Grenzen der Liberalisierung: Barrieren, Infrastruktur, Netzausbau


Seminararbeit, 2009
24 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1 Einleitung

2 Merchant Transmission Investment Model
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Modellannahmen
2.3 Das Modell bei erfüllten Annahmen

3 Auswirkung der Abweichung von den Modellannahmen
3.1 Verletzung der Annahme des vollkommenen Marktes
3.2 Konzentration bei Investitionen in Übertragungsnetze
3.3 Weitere Verzerrungen

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Merchant Transmission Investment

2 Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrt vs. Wert der RBE eines Einzelinvestors

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Liberalisierung der Strommärkte hat das Ziel, Monopole auf dem Strommarkt zu be­seitigen, um dadurch die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt zu steigern. Während der Li­beralisierungsprozess in den Bereichen der Stromerzeugung und -verteilung keine wirt­schaftstheoretischen Hürden zu nehmen hat, führt die „unsichtbare Hand“ im Übertra­gungsbereich[1] aufgrund der Netzwerkeffekte[2] zur Marktmonopolisierung oder zur Kon­zentration aufgrund begrenzter Zugänglichkeit der zu versorgenden Gebiete. Diese und andere Marktverzerrungen führen dazu, dass die Anreize für Investitionen in Übertra­gungsnetze meist zu schwach ausfallen. Mittel - bis langfristig resultieren daraus Eng­pässe im Übertragungsbereich, hohe Stromübertragungsgebühren und, letzten Endes, ge­ringere gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt.

Eine effiziente Lösung der Probleme mit den Investitionen in das Übertragungsnetz wird durch ein Trade - off erschwert: Einerseits ist es aus Kostengründen vorteilhaft, nur ein Übertragungsnetz zu betreiben. Andererseits sollten die aus der Monopolisierung des Marktes resultierenden Wohlfahrtsverluste vermieden und Probleme mit der Stimulie­rung der Investitionen in das Übertragungsnetz gelöst werden. Die ökonomische For­schung bietet mehrere Modelle zur Lösung dieser Probleme an. Joskow und Schmalensee (1983) diskutieren ein Modell mit voneinander unabhängigen, regulierten lokalen Strom­leitungen und Systemoperatoren (SO), ein sogenanntes Tranco - Modell. Die SO sorgen für den Ausbau, die Eigentumsrechte und den Betrieb des Übertragungsnetzes. Späte­re Ansätze von Vogelsand (2001) verbinden ein Modell der regulierten lokalen Über­tragungsmonopolen mit einem Anreizmechanismus für Investoren. Die Übertragungsge­bühren geben Anreize für Investitionen in das Übertagungsnetz. Als eine Alternative oder auch Komplement für das Transco - Modell wird das Merchant Transmission Investment (MTI) Modell diskutiert. Hier werden die Investitionen durch die Preisdifferenzen an ver­schiedenen Netzknoten initiiert, wobei der Netzzugang offen ist. Das Modell ist darauf ausgerichtet, das wohlfahrtsoptimale Investitionsvolumen ohne Eingriffe des Regulators in den Investitionsprozess, in die Netzverwaltung oder in den Netzbetrieb zu erreichen und findet breite Anwendung in der Praxis[3]. Dabei wird es an die gesetzlichen Rah­menbedingungen der jeweiligen Einsatzregion angepasst. In dieser Arbeit werden solche Anpassungen nicht diskutiert, vielmehr geht es um die Grenzen und Barrieren der Libe­ralisierung des Strommarktes und den Netzausbau, die am Beispiel des MTI - Modells geschildert werden sollen. Dafür wird zuerst das MTI - Modell mit seinen Annahmen und Abläufen im zweiten Kapitel näher beschrieben. Die Realität weicht aber generell vom Laborzustand einer theoretischen Umgebung ab. Im dritten Kapitel werden die Grenzen des theoretischen Modells bei seiner praktischen Anwendung ausgelotet, indem die in der Praxis üblichen Abweichungen von Modellannahmen und ihre Auswirkungen auf die Investitionsanreize angesprochen werden. Schließlich werden im vierten Kapitel die Ergebnisse zusammengefasst.

2 Merchant Transmission Investment Model

2.1 Begriffsdefinition

Die Bezeichnung „Merchant Transmission Investment“[4] wird davon abgeleitet, dass In­vestitionen in das Übertragungsnetz kein Exklusivrecht eines Systemoperators, sondern für jeden Marktteilnehmer durchführbar sind. Die Beweggründe für eine Investition in das Übertragungsnetz resultieren aus dem Streben eines Investors, durch sein Engage­ment Gewinne einzufahren, nicht aus einer behördlichen Anweisung. MTI setzt unregu­lierte Leitungen und freien Netzzugang voraus[5]. Der Übertragungspreis orientiert sich an Preisdifferenzen der jeweiligen Netzknoten und kommt durch einen Marktmechanis­mus zustande. Insbesondere wird der Übertragungspreis nicht (im Gegensatz zum Trans- co - Modell) durch den Einfluss eines Regulators verfälscht. Investitionsentscheidungen werden auf der Basis von Investitionssignalen getroffen, welche von unverzerrten Markt­preisen abgeleitet werden. Damit das Modell widerspruchsfrei funktioniert, müssen be­stimmte Umweltverhältnisse gelten. Diese werden in der Theorie durch Annahmen, in der Praxis durch gesetzliche Bestimmungen hergestellt.

[...]


[1] Übertragungsbereich bzw. Übertragungsnetz wird als Leitung, die Stromerzeuger und Stromgroßhänd­ler verbindet verstanden. Dies sollte nicht mit dem zwischen Händler und Endverbraucher bestehenden Verteilungsnetz verwechselt werden.

[2] Als Netzwerkeffekt wird hier der Umstand bezeichnet, dass der Betrieb von mehreren parallelen Netzen aufgrund der mehrfach anfallenden Kosten ineffizient ist. Je größer das Netz, desto geringer die Durch­schnittskosten.

[3] Durch die Richtlinie 96/92/EG, Art 17, 18 wird das Modell zur Anwendung auf den Strommärkten der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union empfohlen. Es wird z. B. in Deutschland verstärkt eingesetzt. Außerhalb der EU findet die praktische Anwendung unter anderem in den USA und in Australien statt.

[4] Oder auch Market - Based Transmission Investment.

[5] Siehe auch Kapitel 2.2

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Grenzen der Liberalisierung: Barrieren, Infrastruktur, Netzausbau
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Volkswirtschaftslehre)
Veranstaltung
Europäische Energiepolitik zwischen Liberalisierung, Klimapolitik und Versorgungssicherheit
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V148449
ISBN (eBook)
9783640590582
ISBN (Buch)
9783640590414
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grenzen, Liberalisierung, Barrieren, Infrastruktur, Netzausbau
Arbeit zitieren
Wladimir Bauer (Autor), 2009, Grenzen der Liberalisierung: Barrieren, Infrastruktur, Netzausbau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148449

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