In dieser Hausarbeit wird die "Académie Française" näher beleuchtet. Es wird zunächst auf die historischen und sozialen Kontexte der Epoche des 17. Jahrhunderts eingegangen und der Einfluss von Hofdichter François de Malherbe beschrieben, der die ersten Normalisierungsmaßnahmen initiierte und daher oft als Vorläufer von Claude Favre de Vaugelas gilt. Anschließend folgt eine ausführliche Erläuterung des Konzepts des "bon usage", die Entstehungs- und Gründungsgeschichte der Académie Française, ihrem bekanntesten Sprachnormierer Claude Favre de Vaugelas sowie das Wörterbuch der Académie von 1694. Im vierten Kapitel beschäftigt sich die Arbeit mit der Entwicklung des "bon usage" und den Auswirkungen der Französischen Revolution auf diesen. Daran angeschlossen folgt eine Auseinandersetzung mit der Krise der französischen Sprache und die daraus resultierende Stellung der Académie im 20. Jahrhundert. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Bedeutung der Académie Française in Bezug auf die Entwicklung der französischen Sprache, insbesondere auf ihrer Normalisierung in Frankreich.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
2.0 Beginn der Sprachnormierung in Frankreich
2.1 Das 17. Jahrhundert – Absolutistischer Staat
2.2 François de Malherbe
3.0 Die Académie française und das Konzept des bon usage
3.1 Die Errichtung der Académie française
3.2 Vaugelas und seine Remarques sur la Langue Françoise
3.3 Das Wörterbuch der Académie 1694
4.0 Die Weiterentwicklung der bon usage
4.1 Der revolutionäre Einfluss auf die französische Sprache
4.2 Der Wendepunkt des Französischen
4.3 Die académie francaise im 20. Jahrhundert
5.0 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Bedeutung und den Einfluss der Académie française auf die Normalisierung der französischen Sprache, ausgehend von den sozialen und politischen Kontexten des 17. Jahrhunderts bis hin zur Rolle der Institution im 20. Jahrhundert.
- Die Entstehung und Etablierung des Konzepts des "bon usage" durch Sprachnormierer wie Claude Favre de Vaugelas.
- Die Rolle französischer Monarchen und Kardinal Richelieus bei der Gründung und Institutionalisierung der Akademie.
- Die Auswirkungen der Französischen Revolution auf die sprachliche Einheit und die staatliche Sprachpolitik.
- Die Entwicklung der Lexikographie und die Herausforderungen der Akademie im Umgang mit Sprachwandel und Modernisierung.
Auszug aus dem Buch
3.2 Vaugelas und seine Remarques sur la Langue Françoise
Claude Favre de Vaugelas (1585-1650) war eine wichtige Figur in der Académie française und der Berühmteste ihrer Gründungsmitglieder, „er scheint für die Mission der Akademie geboren worden zu sein, die sich der Reinheit und Standardisierung der Sprache widmet“ (zit. nach Frey 2000, 23). Seine Werke Plusieurs belles et curieuses observations sur la langue (1637) bis Remarques sur la langue françoise (1647) „beruhen auf den Grundlagen, die die Wahrnehmung der Sprache und die Ziele der Akademie ausmachen“ (ebd.). Die Academie de francaise klassifizierte seine Remarques sur la langue francoise als Grundlage ihrer Grammatik. Allein im Vorwort seines Werkes präsentierte Vaugelas die Grundzüge seines Sprachnormverständnisses. Er schrieb über höfische Sprachbegriffe und unterschied zwischen bon usage und mauvais usage.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die historische Entstehung der Académie française im Jahr 1635 unter Ludwig XIII. und definiert den Fokus der Arbeit auf die sprachliche Normalisierung.
2.0 Beginn der Sprachnormierung in Frankreich: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Sprachgesetzgebung unter Franz I. und den Einfluss von François de Malherbe auf den französischen Purismus.
3.0 Die Académie française und das Konzept des bon usage: Hier wird die Gründung der Akademie, die zentrale Rolle von Vaugelas bei der Definition des korrekten Sprachgebrauchs und das Wörterbuch von 1694 detailliert beleuchtet.
4.0 Die Weiterentwicklung der bon usage: Dieses Kapitel analysiert die Transformationsprozesse der Sprache während der Französischen Revolution und die Krise der Akademie im Wandel zum 20. Jahrhundert.
5.0 Fazit: Das Abschlusskapitel resümiert den prägenden Einfluss der Akademie, identifiziert deren Grenzen im Umgang mit modernen Neuerungen und unterstreicht die anhaltende Relevanz der Sprachpflege.
Schlüsselwörter
Académie française, bon usage, Sprachnormierung, Sprachgeschichte, Claude Favre de Vaugelas, Kardinal Richelieu, Französische Revolution, Purismus, Sprachpflege, Sprachpolitik, Diglossie, Lexikographie, französischer Klassizismus, Standardisierung, Sprachwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Académie française und deren maßgebliche Rolle bei der Standardisierung und Normalisierung der französischen Sprache.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Konzept des "bon usage", der Geschichte der Akademie, der Rolle des Absolutismus und den Auswirkungen revolutionärer Umbrüche auf die Sprachpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Bedeutung der Akademie für die französische Sprachkultur zu ergründen und insbesondere zu zeigen, wie Sprachnormen über Jahrhunderte institutionalisiert wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse historischer Quellen und linguistischer Fachliteratur, um die Entwicklung der französischen Sprachnormen nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einleitung, die Konzeption des Sprachgebrauchs durch Vaugelas sowie die Analyse der weiterführenden Sprachpolitik bis ins 20. Jahrhundert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Schlüsselbegriffen zählen "bon usage", "Sprachnormierung", "Académie française" und "Sprachpurismus".
Welche Rolle spielt Kardinal Richelieu dabei?
Richelieu fungierte als Initiator und Schöpfer der Akademie, indem er ein privates Treffen von Gelehrten in eine staatlich institutionalisierte Form überführte, um politische Ziele mit der Sprachnormierung zu verknüpfen.
Warum wird im Dokument der Begriff "Krise des Französischen" verwendet?
Der Begriff beschreibt die zunehmende Diskrepanz zwischen den starren, auf klassische Vorbilder fixierten Normen der Akademie und der lebendigen, sich wandelnden Sprache der breiten Bevölkerung um die Jahrhundertwende.
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- Anonym (Autor:in), 2022, Die Académie Française. Eine historische und sprachliche Analyse ihrer Rolle in der Normalisierung der französischen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1478656