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Heimatverlust - Erinnerungsraum Bukowina in Rose Ausländers Lyrik

Title: Heimatverlust - Erinnerungsraum Bukowina in Rose Ausländers Lyrik

Seminar Paper , 2007 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Florian Kaltenhäuser (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Rose Ausländer ist nicht jedem ein Begriff. Das ist aber sicher kein Grund, sich nicht ein wenig mit ihrem Werk auseinanderzusetzen, welches in gewisser Weise ein Stück Zeitgeschichte repräsentiert. Zudem kann auch ein kleiner Einblick in eine in Deutschland ein wenig vergessene und darum vielleicht nicht sehr beachtete Literaturlandschaft namens Bukowina gewonnen werden, die unter anderem auch einen so großartigen Dichter wie Paul Celan hervorgebracht hat, dessen Ruhm der deutschen Literatur zu Gute kommt. Im Laufe ihres Lebens schrieb Rose Ausländer unzählige Gedichte, in denen sie Erlebtes verarbeitete. Sie schrieb über viele Themen wie ihre Kindheit, ihre Erlebnisse im weiten Weltkrieg oder im Exil in Amerika. Ein Thema zieht sich aber wie ein roter Faden durch viele ihrer Gedichte, die vorwiegend in ihrer Zeit in den USA entstanden, nämlich das Thema Heimatverlust, das Ro-se Ausländer sicherlich schwer beschäftigte. Zwei ihrer Gedichte werden in dieser Arbeit etwas genauer betrachtet. Die Gedichte Zuvor und Bukowina I entstanden in dem Zeitraum zwischen 1957 und 1965 in New York, wobei das Gedicht Zuvor sicherlich erst gegen Ende und das Gedicht Bukowina I bereits am Anfang dieser Zeitspanne geschrieben wurde und für eine wesentliche Stilentwicklung in Rose Ausländers Werk stehen sowie Einblick in das Gefühlsleben einer Heimatlosen, Vertriebenen gewähren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Hintergrundwissen: Die Jahre 1946-1965

2. Fakten zur Darstellung der Bukowina in Rose Ausländers Lyrik

3. Rose Ausländers Bild der Bukowina/ Warum schreibt Rose Ausländer?

4. Bukowina I

4.1 Äußere Form

4.2 Stilfiguren

4.3 Interpretation

5. Zuvor

5.1 Äußere Form

5.2 Stilfiguren

5.3 Interpretation

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die lyrische Auseinandersetzung von Rose Ausländer mit dem Thema Heimatverlust sowie ihre spezifische Darstellung des Erinnerungsraums Bukowina, anhand der exemplarischen Analyse der Gedichte "Zuvor" und "Bukowina I" im Kontext ihrer Exilzeit in den USA.

  • Die literarische Verarbeitung von Heimatverlust und Kindheitserinnerungen im Werk von Rose Ausländer.
  • Die stilisierte Darstellung der Bukowina als verlorenes Paradies und Identitätsanker.
  • Die formale und inhaltliche Entwicklung der Lyrik Ausländers zwischen 1957 und 1965.
  • Die Kontrastierung von idyllischer Erinnerungslandschaft und der urbanen Realität des Exils.

Auszug aus dem Buch

4.3 Interpretation

Das Gedicht besteht im Wesentlichen aus einer Landschafts- und Naturbeschreibung der Bukowina. Eine Idylle ist dargestellt, die auch durch den Wandel er Jahreszeiten nicht an ihrer Harmonie verliert. Der Blick auf die Bukowina ist so verklärt dargestellt, als würden die Gedanken an die Heimat nur aus schönen Erinnerungen bestehen.

In der ersten Strophe wird eine Landschaft beschrieben, die aus mit Nadelbäumen bewachsenen Bergen besteht. Dies widerspricht aber dem Titel, da Bukowina übersetzt soviel wie Buchenland heißt. Allerdings symbolisiert das Farbwort grün als positives Attribut in Rose Ausländers Lyrik eine Verbindung von Zeit und Natur. Grüne Geister ist nämlich eine Wiederholung und Verstärkung des Motivs des immergrünen Baumes: der Tanne. In Vers 2 und 3 wird die Landschaft der Bukowina mit der des deutschen Mittelgebirges verbunden, da die Naturbeschreibung auch auf diese Landschaft zutreffen kann. Dies wird durch das Wort Harz erreicht. Die Verbindung mit Blut könnte auf eine fast schon verwandtschaftlich anmutende Verschmelzung mit der Natur hindeuten, die eine Sehnsucht der Autorin zur Landschaft symbolisiert. Dorna-Vatra ist ein kleiner Ort in der Südbukowina, der bekannt war für seine Kurhäuser. Bezeichnend ist, dass dies der Ort/ist, an dem Rose Ausländer ihre Mutter und ihren Bruder zurückließ, um nach dem 2. Weltkrieg in die USA auszuwandern. Die Verbindung mit Harzblut ist auch eine Metapher für die Düsternis, die in Nadelwäldern vorherrschen kann, und beschreibt somit die Stimmung, die mit der Auswanderung zusammenhängt. Der Neologismus Sommermeister/beschreibt wahrscheinlich einen Übergang von den Bergen in die Ebenen, indem die Tannen- durch Buchenwälder und Felder ersetzt werden und könnte demnach auch für den Neuanfang in den USA stehen.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung führt in Rose Ausländers Leben und die zentrale Thematik des Heimatverlusts ein, wobei die Gedichte "Zuvor" und "Bukowina I" als Analysegegenstände vorgestellt werden.

1. Hintergrundwissen: Die Jahre 1946-1965: Dieses Kapitel skizziert die Lebensumstände der Dichterin während ihrer Exilzeit, insbesondere den psychischen Druck nach dem Tod der Mutter und die Bedeutung der Sprache als neue Heimat.

2. Fakten zur Darstellung der Bukowina in Rose Ausländers Lyrik: Hier wird untersucht, wie die Sekundärliteratur die Bukowina oft idealisiert und wie Ausländers eigene, subjektiv gefärbte Darstellung damit in Einklang steht oder davon abweicht.

3. Rose Ausländers Bild der Bukowina/ Warum schreibt Rose Ausländer?: Das Kapitel beleuchtet den Stellenwert der Lyrik als Überlebensstrategie und die Bedeutung von Czernowitz als prägendem kulturellen und mythischen Herkunftsort.

4. Bukowina I: Eine detaillierte Analyse dieses Gedichts unter Berücksichtigung der äußeren Form, der rhetorischen Stilfiguren und der inhaltlichen Interpretation der naturgebundenen Idylle.

5. Zuvor: Dieses Kapitel analysiert das Gedicht "Zuvor", wobei der Fokus auf dem Kontrast zwischen Kindheitserinnerungen und der späteren Konfrontation mit der kargen Exil-Wirklichkeit liegt.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Ausländers Bukowina-Darstellungen verklärte Sehnsuchtsorte sind, die in direktem Kontrast zum grauen, großstädtischen Exil in New York stehen.

Schlüsselwörter

Rose Ausländer, Bukowina, Heimatverlust, Exillyrik, Identität, Kindheitserinnerungen, Czernowitz, Naturmetaphorik, Sprachheimat, Metrum, Gedichtanalyse, Zeitgeschichte, Erinnerungsraum, Exil, deutsche Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie die Dichterin Rose Ausländer den Verlust ihrer Heimat Bukowina lyrisch verarbeitet und welche Bedeutung die Erinnerung an diese Landschaft für ihre Identität im Exil hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Heimatverlust, die idealisierte Erinnerung an die Kindheit, der Stellenwert der deutschen Sprache als "Sprachheimat" und der Kontrast zwischen der Bukowina und dem Exil in den USA.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, anhand der Gedichte "Zuvor" und "Bukowina I" aufzuzeigen, wie Ausländer durch poetische Mittel den Erinnerungsraum Bukowina konstruiert, um den Bruch mit ihrer Vergangenheit und den Schmerz des Exils zu bewältigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten (Gedichten), wobei jeweils die äußere Form, der Einsatz rhetorischer Stilmittel und eine tiefgehende inhaltliche Interpretation der Strophen herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen biografischen und kontextuellen Hintergrund, eine theoretische Einordnung der Bukowina-Darstellung und die detaillierte Analyse der beiden ausgewählten Gedichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Heimatverlust, Bukowina, Rose Ausländer, Exillyrik, Sprachheimat und Erinnerungsraum.

Wie beeinflusste der Tod der Mutter Rose Ausländers Werk und Sprache?

Der Tod der Mutter löste eine schwere Lebenskrise und Schreibhemmungen aus. Sie wechselte temporär zum Englischen, bevor sie durch den Einfluss der Lyrikerin Marianne Moore zur deutschen Sprache als ihrem eigentlichen Ausdrucksmittel zurückfand.

Welche symbolische Bedeutung hat das Farbwort "grün" in den analysierten Gedichten?

Das Farbwort "grün" fungiert als positives Attribut der Heimat und steht symbolisch für die unversehrte Verbindung von Natur und Kindheit, die Ausländer in ihren Gedichten mit der Bukowina assoziiert.

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Details

Title
Heimatverlust - Erinnerungsraum Bukowina in Rose Ausländers Lyrik
College
LMU Munich
Course
Literaturlandschaft Bukowina
Grade
1,3
Author
M.A. Florian Kaltenhäuser (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V148202
ISBN (eBook)
9783640589432
ISBN (Book)
9783640589869
Language
German
Tags
Rose Ausländer Ausländer Lyrik Bukowina Heimatverlust NdL Neuere deutsche Literatur Lyrik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Florian Kaltenhäuser (Author), 2007, Heimatverlust - Erinnerungsraum Bukowina in Rose Ausländers Lyrik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148202
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