Mobbing - Ein Einblick in das Mobbing in der Schule


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

19 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung Mobbing
2.1. Mobbing in der Schule

3. Psychologische Aspekte-
3.1. Alter, Eltern, Mitschüler
3.2. Aggression

4. Mobbing von Schülern
4.1. Warum werden Schüler gewalttätig?
4.2. Die Wahrnehmung der Lehrkräfte
4.3. Die Häufigkeit des Mobbings

5. Die „Angst“ und Krankheitsbilder
5.1 Gewalt an Schulen
5.1.1 Mobbing von Schülern
5.1.2 Mobbing von Lehrern
5.2 Auswirkungen und Krankheitsbilder

6. Schluss: Hilfe, Strategien

Quellen

1. Einleitung

Man könnte denken - es geht uns doch so gut, wir sind eines der reichsten Länder der Erde, die schlimmsten Kinderkrankheiten sind beseitigt, Eltern haben neue Erziehungsstile verinnerlicht- die Kinder können ruhig und zufrieden ins Leben und in die Schule gehen. Natürlich genießen die Kinder und Jugendlichen die Vorzüge der modernen industrialisierten Zeiten, haben neue Möglichkeiten und Chancen, aber damit einhergehen auch die neuen sozialen Unsicherheiten und psychischen Wirrungen. Man kann davon ausgehen, dass 10 bis12% der Kinder im Schulalter an psychischen Störungen im Bereich Leistung, Emotion und Sozialkontakt leiden.(Hurrelmann, Rixius, Schirp - Gegen Gewalt in der Schule,S.11)

Aggressivität und Gewalt in der Schule beinhalten Tätigkeiten, die physische und psychische Verletzungen bei Schülern und Lehrern innerhalb und außerhalb des Unt errichts zur Folge haben. (vgl. ebd., S. 12)

Gewalt und damit verbundenes Mobbing in der Schule, ist jedoch eine Krankheit unserer neuen Gesellschaft und kann nicht nur auf die Institution Schule zurückgeführt werden. Die Schule spiegelt nur die gesellschaftlichen Struktur- und Chancenbedingungen wider, die sie aber selbst nicht wirklich beeinflussen kann. Gewalttätige Jugendliche werden nicht als diese geboren, sondern im Laufe ihrer Sozialisation zu solchen gemacht. Viele Familien erziehen psychisch gestörte, irritierte oder sogar misshandelte Kinder, weil sie es selbst nicht anders wissen, oder in schlimme soziale Lagen geraten sind, wo kein Platz und keine Muße für gut ausgewogene Kindererziehung ist. Die Kinder werden dann oft in der Schule aggressiv, weil ihnen das Einhalten sozialer Verhaltensregeln abgeht oder weil die schulischen Anforderungen ihre Leistungsfähigkeit überfordern.

Es ist ja auch einiges zu leisten in unserer Gesellschaft- mindestens ein mittlerer Abschluss, am besten Abitur, ansonsten hat man ja keine Möglichkeit einen guten Beruf auszuüben, der halbwegs den eigenen Interessen entspricht. Wir leben eben in einer Wettbewerbsgesellschaft. Besonders schwer ist es für ausländische Kinder oder Kinder aus sozial schwachen Familien, sie fühlen sich als Verlierer dieser Gesellschaft und reagieren mit Aggression und Gewalt. Wenn sie dann noch als „leistungsschwach“ beurteilt werden, schwindet das Selbstwertgefühl noch mehr, dann setzen die primitiven Verteidigungsmechanismen ein gegen diese Verunsicherungen.

Die Schule ist und bleibt ein zentrales Lebensfeld junger Menschen, in dem sie einen großen Teil des Tages verbringen und einen wichtigen Teil ihrer Sozialisation verleben. Dementsprechend groß sind die Möglichkeiten auch schlechte Erfahrungen an diesem Ort zu machen und sich durch Aggression und Gewalt Aufmerksamkeit zu verschaffen- wie ich nachfolgend genauer ausführen werde.

Hierunter fallen nicht die alltäglichen kleinen Konflikte zwischen Schülern, Lehrern und anderen Beteiligten, sondern negative Handlungen mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen.

Im Vorhinein werde ich versuchen, die Umstände und Zusammenhänge rund, um das Mobben in der Schule darzulegen.

2. Begriffserklärung Mobbing

„To mob“ meint soviel wie anpöbeln, schikanieren, attackieren, angreifen, drangsalieren. Die ursprüngliche plurale Bedeutung von lat. Mob. hat bereits im anglo- amerikanischen Sprachgebrauch dem singularen Gebrauch Platz gemacht, dass wir auch im Deutschen die Gewalttätigkeit eines Einzelnen mit Mobben bezeichnen können.

Der Begriff wurde zuerst durch den schwedischen Arbeitspsychologen Heinz Leymann eingeführt, der dieses fiese Verhalten am Arbeitsplatz untersuchte. Generell ist Mobbing ein Symptom für gestörte Kommunikation

In der Schule wird gewalttätiges Mobben so definiert:, „Ein Schüler wird gemobbt, wenn er/sie wiederholt und über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer anderer Schüler/Schülerinnen ausgesetzt ist.“( Olweus 1991,S.22). Es liegt eine negative Handlung vor, wenn jemand absichtlich einem anderen Schmerz, Verletzung oder Unannehmlichkeiten zufügt oder es versucht .Negative Handlungen können durch körperlichen Angriff, mit Worten oder z.B. durch Grimassen oder gemeine Gestik, durch das Verbreiten von Gerüchten oder durch das Ausschließen aus einer Gruppe begangen werden.(vgl. ebd.)

Gewalt kann durch einen einzelnen verübt werden- den Gewalttäter oder die Gewalttäterin- oder durch eine Gruppe. Das Ziel der Gewalttätigkeit kann ebenfalls ein einzelner sein- das Opfer- oder eine Gruppe. Im Zusammenhang mit der Gewalt in der Schule ist das Ziel gewöhnlich ein einzelnes Schulkind. (vgl. Olweus 1991,S:23).

Mobbing ist ein dynamischer Prozess, der immer weiter voranschreitet und vollzieht sich in Phasen. In einem typischen Mobbingverlauf spitzt sich die Situation zu, der Konflikt eskaliert mit erheblichen Folgen für die Betroffenen.

Ein festgelegtes "Täter-Opfer"- Schema gibt es dabei nicht. Bei Mobbing handelt es sich um einen emotionsgeladenen Konflikt, bei dem beide Parteien mitwirken und sich wechselseitig beeinflussen. Charakteristisch bei Mobbing ist, dass sich das Kräfteverhältnis drastisch zu Ungunsten der einen Seite verändert. Diese Situation können Mobbingbetroffene kaum noch aus eigenen Kräften, nur mit fremder Hilfe bewältigen. Eine erfolgversprechende Einmischung muss diese Wechselseitigkeit erwarten, um den Prozess wirksam zu unterbrechen oder zu beenden.

2.1. Mobbing in der Schule

Jedoch kann man auch viel früher im alltäglichen Leben auf Mobbing treffen- schon die Jüngsten schikanieren sich heutzutage- in der Schule.

Über ein Drittel aller Kinder werden in ihrem Schulleben regelmäßig gehänselt und entwickeln schwerwiegende psychische Störungen. (DGKJP)

Der Begriff „Schulmobbing“ bezieht sich auf verschiedene Formen von Psychoterror im schulischen Rahmen.

Mobbing bezeichnet alle, vorwiegend psychischen, böswilligen Handlungen, die darauf abzielen eine/n Mitschüler fertig zu machen, durch hinterhältige Anspielungen, Verleumdungen, Demütigungen, Drohungen, Quälereien oder sexuellen Belästigungen. Die physische Gewalt unter Mitschülern bezeichnet man als „Bullying“, auch aus dem Englischen übernommen.

Das Wort „Mobbing“ hat sich in Europa nur in Deutschland und Skandinavien durchgesetzt, im Englischen ist es sozusagen nahezu unbekannt. Dort sagt man dazu „bullying“, von „bully“ abgeleitet- brutaler Mensch, Despot, Tyrann. Auch das Hänseln in der Schule fällt unter das „bullying“, es wird dadurch im Wortlaut nicht so verharmlost. Bullying geht meist von einzelnen Schülern aus, andere Schüler machen nur aus Angst mit. (DKJP)

Im Spiegel gab es 1997 einen Artikel mit der Überschrift "Was da abläuft, ist extrem", er befasste sich mit der Problematik des Mobbings in der Schule.

"Spiegel" zeigte verschiedene Arten des Mobbings:

Mobbing durch körperliche Gewalt wie Verprügeln, Sachbeschädigung, Erpressung oder Nötigung.

Verbales Mobbing: Schüler wegen ihres Verhaltens, ihres Aussehens, ihres in der Mode nicht up-to-date-Seins, ihrer Schulleistungen meist mit sehr bissigen Bemerkungen belegt. Dies geschieht auf dem Schulhof, wie auch im Unterricht selbst. Dies geschieht von Klassenkameradinnen(en) genauso wie von Lehrern. Die mildeste Methode dieses Mobbing ist das Lästern hinter dem Rücken, vieles geschieht, aber auch direkt und laut. Äußerungen von Lehrern wie: "Aus dir wird nie etwas! Du bist so dumm wie Bohnenstroh!" gehören zu solchem verbalen Mobbing ebenso, wie das Geraune und entnervte Stöhnen, wenn jemand etwas nicht versteht und sich mehrfach erklären lässt.

Das stumme Mobbin g: Stillschweigendes Verachten, links Liegenlassen, Nichtbeachten bis Verachtung und Ausschluss aus der Gemeinschaft u. ä. ist in den Klassen und den Kursen recht normal. Diese Form ist demütigend und verletzend. (Esther Lauper (2001); www. arbeitsblaetter. stangl-taller.at; Der Spiegel )

Beim direkten Mobbing wird gehänselt, bedroht, beschimpft oder bloßgestellt, beim indirekten Mobbing wird der Schüler/In ausgegrenzt oder es werden Informationen vorenthalten. Meist behält der gepeinigte Schüler seinen Ärger oder seine Probleme dann für sich, sucht den Grund dafür oder den Fehler lange Zeit bei sich selbst, was natürlich viele psychische und dadurch auch physische Folgen nach sich zieht- auf die wir im späteren Verlauf noch eingehen werden.

Meist sind Kinder/ Jugendliche betroffen, die ängstlich oder überangepasst sind und über ein geringes Selbstwertgefühl verfügen. Jüngere Schüler sind häufiger „Opfer“ und ältere Schüler häufiger „Täter“, an Jüngeren können sie ihre Pseudomacht besser demonstrieren und sie eher einschüchtern. (vgl. Singer, M.& Spiel, C. (1998). S.223)

Die Täter haben einen starken Zuwendungsbedarf, möchten gern im Mittelpunkt stehen oder neigen zu Hyperaktivität. Oft tut auch ein auffälliges oder andersartiges Aussehen, Ungeschicklichkeit oder Hilflosigkeit seinen Beitrag zum Hänseln. Manchmal kommen die Opfer aber auch aus einem gewaltbereiten oder ängstlich erziehenden Elternhaus, oder sie gehen besonders gutgläubig und vertrauensvoll auf ihre Mitschüler zu, die dies dann mit Mobbing „belohnen“. Sie versuchen dann an diesen, meist nur körperlich Unterlegenen, ihre Stärke und Macht zu demonstrieren. So steigern sie ihr eigenes, geringes Selbstbewusstsein, spielen über eigene Schwächen hinweg und suchen weitere Anhänger oder Mitläufer. ( www.schulberatung.bayern.de )

Als besonders gefährdete Personen gelten Schüler/Innen, die sich durch ein oder mehrere Merkmale von der Klasse abheben, z.B. durch eine Behinderung, die Sprache, einen anderen Sozialstatus, äußere Auffälligkeiten wie Kleidung, Haare, Verhalten z.B. ein Nichtraucher unter Rauchern oder umgekehrt oder weltanschauliche Ansichten. Auch die besonders Engagierten und Leistungsorientierten sowie die eher Introvertierten gehören häufig dazu. (vgl. Spiegel, 97)

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Mobbing - Ein Einblick in das Mobbing in der Schule
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V148076
ISBN (eBook)
9783640580705
ISBN (Buch)
9783640580804
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mobbing, Einblick, Mobbing, Schule
Arbeit zitieren
Kristina Abel (Autor), 2006, Mobbing - Ein Einblick in das Mobbing in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148076

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