Der erste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Emser Depesche. Hierzu erläutere ich kurz wie es zu der Emser Depesche kam, danach vertrete und erläutere ich die These, dass die Emser Depesche ein wichtiger Wegbereiter zur deutschen Einheit war. Der zweite Teil dieser Arbeit handelt von der Bündnispolitik Bismarcks von seiner Ernennung zum ersten Kanzler des deutschen Reiches 1870 bis zu seiner Entlassung 1890. Für die gesamte Arbeit habe ich mich sowohl mit Texten aus der Zeit (sog. Primärquellen) wie auch Texten über die Zeit (sog. Sekundärquellen) beschäftigt. Die gesamte Arbeit ist chronologisch aufgebaut.
Inhaltsverzeichnis
Die Bündnispolitik Bismarcks
und die Emser Depesche als Wegbereiter für die
deutsche Einheit
I) Einleitung
II) Die Emser Depesche als Wegbereiter der deutschen Einheit
II.a.) Wie es zu der Emser Depesche kam, und wieso die Kürzung zum Krieg führen konnte
II.b.) Bismarcks Gründe zur Kürzung der Depesche
III) Die Ziele bismarcker Außenpolitik im deutschen Kaiserreich
IV) Das Bündnissystem Bismarcks
IV.a.) Das Dreikaiserabkommen
IV.b.) Der Zweibund
IV.c.) Der Dreibund
IV.d.) Der Dreikaiserbund
IV.e.) Der Rückversicherungsvertrag mit Russland
IV.f.) Mittelmeerente
Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Emser Depesche als Katalysator für die deutsche Einigung sowie das darauf folgende, komplexe Bündnissystem, mit dem Otto von Bismarck das neu gegründete Deutsche Kaiserreich europapolitisch absicherte.
- Analyse der Vorgeschichte und der diplomatischen Auswirkungen der Emser Depesche
- Untersuchung der außenpolitischen Strategie Bismarcks zur Sicherung des Deutschen Reiches
- Darstellung des komplexen Geflechts aus Bündnissen wie Zweibund und Dreikaiserabkommen
- Bewertung von Bismarcks Friedenspolitik im Spannungsfeld europäischer Interessen
Auszug aus dem Buch
II.a.) Wie es zu der Emser Depesche kam, und wieso die Kürzung zum Krieg führen konnte
Die Emser Depesche gilt allgemein hin als Auslöser des deutsch-französischen Krieges – dem letzten der drei Einigungskriege. Doch wie kann ein einzelnes Telegramm zum Krieg führen? Um das zu verstehen, ist es wichtig die Vorgeschichte zu kennen.
1868 gab es in Spanien eine Revolution. Isabella II. wurde vom Thron gestürzt. Sie war eine korrupte Königin und ging nach dem Putsch nach Frankreich ins Exil. Im Anschluss an die Revolution herrschte eine Militärjunta. Die spanische Verfassung sah allerdings eine Monarchie vor und so musste der vakante spanische Thron neu besetzt werden. Die Königssuche gestaltete sich allerdings sehr schwierig. Viele denen die Krone angeboten wurde, lehnten diese ab. Dies geschah teilweise aufgrund der Intervention Napoleons III. In dessen Interesse war es Alonso, den Sohn Isabellas und durch ihn das Haus Bourbon wieder auf den Thron zu bringen. 1869 wurde dann Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen die Krone angeboten. König Wilhelm I. war zum Zeitpunkt das Oberhaupt des Hauses Hohenzollern, und hatte somit das Recht Einwand zu erheben, unterließ es aber.
„Zu Leopolds Gunsten ließ sich einiges anführen: Er war aktiver Offizier im preußischen Heer. Sein Bruder war vor kurzem mit Unterstützung Frankreichs zum Herrscher des neuen Fürstentums Rumänien ernannt worden; sein Schwager war König von Portugal; und er war mit dem französischen Kaiser verwandt“
Zusammenfassung der Kapitel
I) Einleitung: Einführung in die Thematik der Emser Depesche und die Bündnispolitik Bismarcks mit Erläuterung der chronologischen Vorgehensweise.
II) Die Emser Depesche als Wegbereiter der deutschen Einheit: Darstellung der Ereignisse um die spanische Thronfolge und die bewusste Eskalation durch die redigierte Depesche.
III) Die Ziele bismarcker Außenpolitik im deutschen Kaiserreich: Erörterung des Konzepts der "Saturiertheit" des Reiches und der Vermeidung von Koalitionen gegen Deutschland.
IV) Das Bündnissystem Bismarcks: Detaillierte Betrachtung der diplomatischen Verträge wie Dreikaiserabkommen, Zweibund und Rückversicherungsvertrag zur diplomatischen Isolierung Frankreichs.
Fazit: Resümee über Bismarcks Wirken als Kanzler und die langfristigen Auswirkungen seines komplexen Bündnissystems.
Schlüsselwörter
Otto von Bismarck, Emser Depesche, Deutsch-Französischer Krieg, Reichsgründung, Außenpolitik, Bündnissystem, Dreikaiserabkommen, Zweibund, Dreibund, Rückversicherungsvertrag, Diplomatie, Machtpolitik, Europäisches Gleichgewicht, Kaiserreich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit behandelt den diplomatischen Prozess zur deutschen Einigung durch die Emser Depesche und analysiert anschließend die Bündnisstrategie Bismarcks zur Sicherung des Deutschen Kaiserreichs nach 1871.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der diplomatischen Eskalation im Vorfeld des Krieges gegen Frankreich sowie der Entwicklung eines komplexen Geflechts an Schutz- und Trutzbündnissen zur Wahrung des europäischen Friedens.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Es wird untersucht, inwiefern die Emser Depesche als bewusster Auslöser zur Einigung fungierte und wie Bismarck durch sein Bündnissystem den Status Quo des Deutschen Reiches stabilisieren wollte.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Die Arbeit ist chronologisch aufgebaut und basiert auf der Auswertung von Primärquellen aus der Zeit sowie relevanter wissenschaftlicher Sekundärliteratur.
Welche Rolle spielt die "Saturiertheit" des Reiches?
Die Saturiertheit bezeichnet Bismarcks Bestreben, das Deutsche Reich nach der Einigung als zufriedene Macht darzustellen, um expansive Ängste der europäischen Nachbarn zu dämpfen.
Wie lässt sich Bismarcks Politik kurz zusammenfassen?
Bismarck verfolgte eine komplexe Friedenssicherung, die darauf abzielte, Frankreich zu isolieren und gleichzeitig die anderen europäischen Großmächte durch Verträge an das deutsche System zu binden.
Warum war die Kürzung der Depesche für Bismarck so entscheidend?
Durch die Kürzung wirkte die Ablehnung des französischen Botschafters durch den König schroffer, was Frankreich zur Kriegserklärung provozierte und Preußen so in die Rolle des Verteidigers brachte.
Welches Ziel verfolgte der Rückversicherungsvertrag mit Russland?
Der Vertrag sollte verhindern, dass es zu einer Annäherung zwischen Russland und Frankreich kommt, um eine Zweifrontenbedrohung für das Deutsche Reich abzuwenden.
Inwiefern beeinflusste die spanische Thronfolge die europäische Diplomatie?
Die Suche nach einem neuen Monarchen in Spanien führte zu Befürchtungen Frankreichs, von Hohenzollern-Prinzen "eingekesselt" zu werden, was die diplomatischen Spannungen massiv verschärfte.
- Citation du texte
- Björn Saemann (Auteur), 2009, Die Bündnispolitik Bismarcks und die Emser Depesche als Wegbereiter für die deutsche Einheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147899