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Skateboarding und Identität. Inwiefern tragen das Skateboarding und seine Gemeinschaft zur Entwicklung der Identität von Skateboarder:innen bei?

Eine sportsoziologische Ethnographie am Beispiel des Skatepark Otto-Dullenkopf-Park in Karlsruhe

Titel: Skateboarding und Identität. Inwiefern tragen das Skateboarding und seine Gemeinschaft zur Entwicklung der Identität von Skateboarder:innen bei?

Masterarbeit , 2023 , 190 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Luca Geisert (Autor:in)

Sport - Sportsoziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Da viele Skateboarder:innen über die Freizeitbeschäftigung hinaus dem Sport einen eigenwilligen Lebensstil zuordnen, soll im Folgenden diese Annahme und identitäre Zuschreibung qualitativ erforscht werden. Daraus ergibt sich für die vorliegende sportsoziologische Ausarbeitung folgende zentrale Fragestellung: Inwiefern tragen das Skateboarding und seine Gemeinschaft zur Entwicklung der Identität von Skateboarder:innen bei?

Zur Beantwortung der zentralen Forschungsfrage, dienen sportsoziologische und kulturelle Erkenntnisse über das Skateboarding als theoretische Grundlagen der Forschung. Zu Beginn der Arbeit werden in Kapitel 2 Sozialstrukturen und szenetypische Merkmale der Bewegungskultur vorgestellt. Darüber hinaus folgt eine Beschreibung sportlicher Bewegungspraktiken. Kapitel 3 stellt Modelle der Identitätsentwicklung vor, die als soziologische Grundlage für die Forschung dienen. Anschließend werden zentrale Eigenschaften, soziale Werte und Normen aus den Skateboard Studies präsentiert. In Kapitel 4 wird das methodische Vorgehen der empirischen Arbeit vorgestellt. Darauf folgt in Kapitel 5 eine Darstellung der lokalen Sportstätte und Proband:innen. Die qualitativ erhobenen Daten werden in Kapitel 6 dargelegt. Diese werden in Kapitel 7 diskutiert, um die Forschungsfrage zu beantworten. Abschließend erfolgt in Kapitel 8 ein Fazit der Untersuchung und ein Ausblick auf zukünftige Forschungen.

Als Stichprobe dient die Skateboardinggemeinschaft am Skatepark im Otto-Dullenkopf-Park (O-D-P) in Karlsruhe. Der Skatepark wird von den lokalen Skateboarder:innen ebenfalls O-D-P genannt, da sich dieser auf dem Stadtparkgelände befindet. Zur gezielten Beantwortung der Forschungsfrage, wird der Forschungsgegenstand mit Hilfe der folgenden Teilziele eingrenzend untersucht und erörtert: 1. Auswirkungen der Skateboardinggemeinschaft auf die persönliche-, soziale- und Ich-Identität. 2. Kategorisierung identitätsstiftender Eigenschaften, soziale Werte und Normen, die Skateboarder: innen in der lokalen Szene erfahren. 3. Veranschaulichung der Skateboardinggemeinschaft als Vorbild für moderne Bewegungskulturen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Relevanz der Forschungsthematik

1.2 Forschungsfrage und Zielsetzung der Arbeit

2 Skateboarding Grundlagen

2.1 Entwicklung des Skateboardings

2.2 Skateboarding Stile – Eine moderne Abgrenzung

2.3 Skateboarding als Vorreiter für moderne Bewegungskulturen

2.4 Soziale Werte und Normen in der Skateboardinggemeinschaft

2.5 Skateboarding als ästhetische Kunstform

2.6 Männliche Dominanz in der Skateboardingszene

2.7 Soziale Integrations- und Exklusion im Skateboarding

3 Identität – Ein Konstrukt

3.1 Der Symbolische Interaktionismus nach Mead (1965)

3.2 Identitätskonzept nach Goffman (1967)

3.3 Identitätsentwicklung im Sport

3.4 Eigenschaften, Soziale Werte und Normen in der Skateboardinggemeinschaft

3.4.1 Beharrlichkeit und Umgang mit Misserfolg

3.4.2 Freiheit und Toleranz

3.4.3 Integration, Anerkennung und Exklusion

3.4.4 Subkultur und Kreativität

3.4.5 Poltische Ideologien und soziale Rebellion

4 Methodisches Vorgehen

4.1 Begründung der Forschungsfrage

4.2 Forschungsdesign

4.3 Gestaltung des Interviewleitfadens

4.4 Stichprobenauswahl

4.5 Zugang zum Forschungsfeld

5 Forschungsfeld: Skateboarding am O-D-P

5.1 Räumliche und Sportliche Strukturierung des O-D-Ps

5.2 Soziale Strukturen der lokalen Skateboardinggemeinschaft

5.3 Darstellung der Proband:innengruppe

6 Datenauswertung

6.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2022)

6.2 Basismethode: Inhaltliche Strukturierung

6.3 Darstellung der Forschungsergebnisse

6.3.1 HK 1: Beharrlichkeit und Umgang mit Misserfolg

6.3.2 SK 1: Skateboarding als Copingstrategie

6.3.3 HK 2: Freiheit und Toleranz

6.3.4 HK 3: Gemeinschaftsgefühl, Solidarität und Respekt

6.3.5 SK 3: Sportliche und Soziale Anerkennung

6.3.6 HK 4: Subkultur und Kreativität

6.3.7 HK 5: Politische Ideologien und Soziale Rebellion

6.3.8 HK 6: Integration und Exklusion

6.3.9 SK 6 Integration von Skateboarderinnen in die O-D-P Gemeinschaft

7 Diskussion

7.1 Interpretation der Ergebnisse

7.2 Methodenkritik

8 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das identitätsstiftende Potenzial der Skateboardinggemeinschaft am Beispiel des Skateparks Otto-Dullenkopf-Park in Karlsruhe, wobei im Fokus steht, inwiefern die Gemeinschaft bei der persönlichen, sozialen und Ich-Identitätsentwicklung von Skateboardern mitwirkt.

  • Qualitative Analyse sportsoziologischer Aspekte der Skateboardingkultur.
  • Untersuchung symbolischer Interaktionsprozesse und Identitätskonstrukte innerhalb der Szene.
  • Erforschung lokaler sozialer Strukturen und Integrationsprozesse im O-D-P Skatepark.
  • Analyse des Einflusses von Werten, Normen und subkulturellen Symbolen auf die Identität der Akteure.

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Seit den 1960er Jahren begeistert die informelle Individualsportart Skateboarding weltweit Millionen von Sportler:innen (Peters, 2018). Entlang der Ausführung ästhetisch komponierter Tricks mithilfe eines Skateboards entsteht eine Gemeinschaft, aus der sich eine vielfältige, liberale und junge Bewegungskultur entwickelt (Peters, 2016). Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene machen einen großen Teil diese Sportgemeinschaft aus (Schwier & Kilberth, 2018).

„[...] Skateboarding war nur ein reines Freizeitinstrument. [...] Sehr bald begannen die Leute jedoch etwas anderes im Skateboarding zu sehen und wollten dies auf Skateboarding projizieren und damit ausdrücken: einen Lifestyle [...]“ (Cantin-Brault, 2018, S.170).

Aus der Idee einer Sportalternative für Surfer:innen zur Freizeitbeschäftigung, entwickelte sich nach Cantin-Brault eine facettenreiche Kultur, die zahlreiche Skateboarder:innen weltweit beeinflusst (2018). Durch die szenetypische Hingabe für die Sportkultur kann die Zugehörigkeit zur Skateboarding Gemeinschaft die Identität der Sportler:innen prägen (Kelly et al., 2008). Bereits im Zeitalter der 1970er Jahre berichteten Skateboarder:innen über identitäre Erfahrungen im Sport (Reinhart, 2010). Dabei stoßen die Akteur:innen in der Sportgemeinschaft auf Normen, die unter anderem von Respekt, Kreativität und Toleranz bestimmt sind und noch heute in der modernen Szene Bestand haben (Wheaton, 2013; Schwier, 2018; Kilberth, 2021). Die breite mediale Inszenierung des Sports über soziale Medien wie TikTok oder Instagram bestätigt die andauernde Begeisterung für Skateboarding im Jahr 2023 (#skateboarding, 2023).

Kapitelzusammenfassungen

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Sportart Skateboarding ein, erörtert ihre Relevanz als globales kulturelles Phänomen und definiert die zentrale Forschungsfrage in Bezug auf die Identitätsbildung.

2 Skateboarding Grundlagen: Hier werden die historische Entwicklung, verschiedene Stilrichtungen und die soziologische Bedeutung des Skateboardings innerhalb moderner Sportkulturen erläutert.

3 Identität – Ein Konstrukt: Dieses Kapitel erläutert soziologische Identitätstheorien (Mead, Goffman) und überträgt diese auf den Sport, um die identitätsstiftenden sozialen Prozesse innerhalb der Skateboardingszene theoretisch zu rahmen.

4 Methodisches Vorgehen: Die Autor:innen beschreiben die Wahl des qualitativen Forschungsansatzes, das Studiendesign auf Basis episodenhafter Interviews und die Auswahl der Stichprobe.

5 Forschungsfeld: Skateboarding am O-D-P: In diesem Kapitel wird der lokale Kontext des Skateparks in Karlsruhe analysiert, inklusive der räumlichen Gestaltung und der sozialen Dynamiken vor Ort.

6 Datenauswertung: Hier werden die gesammelten Interviewdaten mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet und die zentralen Haupt- und Subkategorien systematisch dargestellt.

7 Diskussion: Die Forschungsergebnisse werden interpretiert, in den theoretischen Kontext eingeordnet und kritisch reflektiert, um die Forschungsfrage abschließend zu beantworten.

8 Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zur identitätsstiftenden Wirkung des Skateboardings zusammen und gibt Empfehlungen für künftige sportsoziologische Forschungen.

Schlüsselwörter

Skateboarding, Identitätsentwicklung, Sportsoziologie, Gemeinschaft, Soziale Werte, Subkultur,Qualitative Forschung, Integration, Otto-Dullenkopf-Park, Bewegungskultur, Symbolischer Interaktionismus, Maskulinität, Soziale Inklusion, Sportsozialisation, Skateboarding Studies

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser sportsoziologischen Abschlussarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die lokale Skateboardinggemeinschaft im Otto-Dullenkopf-Park in Karlsruhe die Identität ihrer Mitglieder prägt und welche Rolle dabei die soziale Gemeinschaft und spezifische sportliche Praktiken spielen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Die zentralen Themen umfassen die soziologische Konstruktion von Identität, die Bedeutung von Werten und Normen innerhalb der Skateboardingszene, das Verhältnis von Integration und Exklusion sowie das Spannungsfeld zwischen der Antiautorität der Szene und der modernen Kommerzialisierung des Sports.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern tragen das Skateboarding und seine Gemeinschaft zur Entwicklung der Identität von Skateboarder:innen bei?“ Ziel ist es, diese informellen Bildungsprozesse empirisch zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Studie, die auf dem Ansatz der sportsoziologischen Ethnografie basiert. Datenerhebung erfolgt durch episodische Interviews, die nach der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse von Kuckartz ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet zunächst die theoretischen Grundlagen der Identitätsbildung im Sport und leitet daraus Kategorien ab. Anschließend wird das Forschungsfeld (der Park in Karlsruhe) detailliert beschrieben und die Ergebnisse der Interviews in Relation zu Themen wie Beharrlichkeit, Toleranz und Solidarität gesetzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wesentlichen Begriffe sind Skateboarding, Identitätsentwicklung, Sportsoziologie, Gemeinschaft, soziale Werte, Subkultur und qualitative Inhaltsanalyse.

Welchen Einfluss haben soziale Medien auf das moderne Identitätsbild der Skateboarder im O-D-P?

Die Arbeit stellt fest, dass soziale Medien eine zentrale Rolle bei der ästhetischen Selbstinszenierung und Bewerbung der eigenen Leistung spielen, was zudem dazu beiträgt, das Interesse Sponsoren an der lokalen Szene aktiv zu wecken.

Wie unterscheidet sich die Integration von weiblichen Skateboarderinnen im O-D-P?

Die Ergebnisse zeigen ein ambivalentes Bild: Während der Sport prinzipiell offen ist, existieren teils subtile Barrieren aufgrund der historischen männlichen Dominanz, wobei soziale Medien und gezielte "Girl Sessions" zunehmend zur Modernisierung der sozialen Strukturen und der Sichtbarkeit beitragen.

Ende der Leseprobe aus 190 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Skateboarding und Identität. Inwiefern tragen das Skateboarding und seine Gemeinschaft zur Entwicklung der Identität von Skateboarder:innen bei?
Untertitel
Eine sportsoziologische Ethnographie am Beispiel des Skatepark Otto-Dullenkopf-Park in Karlsruhe
Hochschule
Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau  (Sport)
Note
1,0
Autor
Luca Geisert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
190
Katalognummer
V1484929
ISBN (PDF)
9783389064788
ISBN (Buch)
9783389064795
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Skateboard Sportsoziologie Identität Trendsport Qualitative Forschung Skateboarding Skateboarder Identität von Skateboardern Skateboard Studies Skateboardinggemeinschaft LGBTIQ+
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luca Geisert (Autor:in), 2023, Skateboarding und Identität. Inwiefern tragen das Skateboarding und seine Gemeinschaft zur Entwicklung der Identität von Skateboarder:innen bei?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1484929
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