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Die Einwanderung polnischsprachiger Arbeiter ins Ruhrgebiet (1870-1914) und die Auswirkungen auf das gesprochene Deutsch und Polnisch in der Region

Título: Die Einwanderung polnischsprachiger Arbeiter ins Ruhrgebiet (1870-1914) und die Auswirkungen auf das gesprochene Deutsch und Polnisch in der Region

Tesis (Bachelor) , 2016 , 59 Páginas , Calificación: 1,6

Autor:in: Lena Dopheide (Autor)

Ciencia del lenguaje / Lingüística
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Das Thema dieser Arbeit, Auswirkungen des deutsch-polnischen Sprachkontaktes auf die gesprochene Sprache, bezieht sich auf ein bestimmtes Gebiet und eine bestimmte Zeit. Es ist eng verknüpft mit der Entstehung und Entwicklung des Ruhrgebiets und mit den Bedingungen der polnischen Einwanderung. Die Arbeit beinhaltet deshalb neben der linguistischen Untersuchung auch eine Darstellung der Geschichte der Region und der polnischen Einwanderung.

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die volkslinguistisch bis heute verbreitete Auffassung, das Polnische habe eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der sich damals neu herausbildenden Umgangssprache der Region, dem Ruhrdeutschen, gespielt. Die erfolgten wissenschaftlichen Untersuchungen dazu werden in dieser Arbeit gegenübergestellt und im Hinblick auf den Wahrheitsgehalt der Rede vom polnischen Einfluss ausgewertet.

Ziel dieser Arbeit ist jedoch nicht nur das Aufzeigen möglicher polnischer Spuren in der deutschen Umgangssprache der Region, vielmehr sollen wechselseitige sprachliche Auswirkungen betrachtet werden. In einem weiteren Kapitel werden deshalb die Nachweisbarkeit von Interferenzen im Polnischen, die einen Einfluss der regionalen Umgangssprache zeigen könnten, und die Möglichkeit einer durch die Bedingungen im Ruhrgebiet entstandenen regionalen Varietät des Polnischen behandelt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Historischer Hintergrund: Zur Entstehung und Geschichte des Ruhrgebiets und der polnischen Einwanderung

1.1 Industrialisierung und Zuwanderung: 1870-1918

1.1.1 Die „Ruhrpolen“

1.2 Polnische Kriegs- und Nachkriegsemigration

1.2.1 Die Spätaussiedler der 1980er und 90er Jahre

2 Ruhrdeutsch – gesprochene Sprache im Ruhrgebiet

2.1 Entstehung und Charakter des Ruhrdeutschen

2.1.1 Forschungsstand

2.1.2 Charakteristik des Ruhrdeutschen

2.1.3 Linguistische Erklärungsansätze

2.2 Hatte die polnische Sprache Einfluss auf Entstehung und Entwicklung des Ruhrdeutschen?

3 Gesprochenes Polnisch im Ruhrgebiet

3.1 Charakteristik des Polnischen im Ruhrgebiet

3.1.1 Zur Herkunft und sprachlichen Situation der Emigranten

3.1.2 Deutsch-polnische Interferenzen

3.2 Führten die Einwanderungs- und Lebensbedingungen der „Ruhrpolen“ zu regionalen Besonderheiten in Entwicklung und Weitergabe des Polnischen im Ruhrgebiet?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der polnischen Einwanderung im Zeitraum 1870-1914 auf die regionale Umgangssprache (Ruhrdeutsch) sowie die Entwicklung des gesprochenen Polnischen durch die Emigranten unter den Bedingungen des deutsch-polnischen Sprachkontakts im Ruhrgebiet.

  • Historische Kontexte der polnischen Migration in das Ruhrgebiet
  • Analyse des "Ruhrdeutschen" als neu entstandene Regionalsprache
  • Untersuchung von Interferenzen zwischen Deutsch und Polnisch
  • Sprachverfall und Assimilation der polnischsprachigen Bevölkerung
  • Bewertung der Rolle des Polnischen bei der Entstehung des Ruhrdeutschen

Auszug aus dem Buch

Einleitung

Als im späten 19. Jahrhundert im bis dahin ländlich geprägten Gebiet um Rhein und Ruhr durch Abbau und Verarbeitung von Steinkohle eine neue Industrieregion, das Ruhrgebiet, entstand, gehörte zu den einschneidenden Veränderungen auch die massenhafte Zuwanderung von polnischsprachigen Arbeitern. Diese neuartige Entwicklung wurde mit starken „Überfremdungsängsten“ begleitet, die sich in der Politik und im Zusammenleben der Bevölkerung niederschlugen. Dazu gehörte auch die Angst vor einem negativen, zerstörerischen Einfluss auf die deutsche Sprache.

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die volkslinguistisch bis heute verbreitete Auffassung, das Polnische habe eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der sich damals neu herausbildenden Umgangssprache der Region, dem Ruhrdeutschen, gespielt. Nachdem ein starker Einfluss des Polnischen jahrzehntelang auch wissenschaftlich eher unreflektiert angenommen wurde, widmete sich die linguistische Forschung diesem Ansatz im Zuge der Erforschung der ruhrdeutschen Umgangssprache erst in den 1980er Jahren ausgiebiger. Die Möglichkeiten und Schwierigkeiten, die sich bei einer solchen Spurensuche aufgrund der Quellenlage und des weit zurückliegenden Untersuchungszeitraumes ergeben, werden in Kapitel 2 der vorliegenden Arbeit nachgezeichnet, indem die erfolgten Untersuchungen gegenübergestellt und im Hinblick auf den Wahrheitsgehalt der Rede vom polnischen Einfluss ausgewertet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Historischer Hintergrund: Zur Entstehung und Geschichte des Ruhrgebiets und der polnischen Einwanderung: Dieses Kapitel erläutert die Industrialisierung des Ruhrgebiets sowie die historischen Hintergründe und Wellen der polnischen Immigration bis in die 1990er Jahre.

2 Ruhrdeutsch – gesprochene Sprache im Ruhrgebiet: Der Abschnitt analysiert die Entstehung, Charakterisierung und sprachwissenschaftliche Einordnung des Ruhrdeutschen sowie die Debatte um polnische Einflüsse darauf.

3 Gesprochenes Polnisch im Ruhrgebiet: Hier wird der Sprachstand der "Ruhrpolen" thematisiert, wobei die sprachliche Situation der Emigranten sowie spezifische deutsch-polnische Interferenzen in Phonetik, Lexik und Syntax untersucht werden.

Schlüsselwörter

Ruhrdeutsch, Polnische Einwanderung, Ruhrpolen, Sprachkontakt, Interferenzen, Industrialisierung, Umgangssprache, Sprachwandel, Assimilation, Dialektologie, Deutsch-polnische Geschichte, Zweitspracherwerb, Regionalsprache

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Sprachkontakt zwischen polnischen Einwanderern und der deutschen Bevölkerung im Ruhrgebiet im Zeitraum von 1870 bis 1914 sowie dessen Auswirkungen auf beide Sprachen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind die Migrationsgeschichte der sogenannten "Ruhrpolen", die Entwicklung des Ruhrdeutschen als Regionalsprache und die Analyse von linguistischen Interferenzen bei polnischsprachigen Emigranten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, kritisch zu bewerten, welchen tatsächlichen Einfluss die polnische Einwanderung auf die Entstehung des Ruhrdeutschen hatte und inwieweit sich eine spezifisch polnische Regionalsprache unter den Bedingungen der Migration halten konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Es wird eine literatur- und sprachhistorische Analyse durchgeführt, die vorhandene Quellen, transkribierte Interviews und bisherige volkslinguistische Annahmen kritisch gegenüberstellt und auswertet.

Was wird primär im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Migration, eine detaillierte sprachliche Charakterisierung des Ruhrdeutschen und eine Untersuchung der interlingualen Beeinflussung von Polnisch durch das Deutsche.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ruhrdeutsch, Sprachkontakt, Interferenzen, industrielle Migration, Ruhrpolen und Assimilation charakterisiert.

Warum wird die Theorie vom "Schmelztiegel" in der Arbeit kritisch betrachtet?

Die Autorin hebt hervor, dass die volkslinguistische Annahme eines starken polnischen Einflusses auf das Ruhrdeutsche wissenschaftlich oft unreflektiert blieb und durch neuere Analysen des niederdeutschen Substrats weitgehend widerlegt wurde.

Wie unterscheidet sich die Sprachsituation der ersten Generation von nachfolgenden Generationen?

Währen die erste Generation noch stark mit der polnischen Sprache verbunden war, zeigt die Untersuchung eine schnelle Assimilation und einen Sprachverlust bei den darauffolgenden Generationen, die mit der deutschen Umgebung stärker in Kontakt standen.

Welche Rolle spielt die "Ökonomie des Sprechers" bei den beobachteten Lautveränderungen?

Die Autorin nutzt dieses linguistische Konzept, um zu erklären, dass die Tendenz zur Vereinfachung von Lauten und zur Reduktion von Wortendungen im Ruhrdeutschen eher ökonomischen Prinzipien des Sprachwandels folgt als isolierten polnischen Einflüssen.

Final del extracto de 59 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Einwanderung polnischsprachiger Arbeiter ins Ruhrgebiet (1870-1914) und die Auswirkungen auf das gesprochene Deutsch und Polnisch in der Region
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Slawistik)
Calificación
1,6
Autor
Lena Dopheide (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
59
No. de catálogo
V1483935
ISBN (PDF)
9783389040348
ISBN (Libro)
9783389040355
Idioma
Alemán
Etiqueta
Slawische Sprachwissenschaft Interferenzen Ruhrgebiet Einwanderung Dialekte
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lena Dopheide (Autor), 2016, Die Einwanderung polnischsprachiger Arbeiter ins Ruhrgebiet (1870-1914) und die Auswirkungen auf das gesprochene Deutsch und Polnisch in der Region, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1483935
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