Wohl kaum ein anderer Sportverein auf dem Gebiet der ehemaligen DDR kann auf eine bewegtere und ereignisreichere Zeit zurückblicken wie der Dresdner Sportclub 1898 e.V. (im Nachfolgenden kurz Dresdner SC oder DSC genannt). Gerade die Zeit von 1950 bis 1989 kennzeichnet eine Periode für den Verein, die geprägt war von staatlichen Eingriffen, Restriktionen, Sanktionen und (erzwungenen) Umbenennungen. Aufgrund dieser vereinsgeschichtlichen Wirrungen während der Zeit des Sozialismus eignet sich der Dresdner SC besonders als Fallstudie bei der Betrachtung der (öffentlichen) Kommunikationswege sowie auch allgemein der Leitungs- und Weisungsstrukturen in Sportvereinen. Dies gilt sowohl für die äußere, öffentliche Darstellung des Vereins wie auch für die innere (teilöffentliche?) Kommunikation zwischen den politischen Machtorganen und der Vereinsführung respektive Letzterer mit der eigentlichen Basis – den Mitgliedern, Kadern und Sportlern. Der vorliegende Aufsatz soll so anhand noch existenter Publikationen und Zeitdokumente und der Aufarbeitung der heutigen Literatur, aber auch durch den Blick auf die Geschichte des Vereins das Dilemma sozialistischer Sportpolitik skizzieren.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung: Der Dresdner SC von der Gründung 1898 bis zum staatlichen Verbot 1950
- Hauptteil:
- Die Nachfolgevereine des DSC in der DDR und der BRD (grafischer Überblick)
- Struktur, Weisungs- und Kommunikationswege von DDR-Sportvereinen
- Anhang:
- Tabellarische Vereinschronik des Dresdner SC
- Literatur und Quellen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der vorliegende Aufsatz untersucht die Geschichte des Dresdner SC 1898 e.V. und beleuchtet dabei insbesondere die Zeit von 1950 bis 1989. Diese Periode war geprägt von staatlichen Eingriffen, Restriktionen und Umbenennungen. Die Arbeit analysiert die Kommunikationswege und Weisungsstrukturen im sozialistischen Sportwesen anhand des Beispiels des Dresdner SC.
- Die Geschichte des Dresdner SC im Kontext der DDR-Sportpolitik
- Die Auswirkungen staatlicher Eingriffe auf die Vereinsstruktur und -entwicklung
- Die Kommunikation zwischen politischen Machtorganen und der Vereinsführung
- Die Rolle der Vereinsmitglieder und Sportler in der DDR-Sportlandschaft
- Das Dilemma sozialistischer Sportpolitik am Beispiel des Dresdner SC
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Dresdner SC von der Gründung 1898 bis zum staatlichen Verbot 1950
Die Einleitung stellt die Geschichte des Dresdner SC von seiner Gründung im Jahr 1898 bis zu seinem Verbot durch die DDR-Führung im Jahr 1950 dar. Es werden die wichtigsten Meilensteine der Vereinsgeschichte, die Erfolge in verschiedenen Sportarten und die prominenten Sportler des Vereins hervorgehoben.
Hauptteil:
Die Nachfolgevereine des DSC in der DDR und der BRD (grafischer Überblick)
Dieser Abschnitt beleuchtet die Geschichte der Nachfolgevereine des Dresdner SC in der DDR und der BRD. Es wird ein grafischer Überblick über die verschiedenen Vereinsentwicklungen und -umbenennungen im Kontext der politischen und sportlichen Veränderungen der Zeit gegeben.
Struktur, Weisungs- und Kommunikationswege von DDR-Sportvereinen
Dieser Teil analysiert die Struktur, die Weisungs- und Kommunikationswege von Sportvereinen in der DDR. Es wird untersucht, wie der Staat Einfluss auf die Vereine nahm und welche Rolle die politischen Machtorgane in der Vereinsführung spielten.
Schlüsselwörter
Dresdner SC, DDR-Sportpolitik, Sportvereine, Kommunikation, Weisungsstrukturen, staatliche Eingriffe, Vereinsgeschichte, Nachfolgevereine, sozialistischer Sport, Betriebssportgemeinschaften, Friedrichstadt, Dynamo Dresden.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist der Dresdner SC ein besonderer Fall in der Sportgeschichte?
Der Verein erlebte zwischen 1950 und 1989 massive staatliche Eingriffe, Restriktionen und erzwungene Umbenennungen durch das DDR-Regime, was ihn zu einer idealen Fallstudie für sozialistische Sportpolitik macht.
Was geschah mit dem Dresdner SC im Jahr 1950?
Im Jahr 1950 erfolgte ein staatliches Verbot des ursprünglichen Vereins, woraufhin verschiedene Nachfolgevereine und Betriebssportgemeinschaften (BSG) entstanden.
Wie war die Kommunikation in DDR-Sportvereinen strukturiert?
Die Kommunikation war durch klare Weisungsstrukturen von politischen Machtorganen zur Vereinsführung und schließlich zur Basis (Sportler und Mitglieder) geprägt.
Welche Rolle spielten die Nachfolgevereine?
Die Nachfolgevereine in der DDR und BRD spiegeln die politische Spaltung wider; in der DDR wurden sie oft in das System der Betriebssportgemeinschaften eingegliedert.
Was war das Dilemma der sozialistischen Sportpolitik?
Das Dilemma bestand im Spannungsfeld zwischen sportlicher Autonomie und der totalen Instrumentalisierung durch den Staat zur Demonstration politischer Überlegenheit.
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- André Briol (Author), 2007, Der Dresdner SC im sportlichen ‚Untergrund’, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148490