Gentrification

Eine Diskussion zu möglichen Einstellungen der Bewohner zum Prozess


Seminararbeit, 2010

15 Seiten


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Untersuchungsrelevanz
1.3 Zielsetzung
1.4 Aufbau der Arbeit

2 Formulierung der Thesen

3 Theoretischer Rahmen der Untersuchung
3.1 Der Forschungs- und Untersuchungsplan
3.2 Das Verfahren der Datenerhebung
3.3 Die Methode
3.3.1 Das Instrument
3.3.2 Messen und Skalieren
3.4 Möglichkeiten der Stichprobenerhebung
3.5 Datenaufbereitung- und Auswertung

4 Zusammenfassende Betrachtungen

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einführung in die Thematik

Das Konzept der Gentrification umschreibt die Aufwertung innerstädtischer Wohnviertel. Es ist ein vielbeobachtetes und sogleich kontrovers diskutiertes Konzept der Stadtsoziologie. Dr. Dirk THOMAS versuchte als einer der Ersten die Lücken bisheriger Forschungsergebnisse in diesem Bereich durch neue Inhalte zu füllen. In einem Forschungsprojekt, das im Rahmen eines prozessbegleitenden Monitorings durchgeführt wurde, verknüpfte THOMAS Gentrification, ein stadtsoziologisches Konzept, mit umweltpsychologischen Prädikatoren (Wohnqualität und Ortsbindung). Ziel der im Jahr 2005 in Magdeburg Buckau durchgeführten Befragung sollte es sein, Akteure der Gentrification identifizieren und anhand bestimmter Indikatoren (Ortsbindung und Wohnqualität) beschreiben zu können. Die empirischen Befunde der im Untersuchungsgebiet durchgeführten Studie stellten zum einen Ergebnisse für die umweltpsychologische Forschung zur Ortsbindung und zum anderen Ergebnisse zum stadtsoziologischen Phänomen der Gentrification dar.[1]

Im Rahmen des Seminars „Die standardisierte Befragung am Beispiel einer Studie im Sanierungsgebiet Magdeburg-Buckau“ wurden die Teilnehmer mit der benannten Studie vertraut gemacht. Das Seminar, das im Bereich der empirischen Sozialforschung verortet war, sollte den KursteilnehmerInnen in erster Linie einen Einblick in die einzelnen Arbeitsschritte dieser Erhebung gewähren. Dazu wurden Texte studiert, Aufgabenstellungen bearbeitet sowie die Ergebnisse in Kleingruppen vorgestellt. Ziel des Kurses sollte es im Weiteren sein, den Studierenden Impulse für ein eigens zu erstellendes Forschungspapier zu geben.

1.2 Untersuchungsrelevanz

In der DDR fand das sozialwissenschaftliche Phänomen der Segregation (räumliche Sortierung und Separierung sozialer Gruppen[2] ) und Gentrification keine besondere Beachtung. Die Entfesselung der Sozialstruktur nach der Wende ließ erwarten, dass sich die soziale Differenzierung auch räumlich abbilden würde. Untersuchungen zur Gentrification stellen demnach einen notwendigen Bestandteil der Forschungen zum sozialen Wandel in Ostdeutschland dar.[3] Studien zur Gentrification erlauben es historische Vergleiche anstellen zu können und theoretische Hypothesen zum zukünftigen bzw. derzeitigen Verlauf belegen oder widerlegen zu können. Prozesse der Gentrification (physisch-räumliche Aufwertung vernachlässigter Altbausubstanz) können zum einen Konflikte zwischen sozialen Gruppen fördern, aber auch der Abwanderungswelle in das städtische Umland entgegenwirken. Auf der anderen Seite würde der weitere Verfall vernachlässigter Altbausubstanz eine Gettoisierung (Abwärtsspirale) begünstigen. Folgen und Ursachen können durch gezielte Studien erforscht werden und (Gegen-)Maßnahmen eingeleitet werden. Durch empirische Studien können Ursachen für Prozesse der Gentrification erforscht, die Befunde vergleichend betrachtet werden (Unterschiede/Gemeinsamkeiten z.B. zwischen Ost/West), Planungskonzepte dargestellt und Empfehlungen ausgesprochen werden.

1.3 Zielsetzung

In der bereits erwähnten Befragung ist offen geblieben ist, welche Einstellungen die Bewohner zum Prozess der Gentrification haben. Um hierzu nähere Informationen zu erhalten, soll in dem Sanierungsgebiet Magdeburg Buckau erneut eine Befragung durchgeführt werden. Ziel der in diesem Forschungspapier folgenden Diskussion soll es sein ein theoretisches Konstrukt zu entwerfen. Das Konstrukt soll signifikante Arbeitsschritte der erneuten Befragung theoretisch beleuchten. Unter der Fragestellung „Was wäre, wenn?“ werden Thesen hinsichtlich der Bewohnereinstellungen formuliert und die Schritte zur Beantwortung der Forschungsfrage betrachtet.

1.4 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit gliedert sich in fünf Kapitel. Das erste Kapitel dient der Einführung. Kurz werden grundlegende Informationen zum Untersuchungsgegenstand der weiter zu führenden Studie gegeben, die Zielsetzung der Arbeit deutlich und der Aufbau dieser Abhandlung aufgezeigt. Dem Rezipienten soll dadurch ein Einblick in die Thematik gewährt werden. Im zweiten Kapitel werden aufgestellte Thesen ausführlich zu diskutieren sein. Der theoretische Rahmen der Untersuchung, Inhalt des dritten Kapitels, beleuchtet Aspekte zur Vorgehensweise, vom Erstellen des Forschungsplans, über die Methodik bis hin zur Datenauswertung. Im vierten Gliederungspunkt sollen die gewonnenen Erkenntnisse zusammengetragen und nochmals diskutiert werden. Den Abschluss der Arbeit stellt das fünfte Kapitel dar, in dem eine Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen zu finden sein wird.

Das folgende Kapitel wird zunächst nochmals, jedoch in ausführlicher Form den Begriff Gentrification thematisieren, um diesen im Nachhinein in die Überlegungen einzubeziehen. Das Hauptaugenmerk des folgenden Kapitels soll dennoch auf der Thesenformulierung liegen.

2 Formulierung der Thesen

Gentrification wird als ein Prozess der physisch-räumlichen Aufwertung definiert.[4] Gleichzeitig geht eine sozialräumliche Differenzierung von statten. Durch den Zuzug neuer Haushaltstypen und der Sanierung vernachlässigter Altbausubstanz geht die Umstrukturierung auf zwei Ebenen vor sich: sowohl die sozialstrukturelle Umschichtung zwischen den Aufsteigenden (Pioniere) und Aufgestiegenen (Gentrifier) und die damit verbundene Verdrängung der angestammten Bewohnerschaft als auch eine Veränderung der baulichen Struktur (Modernisierung) sind Merkmale der Gentrification.[5]

Das folgende Zitat unterstreicht optimale Bedingungen, die Magdeburg Buckau als geeignetes Untersuchungsgebietes deklarieren: „Das Sanierungsgebiet Magdeburg-Buckau verfügt aufgrund seiner zentrumsnahen Lage, der naturräumlich reizvollen Grünflächen an der Elbe, dem hohen Anteil an Altbausubstanz (92,7 Prozent) sowie der seit 1997 zu verzeichnenden positiven Bevölkerungsentwicklung über Voraussetzungen, von denen in der stadtsoziologischen Fachliteratur angenommen wird, dass sie Prozesse der Gentrification begünstigen.“ (vgl. Thomas (2008), S. 359). Im Rahmen umfangreicher städtebaulicher Maßnahmen hat sich das Ortsbild von Buckau in den vergangenen Jahren verändert. Vernachlässigte Altbauten wurden renoviert, modernisiert und restauriert. Durch die Aufwertung traten zu erwartende Folgen ein: die Wohngegend wurde für Bessergestellte attraktiv und die ehemalige Bewohnerschaft wurde verdrängt. In welchem Verhältnis diese Ereignisse zueinander stehen, kann in den Befunden zur Untersuchung nachgelesen werden (vgl. Thomas (2008)), soll hier jedoch nicht weiter thematisiert werden. In dieser Befragung vom Jahr 2005 ist offen geblieben, wie die Bewohner den Veränderung gegenüberstehen, welche Einstellungen sie zum Prozess haben.

Der Begriff „Einstellung“ soll zunächst kurz definiert werden, um eine Grundlage für das weitere Vorgehen zu schaffen. Eine Einstellung ist eine mentale Haltung, die aus Emotionen als Reaktion auf eine äußere Situation entsteht. Weiter versteht man unter Einstellungen Bewertungen beispielsweise von Personen, Gruppen, Vorgängen u.a.. Bei einer Einstellung handelt es sich somit um eine auf Erfahrungen basierende Reaktion, die sich in Zuneigung oder Ablehnung ausdrückt.[6] Zu überlegen wäre an dieser Stelle, an welchen Merkmalen die Einstellungen der Bewohner des Magdeburger Stadtteils Buckau zu messen wären. Wenn Einstellungen also auf Erfahrungen beruhen, Bewertungen darstellen und in Form von Zuneigung oder Ablehnung, somit in positiver oder negativer Bewertung, zum Ausdruck kommen, lassen sich folgende Thesen in Bezug auf die Einstellungen der Buckauer formulieren:

These 1: Die Bewohner des Magdeburger Stadtteils Buckau haben aufgrund ihrer Erfahrungen eine positive Einstellung zum Prozess der Gentrification.

These 2: Die Bewohner des Magdeburger Stadtteils Buckau haben aufgrund ihrer Erfahrungen eine negative Einstellung zum Prozess der Gentrification.

[...]


[1] Vgl. Thomas (2009), S. 2 unter http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=994079885&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=994079885.pdf

[2] Vgl. Harth, Herlyn, Scheller (1998), S. 11.

[3] Vgl. ebenda, S. 9.

[4] Vgl. Thomas (2008), S. 341.

[5] Vgl. Harth, Herlyn, Scheller (1998), S. 171.

[6] http://www.psychology48.com/deu/d/einstellungen/einstellungen.htm

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Details

Titel
Gentrification
Untertitel
Eine Diskussion zu möglichen Einstellungen der Bewohner zum Prozess
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Soziologie)
Autor
Jahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V148188
ISBN (eBook)
9783640591183
ISBN (Buch)
9783640591114
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gentrification, Relevanz, Methode, Instrument, Datenerhebung, Datenauswertung, Forschungsplan, Messen und Skalieren, Stichprobenerhebung, Hausarbeit, Soziologie, Einstellungen der Bewohner, Magdeburg, Buckau, Theoretischer Rahmen, Fragebogen
Arbeit zitieren
Karolin Flügel (Autor), 2010, Gentrification, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148188

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