In der hier vorliegenden Bachelorarbeit werde ich der Frage nachgehen, inwiefern die gesetzliche Verpflichtung der Kinder und Jugendlichen zur Teilnahme am Ethik-Unterricht, wie sie z.Zt. in der Stadt Berlin besteht, philosophisch und pädagogisch begründet werden kann bzw. inwiefern jene Verpflichtung nicht gerechtfertigt werden kann, wobei Letzteres zwangsläufig bedeutet, dass für die Abschaffung der Verpflichtung der Schüler zum Besuch des Ethik-Unterrichts und für das Prinzip der Freiwilligkeit in dieser Sache plädiert werden müsste. Zur Beantwortung der Frage werde ich zunächst darlegen, warum die Verpflichtung zum Ethik-Unterricht rechtfertigungsbedürftig ist. Daraufhin werde ich Schritt für Schritt, vom Allgemeinen zum Speziellen die Problematik der Verpflichtung näher beleuchten. Ich werde zunächst grundlegend in Ansätzen untersuchen, inwiefern der Staat die Verpflichtung seiner Staatsbürger legitimieren kann bzw. inwiefern gesetzliche Eingriffe in die Freiheit des Individuums begründet werden können. Ich werde daraufhin Gründe für die Bewahrung einer Schulpflicht vorbringen und werde dann Argumente gegen die Schulpflicht hervorbringen. Diese Debatte bildet die Grundlage für die Beantwortung der Frage zu welcher Bildung im Speziellen Schüler verpflichtet werden sollten, zu welcher nicht. Diese Frage um den Bildungskanon im Staat bildet die Grundlage für die Beantwortung der Leitfrage.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Begründung der Fragestellung
- Die Pflicht
- Die Verpflichtung des Menschen als Eingriff in seine individuelle Freiheit
- Die Schulpflicht
- Gründe für das Bewahren der Schulpflicht
- Kritik an der Schulaufsicht, an der Schulpflicht und an der Schule
- Zu welchem Unterricht dürfen wir Kinder und Jugendliche verpflichten?
- Was heißt Allgemeinbildung? Kriterien für einen Bildungskanon
- Dürfen wir Kinder und Jugendliche zum Ethik-Unterricht verpflichten?
- Der Ethik-Unterricht in der Sonderrolle als meinungs- und wertebildendes Schulfach in einer pluralistischen Gesellschaft
- Argumente für die Verpflichtung zum Ethik-Unterricht
- Argumente für den freiwilligen Besuch des Ethik-Unterrichts
- Fazit
- Abwägung der Argumente und Beantwortung der Frage
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Frage, ob die gesetzliche Verpflichtung von Kindern und Jugendlichen zur Teilnahme am Ethik-Unterricht, wie sie derzeit in Berlin besteht, philosophisch und pädagogisch gerechtfertigt ist. Die Arbeit analysiert die Problematik der Verpflichtung und untersucht, inwiefern der Staat Eingriffe in die individuelle Freiheit seiner Bürger legitimieren kann. Dabei werden Argumente für und gegen die Schulpflicht sowie für und gegen die Verpflichtung zum Ethik-Unterricht diskutiert.
- Die Rechtfertigung von staatlichen Eingriffen in die individuelle Freiheit
- Die Legitimität der Schulpflicht
- Die Rolle des Ethik-Unterrichts in einer pluralistischen Gesellschaft
- Die Abwägung von Freiheit und Bildung
- Die pädagogische und philosophische Begründung des Ethik-Unterrichts
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Fragestellung der Arbeit vor und erläutert den Hintergrund der Debatte um die Verpflichtung zum Ethik-Unterricht. Sie beleuchtet die Problematik des Religionsunterrichts in einer säkularen Gesellschaft und die daraus resultierende Einführung des Ethik-Unterrichts als Ersatzfach. Die Einleitung führt die Leitfrage der Arbeit ein: Dürfen wir Kinder und Jugendliche zum Ethik-Unterricht verpflichten?
Das zweite Kapitel befasst sich mit dem Begriff der Pflicht und untersucht, inwiefern der Staat die Verpflichtung seiner Bürger legitimieren kann. Es werden Argumente für und gegen staatliche Eingriffe in die individuelle Freiheit des Menschen diskutiert.
Das dritte Kapitel widmet sich der Schulpflicht. Es werden Gründe für das Bewahren der Schulpflicht sowie Kritik an der Schulaufsicht, der Schulpflicht und an der Schule im Allgemeinen vorgestellt.
Das vierte Kapitel untersucht die Frage, zu welchem Unterricht wir Kinder und Jugendliche verpflichten dürfen. Es werden Kriterien für einen Bildungskanon erörtert und die Frage nach der Legitimität der Verpflichtung zu bestimmten Unterrichtsfächern diskutiert.
Das fünfte Kapitel befasst sich mit dem Ethik-Unterricht und seiner besonderen Rolle als meinungs- und wertebildendes Schulfach in einer pluralistischen Gesellschaft. Es werden Argumente für und gegen die Verpflichtung zum Ethik-Unterricht präsentiert.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Verpflichtung zum Ethik-Unterricht, die individuelle Freiheit, die Schulpflicht, die Allgemeinbildung, der Bildungskanon, die Pluralistische Gesellschaft, die Säkularisierung, der Religionsunterricht, die Bekenntnisfreiheit und die pädagogische und philosophische Begründung des Ethik-Unterrichts.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Verpflichtung zum Ethik-Unterricht philosophisch gerechtfertigt?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen staatlichem Erziehungsauftrag und individueller Freiheit, wobei sowohl Argumente für die Pflicht als auch für die Freiwilligkeit abgewogen werden.
Welche Rolle spielt Ethik in einer pluralistischen Gesellschaft?
Ethik-Unterricht dient als meinungs- und wertebildendes Fach, das in einer säkularen Gesellschaft ein gemeinsames Wertefundament jenseits des Religionsunterrichts vermitteln soll.
Wie wird der staatliche Eingriff in die individuelle Freiheit begründet?
Der Staat legitimiert die Schulpflicht und den Bildungskanon oft durch das Ziel, mündige Bürger heranzubilden, die am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Was sind die Kriterien für einen staatlichen Bildungskanon?
Die Arbeit diskutiert, welche Inhalte zur Allgemeinbildung gehören sollten und ob wertebildende Fächer wie Ethik zwingend Teil dieses Kanons sein dürfen.
Gibt es Kritik an der allgemeinen Schulpflicht?
Ja, die Arbeit beleuchtet auch kritische Stimmen zur Schulaufsicht und zur Schulpflicht, die für mehr elterliche und individuelle Freiheit plädieren.
- Quote paper
- Udo Lihs (Author), 2010, Dürfen wir Kinder und Jugendliche zum Ethik-Unterricht verpflichten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147868