Jugendgespräche die Formulierung globaler Thesen über die Existenz weiblicher und männlicher Jugendsprache erhofft. Das Wissen um eine hohe Gruppenspezifik der Gespräche soll hier nicht einer allgemeinen Vergleichbarkeit dieser Daten widersprechen, wird jedoch in die Analysen und Ergebnisse einfließen.

Eine einzige, einheitliche Jugendsprache ist aufgrund der vielfältigen jugendkulturellen Kontexte nicht zu erwarten. Trotzdem sollen im folgenden Kapitel der Begriff „Jugendsprache“ definiert sowie übergreifende Charakteristika und Funktionen von Jugendsprache erläutert werden.

II.3. Jugendsprache

Wenn Jugend keine homogene Gruppe bezeichnet, kann „die“ Jugend nicht Untersuchungsgegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung sein. Vielmehr bleibt als Lösung die Untersuchung von jugendsprachlichem Sprechen in Jugendgruppen, deren Mitglieder sich durch verschiedene Merkmale dem Begriff „Jugend“ zuordnen lassen. Stets müssen die Merkmale der Jugendgruppe in die Bewertung mit einfließen, die als gruppenspezifisch zu bezeichnen sind. Jugendsprachliche Phänomene sind dann als sprachliche Phänomene einer spezifischen Gruppe zu analysieren:

Sprechmuster und deren Bewertungen sind Gegenstand unserer Analyse. Wir wollen nicht die Jugendsprache beschreiben und untersuchen, sondern einzelne Sprechmuster von Jugendlichen, wobei wir unter anderem die Merkmale auswählen und verfolgen, die angeblich das Register der Jugendsprache konstituieren. Es geht uns darum zu zeigen, dass spezifische Sprachvarianten nur sinnvoll in ihrem kontextuellen Gebrauch interpretiert und als Bausteine eines funktionalen Sprechregisters von einzelnen Jugendlichen begriffen werden können (Schlobinski et al. 1993: 39).

Neuland geht von jugendsprachlicher Heterogenität „entsprechend der vielen unterschiedlichen Gruppierungen und Szenen Jugendlicher“ (Neuland 2007: 13) aus. Entsprechend herrscht in der sprachwissenschaftlichen Forschung Uneinigkeit darüber, ob Jugendsprache als linguistische Varietät, als sprachliches Register oder subkultureller Sprachstil zu betrachten ist (vgl. ebd.). Auch Androutsopoulos sieht eine [...] gewisse Uneinheitlichkeit über den terminologischen [Anm. d. Verf.: Gemeint sind neben der Bezeichnung „Jugendsprache“ die Termini „Szenesprache“, „Jugendjargon“, „Jugendslang“] wie auch den begrifflichen Status des Forschungsgegenstands. Dieser gilt als altersspezifische Varietät, generationsspezifische Varietät, Soziolekt, Generationssoziolekt, transitorischer Soziolekt, Sondersprache (Androutsopoulos 1998: 32).

In dieser Arbeit wird Jugendsprache als ein gruppenspezifischer Sprechstil bezeichnet. Im Folgenden soll gezeigt werden, warum diese Definition nahe liegt und was sie von der Definition der linguistischen Varietät differenziert.

Nach Auer grenzen sich Varietäten durch „stark kookurierende grammatische Merkmale gegen andere Varietäten ab“, wobei die Merkmale bewusst und benennbar sind. Stile hingegen bezeichnen die „Menge interpretierter, kookurierender sprachlicher/nichtsprachlicher Merkmale, die (Gruppen/Rollen von) Personen Textsorten, Medien etc. zugeordnet werden“ (Auer 1989: 30). Möchte man Jugendsprache auf Grundlage dieser Definitionen einordnen, so erfüllt sie gewisse Bedingungen für eine abschließende Bestimmung als Varietät nicht, da bestimmte grammatische Merkmale nicht in allen Jugendsprachen regelmäßig auftreten. Auers Überlegungen verweisen ferner auf Jugendsprache als einen Sprechstil, in dem zunächst jedes Sprachelement auf seine Funktion innerhalb des Stils untersucht werden kann und in dem Merkmale und Strukturen gebraucht werden, die „von den Interagierenden methodisch verwendet und interpretiert werden“ (Selting/Hinnenkamp 1989: 5).

Neuland grenzt die Begriffe „Varietät“, „sprachliches Register“ und „soziolinguistischer Stil“ zunächst voneinander ab und plädiert ebenfalls für die Einordnung von Jugendsprache als „Gruppenstil“:

Im Unterschied zu Varietäten, aber auch zu Registern, die hauptsächlich grammatisch und lexikalisch bestimmt werden, weisen soziolinguistische Stile als Ausdrucksformen sprachlichen wie nichtsprachlichen Handelns überdies auch paralinguistische und nonverbale Merkmale auf. [...] Sprachstile sind [...] Gruppenstile in dem Sinne, dass sie nicht im Rahmen individueller Leistung erfunden werden; vielmehr setzen sie die Interaktion in der Gruppe und gemeinsam geteilte Werte und Einstellungen voraus. Die Stilbildung geschieht durch Ausbildung tendenzieller Gebrauchspräferenzen von sprachlichen Mitteln aus dem Bestand der Standardsprache, die jedoch oft in spezifischer Weise umgewandelt, also destandardisiert wird (Neuland 2003a: 140).

Auch Augenstein vertritt die Meinung, dass Jugendsprache dem Bereich des Sprechstils zuzuordnen ist und zieht daraus Schlüsse in Bezug auf angemessene methodische Analyseverfahren von Jugendsprache, denn sie [...] bildet folglich kein eigenständiges Sprachsystem heraus, so dass die in der korrelativen Soziolinguistik entwickelten, quantitativen Methoden zur Erforschung von Jugendsprache nicht herangezogen werden können. Es ist dagegen eine hermeneutisch-qualitative Methode zu wählen, die der Kontextgebundenheit des Sprechens Rechnung trägt, indem sie die in einer kommunikativen Situation wirksamen sozialen Verhältnisse zu rekonstruieren versucht [...] (Augenstein 1998: 114).

Jugendsprachliche Äußerungen müssen also in ihrem interaktiven Gebrauch erfasst werden und dürfen weder von der Äußerungssituation noch von ihrem Produzenten isoliert betrachtet werden (Augenstein 1998: 106). Denn sonst wird Jugendsprache zu einem Begriff, der „mit allerlei Fiktion verbunden ist“ (Schlobinski et al. 1993: 36). Wenn in der vorliegenden Arbeit Jugendsprache als gruppenspezifischer Sprechstil betrachtet wird, folgt sie auch den Überlegungen von Schlobinski et al.:

Sprechstile sind eine Form der Rückübersetzung gesellschaftlicher Unterschiede durch die Herstellung einer symbolischen Ordnung der Abweichungen. Sie geben Aufschluss über die Prinzipien und Aktivitäten, gemeinsam geteilten Normen und Werten, kurzum: über den Lebensstil, der von sozialen Gruppen als selbstverständlich und notwendig anerkannt und bezeugt wird (Schlobinski et al. 1993: 42).

Der Stil einer sprachlichen Handlung setzt sich also aus der stilspezifischen Auswahl verschiedener Ausdrucksmöglichkeiten innerhalb der bestehenden Varietäten einer Einzelsprache zusammen. Er ist in hohem Maß an situative und gruppenspezifische Besonderheiten gebunden. Im Hinblick auf den empirischen Teil dieser Arbeit bleibt deshalb festzuhalten, dass prinzipiell jedes Sprachelement auf seine Funktion innerhalb des Stils untersucht werden kann.

Welche Funktionen dem Gebrauch eines bestimmten Stils, hier konkret dem Gebrauch von Jugendsprache zugeschrieben werden, soll im folgenden Kapitel erläutert werden.

II.3.1. Funktionen von Jugendsprache

Betrachten wir Jugendsprache als einen gruppensprachlichen sowie an Situationen und Kontexte gebundenen sprechsprachlichen Stil, so stellt sich die Frage nach den Funktionen von Jugendsprache. Was Jugendsprache bewirkt ist mannigfaltig. Die wichtigsten Funktionen und somit auch Gründe für die Entwicklung von Jugendsprache sollen hier vorgestellt und erläutert werden.

Ehmann kategorisiert die Funktionen von Jugendsprache in sechs Komplexe: „den Protestaspekt“, „den Abgrenzungsaspekt“, „den Aspekt der Credibility “, „den Spiel-und Innovationsaspekt“, „den affektiv-emotionalen Aspekt“, und „den kommunikativ-ökonomischen Aspekt“ (Ehmann 2001: 10f). Die folgenden Überlegungen lehnen sich an Ehmanns Kategorisierung an, wobei weitere Forschungspositionen in die Darstellung einfließen.

Der Protestaspekt steht für Ehmann vor allem für die Ablehnung sprachlicher und gesellschaftlicher Konventionen, welche die Jugendlichen zum Ausdruck ihrer Bedürfnisse als unzeitgemäß empfinden (vgl. Ehmann 2001: 10). Jugendliche grenzen sich von der Erwachsenenwelt so unter anderem durch eine Kommunikation, die Erwachsene ausschließt oder durch provokante Ausdrücke und Paraphrasen empört, ab. Sie schaffen sich sprachliche Räume, in welchen die eigene Auffassung gesellschaftlicher Werte und Normen ausgedrückt werden kann. Neuland verweist in diesem Zusammenhang auf den Aspekt der „Spiegelung und Gegenspiegelung“ (Neuland 2003b: 10) gesellschaftlicher Verhältnisse in Jugendsprache: Sie betont die „zeitdiagnostisch-kulturanalytische“ (ebd.) Dimension von Jugendsprache, die gegebene gesellschaftliche Verhältnisse reflektiert, bejaht oder ablehnt. Jugendsprache entsteht also relational zu gesellschaftlichen oder politischen Systemen. Unter anderem wird hier die Notwendigkeit einer differenzierten, vorurteilsfreien Sichtweise auf Jugendsprache deutlich, die sich von pauschalierenden Beurteilungen von Jugendsprache als Sprachverfall abgrenzt. Augenstein verweist sogar auf die mögliche Einordnung von Jugendsprache als Fachsprache und begründet diese Sichtweise mit einem von der Erwachsenenwelt abweichenden Wissens- und Erfahrungshorizont, der andere Ausdrucksmöglichkeiten unbedingt fordert (Augenstein 1998: 47).

Sprachbiographisch wird Jugendsprache als Sozialisationsphase betrachtet, in der sich Jugendliche stückweise von ihren sozialen Rollen beispielsweise innerhalb der Familie lösen und neue Bindungen, hier vor allem an die Peergroup, ausbilden (vgl. Neuland 2008: 39). Mit diesem Prozess der Identitätsbildung kann auch die Abgrenzung von dem einhergehen, was temporär oder langfristig für die Jugendlichen an Relevanz verliert.

Gleichzeitig wird der sprachliche Stil in höchstem Maß von einer Gruppenidentität, die durch gemeinsame Ansichten, Normen, Werte, Wissenshorizonte etc. geprägt ist, beeinflusst: Der geteilte sprachliche Stil wird zum Ausdruck eines gemeinsamen „Lebensstils“ (Schlobinski et al. 1993: 42). An dieser Stelle wird eine gegenseitige Bedingtheit von Sprache und Gruppenidentität deutlich, die für jegliche Untersuchung von Jugendsprache von zentraler Bedeutung ist.

Was die breite Masse bewegt, das kann nicht originell sein. Der Ausdruck von Originalität und Authentizität ist aber gerade das Ideal der meisten Jugendlichen. Auch Ehmann merkt an, dass sich genau „diese Art von Credibility stark im sprachlichen Verhalten [zeigt]“ (Ehmann 2001: 11). Die eigene Wirkung nach außen ist eben gerade in der Jugendphase – einer Phase, in der sich nach Innen gleichzeitig massiv Fragen nach der eigenen Identität und dem eigenen Lebenskonzept stellen – ein Aspekt von zentraler Bedeutung.

Neben diese Funktionen von Jugendsprache tritt ein spielerischer und innovativer Umgang der Jugendlichen mit Sprache. Oft entstehen so sprachliche Innovationen, besonders auf der lexikalischen Ebene (vgl. Henne 1986: 209). Zimmermann etwa betont die Bedeutung von sprachlicher Innovation als erste Stufe von Sprachwandel, denn:

[...] ohne Innovation kein Wandel. Für eine längerfristige Bedeutsamkeit ist jedoch eine zweite und dritte Stufe (die sich gegenseitig bedingen) nötig, nämlich ihre Akzeptanz und Verbreitung im jugendlichen Mikrokosmos, das von einer beschränkten lokalen Jugendgruppe oder Clique zu den Jugendlichen eines Stadtteils und einer Stadt zu einer nationalen Erscheinung werden kann [...] (Zimmermann 2003: 31).

Jugendsprachliche Innovationen werden durch diese von Zimmermann erwähnte Verbreitung zu einem erheblichen Einflussfaktor auf Sprachwandel. Nicht selten werden jugendsprachliche Elemente sogar in die Standardsprache aufgenommen, wenn Erwachsene das jeweilige Element in formellen Situationen gebrauchen und dadurch die spezifische Markierung des Elements als „jugendsprachlich“ aufgehoben wird (vgl. Zimmermann 2003: 34).

Die affektiv-emotionale Ebene von Jugendsprache erläutert Ehmann als „kanalisierte Emotionsabfuhr mit therapeutischem Effekt“ (Ehmann 2001: 11). Ungelöste Konflikte und krisenbehaftete Gefühlszustände, die für die Zeit der Pubertät durchaus typisch sind, werden über Sprache abgebaut (vgl. ebd.).

Als letzte Funktion von Jugendsprache nennt Ehmann den kommunikativ-ökonomischen Aspekt. Zum einen ist Jugendsprache „konkreter und farbiger als die überwiegend an Abstraktion und Deskription orientierte Standardsprache“, zum anderen aber auch „ökonomischer und bequemer“ (Ehmann 2001: 12). Eine Berufsschülerin äußert sich hierzu: „Jugendliche versuchen Wörter zu vereinfachen, kürzen umständliche Sätze, um ihre Meinung schneller zum Ausdruck zu bringen“ (zitiert nach Neuland 2008: 45). Weil Jugendsprache sich weniger an Regeln und Normen orientiert, drückt sie individuelle Wahrnehmungen und Stimmungen besser aus. Insgesamt lässt sich eine recht große Flexibilität feststellen, die sich entkrampfend auf die jeweilige Gesprächsatmosphäre auswirkt (vgl. Ehmann 2001: 12).

Nach diesen Überlegungen zu den vielfältigen Funktionen von Jugendsprache wird der Fokus im folgenden Kapitel nun konkret auf jugendsprachliche Merkmale gerichtet.

II.3.2. Jugendsprachliche Merkmale

„Die“ Jugendsprache gibt es also nicht. Stattdessen führen die bereits erwähnte Vielfalt von Jugendsprache und ihre Schnelllebigkeit dazu, dass jugendsprachliche Merkmale nur als tendenziell präferierte Merkmale jugendsprachlicher Konversation bezeichnet werden können. Diese Merkmale sind hauptsächlich in Lexik, Wortbildung, Phraseologie und Semantik zu finden (vgl. Androutsopoulos 1998: 36). Auch Neuland geht auf diese vier Ebenen gesondert ein (vgl. Neuland 2007: 12f).

Im Bereich der Wortbildung nutzt Jugendsprache alle Möglichkeiten der deutschen Grammatik. Durch Suffigierung, Präfigierung und Komposition entstehen vielfältige Wortneuschöpfungen. Besonders häufig sind Präfixe wie an-, ab- in Kombination mit Verben wie lachen, kotzen - ablachen, ankotzen, Suffixbildungen aus Adjektiven wie hyper-mäßig, und Komposita wie saugut oder affengeil. Der jugendsprachliche Wortschatz wird außerdem durch Entlehnungen aus dem Englischen, wie beispielsweise checken, cool, powern geprägt (vgl. Neuland 2007: 12).

Insgesamt betrachtet ist der jugendsprachlich gebrauchte Wortschatz außerdem in hohem Maß von Vulgarismen und einem ausgeprägten Sexualwortschatz markiert (vgl. Androutsopoulos 1998: 37). Oftmals handelt es sich um Tabuthemen und Tabulexeme im Bereich der Erwachsenensprache, die im jugendsprachlichen Kontext ihre ursprüngliche Bedeutung jedoch abgelegt haben, so wird der Ausruf ficken zu einer Steigerung des Ausrufs scheiße.

Im Bereich der Semantik lässt sich vielfach ein Bedeutungswandel feststellen: Wörter wie fett werden im jugendsprachlichen Bereich häufig von ihrer ursprünglichen Bedeutung abgekoppelt, in diesem Fall erfolgt eine Bedeutungserweiterung von fett - super (vgl. Ehmann 2001: 8ff).

Phraseologische Ausdrücke wie keinen Bock haben oder echt Banane sein werden in der Jugendsprache zahlreich gebraucht und neu kreiert. Besonders häufig sind ferner Hyperbolisierungen verschiedenster Art wie Horror, (ober)genial, Wahnsinn. Auch 15

benutzt Jugendsprache metaphorische Ausdrücke wie nicht richtig ticken oder daneben sein (vgl. Neuland 2007: 12) .

Im Folgenden wird nun ausführlicher auf vier typische jugendsprachliche Elemente eingegangen, welche im empirischen Teil der Arbeit im Rahmen einer Analyse der erhobenen Daten ausgewertet werden. Es handelt sich hierbei um gegenseitige Anreden, jugendsprachliche Vulgär- und Sexualsprache, den Gebrauch von Vagheitsmarkern sowie um jugendsprachlichen Ethnolektgebrauch.

II.3.2.1. Gegenseitige Anreden

Nicht nur in Gruß- und Begrüßungssituationen ist die Anrede von Bedeutung, auch inmitten der Interaktion wird sie immer wieder Mittel der Zuwendung zum Gesprächspartner oder zum Erlangen von Aufmerksamkeit. Durch die Form der Anrede – in Kombination mit Personennamen oder stattdessen – wird unter anderem die soziale Beziehung zwischen Sprecher und Adressat zum Ausdruck gebracht (vgl. Androutsopoulos 1998: 478).

Solche Anredesysteme sind abhängig von ihrem soziokulturellen Kontext, „there can be no doubt that different population subgroups use different rules of address” (Fasold 1990: 21). Androutsopoulos geht in seiner Untersuchung von Jugendsprache ausführlich auf das Anredesystem der Jugendsprache ein. Er unterscheidet zwischen pronominaler, nominaler, kollektiver und beschimpfender Anrede (vgl. Androutsopoulos 1998: 478ff). Auch die Unterteilung der nachstehenden Anredeformen folgt der Darstellung von Androutsopoulos.

Nominalanreden werden in Jugendsprache sowohl äußerungsinitial als auch äußerungsfinal eingesetzt. Die Anrede am Anfang einer Äußerung ist kennzeichnend für Assertiva, Interrogativa und Direktiva. Initiale Anreden können außerdem von den Partikeln ey/hey eingeleitet werden. So werden Gespräche eröffnet oder Meinungen kundgetan. Äußerungsfinal werden Anreden vor allem bei Expressiva, vereinzelt auch bei Assertiva positioniert. Androutsopoulos nennt in diesem Zusammenhang folgende jugendsprachliche Beispielsätze (vgl. Androutsopoulos 1998: 479):

(1) Ey Alter, was sagst du dazu?
(2) Hey Sisters, ihr habt da was falsch verstanden.
(3) Geil, Alter! Sorry, babe!
(4) Nur kein Streß, Kumpel !

Einzelne semantische Felder werden bevorzugt in der Nominalanrede gebraucht: Alter, Chef und Meister verweisen auf Bezeichnungen von Vorgesetzten, werden somit zum Ausdruck echter oder auch ironisierter Anerkennung; Bruder und Schwester verweisen auf Nähe und Vertrautheit; Englische Anreden stehen für Internationalität und Jugendkulturbezug (ebd.). Androutsopoulos zitiert Mann und Alter als die häufigsten nominalen Anreden in seinem Korpus:

Mann fungiert vor allem dann als Anrede, wenn es zusammen mit anderen grammatischen Markern der Dialogizität auftritt. [...] Alter ist die üblichste Anrede zwischen vertrauten männlichen Gesprächspartnern (die feminine Form Alte ist seltener). Es wird auch zu gleichaltrigen Unbekannten verwendet, sofern sie als gleichgesinnt bzw. solidarisch eingeschätzt werden [...] (Androutsopoulos 1998: 479).

Bei der Pronominalanrede handelt es sich um das freie Anredepronomen du, das Nominativpronomen der zweiten Person Singular. Es wird typischerweise responsiv verwendet und hat dabei adversative Bedeutung, drückt somit Einschränkung, Nicht-Übereinstimmung oder Rechtfertigung aus. Auch fungieren solche Anredemuster als Aufmerksamkeitssignale oder sie leiten Fragen ein (vgl. ebd.: 480):

(5) A: Warum haben wir denn keine Kippen ? B: Du, ich hab kein Geld dabei.
(6) Du, sag mal (an Freunde und Unbekannte)
(7) H ey du! (an Freunde und Unbekannte)

Auch Kollektivanreden sind in Jugendsprache üblich und zwar meist jene, die auch in Grußformeln eingesetzt werden, beispielsweise Mädels, Jungs, Leute/Leuts. In Sprechhandlungen begleiten sie häufig Direktiva sowie Expressiva und kommen syntaktisch gesehen sowohl initial wie auch final vor (vgl. ebd.):

(8) Ok, Leute, wenn ihr immer noch nicht wisst [...] seid ihr selbst schuld.
(9) Kinderchen, macht mal lieber was mit den T.U.
(10) Thanx, Leute!

Eine besondere Form der Anrede ist die beschimpfende Anrede. Androutsopoulos unterscheidet hier zwischen distanzierenden und harmlosen Beschimpfungen. Erstere stellen tatsächlich verbale Aggressionen dar, wohingegen letztere die Beziehung der Kommunikationspartner nicht in Frage stellen und gar zum Zeichen für kommunikative oder soziale Nähe werden können (vgl. Androutsopoulos 1998: 481). Ausschlaggebend ist hierbei nicht das Schimpfwort an sich, sondern die Absicht des Sprechers, woraus resultiert, dass [...] nicht immer eindeutig festzustellen [ist], wann eine Anrede zu einer negativen Wertung oder gar zum bösartigen Schimpfwort wird. Jugendliche können das je nach Situation ganz genau einschätzen, für einen Außenstehenden ist das schon schwerer (Heinemann 1989: 35).

Androutsopoulos unterscheidet die beschimpfende Anrede deshalb nach pragmatischen Kriterien in vier Typen: rituelle, gerechtfertigte, typisierende und distanzierende Beschimpfungen (vgl. Androutsopoulos 1989: 482ff):

Rituelle Beschimpfungen setzen ein vertrautes Verhältnis der Kommunikationspartner voraus, ihre pragmatische Funktion ist der symbolische Ausdruck von Solidarität. Besonders häufig wird diese Form der beschimpfenden Anrede in Begrüßungs- und Verabschiedungssituationen – sowohl vom weiblichen als auch vom männlichen Geschlecht – benutzt (vgl. ebd.: 482):

(11) Hey Harry, du alte Sau!

Gerechtfertigte Beschimpfungen folgen hingegen auf ein unkooperatives Verhalten des Gegenübers. Der Sprecher zeigt seinen Ärger und nimmt korrektiv Bezug auf das Verhalten des Anderen (vgl. ebd.):

(12) Laß mich los, du Arsch!

Die typisierende Beschimpfung ist nach Androutsopoulos oftmals eine negative Bewertung des Charakters oder des Verhaltens, die vom Gesprächspartner durch Typisierungen wie Poser, Proll, Asso, Loser, Schwätzer vorgenommen wird. Sie setzen den Adressaten häufig in die Nähe sozialer Stereotype (vgl. ebd.: 484f).

Distanzierende Beschimpfungen dienen zum einen der emotionalen Entladung des Sprechers, zum anderen der Kränkung des Adressaten. Neben den Ausdrücken, die in der rituellen Beschimpfung eingesetzt werden, kommen solche ins Spiel, die ausschließlich distanzierend, erniedrigend und aggressiv sind, beispielsweise Dreck, Spast, oder Wichser. Diese Form der Beschimpfung tritt in Jugendsprache häufig auf. Androutsopoulos sieht die Ursache für die große Beliebtheit dieser Form der beschimpfenden Anrede in der Verletzung der distanzsprachliche[n] Maxime der Höflichkeit. In der Schule, der Familie und der öffentlichen dominanten Kultur ist Schimpfen generell verpönt, aber in der Ingroup-Kommunikation Jugendlicher wird diese Maxime bewusst umgekehrt: je weniger höflich (im allgemein gültigen Sinne) der Umgangston, desto vertrauter die Kommunikationspartner. Die Sprechhandlung der Beschimpfung wird dabei häufig durch nonverbale Zeichen der kommunikativen Nähe (Lachen, Mimik, Gesten) begleitet [...] (Androutsopoulos 1998: 486).

Je nach Kontext muss also geprüft werden, ob eine Beschimpfung als ernster Ausdruck von Aggressivität und Kränkung zu werten ist oder – ganz im Gegenteil – Vertrautheit und Vertrauen zwischen Sprecher und Adressat symbolisiert.

II.3.2.2. Vulgär- und Sexualsprache

Die Bezeichnung „Vulgär- und Sexualsprache“ dient in dieser Arbeit als Sammelbezeichnung für alle Sprachmittel, deren Bedeutung in die Tabubereiche von Sexualität und anderer Körperfunktionen hineinreicht. Sexualsprache wird hier insofern von Vulgärsprache unterschieden, als diese sich explizit des Wortschatzes aus dem Sexualbereich d.h. Bezeichnungen sexueller Vorgänge und intimer Körperteile bedient. Ferner untersucht diese Arbeit sowohl vulgären und sexualsprachlichen Wortschatz in seiner konkreten Bedeutung, als auch übertragenen Wortschatz, das heißt „entsexualisierte bzw. enttabuisierten Lexeme, die in expressiv-emotionaler Absicht verwendet werden“ (Androutsopoulos 1998: 63), beispielsweise durch Komposita wie Fickgesicht oder Scheißdreck.

Wiederholt wurde in der jugendsprachlichen Forschung auf die Bedeutung von Vulgarismen als „an extremely important symbol of vernacular identity for both girls and boys“ (Cheshire 1982: 155) hingewiesen. In der Untersuchung von Wachau wird Jugendsprache unter anderem als „Fäkaliensprache“ (Wachau 1989: 89) klassifiziert. Radtke verweist auf Jugendliche als „Vorreiter einer Sprache der Sexualtermini im Alltagsgebrauch“ (Radtke 1990: 157).

Nach Androutsopoulos finden Vulgarismen in Jugendsprache geschlechtsunabhängig Verwendung, während ihm die „Verwendung von Vulgarismen in konkreter Bedeutung [...] geschlechtsspezifisch differenziert zu sein [scheint]“ (Androutsopoulos 1998: 417). Ebenso formuliert Kluge die These, dass Männer im Vergleich zu Frauen den sprachlichen Einsatz konkreter Vulgarismen bevorzugen (vgl. Kluge 1997: 125).

Mitte der neunziger Jahre löste die Veröffentlichung des Aufklärungsheftes Let’s talk about Sex (Herrath 1996) öffentliche Empörung und Diskussionen aus, und wurde vor allem von Repräsentanten konservativer Gruppen heftig attackiert. Der Grund für die Kritik waren die als vulgärsprachlich und unanständig empfundenen Ausdrücke, die in Statements von Jugendlichen auftauchten und in dem 32-seitigen Heft abgedruckt wurden (vgl. ebd.: 14). In Anbetracht der damaligen Umstände kommt Kluge zu dem Schluss, dass Sexualsprache in unserer Gesellschaft „immer noch mit einem unverkennbaren Tabu belegt [ist]. [...] Vulgärausdrücke gelten als obszön oder derb und sind möglichst zu unterlassen“ (Kluge 1997: 14). In einer aus diesen Kontroversen resultierenden Studie aus dem Jahr 1995 fragt Kluge nach den Situationen, in denen Jugendliche Sexualsprache verwenden. Kluge verweist auf eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie,

[...] dass der Anteil der Vulgärsprache bei Teenagern und jungen Erwachsenen in allen drei Sprechsituationen [Anm. der Verf.: in der Familie, mit Freunden, in der Öffentlichkeit], verglichen mit den Ergebnissen der Gesamtstichprobe, erhöht, bisweilen stark erhöht ist (Kluge 1996: 54).

Jugendsprache tendiert zu anschaulichen, bildhaften Ausdrücken. Im Bereich der Sexualsprache stößt sie so häufig an eine gesellschaftliche Toleranzgrenze: „Wenn Jugendliche sich in Tabuthemen artikulieren, so tun sie dies häufig mittels Ironie, Sarkasmus oder derber Provokation“ (Osthoff 1996: 184). Tabuisierung hängt nicht unmittelbar mit der Wortwahl des Sprechers zusammen, sondern mit der Assoziation, die durch sie beim Empfänger hervorgerufen wird (vgl. ebd.: 185). Prinzipiell kann so jeder Gegenstand „sexuell aufgeladen, das heißt durch seine Erfahrung oder Phantasie assoziativ besetzt“ (ebd.: 188) werden. Metaphern und Phraseologismen führen vieles bildlich vor Augen, beispielsweise benutzen Jugendliche Begriffe wie Loch, Knallen oder Ständer, die zunächst nicht der Sexualsprache zuzuordnen sind, aber sexuelle Assoziationen wecken.

Wenn Jugendliche provokante Ausdrücke verwenden, dann unter anderem auch, weil diese zu ihrem normalen Sprachgebrauch gehören und nur bei Erwachsenen auf Ablehnung stoßen, nicht aber bei Gleichaltrigen. Aus Sicht der Jugendlichen sind sie in ihrer Verwendung etabliert und gehören einfach dazu (vgl. Osthoff 1996: 187). Außerdem verweist Osthoff auf die enge Verknüpfung sexueller Ausdrücke mit [...] grundsätzlichen subjektiven Weltanschauungen, mit der Mitteilungsabsicht, mit erwarteten sozialen Wirkungen und Sanktionen und mit dem Anspruch sowie dem Bedürfnis, sich zu verstehen und der damit verbundenen Sehnsucht, durch Worte Gemeintes ‚richtig‘ – das heißt inhaltlich adäquat und gefühlsauthentisch – auszudrücken. (Osthoff 1996: 187).

Somit werden eine Vielzahl der bereits vorgestellten Funktionen von Jugendsprache konkret an der Verwendung von Vulgär- und Sexualsprache nachvollziehbar.

Im folgenden Kapitel soll der Blick nun auf ein weiteres Merkmal, die jugendsprachliche Verwendung von Vagheitsmarkern, gerichtet werden.

[...]


1 Lediglich aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden auf die konsequente Nennung der männlichen und weiblichen Formen verzichtet.

Ende der Leseprobe aus 104 Seiten

Details

Titel
"Doing gender" in Jugendsprache - Eine empirische Untersuchung
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1.0
Autor
Jahr
2009
Seiten
104
Katalognummer
V147734
ISBN (eBook)
9783640587193
Dateigröße
878 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Doing, Jugendsprache, Eine, Untersuchung
Arbeit zitieren
Sarah Pfeffer (Autor), 2009, "Doing gender" in Jugendsprache - Eine empirische Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147734

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