In dieser vorliegenden Arbeit wird der Themenbereich des Korrelates es diskutiert. Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die in der Fachliteratur vorhandenen unterschiedlichen Ansichten zu Nebensätzen und Korrelaten darzustellen. Es werden zwei verschiedene Betrachtungsweisen von Nebensätzen (syntaktisch raffinierte und syntaktisch primitive) besprochen und verglichen. Hierbei tritt die Fragestellung auf, nach welchen Eigenschaften (formal oder syntaktisch) die Korrelate identifiziert werden.
Es werden auch die Gesetzmäßigkeiten und die Einschränkungen des Auftretens vom Korrelat es im komplexen Satz dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFLICHKEIT
2.1 NEBENSATZBEGRIFFE
2.2 BEGRIFF „KORRELAT“
2.2.1 Korrelate nach Eisenberg und Helbig/Buscha
2.2.2 Korrelate nach Fabricius-Hansen
3. KORRELAT ´ES´ UND SEINE SYNTAKTISCHEN FUNKTIONEN
3.1 SUBJEKT- UND AKKUSATIVOBJEKTSÄTZE
3.2 DAS AUFTRETEN UND SYNTAKTISCHE EIGENSCHAFTEN DES KORRELATS
3.3 DIE EINSCHRÄNKUNGEN DES AUFTRETENS VOM KORRELAT
3.3.1 Abhängige Verbzweitsätze
3.3.2 Freie Relativsätze
4. BEISPIELE
5. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Gebrauch des Korrelates "es" im Deutschen, insbesondere dessen syntaktische Rolle in Verbindung mit extraponierten Subjekt- und Akkusativobjektsätzen, um die zugrunde liegenden grammatischen Gesetzmäßigkeiten und Restriktionen zu klären.
- Syntaktische Klassifikation von Nebensätzen (raffiniert vs. primitiv)
- Strukturelle Funktionen des Korrelates "es" als Stellvertreter
- Stellungsbeschränkungen und syntaktische Bedingungen des Korrelats
- Vergleich von Korrelaten in Subjekt-, Objekt- und Relativsätzen
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Korrelate nach Fabricius-Hansen
Fabricius-Hansen (1980:5) stellt die Frage, ob Korrelate den Satzgliedwert des extraponierten Nebensatzes haben und ob der Nebensatz im entsprechenden Satz ohne Korrelat einen Satzgliedwert übernimmt.
(8) a. Mich freut es ja, dass du kommst.
b. Mich freut ja, dass du kommst.
c. ? Mich hat ja, dass du kommst, gefreut.
(9) a. Ich habe es nicht bedauert, dass ich dabei war.
b. Ich habe nicht bedauert, dass ich dabei war.
c. ? Ich habe, dass ich dabei war, nicht bedauert.
Fabricius-Hansen (1980:6) argumentiert ihre Meinung folgendermaßen: Da der Nebensatz nicht Kasus- oder Numerushaltig ist, kann man nicht sagen, dass der extraponierte Nebensatz in (8a) als Subjekt und in (9a) als Objekt dient. Auch „topologisch benimmt sich der Nebensatz nicht wie ein nominales Subjekt – er steht ja im allgemeinen nicht innerhalb des Satzrahmens.“ (8c, 9c) „Wenn der Nebensatz ein Subjekt bzw. Objekt ersetzt oder in paradigmatischer Relation dazu steht, muss dies demnach so verstanden werden, dass Nebensatz und ein nominales Glied (Subjekt bzw. Objekt) in einem bestimmten Kasus alternative Ausfüllungen einer gegeben syntaktischen Leerstelle sind. Bedauern ´verlangt´ ein Objekt, freuen ein Subjekt…“ In den Sätzen (8a, 9a) und (8c, 9c) „werden die Verbale semantisch durch den Nebensatz gesättigt“ und der Nebensatz „besitzt die obligatorische Leerstelle (Subjekt oder Objekt)“. Da in diesen Beispielen kein nominales Subjekt bzw. Objekt vorhanden ist und der Nebensatz nicht ausgelassen werden kann, ohne dass der Satz unvollständig wird, ergibt sich, dass „das Fehlen eines Satzgliedes anaphorische Funktion hat“ und dass „Sätze mit einer unbesetzten Leerstelle inhaltlich identisch sein können.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Es wird die Forschungsfrage nach den Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten des Korrelates "es" im komplexen Satz definiert sowie verschiedene theoretische Ansätze zur Nebensatzbetrachtung skizziert.
2. BEGRIFFLICHKEIT: Die theoretischen Grundlagen der Nebensatzdefinition und verschiedene sprachwissenschaftliche Positionen zum Begriff "Korrelat" nach Autoren wie Eisenberg, Helbig/Buscha und Fabricius-Hansen werden erläutert.
3. KORRELAT ´ES´ UND SEINE SYNTAKTISCHEN FUNKTIONEN: Dieser Teil analysiert das Vorkommen von Korrelaten in Subjekt- und Akkusativobjektsätzen, beleuchtet ihre syntaktischen Eigenschaften und untersucht Einschränkungen bei speziellen Satztypen wie Verbzweitsätzen und freien Relativsätzen.
4. BEISPIELE: Anhand einer Vielzahl praktischer Belege wird der obligatorische und fakultative Gebrauch des Korrelates "es" in realen Subjekt- und Objektsätzen illustriert.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Die Ergebnisse werden resümiert, wobei der Status des Korrelates als Gliedsatzteil unterstrichen und weiterhin bestehender Forschungsbedarf zur syntaktischen Vertretung durch Korrelate aufgezeigt wird.
Schlüsselwörter
Korrelat, es, Nebensatz, Subjektsatz, Akkusativobjektsatz, Syntax, Hypotaxe, Satzglied, Stellvertreter, Valenz, Extraposition, Verbzweitsatz, freier Relativsatz, syntaktische Leerstelle, Anapher
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse des Korrelates "es" im Deutschen, insbesondere im Kontext von komplexen Sätzen, in denen Nebensätze extraponiert (also aus dem Hauptsatz ausgelagert) sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die theoretische Einordnung von Korrelaten in der deutschen Grammatik, die Abgrenzung von Nebensatztypen und die Beschreibung der syntaktischen Bedingungen, unter denen das Korrelat "es" auftritt oder weggelassen werden kann.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die unterschiedlichen Fachansichten zu Nebensätzen darzustellen und zu klären, nach welchen formalen oder syntaktischen Eigenschaften Korrelate identifiziert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender grammatischer Theorien und vergleicht diese mit zahlreichen praktischen Beispielen aus der Sprachverwendung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung des Korrelats "es", seiner Rolle als syntaktisches Platzhalter-Element und seinen spezifischen Einschränkungen in verschiedenen Kontexten, wie etwa bei abhängigen Verbzweitsätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind unter anderem Korrelat, Nebensatz, Syntax, Subjektsatz, Akkusativobjektsatz, Extraposition und syntaktische Leerstelle.
Was unterscheidet ein "syntaktisch raffiniertes" von einem "syntaktisch primitiven" Nebensatzkonzept?
Nach Fabricius-Hansen definiert die raffinierte Sichtweise den Satz über die direkte syntaktische Relation zum Matrixsatz, während die primitive Sichtweise den Nebensatz als satzförmige Realisierung funktional definierter Kategorien begreift.
Können Korrelate in jedem Satzkontext weggelassen werden?
Nein, die Weglassbarkeit des Korrelats wird stark vom regierenden Verb gesteuert; zudem kann das Korrelat obligatorisch werden, wenn es die Kasusmarkierung für eine satzförmige Ergänzung übernehmen muss.
Warum spielt die Valenz des Verbs eine Rolle für das Korrelat?
Die Valenz des Verbs bestimmt die Erfordernis eines Arguments; das Korrelat "es" fungiert dabei oft als Füller der syntaktischen Leerstelle, bevor der inhaltliche Nebensatz im Nachfeld erscheint.
Was ist das Ergebnis der Untersuchung zu freien Relativsätzen?
Die Arbeit stellt fest, dass freie Relativsätze sich in ihren Eigenschaften deutlich von anderen Komplementsätzen unterscheiden und bei ihnen in der Regel kein Korrelat "es" auftritt.
- Quote paper
- Lazavaya Alesia (Author), 2009, Korrelat ´es´ zu den extraponierten Subjekt- und Akkusativobjektsätzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147788