Die vorliegende Hausarbeit thematisiert eine fachübergreifende didaktische Methode, welche im inklusiven Anfangsunterricht hinsichtlich des Schriftspracherwerbs und des dazugehörigen Leselernprozesses angewandt werden kann. Hierfür wird der rhythmisch-musikalische Zugang analysiert und eingeordnet.
In einer sprachlich-heterogenen Klasse ist ein Repertoire an vielfältigen Methoden für den Übergang von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit essenziell. Es besteht der Eindruck, dass die Zusammenhänge im Erwerb von Sprache und Musik den Lehrkräften im Anfangsunterricht bisher im Deutschunterricht nicht bewusst sind. So wird dieser in der vorliegenden Qualifikationsarbeit vorgestellt, um der Frage nachzugehen, inwiefern der Schriftspracherwerb im inklusiven Anfangsunterricht durch einen rhythmisch-musikalischen Zugang unterstützt werden kann. Hierfür wird das BeLesen-Training nach Bossen (2011) herangezogen, welches den rhythmisch-musikalischen Zugang hinsichtlich der Leseförderung erprobt hat. Zunächst folgt eine kurze Einordnung in die Theorie des Schriftspracherwerbs, in dem auch das Modell der Lesekompetenz sowie die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schriftspracherwerb im Anfangsunterricht
3. Rhythmisch- musikalische Förderung
4. Auswirkungen der rhythmisch- musikalischen Förderung auf das Lesenlernen
5. Literaturverzeichnis
6. Anhang
6.1 Lesekompetenzmodell
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern ein rhythmisch-musikalischer Zugang den Schriftspracherwerb und den Leselernprozess im inklusiven Anfangsunterricht unterstützen kann, um eine methodische Erweiterung für sprachlich heterogene Klassen zu bieten.
- Grundlagen des Schriftspracherwerbs
- Die Rolle der phonologischen Bewusstheit
- Didaktische Potenziale musikalischer Förderung
- Analyse des "BeLesen"-Trainings nach Bossen
- Zusammenhang zwischen Rhythmus und Lesefertigkeit
Auszug aus dem Buch
3. Rhythmisch- musikalische Förderung
Kinder sind bereits im primären Spracherwerb sehr früh für den Lautaspekt der Sprache sensibilisiert. Schon im Alter von 1,5 bis 2 Jahren haben sie die Fähigkeit „auf Korrekturen ihrer sprachlichen Äußerungen [zu reagieren] und versuchen, artikulatorische Unzulänglichkeiten zu verbessern“ (ebd.: 85). Diese frühe Sensibilität lässt sich anhand von Liedern, Zungenbrechern, Reimen und Wortspielen bereits im Sinne der phonologischen Bewusstheit früh trainieren (ebd.: 86). Solche rhythmisch- musikalischen Sprach- und Förderangebote sprechen dabei unterschiedliche Entwicklungsbereiche der Kinder an. Die Förderung beinhaltet die „Handlungsmedien Musik, Sprache, Bewegung [sowie] den Einsatz von Materialien in Form von Instrumenten, Spielmaterial und Medien wie Bilderbücher“ (Hirler 2016: 412).
So ist die Sprachförderung durch Rhythmik als eine ganzheitliche Methode anzusehen, da sie die Kinder sowohl „multisensorisch“ als auch „multimedial“ erreichen kann (ebd.). Zudem kann anhand der Durchführung von rhythmisch- musikalischen Angeboten bei aufkommenden Defiziten ein diagnostisches Handeln der Lehrkraft erfolgen. Nach Bossen (vgl. 2011: 295) ist es in dem Bereich der Phonetik besonders sinnvoll die Komponente der Musik zu nutzen, um prosodische Elemente der Sprache zu unterstützen. Hierzu zählen beispielsweise die Wort- und Satzakzentuierung sowie der Wort- und Satzrhythmus. Aber auch die Sprachmelodie, das Sprachtempo oder die Pausierung können durch die Musik unterstützend wirken (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage zur Wirksamkeit eines rhythmisch-musikalischen Zugangs für den Schriftspracherwerb im Anfangsunterricht vor.
2. Schriftspracherwerb im Anfangsunterricht: Dieses Kapitel erläutert den Prozess des Lese- und Schreiberwerbs unter Berücksichtigung des Kompetenzmodells nach Rosebrock und Nix sowie der phonologischen Bewusstheit.
3. Rhythmisch- musikalische Förderung: Hier werden die theoretischen Grundlagen und Potenziale musikalischer Methoden für die Sprach- und Lautsensibilisierung von Kindern analysiert.
4. Auswirkungen der rhythmisch- musikalischen Förderung auf das Lesenlernen: Das Kapitel evaluiert das "BeLesen"-Training nach Bossen hinsichtlich seiner praktischen Effekte auf Leseleistung und Motivation.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen.
6. Anhang: Ergänzende Materialien, namentlich das Lesekompetenzmodell.
6.1 Lesekompetenzmodell: Visuelle Darstellung der Ebenen und Anforderungen an die Lesekompetenz.
Schlüsselwörter
Schriftspracherwerb, Anfangsunterricht, rhythmisch-musikalische Förderung, Lesenlernen, Sprachförderung, phonologische Bewusstheit, BeLesen-Training, Inklusion, Deutschunterricht, Lesekompetenz, prosodische Elemente, Lautaspekt, didaktische Methode, Sprachhandeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Schnittstelle zwischen Musik und Sprachförderung im Anfangsunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind der Schriftspracherwerb, die Rolle der Phonologie und die Anwendung rhythmischer Methoden zur Leseförderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwiefern rhythmisch-musikalische Zugänge den Schriftspracherwerb in heterogenen Klassen unterstützen können.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Es erfolgt eine theoretische Einordnung und die Analyse der Interventionsstudie zum "BeLesen"-Training.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Modelle zum Lesen und verbindet diese mit dem praktischen Nutzen musikalischer Angebote im Unterricht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Insbesondere Begriffe wie Schriftspracherwerb, phonologische Bewusstheit und rhythmisch-musikalische Förderung stehen im Zentrum.
Was hat die Studie zum "BeLesen"-Training konkret ergeben?
Obwohl ein direkter Transfer auf lesespezifische Variablen nicht eindeutig nachweisbar war, zeigten sich positive Effekte bei der Hörverstehensfertigkeit und der Motivation der Schüler.
Warum spielt die Phonologische Bewusstheit eine Schlüsselrolle?
Sie bildet laut Autorin eine notwendige Vorläuferfertigkeit, die durch Rhythmus und Musik spielerisch und effektiv trainiert werden kann.
Inwieweit sind musikalische Vorkenntnisse der Lehrkraft erforderlich?
Die Arbeit führt aus, dass eine musikalische Grundausbildung die Möglichkeiten der Lehrkräfte deutlich erweitern würde, wenngleich Materialien das Konzept erleichtern.
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- Anonym (Autor), 2023, Rhythmisch-musikalische Unterstützung des Schriftspracherwerbs im inklusiven Anfangsunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1478200