Metaphysik, Fichte, Gott, das Absolute, absolutes Sein, Gegenposition zum Spinozanischen System, Deutscher Idealismus,Intellektuelle Anschauung, Wahrheitsgeltung des Idealismus, Subjektivismus, Selbstsetzung des Ich, Dogmatismus, Spinozsimus, Nicht-Ich, These, Zhesis, Antithese, Antithesis, Synthese von Setzung und Entgegensetzung, Synthesis, transzendentaler Idealismus, vitiöse Zirkelhaftigkeit, Selbstbewußtsein, verkehrter Spinozismus, Spinonismus unter anderem negativem verkehrtem Vorzeichen, Isolation des Selbstbewußtseins, Bedingtheit des Selbstbewußtseins, menschliche Selbsterfahrung, Willensfreiheit, Freiheit, Personalität des Absoluten, Neukonzeption der Personalität
Inhaltsverzeichnis
1. Die Metaphysik Fichtes als Gegenposition zum Spinozanischen System
1.1 Entgegenstellung des Idealismus
1.2 Intellektuelle Anschauung und Wahrheitsgeltung des Idealismus
1.3 Selbstsetzung des Ich
1.4 Entgegensetzung eines Nicht-Ich
1.5 Synthese von Setzung und Entgegensetzung im Ich
2. Kritik bezüglich des transzendentalen Idealismus Fichtes
2.1 Vorwurf der vitiösen Zirkelhaftigkeit des Selbstbewußtseins
2.1.1 Darstellung der vitiösen Zirkelhaftigkeit des Selbstbewußtseins
2.1.2 Immer-schon-bei-sich-gewesen-Sein des Selbstbewußtseins
2.2 Vorwurf des verkehrten Spinozismus
2.2.1 Darstellung des verkehrten Spinozismus
2.2.2 Bereits-aufgebrochen-Sein jeglichen An-sich
2.3 Vorwurf des Subjektivismus
2.3.1 Darstellung des Subjektivismus
2.3.2 Immer-schon-bei-den-Dingen-gewesen-Sein des Selbstbewußtseins
2.4 Vorwurf der Isolation des Selbstbewußtseins
2.4.1 Darstellung der Isolation des Selbstbewußtseins
2.4.2 Soziale Bedingtheit des Selbstbewußtseins
2.5 Vorwurf der Verfehlung menschlicher Selbsterfahrung
2.5.1 Darstellung der Verfehlung menschlicher Selbsterfahrung
2.5.2 Drei unterscheidbare Seiten des einen Selbstbewußtseins in Willensfreiheit
2.6 Vorwurf der Verfehlung der Personalität des Absoluten
2.6.1 Darstellung der Verfehlung der Personalität des Absoluten
2.6.2 Neukonzeption der Personalität ausgehend vom Absoluten
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Fichtes "Versuch einer neuen Darstellung der Wissenschaftslehre" (1797/98), um zu klären, inwiefern der transzendentale Idealismus als stringente Alternative zum Dogmatismus Bestand hat und wie Fichte dabei Freiheit und die Struktur des Selbstbewusstseins begründet.
- Gegenüberstellung von Idealismus und Dogmatismus als primäre philosophische Systeme.
- Die Rolle der intellektuellen Anschauung als Grundlage der Wissenschaftslehre.
- Analyse und Entkräftung zentraler Einwände wie Zirkelhaftigkeit, Spinozismus-Verdacht und Solipsismus.
- Untersuchung der sozialen Bedingtheit und der Personalität des Absoluten in Fichtes Philosophie.
Auszug aus dem Buch
1.1 Entgegenstellung des Idealismus
In der „Ersten Einleitung in die Wissenschaftslehre“ seiner Schrift „Versuch einer neuen Darstellung der Wissenschaftslehre“ von 1797/98 legt Fichte dar, was er als die Aufgabe der Philosophie ansieht: den Grund aller äußeren und inneren Erfahrung angeben. Dieser Grund aller Erfahrung muß außerhalb der Erfahrung liegen. Wenn also die Philosophie durch Freiheit des Denkens das unterscheidet, was in aller Erfahrung immer schon verbunden ist, so erhebt sie sich damit aus der Erfahrung. Unterschieden werden mit Hilfe der Philosophie zum einen das Ding, nach dem sich die Erkenntnis richten soll, und zum anderen die Erkenntniskraft, also die Vernunft, welche erkennen soll. Man kann diese Zweiheit mit Fichte auch bezeichnen als die Dualität von Nicht-Ich und Ich.
Für Fichte ergeben sich damit nur zwei stringente Arten des Philosophierens. Entweder man sieht ab von der Vernunft und versucht, aus dem Ding, d.h. aus einer absoluten Substanz ohne Beziehung auf ein Bewußtsein bzw. ein Ich, die Erfahrung zu erklären; dies ergibt „Dogmatismus“, wie er sich für Fichte paradigmatisch bei Spinoza findet. Oder man erklärt die Erfahrung aus der Intelligenz; dies ist „Idealismus“, wie er sich für Fichte in Kants System darstellt.
Dogmatismus und Idealismus stellen in den Augen Fichtes nun zwei Systeme dar, von denen keines prima facie in der Lage ist, das andere zu widerlegen. Der Grund hierfür liegt darin, daß jedes System jeweils die Geltung der ersten Voraussetzung des anderen Systems negiert. So bestreitet der Dogmatiker gegenüber dem Idealisten, daß dessen Freiheitsbewußtsein auch die Wirklichkeit einer frei handelnden Intelligenz voraussetzt und verbürgt; wer dies glaubt, unterliegt für den Dogmatiker schlichtweg einer Illusion. Der Dogmatiker selbst ist seiner eigenen Voraussetzung zufolge konsequenterweise Fatalist und, wie Fichte betont, zwangsläufig Materialist. Ihm gilt einzig die sinnlich zugängliche dingliche Welt mit ihrem durchgehend äußerlichen Notwendigkeitsverhältnis als verständlich und erkennbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Metaphysik Fichtes als Gegenposition zum Spinozanischen System: Einführung in Fichtes Grundlegung der Wissenschaftslehre, die Unterscheidung von Dogmatismus und Idealismus sowie die Etablierung des Ich als Tathandlung.
2. Kritik bezüglich des transzendentalen Idealismus Fichtes: Systematische Untersuchung und Verteidigung gegen zeitgenössische Vorwürfe der Zirkelhaftigkeit, des verkehrten Spinozismus, des Subjektivismus sowie zur Frage der Isolation, der Selbsterfahrung und der Personalität des Absoluten.
Schlüsselwörter
Johann Gottlieb Fichte, Wissenschaftslehre, Transzendentaler Idealismus, Dogmatismus, Intellektuelle Anschauung, Tathandlung, Ich, Nicht-Ich, Freiheit, Selbstbewusstsein, Subjekt-Objekt-Einheit, Solipsismus, Spinozismus, Personalität, Kausalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Fichtes Wissenschaftslehre von 1797/98, wobei sie insbesondere die Abgrenzung zum Dogmatismus und die systematische Begründung der Freiheit im Zentrum betrachtet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die metaphysischen Grundlagen von Subjekt und Objekt, die Struktur des Selbstbewusstseins sowie die Auseinandersetzung mit den Vorwürfen des Solipsismus und des verkehrten Spinozismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Fichtes transzendentalen Idealismus als eine konsistente und notwendige Position gegen den Dogmatismus aufzuweisen und zu belegen, dass er keine bloße Theorie des Subjektivismus ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine philosophiehistorische und systematische Analyse der Fichteschen Schriften angewandt, die durch moderne Kommentare und Gegenüberstellungen mit zeitgenössischen Kritikern ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die positive Darstellung der Fichteschen Metaphysik (Kapitel 1) und eine ausführliche Verteidigung gegen verschiedene kritische Einwände (Kapitel 2).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fichtes Wissenschaftslehre, Tathandlung, intellektuelle Anschauung, Freiheit sowie die Subjekt-Objekt-Einheit.
Wie begegnet Fichte dem Vorwurf der "vitiösen Zirkelhaftigkeit"?
Fichte entgegnet, dass das Selbstbewusstsein keine reflexive Stufung darstellt, sondern eine unmittelbare Tathandlung bzw. ein "Immer-schon-bei-sich-gewesen-Sein" als Subjekt-Objekt-Einheit.
Wie begründet Fichte die Notwendigkeit von Mitmenschen?
Fichte argumentiert, dass das Ich zu seiner Selbstbestimmung eine Aufforderung benötigt, die nur von einem anderen freien Wesen ausgehen kann, was die Sozialität zur notwendigen Bedingung für Geist und Freiheit macht.
Warum hält Fichte das Absolute für eine "Person"?
Für Fichte ist das Absolute als Person zu begreifen, weil es den freien Selbstvollzug als Subjekt-Objekt-Einheit darstellt, wobei Fichte den Begriff "Person" zur Vermeidung von anthropologischen Missdeutungen vorsichtig verwendet.
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- Oliver Härtl (Author), 2005, Johann Gottlieb Fichte: „Versuch einer neuen Darstellung der Wissenschaftslehre“ von 1797/98, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148364