Aufbaumöglichkeiten globaler Organisationen, am Beispiel des IWF und der Visa Organisation


Hausarbeit, 2003

16 Seiten, Note: bestanden - ca 1.75 - 2.00


Leseprobe

Inhalt

1.0 Was ist Globalisierung?

2.0 Strukturen für globale / multinationale Organisationen

3.Der IWF

4.0 Die Visa Organisation

5.0 Vergleich IWF und Visa

Literaturverzeichnis:

Aufbaumöglichkeiten globaler Organisationen,

am Beispiel des IWF und der Visa Organisation

In meiner Arbeit möchte ich den Internationaler Währungs- Fonds und die Visa Organisation in ihrer Form der Organisation miteinander vergleichen. Ich habe den IWF und Visa gewählt, da beide global/multinational agierende Organisationen sind. Um beide Organisationen in diesem Kontext beurteilen zu können werde ich zunächst den Begriff Globalisierung definieren um dann einige Grundlegende Ansprüche an eine global/multinational agierende Organisation darzulegen. Dann werde ich die Entstehung, Entwicklung, Struktur und Erfolg des Internationaler Währungs- Fonds und der Visa Organisation beschreiben um im darauffolgenden Teil die Organisationen vergleichen zu können.

1.0 Was ist Globalisierung?

Globalisierung ist zunächst die weltweite Verbreitung moderner Herstellungs- und Kommunikationstechniken in den Bereichen Handel, Kapitalverkehr, Produktion und Information.

Es bedeutet, das fast alle Volkswirtschaften weltweit mit anderen Volkswirtschaften vernetzt sind.[1]

Die bei der Globalisierung miteinander vernetzten Volkswirtschaften unterscheiden sich massiv in den Punkten Kultur, Wirtschaft und ihren Ausgangsituationen.

Globalisierung hat keinen Endzustand und bedeutet in Ihren Auswirkungen für jede Volkswirtschaft etwas anderes.[2]

„.. im Sinne einer Intensivierung weltweiter sozialer Beziehungen, durch die entfernte Orte in einer solchen Weise verbunden werden, dass Ereignisse am einen Ort durch Vorgänge geprägt werden die sich an einem viele Kilometer entfernten Ort abspielen und umgekehrt.“[3]

Wenn wir diese Punkte nun als Grundlage annehmen und zwei global agierende Organisationen nach Ihrer Organisation und Ihrem daraus resultierenden Handel untersuchen, sind wir fähig uns eine Meinung zu der Sinnhaltigkeit verschiedener Organisationsmodelle zu entwickeln.

2.0 Strukturen für globale / multinationale Organisationen

Die Anforderungen an eine Organisation sind abhängig von den Aufgaben dieser. Ob es sinnvoller ist global-zentral oder global-lokal zu organisieren lässt sich anhand einiger Kriterien bestimmen. (siehe Tabelle)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[4]

KPMG veröffentlicht in seiner Studie „Konsequenzen der Globalisierung für die innerbetriebliche Organisation“:

„Eine wesentliche Voraussetzung für das schnelle Agieren in dynamischen internationalen Märkten ist unseres Erachtens die operative Flexibilität der

Business Units. Dezentralisierung der Entscheidungsprozesse und Verselbständigung der Business Units in ihren Kernprozesse tragen aus unserer Sicht entscheidend dazu bei, diese Flexibilität zu gewährleisten.

Erfolgreiche Organisationskonzepte nutzen die Vorteile der Zentralisierung und vermeiden deren Defizite.“[5]

Hier nun drei grundlegende wichtige Kriterien für globale Organisationen:

- Die Organisation muss fähig sein die verschiedenen Kulturen unter einem gemeinsamen Ziel zu vereinen.
- Um steuerbar zu bleiben muss nach dem Subsidiaritäts[i]-Prinzip gehandelt werden, heißt „so zentral wie nötig, so dezentral wie möglich“[6]
- Die Organisation muss flexibel, schnell und wandlungsfähig sein, da sie bei einer globalen Aufstellung mit vielen verschiedenen Marksituationen zum gleichen Zeitpunkt konfrontiert wird.

Ein entsprechendes Strukturmodell einer Organisation sieht dann folgendermaßen aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[7]

Dieses Modell zielt darauf ab, lokale Anpassungsfähigkeit mit den Vorteilen einer globalen Koordination durch eine Vernetzung von Ressourcen und Fähigkeiten zu vereinen. Dabei agieren die einzelnen nationalen Geschäftseinheiten in einem gewissen Maße unabhängig, stellen jedoch ihre Fähigkeiten transnational der ganzen Gruppe zur Verfügung. So können sich einzelne Niederlassungen entsprechend ihrer Kernkompetenzen oder ihrer nationalen Vorteile im Interesse der gesamten Gruppe spezialisieren. Dem Hauptquartier kommt dabei die Koordination dieses interagierenden Unternehmensnetzwerkes zu.[8]

Der von W. Edward Deming entwickelten Deming Kreis, der Grundlage modernen Managements (Total-Quality-Management) ist und auf dessen PDCA-Modell z.B. die ISO 9001 Norm basiert. Plan-Do-Check-Act, planen-machen-prüfen-handeln, als kontinuierlicher Prozess, ein permanenter Kontrollprozess.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein Prinzip dem praktisch alle Wissens und Dienstleistungsunternehmen folgen und das eine Anpassung der Strategie bei der Fehlplanung eines Konzeptes ermöglicht.[9] [10]

3.Der IWF

Die Gründung des IWF (Internationaler Währungs- Fonds) im englischen IMF (International Monetary Fund) wurde auf der Internationalen Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen in Bretton Woods New Hampshire im Juli 1944 beschlossen. Die Gründung war Teil der Bemühungen den Wiederaufbau des durch den 2. Weltkrieg zerstörten Europas zu finanzieren und vor zukünftigen Wirtschaftskrisen zu schützen.

Die Aufgaben des IWF bestehen in:

- Förderung der internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Währungspolitik
- Erleichterung der Ausweitung und des ausgewogenen Wachstum des Welthandels
- Förderung der Stabilität der Wechselkurse
- Mitwirkung bei der Errichtung eines multilateralen Zahlungssystems
- Bereitstellung der allgemeinen Fondsmittel, unter angemessener Sicherung, an in Zahlungsschwierigkeiten geratene Mitgliedsländer
- Verringern der Dauer und des Ausmaßes der internationalen Zahlungsbilanzen der Mitgliedsländer
- Bewältigung der Schuldenkrise der Dritten Welt
- Erzeugen der Voraussetzungen für die Entwicklung von Privatinitiativen und Marktwirtschaft in den Staaten Mittel- und Osteuropas mittels Strukturanpassung (seit 1992)

Finanzhilfen werden in Form von Krediten und Darlehen geleistet, die der IWF Mitgliedsländern in Zahlungsbilanzschwierigkeiten, zur Unterstützung ihrer wirtschaftspolitischen Anpassungs- und Reformmaßnahmen gewährt. Mit Wirkung vom 30. Juni 2000 unterhielt der IWF Finanzierungsvereinbarungen mit 90 Ländern für bewilligte Kredite in Höhe von insgesamt 49,5 Mrd. Sonderziehungsrechten (SZR)[ii].

Heute gehören dem IWF 182 Mitgliedstaaten an. Mit dem Beitritt der Staaten Mittel- und Osteuropas, der Schweiz und Russland wurde der IWF 1992 zur weltumspannenden Organisation. Mitglied kann jedes Land werden, das eine unabhängige Außenpolitik betreibt und bereit ist, die aus dem IWF-Übereinkommen resultierenden Pflichten im Rahmen von währungspolitischer Konsultation und Kooperation mit dem IWF zu erfüllen.

Der Gouverneursrat bildet das oberste Organ des IWF. Er ist für alle Grundsatzentscheidungen, wie zum Beispiel die Aufnahme neuer Mitglieder und die Zuteilung neuer Sonderziehungsrechte verantwortlich. Jedes Mitgliedsland entsendet einen Vertreter und einen Stellvertreter in den Gouverneursrat. Dabei handelt es sich in der Regel um den Finanzminister oder den Zentralbankpräsidenten. Abstimmungen erfolgen entweder mit einfacher Mehrheit oder 85% der Stimmen, wobei sich das Stimmengewicht eines Landes von der Höhe der jeweiligen finanziellen Beteiligung am IWF ableitet. Die USA besitzen zum Beispiel einen Stimmenanteil von 19 %, was bei wichtigen Entscheidungen einem Vetorecht gleichkommt, die EU-Staaten zusammen 28 %, davon Deutschland knapp 6% (dies entspricht 8,2 Mrd. SZR). Japans Anteil ist gleich hoch wie der Deutschlands. Deutschland steht damit zusammen mit Japan auf dem zweiten Rang, hinter den USA, gefolgt von Großbritannien und Frankreich.

Durch die starken Eindrücke der Weltwirtschaftskrise der 30iger Jahre war das Bedürfnis entstanden die Stabilität der Weltwirtschaft durch politische Eingriffe zu gewährleisten. Diese Haltung ist sicherlich auch auf einen der an der Gründung und Konzeption des IWF beteiligten Spezialisten zurückzuführen John Maynard Keynes, er war Leiter der britischen Delegation, der mit seinem Hauptwerk der „General Theory“ ein Instrument der Nachfragesteuerung konzipiert um ein hohes Beschäftigungsniveau zu sichern und zwar durch Eingreifen der Politik[11].

Offiziell wurde der IWF am 27. Dezember 1945 mit der Unterzeichnung eines Übereinkommens durch 39 Länder ins Leben gerufen und erhielt den Status einer UN-Sonderorganisation[12].

Demzufolge war das Handeln des IWF ursprünglich davon getragen, dass Märkte nicht selbständig störungsfrei funktionieren. Heute ist er hingegen vehementer Verfechter des freien Marktes, der sich nach Auffassung des IWF selbstständig zum guten reguliert.

Der Niedergang des Glauben an die Keynesianischen Wirtschaftspolitik begann in den Siebziger Jahren mit steigenden Inflationsraten in den OECD- Ländern. Die Explosion der Ölpreise in der Krise von 1973/74 heizte die Lohn/Preisspirale zusätzlich an, während in der durch den Ölschock ausgelösten weltweiten Rezession die Arbeitslosigkeit dramatisch anstieg. Die Kombination von stagnierendem Wirtschaftswachstum und anziehender Inflation – Stagflation[iii] – erwies sich für die Theorien Keynes als der Niedergang, da es in seiner Theorie auf diese Situation keine Lösung in seiner Theorie gab[13].

[...]


[1] Die Schatten der Globalisierung, Joseph Stiglitz, Siedler Verlag 2002 S.18

[2] Die falsche Verheissung, John Gray, Fischer Taschenbuch Verlag 2002 S.79

[3] Globalisierung in Konsequenz der moderne, Anthony Giddens, FfM 1995 S.85

[4] http://www.themanagement.de/Ressources/StrukturenGlobal.htm

[5] http://www.bearingpoint.de/content/media/library/2000_01_17_Innerbetriebliche_Organisation_WCF.pdf 25.04.03

[6] http://www.dresdner-bank.de/meta/kontakt/05_kultur_sport/09_wertorientiertes_wachstum/03a_rede_harbou_20011005.pdf

[7] http://www.themanagement.de/Ressources/StrukturenGlobal-Dateien/image012.gif

[8] http://www.themanagement.de/Ressources/StrukturenGlobal.htm

[9] http://www.praxilogie.de/managementgrundlagen.html

[10] http://www.progredident.com/rtf/entw_qm.rtf

[11] Die Schatten der Globalisierung, Joseph Stiglitz, Siedler Verlag 2002 S.29

[12] http://www.imf.org/external/np/sec/pn/2001/pn0117.htm

[13] John Maynard Keynes, Gerhard Wilke, Campus Verlag 2002 S.164

[...]


[i] Subsidiarität[lateinisch]

ein Grundsatz thomistisch-naturrechtlicher und christlich-katholischer Sozialordnung, nach dem die Tätigkeit der Gesellschaft die ihrer Glieder nicht ersetzen und aufheben, sondern nur ergänzen und fördern soll und nach dem die jeweils kleinere Gruppe möglichst viele Aufgaben übernehmen soll.

Das Subsidiaritätsprinzip wurde in das Bundessozialhilfegesetz von 1961 aufgenommen und ist ebenfalls bedeutsam für das europäische Gemeinschaftsrecht (Vertrag von Amsterdam).[i]

Wird aber in die BWL übertragen und bedeutet hier in erster Linie, dass eine Aufgabe so lange nach unten delegiert werden soll, bis sie an der Stelle angelangt ist, bei der das notwendige Fachwissen vorhanden ist und die sich mit der Materie gut auskennt.

[ii] künstliche Reservewährung zur Ergänzung der bestehenden Währungsreserven des Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Sonderziehungsrechte werden durch Beschluss des IWF-Gouverneursrats allen Mitgliedsländern proportional zu ihren Anteilen am IWF zugeteilt. Die erste Zuteilung in Höhe von 3,4 Mrd. US-Dollar fand 1970 statt. Bei einem Zahlungsbilanzdefizit können die Mitgliedsländer ihre Sonderziehungsrechte ohne wirtschaftspolitische Auflagen in Anspruch nehmen und gegen konvertible Währung eintauschen. Im 5-Jahres-Durchschnitt dürfen die Mitgliedsländer 70% ihrer Sonderziehungsrechtsquote beanspruchen. Eine Rückzahlungspflicht tritt nur dann ein, wenn ein Land seine Quote stärker ausnutzt.

[iii] [Kunstwort aus Stagnation und Inflation]

eine durch inflationistische Tendenzen (insbesondere starke Preissteigerungen) bei gleichzeitiger Stagnation der Wirtschaftstätigkeit und Arbeitslosigkeit gekennzeichnete Wirtschaftslage.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Aufbaumöglichkeiten globaler Organisationen, am Beispiel des IWF und der Visa Organisation
Hochschule
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (ehem. Hochschule für Wirtschaft und Politik)
Veranstaltung
Interdizipilinärer Grundkurs
Note
bestanden - ca 1.75 - 2.00
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V14835
ISBN (eBook)
9783638201360
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aufbaumöglichkeiten, Organisationen, Beispiel, Visa, Organisation, Interdizipilinärer, Grundkurs
Arbeit zitieren
Thomas Herzog (Autor), 2003, Aufbaumöglichkeiten globaler Organisationen, am Beispiel des IWF und der Visa Organisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14835

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