Simone de Beauvoir

Ihr Leben und ihr Einfluss auf die Frauenbewegung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Simone de Beauvoir

3 Frauenbewegung
3.1 Französische Frauenbewegung
3.2 Simone de Beauvoirs Einfluss

4 Resümee

5 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

"Man kommt nicht als Frau zur Welt man wird es."[1][2]

Dieses Zitat stammt von einer außergewöhnlichen Frau, die vor beinahe 25 Jahren, genau am 14. April 1986, an den Folgen einer Leberzirrhose mit 78 Jahren stirbt: Simone de Beauvoir.

Ihr bekanntestes Werk "Das andere Geschlecht – Sitte und Sexus der Frau" im Original "Le Deuxième Sexe“, also wörtlich "Das zweite Geschlecht", erschien 1949 als Simone de Beauvoir 41 Jahre alt ist. Das Werk löste hitzige Debatten und auch persönliche Beleidigungen an Simone de Beauvoir aus. Ein Beispiel: "Männerfressende Suffragette und Amazone, die eine Hälfte der Menschheit gegen die andere aufzubringen versucht".

In Beauvoirs Heimat Frankreich wurde es gar als "Brechmittel" diffamiert, das "die Grenze der Verkommenheit erreicht" hat. Selbstverständlich wird es auch vom Vatikan auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt. Begründung: Die "unmoralischen Doktrinen, die die guten Sitten und die Heiligkeit der Familie mit Füßen treten". Selbst im kanadischen Quebec wird es als „gefährliches, gegen die guten Sitten gerichtetes Buch“ betitelt, in Francos Spanien und in der Sowjetunion landet es ebenfalls auf der Liste der verbotenen Bücher, in der DDR ist es erst ab 1989 erhältlich. Erst in der beginnenden 2. Welle der Frauenbewegung in den 60er Jahren wurde das Buch von der breiten Öffentlichkeit wieder entdeckt.

Inzwischen gilt es als ein Meilenstein und eines der meist zitierten Werke der Frauenbewegung; ist eines der meistverkauften Sachbücher des Feminismus und in alle europäischen Sprachen übersetzt. Obwohl sich schon hier die Geister scheiden, ob es denn nun in die Sparte der Soziologie oder doch der Philosophie gehöre. Zum Verkaufsschlager wurde es in den 70er Jahren wie Verkaufszahlen dokumentieren: Waren bis 1970 40.000 Bücher verkauft, so waren es 1976 bereits 135.000 Bücher in Westdeutschland und 1998 schließlich erreichte es eine Auflage von 596.000 Exemplaren.

Grob zusammengefasst, durchleuchtet "Das Andere Geschlecht" die Situation der Frau im Laufe der Jahrhunderte. In dem Werk werden systematisch Faktoren, welche für die Unterdrückung der Frau verantwortlich sind, analysiert. Es geht soweit eine Parallele zwischen der Situation von Frauen und Schwarzen zu ziehen (da das Thema der Rassentrennung zur Zeit der Entstehung des Buches überaus aktuell war): Beide würden aufgrund ihrer gesellschaftlich konstruierten "Andersheit" an den Rand gedrängt. Simone de Beauvoir geht weiter dazu über, Mythen, aus denen sich das patriarchale Bild der Frau speist, zu untersuchen. Dabei verweist sie darauf, dass die ökonomische Unabhängigkeit unerlässlich für die weibliche Emanzipation ist. Die für allgemein gültig erklärten, psychoanalytischen Modelle zur Inferiorität der Frauen, die wesentlich auf Freuds Theorie des Penisneides basierten, weist Beauvoir entschieden zurück. In ihrem Werk behandelt Beauvoir viele Themen, die erst viel später in der soziologischen Frauenforschung Bedeutung bekommen sollten, z.B.: Sozialisation von Mädchen, Ehe, Hausarbeit, Matriarchat, Ideologie und Sexualität.

2 Simone de Beauvoir

Simone de Beauvoir lebte ein ereignisreiches Leben. Am 9. Januar 1908 kommt Simone de Beauvoir als Tochter eines Adelsgeschlechts in Paris zur Welt. Über ihre Kindheit wird wenig überliefert. Man weiß jedoch, dass die Familie nach dem Ersten Weltkrieg unter finanziellen Einbußen litt.[3]

Um zum Unterhalt der nun verarmten Familie beizutragen, studierte Beauvoir nach dem Abitur Philosophie an der Pariser Sorbonne, mit dem Ziel, selbst Lehrerin zu werden. Die Studienzeit sollte prägend auf Beauvoir und ihr späteres Werk einwirken. Im Jahr 1929 begegnete sie dem Philosophie-Studenten Jean-Paul Sartre, mit dem sie künftig eine intensive intellektuelle und emotionale Beziehung verbinden sollte.

Sartre beeinflusste Beauvoirs geistiges und literarisches Schaffen als Schriftstellerin nachhaltig. Im Einklang mit der Philosophie des Existenzialismus führten sie eine freie Beziehung. Das Paar heiratete nicht, sondern regelte ihr Zusammenleben durch einen Partnerschaftsvertrag, der alle zwei Jahre hinterfragt und erneuert werden musste.

Beide Schriftsteller gingen vorerst beruflich getrennte Wege, da sowohl Sartre als auch Beauvoir einer philosophischen Unterrichtstätigkeit in verschiedenen Städten nachgingen. Danach lebten beide zusammen in Paris, wo sie ebenfalls wieder Philosophie unterrichteten. Beauvoirs schriftstellerisches Streben, zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich Kurzgeschichten und Novellen, blieb zunächst ohne Erfolg.

Im Jahre 1943, als Beauvoirs Beziehung zu Sartre durch dessen Kriegsgefangenschaft unterbrochen war, wurde ihre Novelle "L'invitée" publiziert, die ihr zu erster Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit verhalf. Seit demselben Jahr arbeitete Simone als freie Schriftstellerin. Es folgten in den kommenden vier Jahren weitere vier Erzählungen. Ihr Bericht "L’Amérique au jour le jour" entstand nach einer USA-Reise im Jahr 1947.

Ihr berühmtestes Werk, "Le deuxième sexe" (dt. "Das andere Geschlecht"), erschien im Jahr 1949. Beauvoir bewies sich darin als Wortführerin gesellschaftspolitischer Reformen. In ihrem zweibändigen Traktat führte die Autorin die traditionell passive Rolle der Frau als gesellschaftliche Konstruktion des männlichen Patriarchismus vor. Der einzige Ausweg für die Frau sei ihre eigenständige Selbstverwirklichung.

[...]


[1] Vgl. Moser (2006), Zum 20. Todestag von Simone de Beauvoir, S. 2ff

[2] Beauvoir (1995): Das andere Geschlecht

[3] Kurzbiographie Simone de Beuavoir, vgl. http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=1550&RID=1

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Simone de Beauvoir
Untertitel
Ihr Leben und ihr Einfluss auf die Frauenbewegung
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz  (Frauen- und Geschlechterforschung)
Veranstaltung
Aktuelle Themen der Sozialphilosophie: Gender Studies – Philosophische Geschlechtertheorien
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V148159
ISBN (eBook)
9783640587919
ISBN (Buch)
9783640587773
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Simone de Beauvoir, Gender Studies, Gender, Frauenforschung, Feminismus, Frankreich
Arbeit zitieren
Melanie Buchmayr (Autor), 2010, Simone de Beauvoir, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148159

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