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Die Einwanderungspolitik Peróns und der Mythos der ODESSA

Title: Die Einwanderungspolitik Peróns und der Mythos der ODESSA

Bachelor Thesis , 2009 , 65 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefanie Schumann (Author)

Romance Studies - Latin American Studies
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Summary Excerpt Details

Mit der Verkündung des Rechtsspruchs im Hauptkriegsverbrecherprozess wurden am 01.10.1946 in Nürnberg zwölf Protagonisten des Holocausts zum Tode durch den Strang verurteilt. Es folgten weitere, wenn auch kleinere Prozesse, in denen diverse Täter ihre ‚gerechte’ Strafe erhielten. Doch das Chaos in der Nachkriegszeit eröffnete Fluchtwilligen die Möglichkeit unterzutauchen und ein neues Leben in Übersee aufzubauen. Schnell verbreitete sich das Gerücht, die ‚alten Kameraden’ hätten eine Untergrundorganisation gegründet, mit Hilfe derer tausende Nazis aus Deutschland gerettet werden sollten. Namen wie ‚Die Spinne’, ‚Stille Hilfe’ oder ‚ODESSA’ wurden zu Synonymen der Fluchthilfe und suggerierten verschwörerische Machenschaften. Bald rankten sich sagenumwobene Legenden um die Flucht der einzelnen Nazi-Größen und um den Verbleib des so genannten Nazi-Goldes. Lateinamerika, hierbei insbesondere Argentinien, avancierte Jahre später in Presse und Romanen zum Paradies für Kriegsverbrecher. Im Zentrum der argentinischen Fluchthilfe wurde der hiesige Präsident und Nazi-Sympathisant Juan Domingo Perón verortet. Hierfür konnten jedoch bisher keine stichhaltigen Beweise erbracht werden, da die einschlägigen Archive unter Verschluss gehalten beziehungsweise vernichtet worden waren.
So lebt der Mythos weiter: die Existenz einer weltumspannenden Geheimorganisation mit Verstrickungen zwischen ehemaligen Nazi-Schergen, dem Vatikan, dem Internationalen Roten Kreuz, Geheimdiensten und Regierungsvertretern.
In der vorliegenden Bachelorarbeit wird zunächst die Entwicklung der deutschen Einwanderung in Argentinien skizziert. Es folgt ein politischer Abriss der Ära Peróns um schließlich den Mythos der ODESSA, der Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen, auf seinen Wahrheitsgehalt zu untersuchen. Dabei möchte ich durch die Analyse der Realien, auf die sich diese Verschwörungstheorie begründet, d.h. Typus der Auswanderer, Fluchtrouten und Helfer, zur Entkräftung beziehungsweise Bejahung einer derartigen Geheimorganisation kommen. Wird die ODESSA als eine Organisation deklariert, in der Nazis die Federführung zur Fluchthilfe übernahmen, möchte ich in der vorliegenden Arbeit den Fokus auf die Zusammenarbeit einer derartigen Vereinigung mit dem damaligen argentinischen Präsidenten Perón legen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DEUTSCHE AUSWANDERUNG AN DEN RÍO DE LA PLATA – EIN ÜBERBLICK

2.1 Entwicklung der deutschen Immigration (1853-1933)

2.2 Die Deutsche Einwanderung während des Deutschen Reiches

3 DIE ÄRA PERÓN

3.1 Abriss seiner politischen Karriere

3.2 Die Doktrin des Justizialismus

4 PERÓNS EINWANDERUNGSPOLITIK IN DER NACHKRIEGSZEIT: DEUTSCHER WISSENSCHAFTLEREXODUS

4.1 Die Anwerbung deutscher Akademiker

4.2 Das Kontrollgesetz Nr. 25 und die Industrialisierung dank deutscher Fachkräfte

5 DER MYTHOS DER ODESSA

5.1 Legale Ausreise: Military Exit Permit

5.2 Illegale Ausreise: Fluchtrouten

5.2.1 Der nordische Weg

5.2.2 Der italienische Weg

5.2.3 Atlantiküberquerung

5.3 Unfreiwillige Helfer der Dokumentenfälschung

5.4 Die Rolle des Vatikans

5.5 Peróns ‚ODESSA’

5.5.2 Institutionen

5.5.3 Nazis in Argentinien – zwischen Legende und Realität

6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis zwischen der argentinischen Einwanderungspolitik unter Juan Domingo Perón und der Entstehung des Mythos um die NS-Fluchtorganisation „ODESSA“. Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt der Verschwörungstheorie zu analysieren, indem die tatsächliche Fluchthilfe, die Rolle einzelner Institutionen und die Motivation hinter der Anwerbung deutscher Spezialisten kritisch hinterfragt werden.

  • Historische Einordnung der deutschen Migration nach Argentinien
  • Analyse der politischen Karriere Peróns und seiner Staatsdoktrin
  • Untersuchung des Wissenschaftlerexodus und der Anwerbung von Fachkräften
  • Entschlüsselung der Fluchtrouten und der Rolle von Vatikans und Rotem Kreuz
  • Kritische Bewertung des „Mythos ODESSA“ im Vergleich zur historischen Realität

Auszug aus dem Buch

5.1 Legale Ausreise: Military Exit Permit

Die Besatzungsmächte unterbanden nach ihrem Sieg laut Gesetz Nr. 161 jegliche Grenzüberschreitung ohne schriftliche Genehmigung seitens der Militärregierung um die Flucht etwaiger Nazis zu verhindern. Jedoch selbst die Beantragung dieses Military Exit Permit stellte eine zumeist unüberwindbare Hürde für Ausreisewillige dar, da ihm ein immenser bürokratischer Aufwand vorausging.

Zum Erhalt waren nur Anti-Nazis, von Nazis Verfolgten, ältere Menschen sowie Frauen und Kinder zwecks Familienzusammenführung berechtigt, d.h. Bürger, welche die Alliierten nicht für den Wiederaufbau der Nation als wichtig erachteten. Weitere Bedingungen waren:

1. Leumundszeugnis der Ortspolizeibehörde

2. Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes

3. Einreiseerlaubnis des Zielstaates

4. Rufpassage

5. Spruchkammerbescheid über erfolgte Entnazifizierung

6. Zwölf Passfotos

7. Gesundheitszeugnis

8. Impfzeugnis

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage nach 1945 und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der vermeintlichen Existenz der Geheimorganisation ODESSA.

2 DEUTSCHE AUSWANDERUNG AN DEN RÍO DE LA PLATA – EIN ÜBERBLICK: Skizzierung der historischen Einwanderungswellen aus Deutschland nach Argentinien von 1853 bis in die Zeit des Nationalsozialismus.

3 DIE ÄRA PERÓN: Politischer Abriss der Ära Peróns, seiner Karriere und der ideologischen Grundlagen des Justizialismus.

4 PERÓNS EINWANDERUNGSPOLITIK IN DER NACHKRIEGSZEIT: DEUTSCHER WISSENSCHAFTLEREXODUS: Untersuchung der gezielten Anwerbung deutscher Wissenschaftler und Rüstungsfachleute im Kontext der alliierten Kontrollgesetzgebung.

5 DER MYTHOS DER ODESSA: Detaillierte Analyse der Fluchtrouten, der Rolle von Institutionen wie dem Vatikan und dem Roten Kreuz sowie eine kritische Prüfung der Legende einer zentral gesteuerten Nazi-Fluchtorganisation.

6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Zusammenführung der Ergebnisse, welche die Existenz der ODESSA widerlegen und den Mythos als Resultat individueller Fluchthilfe und argentinischer Interessen deuten.

Schlüsselwörter

Argentinien, Perón, ODESSA, Nationalsozialismus, Fluchthilfe, Einwanderung, Wissenschaftlerexodus, Vatikan, Rotes Kreuz, Justizialismus, NS-Kriegsverbrecher, Identitätsfälschung, Diplomatie, Migrationsgeschichte, Flüchtlingsrouten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Verbindung zwischen der Einwanderungspolitik des argentinischen Präsidenten Juan Domingo Perón nach dem Zweiten Weltkrieg und der populären Verschwörungstheorie um eine Nazi-Geheimorganisation namens ODESSA.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Schwerpunkte sind die deutsche Einwanderungsgeschichte, die Rolle Peróns beim Import von technischem Know-how aus Deutschland sowie die Rolle verschiedener Hilfsorganisationen bei der Flucht von Nationalsozialisten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den historischen Wahrheitsgehalt des Mythos ODESSA zu prüfen und aufzuzeigen, ob es sich um eine straff organisierte Geheimorganisation oder um ein Geflecht aus individuellen Fluchthelfern handelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literatur- und Quellenanalyse, die auf historischen Dokumenten, Statistiken und Sekundärliteratur basiert, um die Ereignisse der Nachkriegszeit einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Ära Peróns, den Wissenschaftlerexodus, die Analyse der Fluchtrouten, die Rolle der katholischen Kirche sowie eine Datenübersicht zu identifizierten Flüchtlingen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Argentinien, Perón, ODESSA, Fluchthilfe, Nationalsozialismus und internationale Migrationsnetzwerke.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Vatikans bei der Fluchthilfe?

Die Autorin sieht den Vatikan eher als eine Organisation, die aus humanitären Motiven und im Kontext des Antikommunismus handelte, wobei dies jedoch kein moralisches Urteil über die faktische Fluchthilfe für NS-Größen ausschließt.

War Argentinien eine „Hochburg der Nazis“?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Annahme einer Nazi-Hochburg ein Mythos ist; betrachtet man das Verhältnis von Kriegsverbrechern zu anderen Einwanderern, ist der Anteil der Nazis verschwindend gering.

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Details

Title
Die Einwanderungspolitik Peróns und der Mythos der ODESSA
College
Dresden Technical University  (Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften)
Grade
1,3
Author
Stefanie Schumann (Author)
Publication Year
2009
Pages
65
Catalog Number
V148301
ISBN (eBook)
9783640590728
ISBN (Book)
9783640590841
Language
German
Tags
Peròn ODESSA Mythos Argentinien Fluchthilfe Vatikan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Schumann (Author), 2009, Die Einwanderungspolitik Peróns und der Mythos der ODESSA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148301
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