Die Casa di Goethe in Rom

Ein besonderes Beispiel deutscher Kulturarbeit


Magisterarbeit, 2009

144 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1 GOETHE in ROM - „AUCH ICH IN ARKADIEN!“
1.1 Des Dichters Reise in den Süden
1.2 nur unter der Porta del Popolo war ich mir gewiß Rom zu haben“ - Die Ankunft in Rom
1.3 Von Heimweh, Wiedergeburt und Tatendrang
1.4 Vom Erlebnis „Italien“ zu einer Reihe von Publikationen
1.4.1 Die Italienische Reise
1.4.2 Das Römische Carneval
1.4.3 Die Römischen Elegien

2 die CASA Dl GOETHE in ROM
2.1 Vom Goethe-Museum bis zur Eröffnung der Casa di Goethe
2.1.1 Das Goethe-Museum in Rom 1973-82
2.1.2 Der zweite Versuch
2.1.3 „Das falsche Goethe-Haus?“
2.1.4 Zurück in Arkadien! Von der Neugestaltung bis zur Eröffnung
2.2 Grundsätze und Ziele der Casa di Goethe
2.3 Die Kulturarbeit der Casa di Goethe
2.3.1 Die Sammlung: Vom „Wanderer auf dem Obelisk“ zu moderner Pop-Art
2.3.2 Die Dauerausstellung: Zu Goethes Italienreise und Leben in Rom
2.3.3 Die Bibliothek: „In der Ferne gegenwärtig“
2.3.4 Die Wechselausstellungen
2.3.5 Die Veranstaltungen: Zu Gast in der Casa di Goethe
2.3.6 Das Stipendiatenprogramm 1998-2006

3 EINE ANALYSE: die Besucherstruktur der casa di goethe
3.1 Untersuchungsbeschreibung: Forschungsziel und Methode
3.2 untersuchungsergebnisse

4 DEUTSCHE KULTURPOLITIK IM IN- UND AUSLAND
4.1 Zur Entwicklung des kulturpolitischen Diskurses in Deutschland
4.1.1 Kultur in den Nachkriegsjahren
4.1.2 Wiederaufbau und Wirtschaftswunder: die fünfziger und sechziger Jahre
4.1.3 „Kultur für alle!“ - Die siebziger Jahre
4.1.4 Neue Impulse in den 80ern
4.1.5 Zwischen „Kulturkanzler“ und neuen kulturpolitischen Akzenten
4.1.6 Anforderungen und Entwicklungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts
4.2 Ein Vertreter der deutschen Kulturlandschaft: Der Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. (AsKI)
4.3 Auswärtige deutsche Kulturpolitik - Historische Entwicklung und aktuelle Ziele
4.3.1 Die Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und Italien
4.3.1.1 Rom als Standort deutscher Kulturarbeit

SCHLUSSBETRACHTUNG: „Bewahren Sie dieses Haus! Tutto perfetto! Lovely place!“

Literaturverzeichnis

Anhang,

Abbildungsverzeichnis

Titelabbildungen:

Ausschnitt von Tischbeins Goethe in der Campagna di Roma, 1787, Städelsches Kunstinstitut.

Außenansicht der Casa di Goethe, 2009. Foto: Laura Weber.

Ausschnitt von Andy Warhols Goethe, 1982, Casa di Goethe.

Abb. 1 Tischbeins Goethe am Fenster seiner römischen Wohnung

Abb. 2 Tischbein-Atelier in der Casa di Goethe

Abb. 3 Undatiertes Billet Goethes

Abb. 4 Andy Warhol im Städelschen Kunstinstitut

Abb. 5 Diagramm: Soziodemografisches Profil der Befragten

Abb. 6 Diagramm: Besuchshäufigkeit und Grund für den Aufenthalt in Rom

Abb. 7 Diagramm: Verteilung der Nationalitäten

Abb. 8 Goethe-Denkmal in der Villa Borghese

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

„Goethe kam mir unverhofft hierher, und jez wohnet er in meiner Stube neben mir, ich genüsse also von des Morgens bis zur Nacht den Umgang dieses so selden Klugen Mannes, was das nun für ein Vergnügen für mich ist, können Sie sich leicht denken. [...] Er begerthe von mir ein Klein Stüpgen, wo er in Schlaffen und ungehindert inarbeiten könte.“[1]

Dieses von dem Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein so genannte „Klein Stüpgen“, in dem Johann Wolfgang Goethe die längste Zeit seines römischen Aufenthaltes wohnte, ist heute Teil der Casa di Goethe[2], einem Museum, das ein lebendiges Bild gibt von Goethes Aufenthalt in Italien - des Dichters „ertragreichste Zeit, was Studium, Arbeit und innere Sammlung betrifft“[3]. Rund vierzig Jahre nach seinem Aufenthalt im Süden wird Goethe persönlich diese Zeit, durch die er einen neuen Zugang zur Kunst und zu sich selbst fand, als einen der glücklichsten Momente seines Lebens bezeichnen.[4]

Zentrales Thema dieser Forschungsarbeit ist die Casa di Goethe, in der die Ver­fasserin während eines sechsmonatigen Rom-Aufenthaltes 2008/ 2009 vom 02.01. - 27.02.2009 als Praktikantin tätig war. Fachübergreifend schlägt die Casa di Goethe sowohl durch ihre musealen Tätigkeiten als auch anhand der vielseitigen Veranstaltungen eine Brücke zwischen zwei Kulturen: der italienischen und der deutschen. Insbesondere steht dabei die erste Italien-Reise Johann Wolfgang Goethes im Mittelpunkt[5], die die persönliche Entwicklung des Dichters sowie sein künstlerisches Werk in vielerlei Hinsicht entscheidend geprägt hat. „[...] endlich bin ich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt!“[6] formulierte Goethe seine Freude über die Ankunft in Rom. Kaum eine andere Reise erfuhr eine derartige Rezeption in den vergangenen zweihundert Jahren in solch unterschiedlichen Ausdrucksformen und gab künstlerische Impulse wie diese Italiänische Reise7. Es liegt auf der Hand: ohne diese Reise würde die Casa di Goethe nicht existieren. Deshalb wird die vorliegende Arbeit durch einen Abriss von Goethes Reise nach Italien vor allem im Hinblick auf seine Zeit in Rom eingeleitet, zumal die Erfahrungen, die er in Italien machte, die deutsche sowie europäische Geistesgeschichte maßgeblich beeinflusst haben. Somit stehen im ersten Kapitel dieser Arbeit die Beweggründe für diese Reise, Goethes römischer Freundeskreis, seine Aktivitäten in Rom sowie seine persönlichen Erlebnisse in Italien im Vordergrund. Weiterhin werden drei seiner Werke - Die Italienische Reise, Das Römische Carneval und Römische Elegien -, die im Rahmen seines Aufenthaltes im Süden entstanden sind, inhaltlich skizziert. Diese Einführung zu Goethe in Rom soll die umfangreichen Anknüpfungspunkte für die kulturelle Arbeit der Casa di Goethe verdeutlichen. Die Arbeit vor Ort während des Praktikums bot hierfür einen tiefgehenden Einblick in die Umsetzung des konzeptionellen Programms dieser Einrichtung. Daneben wurde die permanente Herausforderung deutlich, der sich eine deutsche Institution, die in Rom ansässig ist, stellen muss. Im zweiten Kapitel erfolgt eine Darstellung dessen.

Das zweite Kapitel dieser Arbeit setzt sich mit der Geschichte, den Grundsätzen sowie der Kulturarbeit der Casa di Goethe auseinander. Nachdem das erste Goethe-Museum in dem Gebäude an der Via del Corso 18-20, in dem Goethe gelebt und gearbeitet hat, unter der Führung des Frankfurter Freien Deutschen Hochstifts nach zehn Jahren aus finanziellen Gründen im Jahre 1982 schließen musste, wurde kurz darauf das Vorhaben, ein Museum an diesem authentischen Ort zu unterhalten, erneut angegangen. Dafür beauftragte das Bundesinnenministerium den Arbeits­kreis selbständiger Kultur-Institute e.V. (AsKI), der bedingt durch die Arbeit einiger seiner Mitgliedsinstitute auf umfangreiche Erfahrungen im Themenbereich Goethe zurückgreifen konnte, mit der Trägerschaft des neuen Museums. Allerdings konnte die Casa di Goethe - wie sich die Einrichtung von da an nannte - erst im Jahr 1997 eröffnet werden. Dem langwierigen Weg der Entstehung bis zur Eröffnung der Ausstellungs- und Veranstaltungsinstitution widmet sich Kapitel 2.1. In Anknüpfung daran werden unter 2.2 die Leitlinien der kulturellen Tätigkeiten der Casa di Goethe erläutert. Ausgehend davon verdeutlicht das anschließende Kapitel die Kulturarbeit[7] dieser Einrichtung - die Dauerausstellung, die Wechselausstellungen, die Veranstal­tungen sowie das Stipendiatenprogramm werden dargestellt. Ergänzt werden diese Ausführungen durch eine Betrachtung der Präsenzbibliothek sowie des Sammlungs­konzepts der Casa di Goethe.

Im Rahmen dieser Forschungsarbeit wurde weiterhin eine empirische Untersuchung in der Casa di Goethe durchgeführt. Im Zentrum dieser Analyse stand die Besucher­struktur der Casa di Goethe, wobei das Erkenntnisinteresse in der Erstellung eines soziodemografischen Profils des Publikums lag. Hierfür wurden im Zeitraum von vier Monaten 618 Besuchern schriftlich befragt. Anhand der Ergebnisse können Rückschlüsse gezogen werden, inwiefern die Grundsätze der Casa di Goethe in den kulturellen Aktivitäten ihren Ausdruck finden. Von Interesse sind hierbei folgende Fragen: Kommen gleichermaßen deutsche und italienische Besucher in das Museum? Welche Nationalitäten sind außerdem stark vertreten? Was lässt sich hinsichtlich der Altersstruktur sowie des Bildungsstandes der Besucher aussagen? Eine detailliertere Fragestellung, das Ziel und die Methode dieser empirischen Befragung werden in Kapitel drei erläutert. Die Darlegung der Ergebnisse bildet in Form der Erstellung eines soziodemografischen Profils der Besucher der Casa di Goethe den Kern dieses Kapitels. Da aus zeitlichen Gründen sowie aufgrund der Schwerpunktsetzung dieser Arbeit keine ausführlichere Analyse durchgeführt wurde, ist zu beachten, dass die Ergebnisse dieser Erhebung ausschließlich dahingehend genutzt werden, die Besucherstruktur zu definieren. Die Befragung erhebt jedoch nicht den Anspruch einer repräsentativen statistischen Untersuchung. Trotzdem können die Ergebnisse die Erkenntnismöglichkeiten dieses Instruments einer empirischen Untersuchung sowie die Relevanz eventueller vergleichender Folgebefragungen hervorheben.

Bei der Einordnung der Casa di Goethe in den kulturellen Kontext Deutschlands ist es von entscheidender Bedeutung, sowohl die innerstaatlichen als auch die auswärtigen kulturellen Entwicklungen zu betrachten. Daher wird im vierten Kapitel die deutsche Kulturarbeit der vergangenen sechs Jahrzehnte in ihrer allgemeinen Entwicklung und unter Bezugnahme auf die jeweiligen gesellschaftspolitischen Faktoren skizziert sowie die Grundzüge im Hinblick auf den kulturpolitischen Diskurs betrachtet. Hierbei liegt ein Schwerpunkt auf den Entwicklungen unter dem „Kulturkanzler“[8] Helmut Kohl in den neunziger Jahren - in diese Zeit fällt die Gründung der Casa di Goethe. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Entwicklungen unter der Regierung Gerhard Schröders, denn mit der Einrichtung des Amtes des Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) hat sich die Kulturpolitik auf Bundesebene durchaus verändert. Als Beispiel deutscher Kulturarbeit werden im Anschluss daran die Tätigkeiten des Trägers der Casa di Goethe, dem Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V., dargestellt, der durch die vielfältige Arbeit seiner Mitgliedsinstitute einen aussagekräftigen Querschnitt der Kulturarbeit Deutschlands repräsentiert. Die Casa di Goethe ist durch diese Trägerschaft als eine innerstaatliche kulturelle Institution anzusehen. Die Tatsache jedoch, dass sich das Museum außerhalb Deutschlands - in Italien - befindet, deutet darauf hin, dass die Aktivitäten der Casa di Goethe unter die Auswärtige Kulturpolitik (AKP) fallen.

Daraus ergibt sich, dass die Casa di Goethe als deutsche „Dependance“ in Italien einen Sonderfall innerhalb der deutschen Kulturlandschaft darstellt. Die Einordnung dieser Einrichtung erfordert demnach neben der Ausführung der innerstaatlichen Kulturarbeit ebenso eine Berücksichtigung der Auswärtigen Kulturpolitik Deutschlands - die Darstellung der Entwicklungen und Grundzüge der AKP seit dem Zweiten Weltkrieg erfolgt unter 4.3. In Kapitel 4.3.1 stehen die Kulturbe­ziehungen zwischen Deutschland und Italien im Mittelpunkt: Sie weisen eine lange Tradition auf, die sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt hat. So stellt Italien seit der Renaissance ein wichtiges Ziel der Bildungsreisen des Bürgertums dar, und viele deutsche Künstler ließen sich vor allem in Rom nieder. Ausschlaggebend für das zwiespältige Verhältnis zwischen Deutschen und Italienern sind die Ent­wicklungen im 20. Jahrhundert: der Faschismus sowie der Zweite Weltkrieg, im Anschluss daran die in den fünfziger Jahren einsetzende Anwerbung italienischer Arbeitsmigranten und im Gegenzug die Reisewelle deutscher Urlauber nach Italien spielen hierbei eine Rolle. Gegenwärtig äußert sich die Kulturbeziehung der beiden Staaten jedoch beispielsweise darin, dass Deutschland die meisten ausländischen Kultureinrichtungen in Rom unterhält. Die Ewige Stadt als Kulturstandort und welche Herausforderung es aus Sicht der Casa di Goethe mit sich bringt, sich dort zu behaupten - der Darstellung dessen widmet sich Kapitel 4.3.1.1.

Im abschließenden Kapitel fünf wird die Kulturarbeit der Casa di Goethe zunächst im innerstaatlichen kulturellen Kontext betrachtet: Einrichtungen, die sich auf das umfangreiche Thema Goethe berufen können, genießen in Deutschland einen besonderen Stellenwert, zumal dem Dichter in vielerlei Bereichen sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene eine große Bedeutung zukommt. Institutionen, die anhand ihrer Kulturarbeit den internationalen Dialog zwischen verschiedenen Kulturen fördern, spielen im Rahmen auswärtiger Kulturpolitik eine immer wichtigere Rolle. Insofern werden die kulturellen Tätigkeiten der Casa di Goethe im fünften Kapitel ebenso auf den auswärtigen kulturellen Kontext bezogen. Darüber hinaus wird unter Kapitel fünf auf die zukünftige Arbeit des Museums Bezug genommen, wobei die Ergebnisse der Besucherbefragung miteinbezogen werden sollen.

Zusammenfassend gilt das Hauptinteresse dieser Forschungsarbeit folgenden Anliegen: Zunächst sollen die Gründungsgeschichte sowie die kulturellen Tätigkeiten der Casa di Goethe aufgezeigt werden. Es wird analysiert, in welcher Form diese deutsch-römische Einrichtung ausgehend von der Vielfältigkeit des Themas Goethe in Italien kulturelle Aspekte Deutschlands nach Italien transferiert und sich dabei auf den internationalen Dialog beruft. Die Darstellung sowohl der innerstaatlichen als auch der auswärtigen Kulturarbeit Deutschlands ermöglicht eine Einordnung der Casa di Goethe in den deutschen kulturellen Kontext. Ergänzend wird anhand der empirischen Untersuchung ein Besucherprofil erstellt, das Rückschlüsse auf die Umsetzung der Kulturarbeit der Casa di Goethe zulässt.

An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, dass bei der Verwendung von Zitaten Goethes und seiner Weggefährten in dieser Arbeit sowohl von originalgetreuen als auch von modernen Schreibweisen Gebrauch gemacht wird. Dies hängt davon ab, welche Quellen zur Verfügung stehen.

Mein Dank gilt der Leiterin der Casa di Goethe, Ursula Bongaerts, sowie ihren Mitarbeitern - Dorothee Hock, Renata Crea und Domenico Matilli - die mich in meinem Vorhaben, eine Besucherbefragung in der Casa di Goethe durchzuführen unterstützten und mir sowohl während meines Praktikums als auch im Anschluss daran bei den Recherchen behilflich waren. Einige Fragen der folgenden Arbeit konnten nur durch ihre Unterstützung bearbeitet werden.[9]

1 Goethe in Rom - „Auch ich in Arkadien!“

Casa di Goethe - Goethe-Haus nennt sich die deutsche Kultureinrichtung in Rom, die Gegenstand dieser Forschungsarbeit ist. Sie beruft sich auf den Dichter, der von Anfang November 1786 bis April 1788 mit einigen Unterbrechungen bei dem Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein unterkommt. In ihren musealen Aktivitäten sowie den Wechselausstellungen und der Programmarbeit bezieht sich die Casa di Goethe größtenteils auf Goethes Italienaufenthalt. Deshalb erscheint es sinnvoll, einen Überblick über seine Zeit im Süden zu geben sowie drei seiner Werke, die un­mittelbar mit seiner Italienreise in Verbindung stehen, eingehender zu betrachten.

1.1 Des Dichters Reise in den Süden

„[...] von früher Jugend an war der Gedancke Rom zu sehen in seine Seele geprägt und ich kan mir Die Freude sehr lebhaft dencken, die Er jetzt fühlt in dem Genuß der Meisterwercke der Vorwelt - auf sein gantzes Leben muß ihn das ergötzen"[10], schreibt Goethes Mutter an die Herzogin Anna Amalia im März 1787, wohl wissend um den Herzenswunsch ihres Sohnes, Italien zu sehen. Genau wie für den Vater des Dichters, Johann Caspar, wird die Reise in den Süden ein leidenschaftliches, intensives Ereignis in Goethes Leben[11], dem er selbst, 79-jährig, große Bedeutung beimessen wird: „Ja ich kann sagen, daß ich nur in Rom empfunden habe, was eigentlich ein Mensch sei. - Zu dieser Höhe, zu diesem Glück der Empfindung bin ich später nie wieder gekommen; ich bin, mit meinem Zustande in Rom verglichen, eigentlich nachher nie wieder froh geworden."[12]

Junge Adelige oder vornehme Reisende gingen auf Grand Tour, auf große Fahrt - seit dem 16. Jahrhundert nahm diese Art zu reisen als Abschluss der Erziehung und als Ausbildung der Reisenden zu. Beliebte Ziele waren die damaligen Metropolen St. Petersburg, Paris, Wien, London oder Rom.[13] Während das Interesse der Italien­Reisenden zuvor eher dem katholischen Rom der Päpste galt, wollte man sich im 18. Jahrhundert verstärkt mit dem Rom der Antike auseinandersetzen.[14] Goethes Vater Johann Caspar hält die Eindrücke seiner Kavalierstour von 1740 auf Ita­lienisch in Viaggio per l’Italia fest. Diese Liebe zu Italien beeinflusst Johann Wolfgang Goethe nachhaltig[15]: „Innerhalb des Hauses zog meinen Blick am meisten eine Reihe römischer Prospekte auf sich [...]. Hier sah ich täglich die Piazza del Popolo, das Coliseo, den Petersplatz, die Peterskirche von außen und von innen, die Engelsburg und so manches andere."[16] Der Vater ist es auch, der für den Italienischunterricht seines Sohnes sorgt. Später in Weimar erweitert die Italien­Leidenschaft der Hofgesellschaft Goethes Vorstellungen von diesem Land durch literarische sowie kunsthistorische Aspekte.[17] Jedoch hält er der Versuchung, seinem Reisewunsch nachzugeben, lange stand und wartet auf den richtigen Zeitpunkt. So beschreibt er 1770 seine Reisepläne:

„Nach Italien! Nur nicht über’s Jahr. Das ist mir zu früh; ich habe die Kenntnisse noch nicht die ich brauche, es fehlt mir noch viel. Paris soll meine Schule seyn, Rom meine Universität. Denn es ist eine wahre Universität; und wenn man’s gesehn hat hat man alles gesehen. Drum eil ich nicht hinein.“[18]

Zu dieser Sehnsucht kommt im Herbst 1786 „eine tiefe, die ganze Existenz betreffende Krise“[19] - sowohl auf beruflicher als auch auf persönlicher und künstlerischer Ebene. Das platonische Verhältnis zur verheirateten Charlotte von Stein scheint aussichtslos, die gesellschaftlichen Beziehungen und Strukturen Weimars engen ihn ein, seine bürokratischen und verantwortungsvollen Ver­pflichtungen im provinziellen Herzogtum Weimar erfüllen ihn nicht und seine künstlerische - vor allem literarische - Produktivität stagniert. Wegen der Unver­einbarkeit seiner schriftstellerischen Tätigkeit mit seinen gesellschaftlich-politischen

Pflichten hat er in dem Weimarer Jahrzehnt bisher nur kleinere Projekte realisieren können. Der Verfasser des Werther, Clavigo und Götz von Berlichingen gilt zu jener Zeit als Vertreter einer jungen deutschen und bürgerlichen Generation; die in Weimar entstandenen Werke können an eine solche Wirkung jedoch nicht anknüpfen.[20] Im Juni 1786 beschließt Goethe zusammen mit dem Leipziger Verleger Georg Joachim Göschen die Edition einer achtbändigen Gesamtausgabe seiner Werke. Allerdings muss er feststellen, dass lediglich die Iphigenie einigermaßen vollendet war. Torquato Tasso, Faust sowie Egmont waren Fragmente. Insofern erwartet er einerseits von der Flucht nach Italien, seine literarische Produktivität wieder herzustellen, zum anderen will sich Goethe der verfahrenen Situation in Deutschland entziehen - weniger, um dem Konflikt aus dem Weg zu gehen, sondern vielmehr um ihn zu lösen.[21] Durch eine radikale Veränderung seiner Situation hofft er im „Land, wo die Zitronen blühn"[22] auf ein freieres Lebensgefühl, auf die Sinnlichkeit sowie Ungezwungenheit des Südens.

„Zuletzt durft ich kein Lateinisch Buch mehr ansehn, keine Zeichnung einer italiänischen Gegend. Die Begierde dieses Land zu sehn war überreif"[23], gesteht Goethe. Dieser Sehnsucht kommt er im Herbst 1786 endlich nach: „Früh drei Uhr stahl ich mich aus Karlsbad, weil man mich sonst nicht fortgelassen hätte"[24] notiert Goethe am 3. September. Seit Ende Juli 1786 hält sich Goethe mit einigen Mit­gliedern der Weimarer Hofgesellschaft zur Kur in Karlsbad auf. Mit ihnen feiert er am 28. August seinen Geburtstag, bevor er heimlich auf Reisen geht. Lediglich sein Sekretär und Diener Philipp Friedrich Seidel ist in den Plan eingeweiht, da er sich während Goethes Abwesenheit um anfallende Aufgaben kümmern soll. Das Reiseziel verschweigt Goethe seinem Freundeskreis aus Angst, man könne ihn aufhalten und zurück nach Weimar zwingen. Von Herzog Carl August ersucht er am 2. September - ohne seine wahren Reiseabsichten offen zu legen - „einen unbestimmten Urlaub"[25] ; großzügig akzeptiert dieser die Bitte seines Ministers und gewährt ihm zunächst unbefristeten sowie bezahlten Urlaub. Im Laufe seiner Abwesenheit erweist sich Goethe als geschickter Stratege, indem er es einerseits schafft, in Freiheit zu reisen, andererseits gelingt es ihm, sich das Wohlwollen des Herzogs zu bewahren.[26]

Goethe bedient sich der auf den Kavalierstouren üblichen Praxis, inkognito zu reisen. Er ist nun der Privatmann Jean Philippe Möller aus Leipzig[27] und legt Wert darauf, weder als Standesperson noch als Verfasser des skandalumwitterten und über die deutschen Grenzen hinaus bekannten Weither, der seitens der Kirche bekämpft wurde, erkannt zu werden. Doch das Inkognito führt dazu, für einen Spion gehalten zu werden: Noch unterwegs, in Malcesine am Gardasee, verdächtigt man ihn als Spitzel, als er beim Zeichnen der Scaligerburg beobachtet wurde.[28] In Rom bespitzelt ihn der Wiener Hof in dem Glauben, er sei in geheimer Mission unterwegs[29] und unterschlägt Briefe von Goethes Mutter an ihren Sohn.

Ungeduld und Sehnsucht treiben Goethe nach Italien. Der Vorwärtsdrang bestimmt die Reisegeschwindigkeit, denn obwohl er an vielen interessanten Orten vorbeikommt, unterdrückt er auf seiner zweimonatigen Reise jede Ablenkung. „Ich habe nichts gewollt, als das Land sehen, auf welche Kosten es sei, und wenn sie mich auf Ixions Rad nach Rom schleppen, so will ich mich nicht beklagen"[30], formuliert Goethe seine Ungeduld kurz vor der Ankunft in Rom und schreibt wenige Zeit später an seine Freunde: „Die Begierde nach Rom zu kommen war so groß, wuchs so sehr mit jedem Augenblicke, daß kein Bleibens mehr war, und ich mich nur drey Stunden in Florenz aufhielt."[31]

1.2 „...nur unter der Porta del Popolo war ich mir gewiß Rom zu haben“- Die Ankunft in Rom

Bis zu seinem Eintreffen durch den nördlichen Zugang der Stadt, der Porta del Popolo, verfolgt Goethe konsequent drei Grundsätze: die strikte Geheimhaltung seines Reiseziels, die Wahrung des Inkognito sowie die Anpassung an seine neue[32] Umgebung[33] - schon unterwegs „italienisiert"[34] Goethe sich. Er wendet seine Ita­lienischkenntnisse an, legt sich landestypische Kleidung zu und kopiert die Gebärden der Italiener. „Morgen abend also in Rom. Ich glaube es noch jetzt kaum, und wenn dieser Wunsch erfüllt ist, was soll ich mir nachher wünschen?"[35] fragt sich Goethe am 28. Oktober 1786, einen Tag bevor er in der Ewigen Stadt eintrifft. Mehr als zwei Drittel seines Aufenthalts wird er dort verbringen. Gastfreundschaftlich nimmt ihn der Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein in seine Wohnung auf. Er wohnt als Untermieter eines Kutscherehepaares „keine 300 Schritt von der Porta del Popolo"[36] entfernt. Goethe und Tischbein kennen sich zwar nicht persönlich, stehen aber seit 1781 in Briefkontakt. Mit ihm und dem Frankfurter Maler Johann Georg Schütz sowie dem Hanauer Friedrich Bury bewohnt Goethe zunächst den ersten Stock des südlichen Eckhauses, der Casa Moscatelli, an der heutigen Via del Corso 18-20. „Für mich ist es ein Glück daß Tischbein ein schönes Quartier hat"[37], schreibt Goethe nach Weimar über seine neue Bleibe.

Der Dichter weiß die Künstlergesellschaft und vor allem Tischbein zu schätzen, der zunächst sein wichtigster Begleiter ist: „[...] er ist mir unentbehrlich. So einen reinen, guten und doch so klugen Menschen habe ich kaum gesehen [...], es ist eine Lust sich mit ihm über alle Gegenstände zu unterhalten, Natur und Kunst mit ihm zu betrachten und zu genießen."[38] Durch Tischbein lernt er bald weitere Künstler kennen, wie den Kunsttheoretiker Johann Friedrich Reiffenstein, den Schweizer Kupferstecher Johann Heinrich Lips, den Maler Johann Heinrich Meyer, den Bildhauer Alexander Trippel, den Schriftsteller Karl Philipp Moritz sowie die Schwei­zer Porträt- und Historienmalerin Angelika Kauffmann, die sowohl in ihr Metier als auch in die Kunst vor Ort einführen. Mit ihnen führt Goethe, für den die Antike sehr im Zentrum des Interesses steht, ein vergnügliches Dasein, „wie ein Student"[39]. Vor allem zu Angelika Kauffmann verbindet ihn ein inniges Verhältnis, regelmäßig ist er bei ihr zu Gast und gemeinsam besuchen sie diverse Kunstsammlungen. „[...] nach und nach tritt in meine Seele", - notiert Goethe am 7. November 1786 - „der allgemeine Begriff dieser Stadt hervor. Wir gehen fleißig hin und wieder, ich mache mir die Pläne des alten und des neuen Roms bekannt, betrachte die Ruinen, die Gebäude, besuche ein und die andere Villa, die größten Merkwürdigkeiten werden ganz langsam behandelt, ich tue nur die Augen auf und seh’ und geh’ und komme wieder, denn man kann sich nur in Rom auf Rom vorbereiten.“[40]

Goethes Kontakte in der Ewigen Stadt beschränken sich jedoch auf diesen Kreis deutscher und deutschsprachiger Künstler, sein Interesse für den Alltag des römischen Volkes oder für die Arbeit italienischer Künstlerkollegen bleibt gering. Der Dichter verbringt seine Zeit damit, an seinen Manuskripten zu arbeiten, er betreibt, angeregt durch seine Künstlerfreunde, Kunst- sowie Naturstudien und sucht wichtige Kulturstätten auf. Sein Hauptinteresse dabei gilt dem antiken Rom, während er sich der Renaissance, dem Barock sowie dem Rom des Christentums völlig verschließt.

Überwältigt von seinen intensiven Eindrücken schreibt er an Charlotte von Stein: „Rom ist nur ein zu sonderbarer und verwickelter Gegenstand um in kurzer Zeit gesehen zu werden, man braucht Jahre um sich recht und mit Ernst umzusehen.“[41] Seine Beobachtungen haben eine besondere Wirkung auf Goethe, denn seit seiner Kindheit hat er ein ganz eigenes Italienbild entwickelt. Durch die Italien-Leidenschaft des Vaters und Reproduktionen im Elternhaus sowie durch intensives Studium sind ihm viele antike Bauten vertraut, dennoch sieht er die Originale nun zum ersten Mal. Wie „eine Bekanntschaft in einer neuen Welt“ erscheinen sie ihm, „es ist alles wie ich mir’s dachte und alles ist neu“[42].

Das Spiel mit seinem Reise-Pseudonym amüsiert ihn: „Niemand hat mich erkannt und ich freue mich so unter ihnen umherzugehen“[43], und lässt sich in die Einwohnerliste der Gemeinde von Santa Maria del Popolo neben Zicci (Schütz), Tisben (Tischbein) und Bir (Bury) als 32-Jährigen Filippo Miller, protestante, pittore[44] eintragen - demzufolge hat er sich fünf Jahre jünger gemacht und identifiziert sich anscheinend mit den Künstlern, mit denen er zusammenlebt. Sein „decidirtes Incognito"[45] bietet ihm in Rom die Möglichkeit, Gesellschaftszwängen aus dem Weg zu gehen und somit Zeit für sein künstlerisches Schaffen zu haben.[46]

1.3 Von Heimweh, Wiedergeburt und Tatendrang

„Überhaupt ist mit dem neuen Leben, das einem nachdenkenden Menschen die Betrachtung eines neuen Landes gewährt, nichts zu vergleichen. Ob ich gleich noch immer derselbe bin, so mein’ ich, bis aufs innerste Knochenmark verändert zu sein"[47], notiert Goethe, und einen Monat später teilt er Charlotte von Stein mit:

„Schon habe ich viel in meinem Innren gewonnen, schon habe ich viele Ideen auf denen ich fest hielt, die mich und andre unglücklich machten hingegeben und bin um vieles freyer. Täglich werfe ich eine neue Schaale ab und hoffe als ein Mensch wiederzukehren."[48]

Euphorie und Enthusiasmus schwingen in den Worten Goethes mit, Begriffe wie „Genuss", „Freude", „Glück" und „Heiterkeit" tauchen vielfach in seinen Auf­zeichnungen jener ersten Monate im Süden auf. Dennoch bleibt nicht verborgen, dass die Zeit in Italien nicht durchweg unbeschwert ist. Zwar vermittelt Goethe überzeugend den Eindruck, er habe ein neues Leben begonnen, doch scheint er sich nach seiner vertrauten Umgebung zu sehnen, denn er bemüht sich sehr, den Kontakt zu seinem Weimarer Freundeskreis nicht abreißen zu lassen. Vor allem Charlotte von Stein fehlt ihm:

„An dir häng ich mit allen Fasern meines Wesens. Es ist entsetzlich was mich oft Erinnerungen zerreißen. Ach liebe Lotte du weist nicht welche Gewalt ich mir angethan habe und anthue und daß der Gedancke dich nicht zu besitzen mich [...] aufzehrt. Ich mag meiner Liebe zu dir Formen geben welche ich will"[49].

Das Verhältnis zwischen ihnen jedoch kühlt ab, sie ist Goethes plötzlichen und heimlichen Verschwindens wegen gekränkt. Noch dazu erfährt sie erst im November, wo er sich aufhält. Weimar, die Beziehungen, die er dort führte und die Probleme, die er dort hatte - von dieser Existenz hatte er sich zwar räumlich distan­zieren können, gedanklich jedoch keineswegs.

Dennoch gelangt Goethe in Italien zu „neuer Schaffenskraft durch Selbstbildung, Selbstfindung, Vertiefung und Steigerung des Lebensgefühls durch Eintauchen in eine ihm bisher nur indirekt bekannte, lebensvolle mediterrane Welt"[50], so Gero von Wilpert. Goethe schreibt sogar von einem „zweyten Geburtstag, eine wahre Wie­dergeburt von dem Tag da ich Rom betrat."[51] Er ist offen für neue Sichtweisen und neugierig auf jene Forschungsgebiete, mit denen er sich bisher weniger beschäftigt hat. In der Ewigen Stadt findet er anregende Impulse und neuen Elan dafür. Aber auch der Eindruck wechselnder Landschaften und Städte, von Naturwundern und der Pflanzenwelt beschwingen ihn: „Das Gesamtkonzert von Klima, Dichtung, Musik, bildenden Künsten, Altertümern, Freiheit, Geselligkeit und Liebesleben hob Goethe auf einen Gipfelpunkt des Glücks"[52], bilanziert Bielschowksy. „Die Wiedergeburt, die mich von innen heraus umarbeitet, wirkt immer fort. Ich dachte wohl, hier was Rechts zu lernen; daß ich aber so weit in die Schule zurück gehen, daß ich so viel verlernen, ja durchaus umlernen müßte, dachte ich nicht"[53], notiert Goethe am 20.12.1786. Und kaum hat er eine räumliche sowie persönliche Distanz zu den Verhältnissen in Weimar aufbauen können, wird er dichterisch tätig: Zunächst wandelt er die Prosafassung Iphigenie auf Tauris in die klassische Dramen-Form um, wie auch den Egmont, er überarbeitet den Torquato Tasso und ändert Erwin und Elmire komplett, und schreibt darüber hinaus Teile des Faust.[54]

Nach dem römischen Karnevalstrubel reist Goethe am 22. Februar 1787 nach Neapel und Sizilien. Im Süden faszinieren ihn das Licht und die Farben, er zeichnet viel, beschäftigt sich intensiv mit naturwissenschaftlichen Studien im Rahmen derer er sich auf die Suche nach der Urpflanze begibt und den Grundstein seiner Farbenlehre legt. Am 7. Juni 1787 beginnt der zweite Aufenthalt in Rom. Dort wird er - mit kurzer Unterbrechung durch einige Tage in Castel Gandolfo - noch fast elf Monate bleiben. Während Goethe die erste Zeit in Rom als „Wiedergeburt" erlebte, schließt sich jetzt „eine Phase systematischer Selbsterziehung an."[55] Sein Ar­beitspensum jener Zeit ist enorm, er betreibt nun vorrangig seine künstlerische Ausbildung[56]: er übt sich im Zeichnen, führt Studien zur „Architecktur und Perspecktiv, Komposition und Farbengebung der Landschaft"[57], sowie zur mensch­lichen Gestalt. Daneben beschäftigt sich Goethe ausgiebig mit der Wahrnehmung der Kunst, der Natur und der Gesellschaft.

„Ich bin wieder zum Lebensgenuß, zum Genuß der Geschichte, der Dichtkunst, der Altertümer genesen"[58], fasst Goethe das Ergebnis seiner intensiven Natur-, Kunst- sowie Menschenstudien zusammen. Er produziert fast tausend Zeichnungen in Italien und erkennt kurz vor seiner Rückkehr: „Ich habe mich in dieser anderthalbjährigen Einsamkeit selbst wiedergefunden; aber als was? - Als Künstler!"[59] Frei von seinen Verpflichtungen in Weimar - persönlich und beruflich - gelangt er zu einer Neubestimmung seines Künstlerdaseins. Dies gelingt ihm in Italien, im regen Austausch mit seinem römischen Freundeskreis und vor allem in der unmittelbaren Anschauung der antiken Kunst.[60] Dennoch muss Goethe einsehen, dass er „eigentlich zur Dichtkunst geboren"[61] ist und resümiert: „Von meinem längeren Aufenthalt in Rom werde ich den Vorteil haben, daß ich auf das Ausüben der bildenden Kunst Verzicht tue."[62]

Hauptsächlich aufgrund eines Briefes in Goethes Nachlass vermutet Roberto Zapperi, dass Goethe eine Wirtstochter namens Costanza Roesler umwarb, doch bedingt durch deren Heiratsabsichten Anfang 1787 sei das Interesse Goethes an ihr erloschen[63]. Auch Alfred Behrmann sieht es als erwiesen an, dass Goethe mindestens ein Liebesverhältnis in Italien unterhielt.[64] „Eine Welt zwar bist du, o Rom! Doch ohne die Liebe wäre die Welt nicht die Welt, wäre denn Rom auch nicht

Rom“[65], dichtet Goethe in den Römischen Elegien und gibt damit zahlreichen Forschern Anlass, eine reale Frauengestalt, die ihn zu diesen Worten verleitet, zu vermuten. Auch während seines zweiten römischen Aufenthaltes gibt es eine bedeutende Frauenfigur: die Mailänderin Maddalena Riggi, der Goethe in Castel Gandolfo seine Zuneigung durch Englischunterricht zu erkennen gibt. Mit Angelika Kauffmann und Johann Friedrich Reiffenstein hält er sich im Oktober 1787 in der Villa eines englischen Kunsthändlers auf, zu dessen Gästen auch Maddalena Riggi zählt. Goethe fühlt „auf die wundersamste Weise“[66], dass seine „Neigung für die Mailänderin sich schon entschieden hatte“[67], doch als er erfährt, dass sie bereits verlobt ist, belässt er es bei einer freundschaftlichen Bekanntschaft. Darüber hinaus deuten verschiedene Anzeichen auf eine dritte Frau hin: So spielt Goethe in einem Brief an Carl August am 16. Februar 1788[68] auf ein Verhältnis mit einer Römerin an, bereits ab Dezember 1787 verzeichnen die Wirtsleute Collina unter den an den Mahlzeiten teilnehmenden eine weitere, häufig anwesende Person[69]. Als zu­sätzlichen Hinweis auf dieses Liebesverhältnis ist neben dem Billet Costanza Roeslers ein weiterer Liebesbrief einer Unbekannten auf Italienisch in Goethes Nachlass zu interpretieren.[70] Verschiedene Forscher gehen davon aus, dass diese dritte Begegnung kurz vor Goethes Rückkehr nach Deutschland Vorlage für die Frauenfigur der Römischen Elegien war.[71]

„Die Hauptabsicht meiner Reise war: mich von den phisisch moralischen Übeln zu heilen die mich in Deutschland quälten und mich zuletzt unbrauchbar machten; sodann den heisen Durst nach wahrer Kunst zu stillen, das erste ist mir ziemlich das letzte ganz geglückt“[72], resümiert Goethe kurz vor seiner Abreise. Im Frühjahr 1788, am 23. April, ist es schließlich soweit: Goethe macht sich auf die Heimreise. Zum einen bedeutet der Abschied von Italien die definitive Loslösung vom Malerberuf, zum anderen bringt er eine Bestätigung im Dichtertum mit sich.[73] Goethes Römischer Freundeskreis beobachtet seine Rückkehr nach Deutschland wehmütig:

„Meines Lebens bestes Glück ist damit hin"[74], fasst Johann Heinrich Meyer den Abschied in Worte und Angelika Kauffmann schreibt an Goethe: „Ihr Abschid von uns durchdrang mier Herz und Seele."[75] Der Dichter selber scheint seiner Wehmut in den Römischen Elegien Worte zu verleihen, wenn er dort schreibt: „Oh, wie fühl ich in Rom mich so froh! gedenk ich der Zeiten, da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing"[76]. Am 18. Juni 1788 trifft er nach fast zweimonatiger Reise in Weimar ein.

Die Reise nach Italien bedeutete einen großen Einschnitt in des Dichters Leben: Goethe gab seiner Sehnsucht nach einem unbekannten Land sowie einer neuen Lebensform nach und er machte in Italien Erfahrungen, die er nur dort machen konnte - Erfahrungen, die für sein späteres Leben und Schaffen von großer Be­deutung waren. Die Italienreise ist hinsichtlich seiner literarischen Produktion sehr gewichtig, denn sowohl die Kunstauffassung als auch seine Weltanschauung er­fahren eine entscheidende Wende. So hat sich Goethe vom provinziellen Weimarer Politiker und Verfasser des Werther zu einem Weltbürger entwickelt, was in seinem nachfolgenden literarischen Werk seinen Ausdruck findet. Hans-Georg Werner bezeichnet in diesem Zusammenhang die Reise als „kulturelles Phänomen"[77], und sie ist im Hinblick auf den Durchbruch zur deutschen Klassik als „eine der folgenreichsten Unternehmungen der deutschen Geistesgeschichte"[78] anzusehen.

1.4 Vom Erlebnis „Italien“ zu einer Reihe von Publikationen

In diversen Arbeiten - teils in autobiografischer, teils in lyrischer oder berichtender Form - verarbeitet Goethe seine römisch-italienischen Erlebnisse, die allesamt erst Jahre oder Jahrzehnte nach seiner Reise publiziert wurden. Im Folgenden werden die Werke Italienische Reise, Das Römische Carneval sowie Die Römischen Elegien näher betrachtet.

1.4.1 Die Italienische Reise

Goethe veröffentlicht das Tagebuch, das er mit Reiseantritt zu führen beginnt, im Zuge der literarischen Aufarbeitung seines Lebens neben Dichtung und Wahrheit sowie Campagne in Frankreich zwischen 1816 und 1829 in drei Teilen. Das Werk wird in der Forschung als eine neue Form der Italien-Wahrnehmung betrachtet, denn anders als zuvor sein Vater, dem es auf seiner Italien-Reise primär um den Erwerb von enzyklopädischem Wissen ging, gelangt Goethe im Süden zu „einer bewussten Subjektivierung und Individualisierung seines Kunst- und Ita- lienerlebnisses"[79]. Herbert von Einem fasst die Meinung vieler Goethe-Forscher wie folgt zusammen: „Goethes ,Italienische Reise’ ist kein Reisebuch, kein Führer, dem sich [...] der Italienfahrer anvertrauen soll. Sie ist Selbstdarstellung, ein Stück seiner Autobiografie"[80]. Insofern wurde und wird das Werk in erster Linie auf biografische Zusammenhänge und nicht unter reisegeschichtlichen und literaturhistorischen Gesichtspunkten erforscht. Dabei werden einzelne, sehr unterschiedliche Aspekte herausgegriffen: So schenken Kunsthistoriker wie Herbert von Einem[81] in ihrer inhaltlichen Behandlung der Italienischen Reise vor allem Goethes Betrachtung der Kunstdenkmäler Beachtung. Der Psychoanalytiker Kurt Robert Eissler deutet die Reise hingegen als Befreiung von der Übermacht des Vaters und meint aufgrund verschiedener Hinweise[82] - vor allem Passagen in den Römischen Elegien sowie in diversen Briefen an den Herzog Carl August - Goethes „erotisch-sexuelles Er­wachen"[83] festmachen zu können. Naturwissenschaftler attestieren Goethe anhand seiner wissenschaftlichen Arbeiten ein „allmähliches Hineinwachsen in die Metamorphosenlehre"[84].

Hauptsächlich greift Goethe bei der Niederschrift auf das Reise-Tagebuch für Frau von Stein zurück, ferner besteht es aus leicht überarbeiteten Aufzeichnungen und vor allem aus Briefen an seinen Weimarer Freundeskreis, in denen Goethe seine Begegnung mit der antiken Kunst sowie seine Suche nach der Einheit in Natur und Kunst beschreibt. Dieses Material wird ergänzt durch eingeschobene Berichte, die Goethe später „aus der Erinnerung"[85] verfasst. Der Dritte Teil der Italienischen Reise besteht aus seiner sehr viel stärker redigierten, monatlich zusammengefassten Korrespondenz. Daneben baut Goethe reportageartige Erzählungen und Aufsätze, die teilweise von anderen Autoren[86] stammen, ein. Insofern ist die Italienische Reise zum einen ein „Konglomerat verschiedener literarischer Formen"[87], zum anderen besteht das Werk aus Texten sehr unterschiedlicher Schaffensperioden Goethes. Nach Horst Rüdiger ist das Reisejournal

„die literarische Stilisierung des Aktes der Selbstbildung an den Gegenständen der Natur, der klassischen Kunst und des fremden Volkstums, geschrieben aus dem Rückblick des Greises auf die Erfahrungen im Mannesalter; das Tagebuch bekennt die Liebe des Schreibers und vergegenwärtigt den gelebten Augenblick für die Geliebte und Freunde"[88].

Die Dokumente, die in Italien entstanden sind - die Briefe an den Weimarer Freundeskreis, das Tagebuch für Frau von Stein sowie die Italienische Reise - bringen das Ereignis der Wiedergeburt, das als Leitmotiv der Reise fungiert,[89] zum Ausdruck. Daneben, so Peter Boerner, dokumentiere das Werk die Italiensehnsucht der Deutschen.[90]

Sowohl in der Bildenden Kunst als auch in der Literatur erfährt Goethes Italienische Reise eine breite Rezeption. Daneben nutzen Sparten wie Werbung oder Medien das Werk für ihre jeweiligen Zwecke. Gegenwärtig, über zweihundert Jahre nach der Reise in den Süden setzen sich Künstler mit der Faszination Befreiung auseinander. Die Sehnsucht des Aussteigens[91] sowie nach individueller Freiheit und die Absage an die Gesellschaft haben nicht an Aktualität verloren.

1.4.2 Das Römische Carneval

Vor allem drei Themenbereichen gilt Goethes Interesse in Italien: Der Kunst, der Natur und das „dritte, was mich beschäftigte, waren die Sitten der Völker."[92] Niederschlag finden seine Gesellschaftsstudien vor allem in dem Werk Das Römische Carneval, das Goethe im Januar 1789, knapp ein Jahr nach seiner Rückkehr aus Italien, niederschreibt, und das im darauf folgenden Mai erscheint. Dieser Ausgabe sind zwanzig nummerierte Kupfertafeln beigegeben, die „dreizehn Figurinen von charakteristischen Masken des römischen Karnevals und sieben ,Standbilder’ aus der Antike, nach Zeichnungen von Johann Georg Schütz"[93] zeigen. Neben Schütz war ein weiterer Künstler aus Goethes römischem Freundeskreis involviert: von Heinrich Lips stammt die Titelvignette dieser Ausgabe.

Goethe erlebt das römische Fest 1787 zum ersten Mal mit, und schreibt an Frau von Stein: „Das Carnaval geht nun seine Wege es ist abgeschmackter Spas, besonders da innre Fröhlichkeit den Menschen fehlt und es ihnen an Geld mangelt das bischen Lust was sie noch haben mögen auszulassen."[94] Zwar wird der römische Karneval in verschiedenen Reiseberichten des 17. und 18. Jahrhunderts als schönes und sehenswertes Ereignis beschrieben, das man einmal miterlebt haben sollte[95], doch Goethe ist anderer Meinung und urteilt, nachdem die achttägige Feier zu Ende ging: „Das Karneval in Rom muß man gesehen haben, um den Wunsch völlig loszuwerden, es je wieder zu sehen. Zu schreiben ist davon gar nichts, bei einer mündlichen Darstellung möchte es allenfalls unterhaltend sein."[96] Trotzdem mischt er sich im darauf folgenden Jahr erneut unter die feiernde Menge, die seiner Ansicht nach „einen widerwärtigen unheimlichen Eindruck machte."[97] Doch dieses Mal betreibt er Studien, sieht das Treiben als „bedeutendes Naturerzeugnis und Nationalereignis"[98] - Das Römische Carneval ist das Ergebnis dessen.

Goethe beschreibt in diesem „Meisterwerk dramatischer Kompositionskunst“[99], wie Isabella Kuhn das Werk nennt, den ausgelassenen, auf ihn chaotisch wirkenden römischen Fastnachtsumzug, der zu dieser Zeit berühmter gewesen sei als das traditionelle venezianische Pendant.[100] Der Aufsatz gilt nach Ansicht Peter Boerners als „Paradigma für das Einfühlen des Verfassers in das Dasein des römischen Volkes“[101]. Goethe stellt darin die Lebenslust der Römer dar, was sich nach ihm in dem „Fest, das dem Volke eigentlich nicht gegeben wird, sondern das sich das Volk selbst gibt“[102], niederschlägt. Seine Distanz sowie sein Unmut gegenüber diesem Er­eignis bleiben nicht verborgen. So bemerkt er aufgrund des Gewimmels einen „engen, ja beinahe ängstlichen Zustande“[103] und beschreibt das Treiben, den Lärm und den Übermut als ein Durcheinander, dem die Formen erst durch das genaue Beobachten abzuringen seien, so Goethe. Oehlenschläger meint, Goethe müsse das Schauspiel als „Tortur der Sinne“[104], als eine Zumutung für Augen und Ohren erlebt haben - dabei fasziniert es den Dichter jedoch allemal. Daneben wird aber deutlich, dass Goethe sich kaum für die sozialen und politischen Probleme in Italien jener Zeit zu interessieren scheint, da er auf diese nicht eingeht. Insofern hält er in seiner „Gesellschaftsstudie“ lediglich fest, was er sehen und beschreiben will, nämlich ein rauschendes, ihn in den Bann ziehendes Fest.

1.4.3 Die Römischen Elegien

Der Gedichtszyklus Römische Elegien entstand in Deutschland zwischen 1788 bis Ende 1790. Zunächst erschienen die Elegien unter dem Titel Erotica Romana in Schillers Monatszeitschrift Horen im Jahr 1795. Das lyrische Ich beschreibt darin die sinnlich erfüllte Liebe zu einer unbekannten Faustina.

Goethe geht vermutlich im Januar 1788 in Rom ein Liebesverhältnis ein; kurz nach seiner Rückkehr in Weimar lernt er Christiane Vulpius kennen und lebt mit ihr in unstandesgemäßer freier Ehe - diese beiden authentischen Erlebnisse seien in den Elegien „gegenwärtig und gehen ineinander über wie zwei sich deckende Schattenrisse"[105], so Horst Rüdiger. Karl Otto Conrady sieht von dem Realitätsgehalt ab und merkt hingegen an: „Wenn sie [die Elegien, J.Z.] auch noch so lebendig den Anschein erwecken, als sei [...] Erlebtes getreu nacherzählt, so ist doch darauf zu beharren, dass sie Dichtung sind und einen direkten Rückschluss auf die römischen Realitäten nicht ohne weiteres zulassen."[106]

Anscheinend wollte Goethe durch den Titel den Eindruck erwecken, diese Liebesgeschichte vor dem Hintergrund Roms sei auch dort entstanden. Doch als das „Römische" daran sei vielmehr die Bezugnahme auf die antike Klassik anzusehen, so Alfred Behrmann[107] - die Elegien gelten in der Forschung als Goethes endgültiger Durchbruch zur klassischen Lyrik.[108] Daneben steht der Zyklus für Goethes persönliche Befreiung aus der Weimarer Enge und spiegelt seine italienischen Erfahrungen mit der Antike, mit dem römischen Volksleben sowie mit dem südlichen Lebensgefühl wider.[109] Seit dem Erstdruck haben die Elegien neben sowohl begeisterten Reaktionen als auch ablehnender Haltung gegenüber der unzeitgemäßen Freizügigkeit vor allem eines erfahren: Spekulationen darüber, ob die darin besungene Geliebte Faustina tatsächlich existierte und in Goethes Leben eine vergleichbare Rolle spielte wie die Frauenfigur in den Elegien[110]: „[...] bekanntlich wächst die Poesie seit eh und je am besten auf dem Nährboden der Liebe"[111] - während Roberto Zapperi somit meint, in den Römischen Elegien den Beweis für ein Liebeserlebnis Goethes erkennen zu können, findet Alexandra Pontzen diese Deutung Zapperis „plump und arg kurzschlüssig"[112], und Mauro Ponzi warnt davor, die „Authentizität des Gefühls und des Erlebten"[113] als inter- pretatorisches Kriterium zu nutzen.

2 Die Casa di Goethe in Rom

2.1 Vom Goethe-Museum bis zur Eröffnung der Casa di Goethe

„Al Sigr. Tischbein Pittore Tedesco al Corso, incontro del Palazzo Rondanini

Roma[114]

So lautet die Adresse, die Goethe seinen Freunden in Weimar mitteilt. „Am Corso, gegenüber des Palazzo Rondanini", in der ersten Etage eines Eckhauses „mit einer repräsentativen Fassade im Palazzo-Stil der Neo-Renaissance"[115] lebte der Dichter während seines Rom-Aufenthaltes. Bereits zu Goethes Zeit war die eineinhalb Kilometer lange Via del Corso zwischen der Piazza del Popolo und der Piazza Venezia eine Flaniermeile sowie Hauptdurchgangsstraße. Ende des 16. Jahr­hunderts wurde dort jenes Haus gebaut[116], in dem Goethe 1786 logierte und in dem sich nach einem aufwendigen und langwierigen Weg der Planung, der Renovierung und des Aufbaus nun seit zwölf Jahren die Casa di Goethe befindet.

Eine Gedenktafel, von der Stadt Rom an der Hauswand 1872 angebracht, wies auf Goethes Aufenthalt in diesem Gebäude hin: „In questa casa immagino e scrisse cose immortali Volfango Goethe. - Il Comune di Roma a memoria del grande ospite pose 1872"[117] lautet die Inschrift. Lange war die Gedenktafel der einzige Hinweis auf Goethes Aufenthalt in diesem Haus. Anstoß für die Anbringung waren Recherchen des Historikers Domenico Gnoli, den die Stadt Rom beauftragt hatte, die Wohn­häuser berühmter Gäste der Ewigen Stadt ausfindig zu machen. Aufgrund verschiedener Hinweise Goethes war klar: Er wohnte „gegen Rondanini über"[118], wo er zunächst in dem „Klein Stüpgen"[119] im ersten Stock lebte. Während Tischbein sich in Neapel aufhielt, zog Goethe in sein Atelier um. Den letzten Monat in Rom verbrachte er in der zweiten Etage des Hauses.[120] Gnoli vertritt 1872 - nach Über­prüfung der Hinweise, die Goethe in seinen Schriften bezüglich des Hauses gibt sowie nach der Sichtung alter Pläne - die Ansicht, „dass das Gebäude, wie es jetzt ist, nicht der Zeit von Goethe’s damaligem Aufenthalt angehört“[121]. Anzunehmen ist, dass Gnoli aufgrund eines umfangreichen Umbaus des Gebäudes im Jahr 1833[122] zu diesem Schluss kam.

2.1.1 Das Goethe-Museum in Rom 1973-82

Laut Detlev Lüders, damaliger Direktor des Freien Deutschen Hochstifts, ist das Frankfurter Hochstift, Träger des Frankfurter Goethe-Hauses, bereits seit 1963 bestrebt gewesen, in Rom an den dortigen Aufenthalt Goethes erinnern und die Bedeutung Italiens in Goethes Werk hervorheben zu können.[123] Doch erst am 29. Oktober 1973 konnte an der Via del Corso das „dritte Goethe-Haus ersten Ranges neben denen in Frankfurt und Weimar“[124] eröffnet werden. Das Museum wurde aus privaten Spenden finanziert und befand sich im zweiten Stock des Hauses Via del Corso 18-20, obwohl Goethe die meiste Zeit seines Aufenthaltes bis kurz vor seiner Abreise zu Ostern 1788 in der ersten Etage verbrachte. Zu dieser Zeit war jedoch nur der zweite Stock zur Miete disponibel.

In einem Zimmer der drei Museumsräume wurde die Italienische Reise Goethes fotografisch dargestellt, ein weiterer Raum hatte Goethes Leben und Schaffen in Rom zum Thema und das dritte Zimmer beschäftigte sich mit den Reisen des Dichters nach Süditalien.[125] Die Ausstellungsstücke für diese Einrichtung stellte das Freie Deutsche Hochstift zur Verfügung, überwiegend handelte es sich dabei um Kopien.[126] Dem Museum angegliedert war eine Galerie, die moderne deutsche sowie italienische Kunst zeigte - so sollten verschiedene Interessentenkreise an­gesprochen werden.[127] Die Besucherzahlen blieben jedoch gering, und nur aus privaten Mitteln konnten die Unterhaltskosten nicht aufgebracht werden. Das Freie

Deutsche Hochstift geriet an die Grenzen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit und musste 1982 die Schließung des Goethe-Museums bekannt geben. Dennoch ist die­se Initiative als wichtige Grundlage anzusehen, auf dem die nachfolgende Arbeit der Casa di Goethe - allerdings mit grundlegenden Änderungen - aufbaut.

2.1.2 Der zweite Versuch

Um auf die finanzielle Misslage aufmerksam zu machen, wandte sich der Verwaltungsausschuss des Freien Deutschen Hochstifts 1983 an das Bundes­ministerium des Inneren und bat um eine Lösung für den Erhalt der Einrichtung. Weitere Interventionen der in Rom ansässigen deutschen Kultur-Institute und Vertretungen sowie die bevorstehende Bundestagswahl[128] waren ausschlaggebend dafür, den Erwerb der Wohnung schnell einzuleiten und für den zweiten Anlauf, ein Goethe-Museum an diesem geschichtsträchtigen Ort einzurichten. Dafür sollte die Trägerschaft des Museums verbreitert und zunächst eine Lösung für die or­ganisatorische Einbindung gefunden werden: Die Wahl fiel auf den Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute (AsKI) und so bat ihn das Bundesinnenministerium 1984, dieses Amt zu übernehmen.

Im darauf folgenden Jahr begann der AsKI mit der Eigentümerin der Wohnung, der Diözese Civita Castellana, über einen neuen Mietvertrag für die Räume im zweiten Stock zu verhandeln. Doch im Juni 1986, unmittelbar vor Abschluss des Vertrages durch die Unterzeichnung, entschied sich die Diözese kurzfristig anders: sie sei nur noch an einem Kauf interessiert.[129] Grund dafür war das Inkrafttreten des Konkordats zwischen Italien und dem Heiligen Stuhl im Jahr 1984, wodurch sich die Katholische Kirche gezwungen sah, sich von einem Teil ihrer Besitztümer zu trennen. Doch das Bundesinnenministerium sowie die Daimler-Benz AG sagten ihre finanzielle Unterstützung ebenso für einen Ankauf zu und die Verhandlungen über den Erwerb der zweiten Etage konnten begonnen werden.

Neben dem Engagement der Deutschen Botschaft in Rom erhielt der AsKI weitere unerwartete Unterstützung: Der Dramatiker Rolf Hochhuth - 1986 Stipendiat der Deutschen Künstlerakademie in der Römischen Villa Massimo - lenkte die Aufmerk- samkeit der kulturpolitisch interessierten Öffentlichkeit auf die Situation des Goethe­Museums: In einem Offenen Brief richtete er sich an den damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher und warb nachdrücklich für den Erhalt der Einrichtung: „Wir Deutschen [aber] schließen das Museum, das ein Glücksfall, kein Zufall, aus­gerechnet in jenem Hause zu eröffnen erlaubt hatte, in dem Goethe gewohnt hat."[130] Schließlich, so Hochhuth, schenkten die Italiener Goethes Reise eine solche Beachtung, „als sei Goethe einer der Ihren."[131] Mit seinem Anstoß zu einer Neukonzeption des Museums sowie seiner Forderung nach einem Etat für den Ankauf von „’Atmosphärialien’", die die Goethe-Zeit veranschaulichen sollen[132], erregte der Publizist große Aufmerksamkeit. So setzten sich nun der Bundeskanzler sowie Außen- und Innenminister gemeinsam für den Kauf der Etage ein.[133]

2.1.3 „Das falsche Goethe-Haus?“

[134] Am 20. Januar 1987 hätte der AsKI den Vorvertrag für den Kauf unterzeichnen sollen, doch der Termin verzögert sich unvorhergesehen erneut: Der Zeit­Korrespondent Hansjakob Stehle äußert öffentlich Zweifel an der Authentizität des Gebäudes: „Ist dies überhaupt das Haus, in dem Goethe vor genau zweihundert Jahren dreizehn Monate lang mit dem Maler Tischbein [...] wohnte?"[135] Stehle warnt vor dem Kauf des Gebäudes, denn einen definitiven Nachweis, dass es sich um das richtige Haus handelte, gab es bislang nicht. Er beruft sich in seinem Artikel auf Sigmund Münz, der 1889 trotz der Beweisführung Gnolis von 1872 behauptete, das Haus sei abgerissen und durch einen Neubau ersetzt worden:

„Um der Wahrheit die Ehre zu geben, befinden wir uns aber hier nur an der Stelle, auf der Goethe wohnte, jedoch nicht vor dem Gebäude selber; dies ist, wie mir der gegenwärtige Hausbesitzer, Herr Virginio Bracci, erzählte, längst niedergerissen. Aus drei Häusern, die einst hier gestanden, wurde ein einziges neues hergestellt, in dem auch Herr Bracci wohnt."[136]

[...]


[1] Tischbein, Johann Heinrich Wilhelm an Johann Kaspar Lavater am 09.12.1786, zit. nach: Ausst. Kat.: Goethe gemalt von Tischbein - ein Porträt und seine Geschichte. Frankfurt a. M., Städelsches Kunstinstitute und Städtische Galerie, 1974, S. 37.

[2] In dieser Arbeit wird im Hinblick auf den Gebrauch im Italienischen durchgehend der weibliche Artikel für Casa di Goethe verwendet.

[3] Behrmann, Alfred: Das Tramontane oder die Reise nach dem gelobten Lande. Deutsche Schriftsteller in Italien 1775-1808. Heidelberg 1996, S. 49.

[4] Vgl. Goethe, Johann Wolfgang am 09.10.1828, zit. nach: Eckermann, Johann Peter: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens, FA, Bd. 12., S. 282.

[5] In der folgenden Arbeit wird durchweg auf Goethes erste Reise nach Italien Bezug genommen.

[6] Goethe an den Weimarer Freundeskreis am 01.11.1786, FA, Bd. 3, S. 150.

[7] So lautet der Titel der gebundenen Handschrift des Reisetagebuchs für Charlotte von Stein, auf das sich der erste Teil der Italienischen Reise beruft.

[8] Plewina, Ulrike: Der Kulturkanzler, in: Focus, Nr. 32/1998.

[9] Unter diesem Motto veröffentlicht Goethe 1816 und 1817 die erste Ausgabe der Teile 1 und 2 der Italienischen Reise: Goethe, Johann Wolfgang: Auch ich in Arkadien, in: ders.: Abth. 2: Aus meinem Leben, Theil 1, Stuttgart/ Tübingen 1816; Goethe, Johann Wolfgang: Auch ich in Arkadien, in: ders.: Abth. 2: Aus meinem Leben Theil 2, Stuttgart/ Tübingen 1817. Bei späteren Veröffentlichungen wurde dieser Zusatz weggelassen.

[10] Catharina Elisabeth Goethe an Herzogin Anna Amalia am 9.03.1787, in: Beutler, Ernst (Hrsg.): Goethe. Briefe aus dem Elternhaus. Frankfurt a. M./ Leipzig 1997, S. 559.

[11] Vgl. Ponzi, Mauro: Goethes Bild von Rom: Fiktion und Wahrheit, in: Hirdt, Willi/ Birgit Tappert (Hrsg.): Goethe und Italien. München 2001, S. 275.

[12] Goethe, Johann Wolfgang am 09.10.1828, zit. nach: Eckermann, Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens, FA, Bd. 12., S. 282.

[13] Vgl. Claussen, Horst: „Kein Ort der ältern Völker lag so schlecht als Rom.“. Rom und der Campo Marzo am Ende des 18. Jahrhunderts, in: Scheurmann, Konrad/ Ursula Bongaerts-Schomer: „.endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt!“ - Goethe in Rom. Publikation zur Eröffnung der Casa di Goethe in Rom. Bd. 1: Essays. Mainz 1997, S. 109.

[14] Vgl.: Esch, Arnold: Deutsche Rom-Erfahrung im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert: Winckelmann - Goethe - Humboldt, in: Scheurmann/ Bongaerts-Schomer (Hrsg.): „.endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt!“, S. 74.

[15] Vgl. Einem, Herbert von: Goethe-Studien. München 1972, S. 50.

[16] Goethe, Johann Wolfgang: Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. Frankfurt a. M. 1986, S. 19.

[17] Vgl. Ponzi, Goethes Bild von Rom, S. 278.

[18] Goethe an Langer am 29. 04.1770, FA, Bd. 1, S. 207.

[19] Conrady, Karl Otto: Goethe. Leben und Werk. Frankfurt a. M. 1987, S. 433.

[20] Vgl. Ausst. Kat., Goethe gemalt von Tischbein, S. 16.

[21] Vgl. Einem, Goethe-Studien, S. 54.

[22] Goethe, Johann Wolfgang: Wilhelm Meisters Lehrjahre. München 1981, S. 145.

[23] Goethe am 03.11.1786, FA, Bd. 3, S. 153.

[24] Goethe am 3.09.1786, in: Goethe, Johann Wolfgang: Italienische Reise. Sonderausgabe von: Goethes Werke, Bd. 11 (Hamburger Ausgabe). 15. Aufl., 2002, S. 9.

[25] Goethe an Herzog Carl August am 02.09.1786, FA, Bd. 2., S. 648.

[26] Vgl. Bongaerts, Ursula: Goethes Italienische Reise, in: dies. (Hrsg.): Casa di Goethe. Rom 2004, S. 10.

[27] Vgl. Nohl, Johannes: Goethe als Maler Möller in Rom. Weimar 1955, S. 14.

[28] Vgl. Goethe am 14.09.1786, IR, S. 33.

[29] Vgl. Zapperi, Roberto: Das Inkognito. Goethes ganz andere Existenz in Rom. München 1999, S. 38.

[30] Goethe am 25.10.1786, IR, S. 121.

[31] Goethe an den Weimarer Freundeskreis am 01.11.1786, FA, Bd. 3, S. 151.

[32] Goethe an Herzog Carl August am 03.11.1786, FA, Bd. 3, S. 153.

[33] Vgl. Rüdiger, Horst: Goethe und Europa. Essays und Aufsätze 1944-1983, hrsg. v. Willy R. Berger/ Erwin Koppen. Berlin/ New York 1990, S. 45.

[34] Bielschowsky, Albert: Goethe. Sein Leben und seine Werke. Bd. 1, München 1904, S. 374.

[35] Goethe am 28.10.1786, IR, S. 124.

[36] Goethe an den Weimarer Freundeskreis am 01.11.1786, FA, Bd. 3, S. 152.

[37] Ebd., S. 151.

[38] Goethe an Herzog Carl August am 12./ 16.12.1786, ebd., S. 190.

[39] Bielschowsky, Goethe, S. 412.

[40] Goethe am 07.11.1786, IR, S. 130.

[41] Goethe an Charlotte von Stein am 11.11.1786, FA, Bd. 3, S. 161.

[42] Goethe an den Weimarer Freundeskreis am 01.11.1786, ebd., S. 151.

[43] Goethe an Charlotte von Stein am 05.09.1786, ebd., S. 15.

[44] Noack, Friedrich: Aus Goethes Römischem Kreise, in: Goethe-Jahrbuch, Bd. 25, Weimar 1904, S. 191.

[45] Goethe an das Ehepaar Herder am 02.09.1786, FA, Bd. 3, S. 182.

[46] Vgl. Goethe an das Ehepaar Herder am 02.12.1786, ebd., S. 182.

[47] Goethe am 02.12.1786, IR, S. 146.

[48] Goethe an Charlotte von Stein am 06.01.1986, FA, Bd. 3, S. 212.

[49] Goethe an Charlotte von Stein am 21.02.1787, ebd., S. 272.

[50] Wilpert, Gero von: Goethe Lexikon. Stuttgart 1998, S. 518.

[51] Goethe an das Ehepaar Herder am 02.12.1786, FA, Bd. 3, S. 181.

[52] Bielschowsky, Goethe, S. 409.

[53] Goethe am 20.12.1786, IR, S. 150.

[54] Die Szene Hexenküche entstand Anfang 1788 in der Villa Borghese.

[55] Wagner, Andrea: Goethe und sein römischer Freundeskreis, in: Ausst. Kat.: Goethe in Italien. Bonn/ Frankfurt a. M., Goethe-Museum Düsseldorf, Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung, 1986/ 1987, S. 51

[56] Vgl. Bielschowsky, Goethe, S. 406.

[57] Goethe an Herzog Carl August am 11.08.1787, FA, Bd. 3, S. 311.

[58] Goethe an den Weimarer Freundeskreis am 06.01.1787, ebd., S. 209.

[59] Goethe an Herzog Carl August am 17.03.1788, ebd., S. 394.

[60] Vgl. Bongaerts-Schomer, Ursula: Die Begierde, dieses Land zu sehen, war überreif. Goethes Italienische Reise, in: Scheurmann/ Bongaerts-Schomer (Hrsg.): „...endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt!“ Goethe in Rom, S. 12.

[61] Goethe am 22.02.1788, IR, S. 518.

[62] —,

[63] Vgl. Zapperi, Das Inkognito, S. 151.

[64] Vgl. Behrmann, Das Tramontane, S. 82.

[65] Goethe, Johann Wolfgang: Elegie I, in: Römische Elegien. Berlin o. J. [1914], o. S.

[66] Goethe im Oktober 1787, IR, S. 423.

[67] —,

[68] Goethe an Herzog Carl August am 16.02.1788, FA, Bd. 3, S. 387.

[69] Vgl. Zapperi, Das Inkognito, S. 215.

[70] Vgl. ebd., S. 221.

[71] Vgl. Kapitel 1.4.3.

[72] Goethe an Herzog Carl August am 25. Januar 1788, in: Wahl, Hans (Hrsg.): Briefwechsel des Herzogs-Großherzogs Carl August mit Goethe. Bd. 1, Berlin 1915, S. 111.

[73] Vgl. Grimm, Gunter E./ Ursula Breymayer/ Walter Erhart: „Ein Gefühl von freierem Leben“. Deutsche Dichter in Italien. Stuttgart 1990, S. 83.

[74] Meyer an Goethe am 22.07.1788, in: Harnack, Otto (Hrsg.): Zur Nachgeschichte der Italienischen Reise. Goethes Briefwechsel mit Freunden und Kunstgenossen in Italien 1788-1790. Weimar 1890, S. 70.

[75] Angelika Kauffmann an Goethe am 10.05.1788, in: Harnack: Zur Nachgeschichte der Italienischen Reise, S. 15.

[76] Goethe, Johann Wolfgang: Elegie VII, in: Römische Elegien, o. S.

[77] Vgl. Werner, Hans-Georg: Literarische Strategien. Studien zur deutschen Literatur 1760 bis 1840. Stuttgart/ Weimar 1993, S. 80.

[78] Hochhuth, Rolf: Das Goethe-Museum in Rom. Offener Brief Rolf Hochhuths an Außenminister Genscher, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 29.10.1986.

[79] Bongaerts-Schomer, Die Begierde, dieses Land zu sehen, war überreif, S. 12.

[80] Einem, Herbert von: Nachwort, in: Goethe: IR, S. 575.

[81] Boerner, Peter: Italienische Reise (1816-29), in: Lützeler, Paul Michael/ James E. McLeod (Hrsg.): Goethes Erzählwerk Interpretationen. Stuttgart 1985, S. 346.

[82] Eissler, Kurt Robert: Goethe - Eine psychoanalytische Studie 1775-1786. Bd. 2, Frankfurt a. M. 1985,

[83] Goethe am 08.05.1787, IR, S. 298.

[84] U. a. Briefe Tischbeins, ein Aufsatz Heinrich Meyers, Moritz' Ueber die bildende Nachahmung des Schönen.

[85] Vgl. Boerner, Italienische Reise, S. 351.

[86] Rüdiger, Goethe und Europa. S. 50.

[87] Vgl. Grimm/ u. a., „Ein Gefühl von freierem Leben", S. 71.

[88] Boerner, Italienische Reise, S. 348.

[89] Scheurmann, Konrad: Nachspürungen, in: ders./ Bongaerts-Schomer (Hrsg.): „...endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt!" Goethe in Rom, S. 11.

[90] Goethe, Johann Wolfgang: Schicksal der Handschrift, in: ders.: Goethes Werke. Bd. 13, 5. Aufl., Hamburg 1966, S.102.

[91] Kuhn, Isabella: Vorbemerkung, in: Goethe, Johann Wolfgang: Das römische Carneval, hrsg. von dies. Frankfurt a. M. 1984, S. 11.

[92] Goethe an Charlotte von Stein am 13.02.1787, FA, Bd. 3, S. 257.

[93] Vgl. Oehlenschläger, Eckart: Goethes Schrift Das Römische Carneval. Ein Versuch über die Formalisierbarkeit des Tumults, in: Hirdt/ Tappert (Hrsg.): Goethe und Italien, S. 221.

[94] Goethe am 20.02.1787, IR, S. 175.

[95] Goethe, Bericht Februar, ebd., S. 520.

[96] Ebd.

[97] Kuhn, Vorbemerkung, S. 2.

[98] Vgl. Claussen, „Kein Ort der älteren Völker lag so schlecht als Rom...“, S. 113.

[99] Boerner, Italienische Reise, S. 352.

[100] Goethe, Das römische Carneval, S. 19.

[101] Ebd., S. 41.

[102] Oehlenschläger, Goethes Schrift Das Römische Carneval, S. 221.

[103] Rüdiger, Goethe und Europa, S. 55.

[104] Conrady, Goethe, S. 453.

[105] Vgl. Behrmann, Das Tramontane, S. 83.

[106] Vgl. Wilpert, Goethe-Lexikon, S. 899.

[107] Vgl. o. V.: http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=2938 [Stand 01.09.2009].

[108] Vgl. Behrmann, Das Tramontane, S. 83.

[109] Zapperi, Das Inkognito, S. 201.

[110] Pontzen, Alexandra: Kein Liebhaber des Vulkans. Goethes Italienerfahrung im Spiegel moderner Belletristik, in: Hirdt/ Tappert (Hrsg.): Goethe und Italien, S. 258.

[111] Ponzi, Goethes Bild von Rom, S. 279.

[112] Goethe am 01.11.1786, FA, Bd. 3, S. 152.

[113] Claussen, Horst: „Des ewigen Sinnes ewige Unterhaltung...“ Spaziergänge durch Roms Campo Marzio um die Casa di Goethe. Göttingen 2005, S. 13.

[114] Vgl. Frommel, Christoph Luitpold: Zur Geschichte der Casa di Goethe, in: Scheurmann/ Bongaerts- Schomer (Hrsg.): „.endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt!“, S. 86.

[115] Dt.: In diesem Haus hat Wolfgang Goethe Unsterbliches erdacht und erdichtet. - Die Stadt Rom setzte die Tafel zum Andenken an den großen Gast im Jahre 1872.

[116] Goethe am 8.11.1786, IR, S. 134.

[117] Tischbein, zit. nach: Ausst. Kat.: Goethe gemalt von Tischbein, S. 37.

[118] Vgl. Goethe, Bericht April, IR, S. 544.

[119] Gnoli, Domenico: Das Goethe-Haus in Rom, in: Im neuen Reich. Wochenschrift für das Leben des deutschen Volkes in Staat, Wissenschaft und Kunst, Nr. 2/1872.

[120] Vgl. Frommel, Zur Geschichte der Casa di Goethe, S. 89.

[121] Vgl. Lüders, Detlev: Das Goethe-Museum in Rom, in: Freies Deutsches Hochstift (Hrsg.): Goethe Haus, Goethe-Museum Frankfurt. Braunschweig 1981, S. 110.

[122] Ebd.

[123] Vgl. ebd., S. 114.

[124] Hochhuth, Das Goethe-Museum in Rom.

[125] Vgl. Lüders, Das Goethe-Museum in Rom, S. 114.

[126] Vgl. Frommel, Zur Geschichte der Casa di Goethe, S. 78

[127] Vgl. Horstenkamp, Ulrike: Ein langer Weg nach Rom. Informationen zur Vorgeschichte, in:

[128] Kulturberichte. Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. (AsKI), Nr. 2/1990, S. 9.

[129] Hochhuth, Das Goethe-Museum in Rom. Ebd.

[130] Vgl. ebd., S. 114.

[131] Ebd.

[132] Ebd.

[133] Vgl. Horstenkamp, Ein langer Weg nach Rom, S. 9.

[134] So lautet der Titel des Zeitungsartikels Hansjakob Stehles, der Anlass für neue Recherchen gab: Stehle, Hansjakob: Tut nichts. Rom: das falsche Goethe-Haus?, in: Die Zeit, Nr.09/1987, vom 20.02.1987.

[135] Stehle, Tut nichts.

[136] Münz, Sigmund: Aus dem modernen Italien. Frankfurt a. M. 1889, S. 18.

Ende der Leseprobe aus 144 Seiten

Details

Titel
Die Casa di Goethe in Rom
Untertitel
Ein besonderes Beispiel deutscher Kulturarbeit
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
144
Katalognummer
V148568
ISBN (eBook)
9783640877683
Dateigröße
2634 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
casa, goethe, beispiel, kulturarbeit
Arbeit zitieren
Juliane Ziegler (Autor), 2009, Die Casa di Goethe in Rom, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148568

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