Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filología alemana - Lingüística

Warum Schiller wirklich "witzig" war und nicht immer "geil" drauf

Zum Bedeutungswandel in der Sprache

Título: Warum Schiller wirklich "witzig" war und nicht immer "geil" drauf

Trabajo Escrito , 2009 , 32 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: malte schröder (Autor)

Filología alemana - Lingüística
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Diese Arbeit befasst sich im Rahmen des Hauptseminars „Sprachwandel“ mit Semantik und dabei schwerpunktmäßig mit dem Bedeutungswandel von Wörtern und Ausdrücken. Zunächst möchte ich klären, was überhaupt Bedeutung ist und wie sie sich wandelt. Dazu nutze ich vor allem die Werke von Gerd Fritz und Rudi Keller/ Ilja Kirschbaum, die sich eingehend mit historischer Semantik, bzw. Bedeutungswandel befasst haben.
In meiner Arbeit gehe ich insbesondere auf einzelne Verfahren des Bedeutungswandels ein. Dabei geht es mir aber nicht hauptsächlich um die Erklärung der Theorien zum Entstehen von Bedeutungswandel. Diese Arbeit hat nicht den Anspruch eine vollständige Theorie des Bedeutungswandels nachzuvollziehen oder darzulegen, sondern mir geht es um einen empirischen Nachweis einzelner Verfahren anhand von Beispielen aus der Literatur um 1900, bei denen offensichtlich Bedeutungswandel stattgefunden hat. Dazu habe ich mich eingehend mit der Literatur der Autoren dieser Zeit wie Lessing, Schiller, Kleist, E.T.A Hoffmann und Tieck auseinandergesetzt.
Die Fragen, um die es mir in dieser Arbeit geht, lauten etwa: Was hat dazu geführt, dass das Wort „billig“ einen Bedeutungswandel von „angemessen“ hin zu „preiswert“ oder gar „wertlos“ erfahren hat? Warum wurde billig zu Schillers und Lessings Zeiten noch in der Bedeutung von „fair“ und „angemessen“ verwendet? Wäre demnach ein billiges Argument ein angemessenes und kein Schlechtes?
Bedeutungswandel vollzieht sich nicht, ohne dass sich der Mensch dessen bewusst ist. Er vollzieht sich dabei sogar nicht einmal langsam und kleinschrittig, sondern manchmal auch schnell und sprunghaft. Der Sprachwandel wird durchaus bemerkt, dabei aber nicht unbedingt als Prozess wahrgenommen. Die typische Form, den Wandel der Sprache wahrzunehmen, besteht eher darin, ihn als Verfall der Sprache zu erleben. Der zweite Schritt, um den es mir geht, ist daher der Nachweis der unterschiedlichen Verwendungsweisen anhand der oben benannten Literatur.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Bedeutung?

3.Bedeutungswandel

3.1 Verfahren des Bedeutungswandels

3.1.1 Bedeutungserweiterung

3.1.2 Bedeutungsverengung

3.1.3 Bedeutungsverschiebung

3.1.4 Bedeutungsübertragung

3.1.5 Bedeutungsverschlechterung (Pejorisierung)

3.1.6 Bedeutungsverbesserung (Meliorisierung)

3.1.7 Metaphorisierung

3.1.8 Metonymie

3.1 9 Implikatur

3.1.10 Ellipse

3.1.11 Euphemismus

3.1.12 Bedeutungsentwicklung des Modalverbs dürfen

4. Bedeutungswandel als Invisible-Hand-Prozess

5. Folgen des Bedeutungswandels

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den semantischen Bedeutungswandel von Wörtern und Ausdrücken im Deutschen, insbesondere anhand von literarischen Beispielen aus der Zeit um 1800. Das primäre Ziel ist es, den empirischen Nachweis verschiedener Verfahren des Bedeutungswandels zu führen und die zugrunde liegenden Mechanismen als Invisible-Hand-Prozesse zu beleuchten.

  • Verfahren des Bedeutungswandels (z.B. Erweiterung, Verengung, Metaphorisierung)
  • Analyse historischer Sprachbelege (Schiller, Lessing, Kleist u.a.)
  • Die Theorie der unsichtbaren Hand in der Sprachentwicklung
  • Konventionalisierung von Sprachgebrauch und Bedeutungsvarianten
  • Folgen des Bedeutungswandels: Homonymie und Polysemie

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Bedeutungsverengung

Bei der Bedeutungsverengung verkleinert sich der Bedeutungsumfang eines Lexems, nachdem zu den ursprünglichen semantischen Merkmalen noch weitere hinzukommen und dadurch die Bedeutung einschränken. Als Beispiel dienst Hochzeit: Im Mhd. war hôch(ge)zît ein kirchliches oder weltliches Fest oder einfach nur Feiertag. Diese Bedeutungen lassen sich selbst im Nhd. noch im 17.Jh. nachweisen. Die Bedeutung „Vermählungsfeier“ findet sich allerdings auch schon im Mhd. Nach dem 17.Jh. erscheint Hochzeit nur noch in diesem verengten Sinne, während das aus dem Lateinischen entlehnte Fest die alte, allgemeine Funktion übernimmt. Keller/Kirschbaum befassen sich sehr intensiv mit dem Verfahren der Bedeutungsverengung, für welches sie den Terminus Differenzierung bevorzugen. Ihnen zufolge liegt ein Bedeutungswandel infolge von Differenzierung dann vor, wenn eine spezifische Hinsicht Teil der Gebrauchsregel geworden ist; wenn also die spezifische Interpretation des entsprechenden Lexems konventionalisiert ist und damit als eigenständige Bedeutungsvariante im Lexikon aufgeführt werden muss. Anschaulich wird die Differenzierung anhand des Beispiels rüstig. Zur Goethezeit konnten Personen unabhängig ihres Alters als rüstig bezeichnet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Rahmen der Arbeit, die sich mit der historischen Semantik und dem Bedeutungswandel von Wörtern anhand literarischer Quellen um 1900 befasst.

2. Was ist Bedeutung?: Dieses Kapitel erörtert die Definition von Bedeutung, indem es zwischen repräsentationistischen und instrumentalistischen Auffassungen unterscheidet und Bedeutung als Gebrauchskonvention bestimmt.

3.Bedeutungswandel: Hier werden die verschiedenen linguistischen Verfahren des Bedeutungswandels detailliert aufgeführt und durch zahlreiche historische Textbelege illustriert.

4. Bedeutungswandel als Invisible-Hand-Prozess: Das Kapitel erläutert den Sprachwandel als ein Phänomen der „unsichtbaren Hand“, bei dem kollektive Strukturen entstehen, ohne dass sie von den Individuen absichtlich geplant wurden.

5. Folgen des Bedeutungswandels: Hier wird untersucht, wie Bedeutungswandel zu Mehrdeutigkeiten wie Homonymie und Polysemie führt und welche Auswirkungen dies auf den Sprachgebrauch hat.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Bedeutungswandel ein unentwegter, unbewusster Prozess ist, der aus dem Wunsch nach präziser, höflicher oder expressiver Kommunikation resultiert.

Schlüsselwörter

Bedeutungswandel, historische Semantik, Sprachwandel, Invisible-Hand-Prozess, Semasiologie, Onomasiologie, Metaphorisierung, Metonymie, Polysemie, Pejorisierung, Meliorisierung, Konventionalisierung, Gebrauchskonvention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Semantik und dem Wandel der Bedeutung von Wörtern und Ausdrücken im Deutschen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Verfahren des Bedeutungswandels, die Theorie der „unsichtbaren Hand“ als Erklärungsmotor für Sprachwandel und die Analyse literarischer Belege aus der Epoche um 1800.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist der empirische Nachweis einzelner Bedeutungswandelverfahren anhand historischer Texte von Autoren wie Schiller, Lessing und Kleist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die semasiologische Perspektive zur Analyse des Wandels einzelner Wörter sowie die Theorie der „unsichtbaren Hand“ nach Rudi Keller zur deskriptiven Beschreibung des Sprachwandels.

Was wird im Hauptteil analysiert?

Der Hauptteil behandelt systematisch verschiedene Verfahren wie Bedeutungserweiterung, -verengung, -verschiebung, Metaphorisierung, Metonymie sowie Euphemismen und Implikaturen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Sprachwandel, Bedeutungswandel, Polysemie, Pejorisierung und die Theorie der unsichtbaren Hand.

Wie vollzieht sich der Wandel des Wortes "billig" laut der Arbeit?

Die Arbeit zeigt, dass sich "billig" von einem relationalen Adjektiv mit der Bedeutung „angemessen“ hin zu einer Eigenschaftsbezeichnung für „preiswert“ oder „niedrig im Preis“ entwickelt hat.

Warum wird das Modell der "Trampelpfade" verwendet?

Das Trampelpfad-Modell illustriert, wie Sprachwandel als unbeabsichtigtes, aber selbstbeschleunigendes Ergebnis individuellen Handelns entsteht.

Welche Rolle spielen Tabuwörter wie "geil" im Bedeutungswandel?

Tabuwörter werden oft expressiv genutzt, verlieren jedoch durch hohen Gebrauch ihren Tabugehalt, was zu einer Bedeutungsausweitung oder -verschiebung führen kann.

Final del extracto de 32 páginas  - subir

Detalles

Título
Warum Schiller wirklich "witzig" war und nicht immer "geil" drauf
Subtítulo
Zum Bedeutungswandel in der Sprache
Universidad
University of Rostock  (Institut für Germanistik)
Curso
Hauptseminar Sprachwandel
Calificación
1,3
Autor
malte schröder (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
32
No. de catálogo
V147954
ISBN (Ebook)
9783640589388
ISBN (Libro)
9783640589685
Idioma
Alemán
Etiqueta
Warum Schiller Bedeutungswandel Sprache
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
malte schröder (Autor), 2009, Warum Schiller wirklich "witzig" war und nicht immer "geil" drauf , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147954
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  32  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint