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Aspekte der Familienpsychologie

Familie im Wandel & Theoretische Zugänge

Titre: Aspekte der Familienpsychologie

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2001 , 27 Pages , Note: 1,1

Autor:in: Mag. Arno Krause (Auteur)

Psychologie - Psychosociologie
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Familie in der heutigen Form ist keineswegs die Fortsetzung einer alten Tradition; vielmehr hat sie nur eine relativ kurze Geschichte, in deren Verlauf sie, bedingt durch gesellschaftliche Faktoren, ganz unterschiedliche Formen angenommen hat.

Aus wissenschaftlicher Sicht problematisch ist dabei die in öffentlicher Meinung ebenso wie auch in der Verfassung (Deutschland) herrschende Auffassung von der Gleichsetzung der beiden Institutionen Ehe und Familie; sind doch beides gänzlich unterschiedliche Beziehungsformen.

Der Begriff der Familie ist erst während der Renaissance entstanden und im Rahmen der Verrechtlichung des bürgerlichen Lebens in den wachsenden städtischen Kommunen zur zentralen Grundeinheit geworden. Zuvor sprach man nur von wirtschaftlichen Gemeinschaften und ausgehend von der bäuerlichen Agrarwirtschaft von der Institution des ganzen Hauses. Diese Institution umfaßte nicht nur die klassische Mehrgenerationen-Kernfamilie, sondern zB auch Mägde und Knechte oder im Handwerksbereich etwa Lehrlinge. Erst im 19. Jht. setzte sich ein Verständnis von Familie durch, das sich an der rechtlichen Institution der Ehe und der Liebesheirat orientierte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. FAMILIE IM WANDEL

1.1.Wendepunkte in der Geschichte der Familie

1.2.Stellung der Kinder

2. FAMILIE - ZAHLEN UND FAKTEN

2.1.Heiratsmüdigkeit

2.2.Scheidung

2.3.Suche nach Alternativen

2.4.Geburtenrückgang

2.5.Neue Lebensperspektiven von Frauen

3. NEUE FAMILIENFORMEN (AUSWAHL)

3.1.Ein-Elter-Familie

3.2.Lebensabschnittspartnerschaften

3.3.Living-apart-together

3.4.Nesting-Modell

3.5.Fortsetzungsfamilien

4. THEORETISCHE ZUGÄNGE

4.1.Psychoanalytische Konzepte

4.2.Familienstufentheorie

4.3.Familienstreß- und Familienkohäsionstheorien

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen, strukturellen und theoretischen Aspekte des Wandels partnerschaftlicher und familialer Beziehungen, um ein tieferes Verständnis für die heutige Vielfalt an Familienformen zu entwickeln.

  • Historische Entwicklung der Familie und des Kindheitsbegriffs
  • Empirische Daten zum Wandel von Ehe- und Geburtenraten
  • Analyse zeitgenössischer Familienkonstellationen wie Ein-Elter-Familien oder Patchwork-Modelle
  • Psychologische Theorieansätze der Familienforschung

Auszug aus dem Buch

1.1. Wendepunkte in der Geschichte der Familie

Der Begriff der Familie ist erst während der Renaissance entstanden und im Rahmen der Verrechtlichung des bürgerlichen Lebens in den wachsenden städtischen Kommunen zur zentralen Grundeinheit geworden. -- Zuvor sprach man nur von wirtschaftlichen Gemeinschaften und ausgehend von der bäuerlichen Agrarwirtschaft von der Institution des ganzen Hauses. Diese Institution umfaßte nicht nur die klassische Mehrgenerationen-Kernfamilie, sondern zB auch Mägde und Knechte oder im Handwerksbereich etwa Lehrlinge. Erst im 19. Jht. setzte sich ein Verständnis von Familie durch, das sich an der rechtlichen Institution der Ehe und der Liebesheirat orientierte.

Exkurs: Die soziale Stellung der Frau im Wandel der Jahrhunderte

Betrachtet man das Zusammenleben von Mann und Frau - ob nun in Ehe oder als Familie - so müssen wir leider feststellen, daß sich "…die Voraussetzungen der traditionellen Ehe radikal von denen der modernen Ehe unterschieden. Anders als im 20. Jht. […] heirateten die Menschen früher aus 'familiären' Gründen: Ein Mann nahm eine Frau, damit sie ihm den Hof bewirtschaften half oder ihm die männlichen Nachkommen lieferte, denen er das Erbe hinterlassen konnte. Es gab wenig emotionalen Kontakt zwischen Mann und Frau, ja die Männer sahen in anderen Männern ihre wichtigsten 'geistigen Partner'; […] die Frau hatte den Status einer 'besseren Dienstmagd der Söhne und Knechte', um einen Beobachter bretonischer Verhältnisse [aus dem Jahre 1835, Anm.] zu zitieren" (Shorter, 1987, S.18).

Zusammenfassung der Kapitel

1. FAMILIE IM WANDEL: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Familienbegriffs, hinterfragt den "Mythos Großfamilie" und analysiert die veränderte soziale Stellung von Frau und Kind über die Jahrhunderte.

2. FAMILIE - ZAHLEN UND FAKTEN: Hier werden statistische Trends wie Heiratsmüdigkeit, Scheidungsraten und Geburtenrückgänge sowie deren gesellschaftliche Hintergründe dargelegt.

3. NEUE FAMILIENFORMEN (AUSWAHL): Dieses Kapitel stellt moderne Beziehungsmodelle vor, darunter Ein-Elter-Familien, Lebensabschnittspartnerschaften und das Nesting-Modell, die über die traditionelle Kernfamilie hinausgehen.

4. THEORETISCHE ZUGÄNGE: Ein Überblick über zentrale psychologische Ansätze, von der Psychoanalyse über Familienstufentheorien bis hin zu Familienstreß- und Familienkohäsionstheorien, zur Erklärung familiärer Dynamiken.

Schlüsselwörter

Familienpsychologie, Familienwandel, Ehe, Geschlechtsrollen, Kindheitsgeschichte, Familienstufentheorie, Psychoanalyse, Familienkonstellation, Trennung, Scheidung, Ein-Elter-Familie, Patchworkfamilie, Familienkohäsion, Systemtheorie, Sozialisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Aspekten der Familienpsychologie und analysiert, wie sich partnerschaftliche und familiale Beziehungen im Laufe der Zeit verändert haben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen historische Wandlungsprozesse, empirische Fakten zur Familienentwicklung, eine Typologie neuer Familienformen und die wissenschaftliche Einordnung durch psychologische Theorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den historischen Wandel der Familie nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie sich die psychologische Sichtweise auf diese Institution im Kontext moderner Gesellschaften entwickelt hat.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Verwendung?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Übersichtsarbeit, die auf soziologischen und psychologischen Konzepten, historischer Analyse und der Interpretation empirischer Daten basiert.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Betrachtung, die Darstellung statistischer Fakten, die Beschreibung neuer Familienformen sowie die Vorstellung relevanter theoretischer Erklärungsmodelle.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Familienwandel, neue Familienformen, psychoanalytische Ansätze, Familienstufentheorie und die veränderte Stellung von Frau und Kind.

Was besagt die Familienstufentheorie nach Duvall konkret?

Duvall ordnet die Familie in einen lebenslangen Zyklus von Stufen ein, bei denen die Kinder die variable Komponente bilden, was für ein systematisches Verständnis der Familienentwicklung bahnbrechend war.

Wie definiert die Arbeit die "Fortsetzungsfamilie"?

Der Begriff dient als moderner, wertneutraler Ersatz für den negativ behafteten Terminus "Stieffamilie" und bezeichnet Familien mit Kindern aus vorherigen Partnerschaften.

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Résumé des informations

Titre
Aspekte der Familienpsychologie
Sous-titre
Familie im Wandel & Theoretische Zugänge
Université
University of Innsbruck  (Institut für Psychologie)
Cours
Sozialpsychologie partnerschaftlicher und familialer Beziehungen
Note
1,1
Auteur
Mag. Arno Krause (Auteur)
Année de publication
2001
Pages
27
N° de catalogue
V147791
ISBN (ebook)
9783640579419
ISBN (Livre)
9783640579068
Langue
allemand
mots-clé
Aspekte Familienpsychologie Familie Wandel Theoretische Zugänge
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Mag. Arno Krause (Auteur), 2001, Aspekte der Familienpsychologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147791
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Extrait de  27  pages
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