Die Stadt und ihre Identifikationsfähigkeit


Seminararbeit, 2009

13 Seiten, Note: 3

Agata Duda (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Sinneseindrücke der Stadt

2. Bild der Stadt von Kevin Lynch

3. Ausgewählte Stilrichtungen der gegenwärtigen Baukunst
3.1 Architektur des Postmodernen
3.2 Flüssige Architektur

4. Die Stadt und ihre Instrumente der Entwicklung
4.1 Stadtentwicklung durch Festivalisierung
4.2 Mediale Selbstdarstellung von Städten
4.3 Stadt und Konsum

Schlussbemerkungen

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Stadt ist eine seit Jahrtausenden bestehende Siedlungsform zu deren wesentlichen Merkmalen „(…) dichte Besiedlung und Konzentration von Wohn- und Arbeitsstätten einer Bevölkerung mit überwiegend tertiär- und sekundärwirtschaftlichen Lebensunterhalt, Zentrum von politischen, Wirtschafts-, Verwaltungs-, und Kultureinrichtungen mit eigener architektonischen Prägung (…)“ gehören (Bertelsmann 2006,672). Eine große Bedeutung für die Stadt hat die räumliche und bauliche Gestaltung der städtischen Ansiedlungen, denn die Wolkenkratzer prägen das Bild der Stadtzentren rund um den Globus. Bemerkenswert ist jedoch, dass nicht alle Großstädte versuchen, mit Skylines ihr Image aufzuwerten. Einige Städte, darunter auch Hamburg, haben sogar bewusst unterlassen, Hochhäuser zu bauen: „Hamburg hat es sorgfältig vermieden, sich der in den achtziger Jahren von Investoren und vielen Wirtschaftspolitikern forcierten Hochhauseuphorie, der Frankfurt, London, Brüssel oder Rotterdam erlegen sind, zu öffnen“ (Kossak. In: Wentz 1993, 144)

Andererseits ist die Stadt aber mehr als nur die Summe aus ihren Häusern, Straßen und Plätzen. Die Stadt ist ein lebendiges Wesen und jede hat ihren besonderen, meist geschichtsträchtigen Ort. Außerdem versucht jede Stadt ihren Namen, so abzugrenzen, dass er nur für sie und keine andere steht, beispielsweise durch geografische Ergänzungen (Frankfurt am Main, Frankfurt an der Oder). Das alles reicht aber heutzutage längst noch nicht damit eine Stadt einzigartig zu bezeichnen. Es ist wichtig, dass sie eigenes Image besitzt, was dazu führt, dass die Städte wie ein Produkt betrachtet werden und miteinander mit unterschiedlichsten Mitteln konkurrieren müssen um ihre Identifikationsfähigkeit zu bewahren.

In dieser Hausarbeit soll zunächst gezeigt werden wie sich die Bilder der Stadt in unserer Wahrnehmung einprägen. Dabei beziehe ich mich auf die Theorie von Kevin Lynch, nach dessen Meinung die sinnliche Wahrnehmung der Stadt eine bedeutsame Rolle spielt. Danach werde ich die neue Architekturrichtungen näher beschreiben und anschließend auf die Methoden eingehen, die die Städte nutzen, um einzigartig, einmalig und unvergesslich zu bleiben.

1. Die Sinneseindrucke der Stadt

Die Stadt ist bloß nicht eine Einsammlung von vielen Menschen, die Stadt ist mehr. Sie ist eine Verdichtung von unterschiedlichsten Lebensentwürfen und ist Ausgangspunkt neuer Entwicklungen. Man erkennt diese an den unterschiedlichen Ausgestaltungen von Gebäuden.

Es gibt diese Orte nach Philosoph und Soziologe Rüdiger Zill jeweils nur als „Stadt an sich“.[1] Eine Stadt an sich ist ein Ort, dem all unsere individuellen Erfahrungen mit „Stadt“ immer schon zu Grunde liegen (müssen). Durch die Industrialisierung und das explosionsartige Wachstum der Städte im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert sind die Städte unübersichtlich und für die Bewohner zu einem Wahrnehmungs- und Orientierungsproblem geworden. Für einen Fremden, zum Beispiel einen Besucher stellt sich das Phänomen Stadt als Einheit durch Vielfalt. Die Stadt wird für den Neuankömmling zum Labyrinth.

Die Wahrnehmung der Stadt gehört zum festen Bestandteil des allgemeinen Interesses. Der urbane Raum gilt als Objekt für wissenschaftliche Diskurse, Filmen, Ausstellungen und Romanen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich unser Verständnis von der Stadt verändert. Die Stadt wird nicht mehr vor allem als Raum des Wohnens, des Verkehrs, der Verwaltung oder der Produktion angesehen, sondern sie breitet ihre Wirkung in erster Linie als Erlebnisraum, der zu entdecken ist. Hierbei ist keine Stadt, wie die andere. Jede einzelne grenzt sich mit ihrem individuellen Image ab und ruft bei den Menschen bestimmte Assoziationen hervor.

Die Globalisierung in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht hat, laut Bittner (2002, 16), dazu beigetragen, dass je positiver und populärer das Image einer Stadt ist, desto günstiger wirkt es sich auf ihre kulturelle und ökonomische Lage aus. Aus diesem Grund sind Städte zum Produkt geworden, welches man auch vermarkten kann. Die Folge ist, dass sich die Städte international platzieren wollen. Dies kann z.B. mit Hilfe von großen Ereignissen, Sportveranstaltungen, Filmfestivals oder Ausstellungen erreicht werden, bei denen die Stadt einer möglichst großen Zahl von Menschen präsentiert wird.

2. Bild der Stadt von Kevin Lynch

Kevin Lynch macht in seinem Buch „Das Bild der Stadt“ darauf aufmerksam, dass die Architektur einer Stadt nicht nach strengen funktionalen Ideen bewertet werden kann. Sie ist dann einzigartig, wenn ihre Elemente in präziser und lebendiger Art und Weise auf ihre funktionellen und vor allem symbolischen Unterschiede eingestimmt sind (Lynch 1965, 130 ff.). Weiter schreibt er, dass in einer Umwelt, die immer komplexer wird, die Einzigartigkeit von Orten entscheidet, wie groß die Einprägsamkeit für Besucher oder Beobachter ist. Lynchs Meinung nach spielt das Herausstellen der wichtigen Kommunikationszentren eine große Rolle, denn dadurch wird das Interesse der Menschen geweckt. Zu diesen Zentren zählten Museen, Bibliotheken als auch Shoppingmalls, Parkanlagen, Banken, Erlebnisparks, Messen, Kirchen, Kaufhäuser usw.

Lynch stellt nicht die Funktionalität der Stadt und ihrer Gebäude in den Vordergrund, sondern ihre sinnliche Wahrnehmung. Die Architektur sollte mehr an den Wahrnehmungsgewohnheiten der Menschen orientiert werden. Umso mehr werden auch die Architekten und Stadtplaner gefordert, ein abwechslungsreiches und symbolträchtiges Stadtbild herzustellen. Dabei sind die Lebhaftigkeit und Verständlichkeit bzw. Ablesbarkeit der Stadt wichtige Kriterien bei der Städteplanung, denn die Ablesbarkeit ist dafür entscheidend, welches Bild sich die Menschen von einer Stadt machen und nur mit ihr kann die Stadt zusammen Freude und Nutzen bieten (Lynch 1965, 12-16).

[...]


[1] http://science.orf.at/science/news/147682

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Stadt und ihre Identifikationsfähigkeit
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
3
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V148010
ISBN (eBook)
9783640579556
ISBN (Buch)
9783640578931
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadt, Identifikationsfähigkeit
Arbeit zitieren
Agata Duda (Autor), 2009, Die Stadt und ihre Identifikationsfähigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148010

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Stadt und ihre Identifikationsfähigkeit



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden