Diese wissenschaftliche Arbeit analysiert die Berichterstattung spanischer und österreichischer TV-Nachrichten während der Coronakrise, insbesondere in Bezug auf den Tourismusstart. Untersucht werden die Nachrichtensendungen des ORF und der RTVE von Anfang Mai bis Mitte Juni 2021. Dabei wird ein besonderer Fokus auf sprachliche, tonale und visuelle Elemente gelegt, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Darstellung der Pandemie und ihrer Auswirkungen auf den Tourismus zu identifizieren. Abschließend werden die lexikalischen Unterschiede, die Rolle von Metaphern und die kulturellen Implikationen der Berichterstattung untersucht.
Inhaltsübersicht
1 Einleitung
2 Untersuchungsgegenstand
2.1 ORF und RTVE
2.1.1 ORF
2.1.1.1 Sender des ORF
2.1.1.2 Zeit im Bild
2.1.2 RTVE
2.1.2.1 Sender des RTVE
2.1.2.2 El Telediario
3 Charakteristische Merkmale der TV-Nachrichten
3.1 Die Rolle der Sprache
3.2 Die Rolle des Tons
3.2.1 Reden
3.2.2 Geräusche
3.2.3 Musik
3.3 Die Rolle des Bildes
3.3.1 Stereotypes Bild: Coronavirus
3.3.2 Stereotypes Bild: Urlaub
3.3.3 Stereotypes Bild: Grüner Pass
4 Ergebnisse der Untersuchung
4.1 Lexikalische Unterschiede
4.1.1 Der Grüne Pass
4.1.2 Die 3G-Regel
4.1.3 Das Risikogebiet
4.2 Unterschiede in Bezug auf den Tourismus
4.2.1 Herkunftsländer der UrlauberInnen
4.2.2 Anreise der UrlauberInnen
4.3 Metaphern
4.3.1 Ver la luz al final del túnel
4.3.2 Metaphern aus dem Bereich der Fastenkur
4.3.3 Finanzspritzen
4.3.4 Schuldenrucksack
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Krisenmanagement während der Coronapandemie in Österreich und Spanien anhand von Nachrichtenbeiträgen. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der journalistischen Berichterstattung beider Länder im Kontext des Tourismusstarts zu identifizieren und linguistisch sowie medienwissenschaftlich einzuordnen.
- Analyse des Krisenmanagements in österreichischen und spanischen TV-Nachrichten
- Vergleich der Berichterstattung zum Tourismusstart im Zeitraum Mai bis Juni 2021
- Untersuchung der drei audiovisuellen Ebenen: Sprache, Ton und Bild
- Lexikalischer Vergleich von Fachbegriffen und touristischen Bezeichnungen
- Analyse der Verwendung von Metaphern in der wirtschaftlichen Berichterstattung
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Rolle der Sprache
Generell erfolgt bei Nachrichten eine Einteilung in Soft und Hard News. Während Soft News über Kuriositäten, Unglücke und Geschichten aus der Welt der Prominenten berichten, informieren Hard News über Konflikte und Krisen auf nationaler und internationaler Ebene. Die Berichterstattung in Bezug auf Corona ist dementsprechende den Hard News zuzuordnen.
Generell bemüht sich die journalistische Sprache darum, Sätze mit einfachen grammatikalischen Strukturen zu bilden. Die Sprache soll unabhängig vom Bildungs- und Kulturniveau für alle verständlich sein. Außerdem soll die Sprache im audiovisuellen Medium präzise sein, um keinen Spielraum für falsche Interpretationen zu lassen. Charakteristisch ist außerdem die hohe Grundgeschwindigkeit der Nachrichten. Dabei ist die sogenannte Verstehensgeschwindigkeit zu berücksichtigen, die ihr Optimum bei 20 Jahren erreicht und von da an stetig abnimmt. Eine große Rolle spielt auch die Gegenwartsdauer, also jene Präsenzzeit, in der eingelieferte Nachrichten im Kurzzeitspeicher des Gedächtnisses abgespeichert werden. Die Gegenwartsdauer umfasst bei Erwachsenen die Zeitspanne von ca. 6 Sekunden. Aus diesem Grund ergibt sich die Regel, dass besonders wichtige und informationsgeladene Nachrichten innerhalb von Zeitspannen realisiert werden sollen, die kürzer sind als die Gegenwartsdauer des Empfängers bzw. der Empfängerin. (vgl. Russo 1980: 16-24)
Im Deutschen weist die journalistische Sprache einen hohen Anteil an Substantivierungen auf und infolgedessen werden wiederum wenige Verben verwendet. (vgl. Russo 1980: 16) Im Spanischen ist jedoch ein umgekehrter Trend zu beobachten. Laut dem Manual de Estilo der RTVE erregen Aktionsverben mehr Aufmerksamkeit und drücken, wenn sie gut gewählt sind, präziser aus, was sie mitteilen wollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie sich die Berichterstattung in Österreich und Spanien während der Coronakrise im Hinblick auf den Tourismusstart unterscheidet.
2 Untersuchungsgegenstand: Es erfolgt eine Vorstellung des ORF mit der Sendung Zeit im Bild sowie der RTVE mit dem Telediario als Grundlage für den anschließenden Vergleich.
3 Charakteristische Merkmale der TV-Nachrichten: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der drei Hauptkomponenten Sprache, Ton und Bild in audiovisuellen Nachrichtenformaten.
4 Ergebnisse der Untersuchung: Die Ergebnisse zeigen lexikalische Unterschiede, Divergenzen in Bezug auf den Tourismus und die differenzierte Verwendung von Metaphern.
5 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass trotz landesspezifischer Unterschiede in den Formaten, bei der Tourismusberichterstattung und der Sprache ähnliche Strukturen und Ansätze erkennbar sind.
Schlüsselwörter
TV-Nachrichten, Coronakrise, Tourismus, ORF, RTVE, Zeit im Bild, Telediario, Krisenmanagement, Mediensprache, Vergleich, Audiovisuelle Medien, Lexik, Metaphern, Grüner Pass, Berichterstattung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Krisenmanagement während der Coronapandemie in Österreich und Spanien durch einen medienwissenschaftlichen Vergleich von Fernsehnachrichten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf dem Tourismusstart, dem Einfluss von COVID-19 auf Reiseberichterstattung und der journalistischen Sprache.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Identifizierung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der TV-Berichterstattung von Zeit im Bild und Telediario in Bezug auf sprachliche und inhaltliche Aspekte.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wird eine kontrastive Analyse der audiovisuellen Komponenten (Sprache, Ton, Bild) sowie eine lexikalische und metaphorische Untersuchung der Nachrichtenbeiträge durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Senderstrukturen, die journalistischen Darstellungsweisen, konkrete Fachbegriffe, die Bedeutung von Tourismusstatistiken und die Nutzung von Metaphern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind TV-Nachrichten, Krisenmanagement, Tourismus, Mediensprache, ORF, RTVE, Bildanalyse und kontrastive linguistische Untersuchung.
Warum spielt die Metapher des "Schuldenrucksacks" für die AUA eine Rolle?
Die Metapher dient dazu, die wirtschaftliche Last der Fluglinie verständlich und bildlich darzustellen, um beim Publikum Mitleid zu erzeugen.
Welcher Unterschied besteht bei der Anreise der touristischen Zielgruppen?
Während in Österreich die Anreise mit dem PKW aus Deutschland dominiert, liegt der Fokus der spanischen Berichterstattung stärker auf britischen Touristen, die überwiegend mit dem Flugzeug anreisen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Spanische und österreichische TV-Nachrichten. Eine Analyse während der Coronakrise in Bezug auf den Tourismusstart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1478040