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Die Rolle des Todes in der Freudschen Psychoanalyse vor 1920

Title: Die Rolle des Todes in der Freudschen Psychoanalyse vor 1920

Diploma Thesis , 2001 , 140 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dr. Christian H. Sötemann (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Die Arbeit behandelt die Rolle des Todes in der Freudschen Psychoanalyse vor 1920, dem Jahr, das eine metapsychologische Zensur in der Arbeit Freuds durch die Einführung des Todestriebes bedeutete. Nach einer kurzen Skizzierung der trotz ihrer Unableugbarkeit eher gering einzuschätzenden Präsenz der Todesthematik gerade auch in einigen anderen psychologischen Grundausrichtungen werden Todesverleugnung, der Verlustaspekt des Todes, die Rolle des Todes im Traum, Todesangst und die generellen Zusammenhänge zwischen dem Unbewußten und dem Tod aus freudianisch-psychoanalytischer Sicht untersucht. Anschließend wird dieses mit z.B. existentiellen Aspekten kontextualisiert und die verschiedenen Manifestationen des Todes in der Psychoanalyse Freuds vor Einführung des Todestriebes einer kritischen Würdigung unterzogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle des Todes in einigen nicht-psychoanalytischen Ausrichtungen der Psychologie

2.1 Anmerkungen zur Rolle des Todes im Behaviorismus

2.2 Anmerkungen zur Rolle des Todes in der humanistischen Psychologie

3. Verleugnung und Vernichtung

3.1 Von der Verleugnung des Todes im Alltäglichen

3.2 Die Erschütterung des Verhältnisses zum Tode durch den Krieg

3.3 Der „Urmensch“ - der damalige wie der in uns - und seine Einstellung zu Tod und Töten

4. Der Verlustaspekt des Todes

4.1 Vergänglichkeit und Verfall

4.2 Der Objektverlust - Trauer und Melancholie

4.3 Der Subjektverlust (Selbstmord)

4.4 Die Komplexität des Umgangs mit Verlust

5. Tod, Wunsch und Traum

5.1 Heranführung an die Traumdeutung Freuds

5.2 Einige Grundzüge der Traumdeutung

5.3 Die verschiedenen Arten der Träume vom Tod geliebter Personen

5.4 Die Genese des Wunsches

5.5 Der Todeswunsch in den geschwisterlichen und den Eltern-Kind-Beziehungen

5.6 Affekte und Vorstellungen in Todeswunschträumen

5.7 Zur psychischen Realität des Todeswunsches

5.8 Weitere Äußerungsformen von Todeswünschen

5.9 Der Wunsch vom Tod zur Liebe, vom Zwang zur Wahl

6. Angst und Tod

6.1 Die Theoriebildung Freuds zur Angst

6.2 Die Todesangst

6.3 Der Tod und das Unheimliche

7. Die Zusammenhänge zwischen dem Unbewußten und dem Tod

7.1 Die Existenz des Unbewußten

7.2 Die Funktionsweisen des Unbewußten

7.3 Die Rolle des Todes im Unbewußten

8. Kontextualisierung und Diskussion der Rolle des Todes in der Freudschen Psychoanalyse vor 1920

8.1 Zur Verleugnung des Todes im Alltag

8.2 Zur Individualität des Todes

8.3 Zur existenzphilosophischen Thematisierung der Rolle des Todes

8.4 Todesvorstellung und Ontik

8.5 Die Bildung und Bedeutung des unbewußten Todeswunsches

8.6 Todesangst als sekundäre Bildung

8.7 Der Tod, das Unbewußte und eine menschliche Aporie

8.8 Eine problematische Folge der Einführung des Todestriebes

8.9 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung des Todes in Sigmund Freuds psychoanalytischem Werk vor dem Jahr 1920 werkimmanent darzustellen. Im Zentrum steht die Untersuchung, wie Freud das Phänomen Tod – jenseits des erst später postulierten Todestriebes – in die individuelle Existenz und das Unbewusste integriert und welche Rolle es in der psychoanalytischen Theoriebildung einnimmt.

  • Stellenwert des Todes in der psychoanalytischen Theorie vor 1920
  • Zusammenhang zwischen Tod, Wunsch und Traum sowie unbewussten Todeswünschen
  • Psychodynamik von Verlust, Trauer, Melancholie und Suizid
  • Verleugnungsstrategien des Todes im Alltag und bei der Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen wie dem Krieg
  • Das Verhältnis des Unbewussten zur Realität der Endlichkeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Von der Verleugnung des Todes im Alltäglichen

Meistens verbindet man mit der Psychoanalyse vorzugsweise Aussagen über unbewußte Prozesse, oder die Auswirkungen der unbewußten Produktionen in der individuellen Psychodynamik. Was das Thema des Todes betrifft, so hat Freud hier sicher einen großen Teil dem Vorkommen des Todes im Unbewußten gewidmet, sich aber doch nicht ausschließlich drauf beschränkt. Im übrigen ist es auch unzutreffend, zu behaupten, die Psychoanalyse habe sich nur auf die Erforschung des Unbewußten ausgerichtet; tatsächlich aber hat Freud das Bewußtsein als Grundtatsache völlig anerkannt, wie es z. B. aus zwei Fragmenten hervorgeht, die Freud 1938, während seines letzten Lebensabschnittes, in der Zeit nach der Emigration aus Wien in seiner neuen und letzten Heimat London begann, „Abriß der Psychoanalyse“ bzw. „Some Elementary Lessons in Psycho-Analysis“ betitelt (vgl. Freud 1940a, S. 67 sowie Freud 1940b, S. 143).

Freilich hat die Psychoanalyse dem Bewußtsein seine Stellung innerhalb der individuellen Psychodynamik der Persönlichkeit zugewiesen, wie auch innerhalb der weiteren Ausführungen erkennbar werden sollte. Ich will also zunächst Freuds Überlegungen zur alltäglichen Verleugnung des Tods in den Leben der Menschen - oder zumindest bezogen auf die hiesige Gesellschaft - darstellen; Verleugnungen, die sich in konkreten, zumindest in Teilen bewußten und unserem Kulturkreis allseits bekannten Ritualen zeigen, über den Tod (nicht) zu sprechen oder mit ihm anderweitig verleugnend umzugehen. Der Übergang zum Unbewußten wird sich zweifelsohne leicht und unumgänglich vollziehen lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Bedeutung des Todes in Freuds Werk vor 1920 und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Die Rolle des Todes in einigen nicht-psychoanalytischen Ausrichtungen der Psychologie: Kritische Betrachtung des Defizits der akademischen Psychologie (Behaviorismus, Humanismus) bezüglich der existentiellen Thematik des Todes.

3. Verleugnung und Vernichtung: Analyse gesellschaftlicher Verleugnungsmechanismen gegenüber dem Tod sowie die Erschütterung dieser Haltung durch den Ersten Weltkrieg.

4. Der Verlustaspekt des Todes: Untersuchung der psychischen Verarbeitung von Objektverlusten, insbesondere die Differenzierung von Trauer und Melancholie sowie die Problematik des Suizids.

5. Tod, Wunsch und Traum: Umfassende Darstellung der Freudschen Traumtheorie im Kontext unbewusster Todeswünsche und deren ödipale Wurzeln.

6. Angst und Tod: Erörterung der Entwicklung der Freudschen Angsttheorie und deren Verflechtung mit der Todesproblematik sowie dem Phänomen des Unheimlichen.

7. Die Zusammenhänge zwischen dem Unbewußten und dem Tod: Metapsychologische Untersuchung der Besonderheiten des Unbewussten und seiner spezifischen Beziehung zur Faktizität des Todes.

8. Kontextualisierung und Diskussion der Rolle des Todes in der Freudschen Psychoanalyse vor 1920: Einordnung der Freudschen Erkenntnisse in den weiteren existenzphilosophischen Diskurs und Zusammenfassung der zentralen Thesen.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Sigmund Freud, Tod, Todeswunsch, Unbewusstes, Angstneurose, Melancholie, Trauer, Objektverlust, Traumdeutung, Todesverleugnung, Triebtheorie, Kastrationskomplex, Thanatopsychologie, Existenzphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung des Todes innerhalb der Freudschen Psychoanalyse in der Zeit vor 1920, um aufzuzeigen, dass der Tod schon vor der Einführung des Todestriebes ein zentrales Thema für Freud war.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Verleugnung des Todes im Alltag, die psychische Verarbeitung von Verlusten (Trauer/Melancholie), die Rolle des Todes in der Traumdeutung sowie die Verknüpfung von Angst und Tod im Unbewussten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, eine werkimmanente Darstellung von Freuds Ausführungen zum Thema Tod zu liefern und zu demonstrieren, dass seine Theorien eine reichhaltige „implizite Thanatopsychologie“ enthalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die primär auf der werkimmanenten Interpretation der Freudschen Schriften basiert und diese mit existenzphilosophischen Positionen kontextualisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Todesverleugnung, zu Verlustprozessen, zum Zusammenhang zwischen Traum und Wunsch sowie zur Verknüpfung von Angst und Tod.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Psychoanalyse, Freud, Todeswunsch, Unbewusstes, Trauer, Melancholie, Traumdeutung, Angst, Todesverleugnung und Thanatopsychologie.

Wie unterscheidet sich die psychoanalytische Sichtweise auf den Tod von anderen psychologischen Strömungen?

Im Gegensatz zum Behaviorismus oder der frühen humanistischen Psychologie, die den Tod oft ausblenden oder verharmlosen, integriert die Psychoanalyse den Tod als unabdingbaren, wenn auch unbewusst verdrängten Bestandteil menschlicher Existenz und psychischer Konfliktdynamik.

Wie beurteilt der Autor Freuds „Todestrieb“-Konzept im Kontext der Arbeit?

Der Autor argumentiert, dass Freuds Thanatopsychologie nicht erst 1920 mit der Einführung des Todestriebes begann, sondern bereits in den davor entstandenen Werken eine tiefgreifende, wenn auch implizite Auseinandersetzung mit der Endlichkeit stattgefunden hat.

Welche Rolle spielt die Ambivalenz der Gefühle bei Freud in Bezug auf den Tod?

Die „Gesetzmäßigkeit der Gefühlsambivalenz“ ist zentral: Menschen hegen oft unbewusst feindselige Wünsche gegen geliebte Personen, die in Verlustsituationen zu Schuldgefühlen und komplexen psychischen Reaktionen wie der Melancholie führen können.

Excerpt out of 140 pages  - scroll top

Details

Title
Die Rolle des Todes in der Freudschen Psychoanalyse vor 1920
College
University of Bremen
Grade
1,0
Author
Dr. Christian H. Sötemann (Author)
Publication Year
2001
Pages
140
Catalog Number
V148072
ISBN (eBook)
9783640591763
ISBN (Book)
9783640591992
Language
German
Tags
Psychoanalyse Freud Tod Todespsychologie Thanatopsychologie Unbewußtes Todeswunsch Traumdeutung Todesangst Todesverleugnung Todestrieb Melancholie Trauer psychische Realität Ontik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Christian H. Sötemann (Author), 2001, Die Rolle des Todes in der Freudschen Psychoanalyse vor 1920, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148072
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