Web 2.0 - Der Wandel des World Wide Webs


Hausarbeit, 2009
21 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Web 2.0?
2.1 Definition
2.2 Theoretischer Hintergrund
2.2.1 Wikinomics
2.2.2 Technologische Entwicklung und Voraussetzungen für Web 2.0
2.3 Funktionsweisen
2.3.1 Wiki
2.3.2 Blogs
2.3.3 Podcasts
2.3.4 Communitys

3 Die Folgen des Web 2.0
3.1 Folgen für die Webnutzung
3.2 Folgen für die Medienbranche

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Grafikverzeichnis

Illustration 1: Dreiecksmodell (Ebersbach et al. 2008, S. 35)

Illustration 2: Aufkommen und Zuordnungen von Anwendungen im Kontext Web 2.0 (nach Beck 2007, S. 10)

1. Einleitung

Die Medienwelt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in rasanter Weise verändert. Das heute jedem bekannte World Wide Web (www) gibt es erst seit 20 Jahren. Nach der ARD/ZDF-Online-Studie 2007 von Van Eimeren/Frees (zit. in: Wöhr 2008, S. 108) stieg der Anteil der gesamten Internetnutzung in Deutschland zwischen 1997 und 2007 von 6,5 % auf 62,7 %. In der jüngeren Generation (14 bis 19-Jährigen) beträgt nach derselben Studie der Anteil der Internetnutzer 95,8 % (zit. in: ebd., S. 114).

Heutzutage werden auf Videoportalen wie YouTube, MySpace oder Clipfish private Ausschnitte öffentlich dargestellt oder ausgetauscht. Auf StudiVZ, SchülerVZ oder auch Facebook verabreden sich Freunde zu Unternehmungen und präsentieren sich auf eigens angefertigten Seiten. Bei XING sucht man sich neue Geschäftspartner und tritt mit Unternehmen in Verbindung. Unternehmen und Medien, die „up to date“ sein wollen, führen einen Blog, um in Kontakt mit den Kunden zu treten oder gar die Kunden an dem Entwurf eines Autos zu beteiligen (Bsp.: Fiat500).1

Diese Entwicklung wird mit dem Begriff Web 2.0 umschrieben. Was im Einzelnen dahinter steckt, welche theoretischen Gedanken, technischen Pro-dukte und praktische Anwendungsmöglichkeiten sich hinter diesem 'hippen' Begriff verbergen und welche Risken für den User die Nutzung birgt, wird sich im Folgenden mit befasst, beginnend mit einer Definition von Web 2.0 und ihrer Abgrenzung vom Social Web (Kap. 2.1), fortfahrend mit dem theoretischen Hintergrund (Stichwort: Wikinomics) sowie den technologischen Voraussetzungen (Kap. 2.2), bevor dann (Kap. 2.3) auf die wichtigsten Anwendungsmöglichkeiten (Wiki, Blog, Podcast, Social Sharing) eingegangen wird. Abschließend wird in Kapitel 3 die Folgen der Nutzung dieser An-wendungen problematisiert, insbesondere im Hinblick auf die Medienbranche und dem Bereich des Sports.

2. Was ist Web 2.0?

2.1 Definition

Der Begriff Web 2.0 wurde von Tim O'Reilly (vgl. O'Reilly 2005) geprägt und bezeichnet neue Entwicklungen in Bezug auf das Internet und seine Nutzung, die sich in sieben Punkten zusammenfassen lassen:2

1 Das Web als Serviceplattform (Terminplanung, Projektmanagement und -kooperation, Datenablage im Netz etc.)
2 Einbeziehung der kollektiven Intelligenz der Nutzer (z.B. bei den insgesamt qualitativ hochwertigen Wikipedia-Artikeln, ermöglicht durch einfache Benutzeroberflächen)
3 Daten stehen im Mittelpunkt der Anwendungen
4 Neue Formen der Softwareentwicklung (keine abschließenden Software-Produkte, sondern ständig – auch von den Nutzern – weiter entwickelte Beta-Versionen)
5 „Leichtgewichtige“ Programmiermodelle (neue einfach zu bedienenden Schnittstellen (APIs), die das Vermischen digitaler Daten (Mashups) ermöglichen)
6 Konvergenz und Remixiability (Software, die auf vielen Geräten nutzbar wird, also nicht nur auf PC, sondern auch auf Handys oder Personal Digital Assistants (PDAs))
7 Rich User Experience (Bedienbarkeit der Applikationen immer und überall, dank AJAX)

Auf eine kurze, griffige Definition gebracht, steht Web 2.0 „ für eine de-zentrale und an den Interessen der Nutzer orientierten Nutzung des Internets“ (Godau/Ripanti 2008, S. 205), die durch Social Software ermöglicht wurde. Die Nutzer müssen nicht mehr – wie früher – mühsam Programmiersprachen erlernen, um Inhalte im Internet zu publizieren oder eigene Homepages zu erstellen. Web 2.0 wird zudem durch technologische Entwicklungen wie zum Beispiel Handys und Digitalkameras erleichtert, die eine Vernetzung früher strikt getrennter Medien (Fotos, Musik, Videos) und deren Hochladen und Herunterladen im Internet ermöglicht (Huber 2008, S. 16).

Häufig wird „Social Web“ als Synonym für Web 2.0 verwendet. Social Web ist jedoch ein Teilbereich des Web 2.0 und zwar jene Bereiche, bei denen es nicht um neue Formate oder Programmarchitekturen, sondern um die Unterstützung sozialer Strukturen und Interaktionen über das Netz geht. (Ebersbach et al. 2008, S.29)

Zusammenfassend geht um die sozialen (geselligen und gesellschaftlichen) Aspekte der Webnutzung, das heisst um den Austausch von Informationen, Aufnahme und Pflege von Kontakten und Beziehungen (soziale Interaktion), gemeinsames Produzieren von Neuem, Partizipation am Geschehen im Netz und weitere Aktionen darüber hinaus (ebd., S. 30).

2.2 Theoretischer Hintergrund

2.2.1 Wikinomics

Die wichtigsten Begriffe in der Theorie des Web 2.0 sind Partizipation und Kooperation, welche sich nicht nur auf Personen im näheren Umfeld (Familie, Nachbarschaft, Clique, Arbeitskollegen) beziehen, sondern auch auf Personen unabhängig von ihrem Wohnort. Ein wichtiger Begriff der sog. Wikinomics ist die Selbstorganisation, das heisst Kooperationsformen, welche dynamische neue Waren und Dienstleistungen gemeinsam produzieren und so mit ähnlichen Produkten von Konzernen konkurrieren. Ein Beispiel dafür ist die Open Source-Software, die von Computerfreaks gemeinsam (immer weiter) entwickelt und kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Wikipedia ist ein weiteres Beispiel für „ Massenkooperationswaffen “ (Tapscott/Williams 2007, S. 11). Dadurch dass viele Menschen nun Zugang zu Informationstechnologien haben, verfügen sie auch über die Werkzeuge, „ um zu kooperieren, Werte zu schaffen und zu konkurrieren (...) “ (ebd., S. 10).3

Mit dem Begriff „Wikinomics“ bekam das ursprünglich nicht-kommerziell orientierte Prinzip von Open Source eine immer kommerziellere Note (Ebersbach et al. 2008, S. 19ff.). Die aufgrund der Prinzipien der kooperativen Intelligenz geschaffenen technologischen Produkte werden zunehmend für clevere Geschäftsideen genutzt oder sie dienen dem „crowd sourcing“ großer Unternehmen, d.h. Fachleute (oder auch Laien) können durch Registrierung auf einer Homepage bei der Herstellung neuer Produkte mitarbeiten. Trotzdem bleibt das Prinzip des Web 2.0 die Offenheit, die Gleichrangigkeit der Individuen, das Teilen von Wissen und globales Handeln über Grenzen hinweg (vgl. Tapscott/Williams 2007, S. 20). Das erfordert eine Veränderung der eher auf Abschottung setzenden, traditionellen Unternehmenskultur:

„wenn wir innovativ bleiben wollen, müssen wir sowohl die Veränderungen durchschauen als auch verstehen, welche neue strategische agenda sich daraus ergibt. Kooperieren oder untergehen lautet die Devise.“ (ebd., S. 33).

In Bezug auf die wichtigsten Funktionsweisen des Web 2.0 – Blog, Wiki und Social Sharing bzw. Social Networking – in Korrelation zu den Social Web definierenden Bereichen Kollaboration, Information und Beziehungspflege - ergibt sich nach Ebersbach et al. folgendes Dreiecksmodell, wobei die Tools den Bereichen am nächsten liegen, denen sie am ehesten dienen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Illustration 1: Dreiecksmodell (Ebersbach et al 2008, S. 35)

Damit kommen wir zu den erwähnten, wichtigsten Tools und den daraus folgenden technischen Voraussetzungen für Web 2.0.

2.2.2 Technologische Entwicklung und Voraussetzungen für Web 2.0

Web 2.0 wäre ohne die umwälzenden technologischen Veränderungen der letzten Jahre nicht denkbar: immer leistungsfähigere Rechner, schnellere Internetverbindungen, die raschen up- und download von Daten ermöglichen, und vor allem die neue „soziale Software“ (social software).

„Soziale Software ist Software, die nach einheitlichen Regeln und Formaten Nutzer und nutzergenerierte Inhalte verwaltet und dabei Bezüge herstellt zwischen Nutzern, zwischen Inhalten sowie zwischen Nutzern und Inhalten.“ (Kitz 2008, S. 137, Hervorhebung: AG)

Eine der grundlegenden programmiertechnischen Voraussetzungen ist AJAX (A synchronous Java Script a nd X ML)4, die es ermöglicht, dass nicht immer der gesamte Inhalt einer Website geladen werden muss, sondern nur die veränderten oder neuen Inhalte nachgeladen werden. AJAX bedient sich altbekannter Hilfsmittel wie Java Script, HTML, XML (und CSS) und basiert auf dem XMLHttpRequest-Objekt, das wiederum ein API (Programmierschnittstelle) ist. Die Vorteile dieser Technik ist die Portabilität der Daten von einer Webseite auf die andere und die Vermischung (Mash up) unterschiedlicher Medienarten (Video, Audio, Fotos, Text). Ohne diese Hilfsmittel wären die Funktionsweisen des Web 2.0 wie Wiki, Blogs oder Podcasts nicht möglich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Illustration 2:

Aufkommen und Zuordnungen von Anwendungen im Kontext Web 2.0 (nach Beck 2007, S. 10)

[...]


1 Vgl. Beck 2006, S.7; S. 15 sowie Ebersbach et al. 2008, S. 15-22.

2 Vgl. für das Folgende Ebersbach (2008, S. 24ff.) und Wöhr (2008, S. 105-107)

3 Vgl. für das Folgende Tapscott/Williams (2007, S. 10-33)

4 Vgl. fir das Folgende Beck (2007, S. 11f.)

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Web 2.0 - Der Wandel des World Wide Webs
Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln  (Medien & Kommunikation)
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V147828
ISBN (eBook)
9783640586813
ISBN (Buch)
9783640587353
Dateigröße
617 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wandel, World, Wide, Webs, web 2.0, zukunft, medien, kommunikation, Wiki, Blog, Podcast, Social Sharing
Arbeit zitieren
Lina Heintschel von Heinegg (Autor), 2009, Web 2.0 - Der Wandel des World Wide Webs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147828

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