Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Diagnose ADHS bei Schüler:innen und untersucht, inwiefern die damit verbundenen Verhaltensauffälligkeiten zu einer Benachteiligung im Unterricht führen können. Zunächst folgt ein eher allgemeiner Teil, in dem wichtige Informationen erläutert werden als Vorbereitung für den darauffolgenden zweiten Teil. Dieser ist ein vertiefter und transferierender Teil, der sich mit der Beantwortung der oben genannten Fragestellung befasst und dabei insbesondere auf die Didaktik von Georg Feuser eingeht und Forschungsergebnisse hinzuzieht.
Insgesamt wurde literarisch recherchiert, als auch wissenschaftliche Studien miteinbezogen. Ziel dieser Hausarbeit ist es, einen Einblick in die Besonderheit ADHS zu erlangen und die Verantwortung als Lehrperson jeden Schüler und jede Schülerin mit seinen
oder ihren Besonderheiten wahrzunehmen und einen gleichberechtigten Zugang zum Unterricht, ohne jegliche Benachteiligung, und somit eine Möglichkeit zu einem selbstständigen und an jedes Individuum angepasstes Lernen zu verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Operationalisierung
3. ADHS – Darstellung
3.1. ADHS/ADS – Was ist der Unterschied
4. Diagnose
4.1. Diagnosekriterien
5. Begründung der Hypothese:
SuS die mit ADHS diagnostiziert wurden, sind aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten im Unterricht benachteiligt.
6. Forschungsstand
7. Diskussion der Hypothese
8. Reflexion
9. Schluss
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Hausarbeit untersucht, ob Schülerinnen und Schüler mit der Diagnose ADHS im schulischen Kontext aufgrund ihrer diagnosebedingten Verhaltensauffälligkeiten systematisch benachteiligt werden und welche Rolle dabei die Lehrer-Schüler-Beziehung sowie inklusive Bildungsansätze spielen.
- Grundlagen und Symptomatik von ADHS bei Kindern und Jugendlichen
- Diagnostische Verfahren und Kriterien gemäß ICD-10 und DSM
- Analyse der Benachteiligungsdimensionen im Unterrichtsalltag
- Integration und Inklusion nach dem Modell von Georg Feuser
- Die pädagogische Verantwortung der Lehrperson im Umgang mit heterogenen Lerngruppen
Auszug aus dem Buch
Diskussion der Hypothese
Schüler und Schülerinnen mit der Diagnose ADHS erfahren eine mehrdimensionale Benachteiligung im Unterricht. Besondere Verhaltensauffälligkeiten, wie zum Beispiel Zappeln, in einem Setting, in dem ein bestimmtes Verhaltensmuster, zum Beispiel stilles sitzen, erwartet oder näher gefordert wird werden als eher negativ beurteilt, was eine Benachteiligung in der Beurteilung bzw. Bewertung veranlasst, was wiederum negative Auswirkungen auf die Symptomatik der Betroffenen haben und ausarten kann. Denn besondere Verhaltensweisen wie Unruhe, Ablenkbarkeit, Impulsivität und Unaufmerksamkeit entsprechen nicht dem typischen schulischen Verhalten so wie es das Setting des Unterrichts fordert.
Aber wie sollte so ein Setting aussehen? In der Pädagogik fand in den vergangenen Jahren ein Wandel vom klassischen Unterricht, bei dem man stillsitzen musste, zum kompetenzorientierten Unterricht, mit mehr sozialen und kommunikativen Lernsituationen und Methoden statt. Man könnte hier mit der Möglichkeit des Nachteilsausgleichs entgegensprechen, jedoch stellt sich hierbei die Frage, ob dies in jedem Fall gewährt wird und wie dieser genau geregelt ist. Denn die Forschung hat gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler mit der Besonderheit ADHS zwar in ihrer Selbststeuerung beeinträchtigt sind, was aber nicht heißt, dass sie nicht intelligent bzw. leistungsfähig sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, definiert die Fragestellung zur Benachteiligung von ADHS-Schülern und stellt den Aufbau der Untersuchung dar.
2. Operationalisierung: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie ADHS, Inklusion und Heterogenität definiert, um ein einheitliches Verständnis für die Analyse zu schaffen.
3. ADHS – Darstellung: Es werden die medizinischen und psychologischen Grundlagen, Hauptmerkmale sowie Ursachenansätze von ADHS erläutert.
3.1. ADHS/ADS – Was ist der Unterschied: Dieser Unterpunkt differenziert zwischen den verschiedenen Erscheinungsformen, insbesondere der Aufmerksamkeitsstörung mit und ohne Hyperaktivität.
4. Diagnose: Der Prozess der Diagnosestellung wird als komplexe Mosaikarbeit beschrieben, die verschiedene Lebensbereiche und Experten einbeziehen muss.
4.1. Diagnosekriterien: Dieses Kapitel erläutert die gängigen Klassifikationssysteme DSM und ICD und deren jeweilige Anforderungen an die Symptomatik.
5. Begründung der Hypothese:: Hier werden konkrete verhaltensauffällige Symptome im Schulalltag aufgeführt, die zur aufgestellten Hypothese der Benachteiligung führen.
6. Forschungsstand: Die Autorin fasst aktuelle Studienergebnisse zur Prävalenz, zum schulischen Leistungsvermögen und zum Selbstkonzept von Betroffenen zusammen.
7. Diskussion der Hypothese: Die Hypothese wird kritisch reflektiert, wobei insbesondere der Inklusionsansatz von Georg Feuser als Lösungsstrategie für das Regelschulsystem diskutiert wird.
8. Reflexion: Die Autorin reflektiert ihre eigene Rolle als zukünftige Lehrkraft und ihre persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema.
9. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit individueller Förderung und einer wertschätzenden Haltung gegenüber ADHS-Schülern.
Schlüsselwörter
ADHS, ADS, Inklusion, Heterogenität, Diagnosekriterien, Verhaltensauffälligkeiten, integrative Pädagogik, Georg Feuser, Nachteilsausgleich, Regelschule, Lernprozess, Lehrerrolle, soziale Benachteiligung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht die Fragestellung, ob Schülerinnen und Schüler mit einer ADHS-Diagnose durch ihr typisches Verhalten im Unterrichtsalltag gegenüber Mitschülern benachteiligt werden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der medizinisch-psychologischen Grundlage von ADHS, der Darstellung von Diagnoseprozessen sowie der pädagogischen Diskussion über inklusive Lernumgebungen.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Verantwortung der Lehrperson zu verdeutlichen, jedem Kind trotz etwaiger Besonderheiten einen gleichberechtigten Zugang zum Unterricht zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Einbeziehung wissenschaftlicher Studien sowie pädagogischer Didaktikkonzepte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsbestimmung, die Darstellung von ADHS und dessen Diagnose, die Analyse von Forschungsständen sowie eine theoretische Diskussion unter Rückgriff auf Georg Feusers integrative Pädagogik.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind ADHS, Inklusion, Heterogenität, Nachteilsausgleich und Regelschulsystem.
Warum wird Georg Feusers Didaktik angeführt?
Feusers Modell bietet einen theoretischen Rahmen, wie Schule so gestaltet werden kann, dass Schülerinnen und Schüler trotz unterschiedlicher Voraussetzungen gemeinsam lernen können, ohne dass Unterrichtsinhalte zu einer Separierung führen.
Welche Rolle spielt die emotionale Ebene bei ADHS-Kindern laut der Autorin?
Die Autorin hebt hervor, dass ADHS-Betroffene ihre Aufmerksamkeit stark über emotional bewertete Reize steuern; daher ist eine einfühlsame, akzeptierende Lehrer-Schüler-Beziehung entscheidend für den Lernerfolg.
Wie unterscheidet sich laut Arbeit die Diagnose im ICD vom DSM?
Die Systeme differenzieren unterschiedlich stark in Symptombereichen und setzen verschiedene Altersgrenzen für das erstmalige Auftreten der Symptomatik fest.
- Citation du texte
- Jasmin Hamadi (Auteur), 2018, ADHS im Unterricht. Sind Schüler:innen mit der Diagnose aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten benachteiligt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1478849