Aus unserem Leben sind die neuen Medien, die computervermittelte Kommunikation und die
Informations- und Telekommunikationstechnologie, nicht mehr wegzudenken. Diese Veränderung trägt unterschiedliche Namen: zur schon lange postulierten „Dienstleistungsgesellschaft“ treten die „ Informations-„
oder „Wissensgesellschaft“ , „Telematik-Gesellschaft“, die „Nachindustrielle Gesellschaft“ , und manche Autoren sehen sogar schon ein „ Post-Information-Age“ aufdämmern.
Einig ist man sich, dass diese Entwicklung weitreichende Folgen für alle Lebensbereiche hat.
In unserer Arbeit legen wir den Fokus auf den Bereich der Arbeit. Der besondere Fokus liegt dabei auf der neuen Arbeitsform der Telearbeit, da diese als eine symptomatische Ausprägung der sozioökonomischen
Veränderungsprozesse gesehen werden kann. Da sie eine der meist diskutierten und evidentesten, sowie sehr direkt auf die modernen IuK-Technologien zurückzuführende alternative Beschäftigungsform ist, erscheint es lohnend, sie als Beispiel für die allgemeinen Veränderungen näher zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist computervermittelte Kommunikation – die Techniken der „Neuen Medien“
2.1 E-Mail
2.2 „many-to-many“-Kommunikation
3. Die Entwicklung der Informationsgesellschaft
3.1 Vom Taylorismus zur Dienstleistungsgesellschaft
3.2 Wandel zur Informationsgesellschaft
3.2.1 Siegeszug des PC
3.2.2 Globalisierung durch cvK
3.3 Veränderungen der Arbeitswelt durch cvK
3.3.1 E-Mail und „Instant Messaging“ als Form der cvK
3.3.2 Internet als Beginn einer neuen Gesellschaftsordnung
3.4 Arbeitsmarktwirkungen durch technischen Fortschritt
3.4.1 Neuer Typus Arbeitnehmer
3.4.2 Beschäftigungszuwachs und –abnahme
3.4.3 Neuorganisation in Unternehmen
3.4.4 Implikationen für die Entwicklung der Arbeitsstruktur
4. Telearbeit als Beispiel für neuartige Arbeitsformen
4.1 Definitionen und Formen
4.1.1 Definition und Statistik
4.1.2 Formen der Telearbeit
4.2 Voraussetzungen des Telearbeiters
4.3 Chancen & Risiken
4.3.1 Chancen
4.3.1.1 Arbeitnehmer
4.3.1.2 Arbeitgeber
4.3.1.3 Gesellschaft
4.3.2 Risiken
4.3.2.1 Arbeitnehmer
4.3.2.2 Arbeitgeber
4.3.2.3 Gesellschaft
4.4 Zusammenfassung
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss computervermittelter Kommunikation (cvK) auf die moderne Arbeitswelt, mit einem besonderen Fokus auf Telearbeit als Prototyp einer neuen Beschäftigungsform innerhalb der Informationsgesellschaft. Ziel ist es, die sozio-ökonomischen Veränderungen, die Auswirkungen auf Berufsbilder sowie die Chancen und Risiken dieser technologisch geprägten Arbeitsweise zu analysieren.
- Techniken der computervermittelten Kommunikation ("Neue Medien")
- Die historische und strukturelle Entwicklung zur Informationsgesellschaft
- Veränderungen der Arbeitswelt und Auswirkungen auf Arbeitsmärkte durch IuK-Technologien
- Telearbeit als spezifische Organisationsform: Definitionen, Voraussetzungen, Chancen und Risiken
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Formen der Telearbeit
Entsprechend dem relativ weitgefassten Begriff von Telearbeit gibt es verschiedene Formen derselben. Grundsätzlich kann man kollektive und individuelle Telearbeit unterscheiden: Kollektive Telearbeit bedeutet, dass Erwerbstätige gemeinsam in einem Büro (meist in räumlicher Nähe) für verschiedene Arbeitgeber arbeiten. Sie können selbständig oder abhängig beschäftigt sein (z.B. Nachbarschaftsbüros, virtuelle Unternehmen, Telezentren). Bei der individuellen Telearbeit wird die Arbeitsleistung in der eigenen Wohnung, beim Kunden oder von unterwegs erbracht, wobei mit dem Arbeitgeber eine kommunikative Verbindung über Computer besteht. In der Literatur werden vor allem folgende Ausprägungsformen von Telearbeit unterschieden (vgl. Harms 1999, S.106, BMWi/BMA/BMBF 2001, S.9-11):
Teleheimarbeit: Die Wohnung dient bei der Teleheimarbeit, ähnlich wie bei klassischer Heimarbeit, als Arbeitsstätte. Der Teleheimarbeiter nutzt an einem abgetrennten Platz seiner privaten Wohnung IuK- Technologie, d.h. beispielsweise PC und Modem, und erledigt die ihm aufgetragenen Aufgaben. Allerdings ist diese Form eher bei freien Mitarbeitern und Selbständigen verbreitet. Die in den 70er Jahren als einzige Variante der Telearbeit protegierte Form der Teleheimarbeit ist unter Erwerbstätigen mit Arbeitnehmerstatus in der Bundesrepublik Deutschland bis heute kaum verbreitet.
Alternierende Telearbeit: Die Arbeitsleistung wird hierbei wechselweise von Zuhause und vom betrieblichen Arbeitsplatz erbracht, typischerweise etwa zu je 50%. Bei dieser Arbeitsform können typische Nachteile der Heimarbeit, wie mangelnde Synergieeffekte und die Gefahr sozialer Isolation, durch die Bürotage kompensiert werden. Andererseits wird dadurch auch die zeitliche Autonomie des Arbeitnehmers wieder verringert. Auch die Unternehmen sehen in alternierender Telearbeit flexible Einsatzmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter, ohne ganz auf herkömmliche Kontrollmechanismen verzichten zu müssen. Eine Unterform der alternierenden Telearbeit ist die Rufbereitschaft. EDV-Spezialisten übernehmen hierbei beispielsweise die Fernwartung von EDV- Systemen direkt aus ihrer Wohnung zu bestimmten Bereitschaftszeiten. So werden Wartezeiten und Anfahrtswege gespart. Diese Organisationsform wendet sich vor allem an qualifizierte Mitarbeiter aus Management, Forschung und Entwicklung. Kollektive und individuelle Arbeitsformen werden vermischt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von IuK-Technologien ein und definiert den Fokus auf die Telearbeit als symptomatische Arbeitsform der Informationsgesellschaft.
2. Was ist computervermittelte Kommunikation – die Techniken der „Neuen Medien“: Dieses Kapitel definiert computervermittelte Kommunikation und erläutert die technischen Modi wie E-Mail und "many-to-many"-Kommunikation.
3. Die Entwicklung der Informationsgesellschaft: Hier wird der Wandel von der tayloristischen Industriegesellschaft zur wissensbasierten Informationsgesellschaft sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt beschrieben.
4. Telearbeit als Beispiel für neuartige Arbeitsformen: Dieses Kernkapitel analysiert Telearbeit detailliert hinsichtlich Definitionen, Formen, Voraussetzungen sowie deren Chancen und Risiken für alle beteiligten Akteure.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Auswirkungen der cvK auf die Arbeitswelt zusammen und betont die wachsende Bedeutung lebenslangen Lernens und neuer, flexibler Arbeitsstrukturen.
Schlüsselwörter
Telearbeit, Informationsgesellschaft, computervermittelte Kommunikation, cvK, IuK-Technologien, Arbeitswelt, Digitalisierung, Flexibilisierung, Teleheimarbeit, alternierende Telearbeit, Wissensarbeit, Produktivitätssteigerung, Dezentralisierung, Arbeitsmarkt, Schlüsselqualifikationen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel der Arbeitswelt durch den Einsatz computervermittelter Kommunikationstechnologien und analysiert die Telearbeit als beispielhafte neue Organisationsform.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die technologischen Grundlagen ("Neue Medien"), die historische Entwicklung zur Informationsgesellschaft, arbeitsmarktpolitische Effekte sowie die Chancen und Risiken von Telearbeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Erforschung der strukturellen Veränderungen in der Berufswelt und die Identifikation von Chancen und Hindernissen, die mit einer dezentralen, IT-gestützten Arbeitsweise einhergehen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autoren nutzen eine literaturgestützte Analyse, um den Wandel der Arbeitswelt zu beschreiben, und ergänzen diese durch Fallbeispiele und Statistiken zum Stand der Telearbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Rahmenbedingungen, den gesellschaftlichen Wandel zur Informationsgesellschaft, die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und eine umfassende Untersuchung der Telearbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Telearbeit, Informationsgesellschaft, cvK, Flexibilisierung und digitale Transformation der Arbeitswelt geprägt.
Welche Rolle spielt der Faktor "Soziale Isolation" bei der Telearbeit?
Die soziale Isolation wird als eines der Hauptrisiken für Arbeitnehmer eingestuft, da die räumliche Trennung vom sozialen Umfeld des Büros und Kollegen zu einem Verlust informeller Austauschmöglichkeiten führen kann.
Welche Schlussfolgerung ziehen die Autoren bezüglich der Zukunft der Arbeit?
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Entwicklung zu ganzheitlicheren, flexibleren Arbeitsaufgaben und zur Bedeutung von Schlüsselqualifikationen (z. B. Kreativität, Teamfähigkeit) führt, wobei sich der Wandel durch neue Innovationen rasant beschleunigt.
- Quote paper
- Michael Fürstenberg (Author), Frank Ihben (Author), 2002, Der Einfluss computervermittelter Kommunikation auf die Arbeitswelt - Telearbeit als Prototyp der neuen Beschäftigungsformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14803