Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichtsverfälschung in nationalsozialistischen Schulbüchern des Faches Geschichte. Hierfür wird exemplarisch anhand des Schulbuches „Geschichtsbuch für die deutsche Jugend“ und den Kapiteln über den Zeitraum des ersten Weltkrieges herausgearbeitet, inwiefern die Schulbücher aus der Zeit des Nationalsozialismus die Geschichte falsch, ideologisch eingefärbt oder einseitig darstellen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Vorstellung der Forschungsmethode (Hermeneutik)
Vorstellung des Quellenmaterials
Einbindung in den zeitlichen Kontext
Geschichtsverfälschungen und ungenaue Darstellungen
Die Darstellung der Julikrise
Das 14-Punkte-Programm
Die Darstellung der Juden
Fazit
Möglicher Einsatz im Unterricht
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht exemplarisch anhand des „Geschichtsbuchs für die deutsche Jugend“ aus dem Jahr 1941, wie nationalsozialistische Schulbücher Geschichte durch ideologische Einfärbungen und bewusste Falschdarstellungen manipulierten.
- Analyse der nationalsozialistischen Indoktrination in Schulbüchern
- Untersuchung der tendenziösen Darstellung der Julikrise 1914
- Kritische Überprüfung der Wiedergabe des 14-Punkte-Programms von Woodrow Wilson
- Untersuchung antisemitischer Diffamierungen und Feindbildkonstruktionen
- Methodische Reflexion zur Arbeit mit ideologisch geprägten Quellen im Schulunterricht
Auszug aus dem Buch
Die Darstellung der Julikrise
Die Julikrise bezeichnet die Zeit und die Ereignisse nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand bei dem er und seine Frau am 28. Juni 1914 ums Leben kamen. Die Julikrise wird allgemein hin als Auslöser des ersten Weltkrieges angesehen.
Bei den Attentätern handelte es sich nach heutigem Stand der Forschung um eine autonome Gruppe jugendlicher Nationalisten, die ohne Wissen der serbischen Regierung oder anderer ominöser Hintermänner gearbeitet hat.
Im Text des Schulbuches liest sich dies jedoch anders. Hier werden die Mörder fälschlicherweise als Freimaurer identifiziert und es wird behauptet, dass der serbische König und Kronprinz unterrichtet waren. Außerdem wird noch der „russischen Panslawismus“ beschuldigt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der Geschichtsverfälschung in nationalsozialistischen Schulbüchern anhand eines exemplarischen Werkes.
Vorstellung der Forschungsmethode (Hermeneutik): Erläuterung der hermeneutischen Methode zur Interpretation und zum Vergleich der ausgewählten Quellentexte.
Vorstellung des Quellenmaterials: Beschreibung des untersuchten Geschichtsbuchs, seiner Autoren sowie des zeitlichen und ideologischen Kontexts der Publikation.
Einbindung in den zeitlichen Kontext: Darstellung der historischen Situation des Deutschen Reiches im Jahr 1941 unter dem Einfluss des Nationalsozialismus und der NS-Propaganda.
Geschichtsverfälschungen und ungenaue Darstellungen: Analyse konkreter Beispiele der ideologischen Umdeutung historischer Ereignisse, insbesondere der Julikrise und des 14-Punkte-Programms.
Die Darstellung der Juden: Untersuchung der systematischen Diffamierung jüdischer Menschen durch die Konstruktion von Feindbildern und Verschwörungstheorien.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der propagandistischen Einseitigkeit des untersuchten Schulbuches.
Möglicher Einsatz im Unterricht: Didaktische Empfehlungen zur kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Propaganda im Geschichtsunterricht.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Geschichtsverfälschung, Schulbuchanalyse, Julikrise, 14-Punkte-Programm, Antisemitismus, Propaganda, Indoktrination, Hermeneutik, Geschichtsunterricht, Feindbild, Zweiter Weltkrieg, Erste Weltkrieg, Geschichtsbewusstsein
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse nationalsozialistischer Schulbücher und untersucht, wie diese gezielt historische Fakten verzerrten, um eine ideologische Weltsicht zu vermitteln.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die propagandistische Darstellung der Julikrise, die inhaltliche Manipulation des Wilson’schen 14-Punkte-Programms sowie die systematische judenfeindliche Hetze.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Mechanismen der Geschichtsverfälschung im „Geschichtsbuch für die deutsche Jugend“ (1941) aufzudecken und exemplarisch aufzuzeigen, wie Geschichte für NS-Zwecke instrumentalisiert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Hermeneutik, um die Schulbuchtexte interpretierend zu analysieren und mit dem historischen Forschungsstand zu vergleichen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Kontextes, die kritische Gegenüberstellung von Schulbuchtexten mit historischen Tatsachen sowie die Analyse antisemitischer Diffamierungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Propaganda, Indoktrination, Geschichtsverfälschung und Antisemitismus charakterisiert.
Warum wurde gerade das „Geschichtsbuch für die deutsche Jugend“ von 1941 als Untersuchungsobjekt gewählt?
Das Buch dient als repräsentatives Beispiel für Schulbücher, die zur Zeit der vollen Machtentfaltung des NS-Regimes den Geschichtsunterricht prägten und der ideologischen Erziehung der Jugend dienten.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Darstellung des 14-Punkte-Programms?
Der Autor zeigt auf, dass durch bewusste Kürzungen und Kontextverfälschungen der Eindruck erweckt wurde, die Alliierten hätten sich nicht an ihre eigenen Friedensbedingungen gehalten, um so den vermeintlichen "Vernichtungsfrieden" zu legitimieren.
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- Björn Saemann (Author), 2009, Geschichtsverfälschung in nationalsozialistischen Schulbüchern des Faches Geschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147896