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Kommunikationsnetzwerke im ländlichen Raum

Title: Kommunikationsnetzwerke im ländlichen Raum

Thesis (M.A.) , 2000 , 112 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anke Brandstetter-Gerstmayr (Author)

Communications - Research, Studies, Enquiries
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Einleitung

Die empirische Sozialforschung beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit, untersucht die Menschen und ihr Zusammenleben, ihren Alltag und berücksichtigt dabei auch Verhaltens- und Handlungsabläufe.(1) Auch die Kommunikationswissenschaft als Sozialwissenschaft leistet wichtige Beiträge zur Theoriefindung, Forschung, Diskussion der Ergebnisse und zur Frage nach dem Verhältnis von Medien und Realität. Die Medienwirkungsforschung kann dabei sicher als zentrales Untersuchungsfeld der Kommunikationswissenschaft bezeichnet werden. Die Forschungsergebnisse zeigen, daß das Publikum nicht nur über Mediennutzungsprozesse und die Aufnahme der vermittelten Inhalte
beeinflußt wird, eine Annahme, die in der Medienwirkungsforschung lange Bestand hatte. Vielmehr sind die Medien „nur ein Teil der sinnstiftenden, symbolischen Umwelt des Menschen und ihr Stellenwert wird wesentlich determiniert von den jeweiligen Gegebenheiten der sozialen Situation und der Persönlichkeit der Rezipienten.“(2) Besonderes Augenmerk muß daher auch auf die Grundlage jeglichen sozialen In-Beziehung-Tretens gelegt werden, auf „die Keimzelle aller Verständigungsprozesse“(3), wie Satke anschaulich formuliert,
nämlich die interpersonale Kommunikation.
Gerade in dörflichen Gemeinschaften stellt die interpersonale Kommunikation traditionsgemäß einen wichtigen sozialen Faktor dar. Durch die steigende Mobilität der Dorfbewohner hat sich allerdings auch eine Veränderung in der infrastrukturellen und sozialen Struktur kleinerer Ortschaften ergeben. Dennoch bleiben die Gesprächskreise der Dorfgemeinschaft neben der Informationsvermittlung durch die Medien das wichtigste meinungsbildende Muster. Diese Annahme ist gleichzeitig auch die Grundidee der folgenden Untersuchung, die zum Ziel hat, Kommunikationsprozesse in dörflichen ihre Wirkung zu bestimmen.
[...]
______
1 Haas, Hannes: Empirischer Journalismus. Wien 1999. S. 21
2 Hunziker, Peter: Medien, Kommunikation und Gesellschaft. Darmstadt 1996. S. 76
3 Satke, Gerhard: Diskursive Konfliktbearbeitung in der interpersonalen Kommunikation. Konzeption,
Positionierung und Ansätze zu einer empirischen Analyse. Diplomarbeit. Wien 1995. S. 3

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kommunikationstheorie

2.1 Massenkommunikation

2.2 Interpersonale Kommunikation

2.3 Interdependenzen

2.3.1 Stimulus-Response-Theorie

2.3.2 Two-Step Flow of Communication

2.3.3 Kommunikationsrollen

2.3.3.1 Opinion Leader

2.3.3.2 Opinion Follower

2.3.4 Multi-Step Flow of Communication

2.3.4.1 Lokale und kosmopolitische Meinungsführer

2.3.4.2 Virtuelle Meinungsführer

2.3.4.3 Isolierte

2.3.5 Agenda Setting

2.3.6 Die Schweigespirale

3. Der ländliche Raum

3.1 Das Sozialsystem

3.2 Begriffsklärung

3.3 Interpersonale Kommunikation in dörflichen Gemeinschaften

3.3.1 Entstehung sozialer Kontakte

3.3.2 Entstehung sozialer Netzwerke

3.3.3 Die soziale Gruppe

3.4 Analyse durch Netzwerkanalyse

4. Netzwerkanalyse

4.1 Theorie der Netzwerkanalyse

4.1.1 Grundlagen und Elemente

4.1.2 Einteilung von Netzwerken

4.1.3 Burt- und Fischer-Instrument

4.1.4 Struktur und Qualität

4.1.5 Maßzahlen

4.2 Von der Gemeindestudie zur Netzwerkanalyse

4.2.1 Marienthal

4.2.2 Euskirchen

4.2.3 Studie „Mittlerer Neckar“

5. Studienkonzept

5.1 Die Entwicklung der Gemeinden Ardagger und Viehdorf

5.2 Methodenbeschreibung

5.2.1 Inhaltsanalyse

5.2.2 Interviews

6. Ergebnisse

6.1 Demographische Merkmale

6.2 Mediennutzung

6.3 Informationswege

6.4 Kommunikationsnetzwerke

6.4.1 Die Netzgröße

6.4.2 Homogenität und Heterogenität

6.4.3 Multiplexität

6.4.4 Qualität der Relationen

6.4.5 Politische Kommunikation

6.4.6 Meinungsführerschaft

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Kommunikationsprozesse in dörflichen Gemeinschaften, insbesondere in den Gemeinden Ardagger und Viehdorf. Ziel ist es, formale und informelle Kommunikationsstrukturen zu identifizieren und die Wirkung von Massenmedien im Vergleich zur interpersonalen Kommunikation zu bestimmen, wobei der Schwerpunkt auf der Netzwerkanalyse liegt.

  • Analyse der Interdependenz zwischen Massenkommunikation und interpersonaler Kommunikation.
  • Untersuchung der Bedeutung sozialer Netzwerke im ländlichen Raum.
  • Identifikation von Kommunikationsmustern und Rollen (z.B. Meinungsführer).
  • Empirische Anwendung einer kombinierten Netzwerk- und Inhaltsanalyse in zwei Gemeinden.

Auszug aus dem Buch

2.1 Massenkommunikation

Schon beim Begriff „Massenkommunikation“ treten in der Kommunikationswissenschaft die ersten Unsicherheiten auf. Silbermann erkennt ob der Vielfalt der Inhalte dieses Begriffs, daß die Forschung schon an der Basis auf ein Problem stößt, nämlich für das Erkenntnisobjekt seiner Disziplin eine geeignete Definition zu finden. Dies ist ein Aspekt, ein anderer ist - nach Silbermann - die negativistische Belegung des Begriffs „Masse“, der so wertfrei mit „Kommunikation“ in Verbindung gesetzt wird. Masse legt immer etwas Großes, Unüberschaubares nahe, das – einmal in Bewegung – nur schwer wieder gestoppt werden kann. Diese Betrachtungsweise impliziert einen negativen Charakter der Massenkommunikation, dem sich auch die aktuelle Forschung nicht immer entziehen kann.

So weist etwa Eisenstein auf die „problematische Verwendung des Begriffes Masse“ in Zusammenhang mit Definitionsversuchen des Terminus Massenkommunikation hin. Bei Rezipienten handelt es sich letztlich nicht um eine undefinierbare Masse, sondern um Individuen, die durch vielfältige demographische Merkmale zu unterscheiden sind, und die in den meisten Fällen frei über die subjektive Informationsaufnahme entscheiden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Medienwirkungsforschung und die Relevanz interpersonaler Kommunikation im ländlichen Raum.

2. Kommunikationstheorie: Theoretische Auseinandersetzung mit Massen- und interpersonaler Kommunikation sowie deren Interdependenz durch verschiedene Modelle.

3. Der ländliche Raum: Untersuchung der soziologischen Strukturen dörflicher Gemeinschaften und deren Wandel durch äußere Einflüsse.

4. Netzwerkanalyse: Darstellung der theoretischen Grundlagen und methodischen Instrumente der modernen Netzwerkanalyse.

5. Studienkonzept: Beschreibung der untersuchten Gemeinden sowie der angewandten Methoden (Inhaltsanalyse und Interviews).

6. Ergebnisse: Präsentation und Interpretation der empirischen Daten zu demographischen Merkmalen, Mediennutzung und Kommunikationsnetzwerken.

7. Zusammenfassung: Fazit der Untersuchung hinsichtlich der Bedeutung interpersonaler Netzwerke im ländlichen Raum und deren Zusammenspiel mit Medieninhalten.

Schlüsselwörter

Massenkommunikation, Interpersonale Kommunikation, Ländlicher Raum, Netzwerkanalyse, Meinungsführer, Soziale Netzwerke, Mediennutzung, Kommunikationsstrukturen, Politische Kommunikation, Dorfentwicklung, Gemeinde, empirische Sozialforschung, Multiplexität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel von Massenkommunikation und interpersonaler Kommunikation im ländlichen Raum anhand einer empirischen Studie in Ardagger und Viehdorf.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Kommunikationstheorie, die Struktur des ländlichen Raums, die Methoden der Netzwerkanalyse sowie die Ergebnisse der spezifischen Gemeindestudie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Identifizierung von Kommunikationsprozessen in dörflichen Gemeinschaften sowie die Bestimmung ihrer Wirkung und der Bedeutung informeller versus formaler Strukturen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein Zweimethodendesign angewandt, das eine standardisierte Inhaltsanalyse regionaler Medien mit mündlichen Interviews zur Erhebung ego-zentrierter Netzwerke kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Kommunikationsrollen und Netzwerktheorien sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten zu Mediennutzung, Netzwerkgröße und politischer Kommunikation in den Zielgemeinden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Netzwerkanalyse, Massenkommunikation, Meinungsführer, ländlicher Raum und soziale Netzwerke.

Wie definiert die Autorin "Opinion Leader"?

Meinungsführer werden als Informationsknotenpunkte innerhalb einer Gruppe definiert, die aufgrund demographischer oder intellektueller Eigenschaften häufig um Rat gefragt werden oder aktiv den Kommunikationsprozess initiieren.

Warum sind "Strong Ties" im ländlichen Raum so dominant?

Die Autorin stellt fest, dass in den untersuchten Netzwerken eine starke familiäre und verwandtschaftliche Bindung vorherrscht, die traditionelle Werte und Vertrauensbeziehungen festigt, was das Auftreten von "Weak Ties" (flüchtigen Kontakten) minimiert.

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Details

Title
Kommunikationsnetzwerke im ländlichen Raum
College
University of Vienna  (Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft)
Grade
1,0
Author
Anke Brandstetter-Gerstmayr (Author)
Publication Year
2000
Pages
112
Catalog Number
V147
ISBN (eBook)
9783638101066
Language
German
Tags
Kommunikationsnetzwerke Raum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anke Brandstetter-Gerstmayr (Author), 2000, Kommunikationsnetzwerke im ländlichen Raum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147
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