Die Hannoveraner bestiegen Anfang des 18. Jh. den englischen Thron. Bis auf Georg III. waren alle Könige der Dynastie sehr unbeliebt beim Volk. Um sich als englische Herrscher zu etablieren begann Georg der I. sich die Neuerungen der Porträtkunst zu nutze zu machen um sein Image zu verbessern. Georg III. verstand es letztlich sogar mittels seiner Königsporträts seine eigen Person zu promoten, und die Herzen der Engländer zu gewinnen.
In der Arbeit zeige ich den Wandel der Herrscherbilder vom absolutistischen Porträt bis zum conversation piece auf und vollziehe dabei die Geschihcte der Hannoveraner Könige nach.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG:
2 DIE EINSETZUNG DER HANNOVERANER UND DEREN STELLUNG IN ENGLAND
3 GEORG I.
3.1 DIE ERSTEN JAHRE GEORGS I.
3.2 VERSUCH DER HERRSCHAFTSKONSOLIDIERUNG DURCH DIE PORTRÄTKUNST UNTER GEORG I.
4 DIE BEDEUTUNG UND SELBSTINSZENIERUNG GEORGS III.
4.1 GEORG III. UND DER POLITISCHE NUTZEN DES CONVERSATION PIECE
4.2 GEORG III. ALS „PATRIOT KING“
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der königlichen Porträtkunst in England während des 18. Jahrhunderts unter der Herrschaft des Hauses Hannover. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die Könige Georg I. und Georg III. durch den gezielten Einsatz von Porträts auf den gesellschaftlichen und politischen Wandel sowie auf ihre teils prekäre Akzeptanz in der englischen Bevölkerung reagierten.
- Entwicklung des Herrscherbildes von der absolutistischen Repräsentation zur bürgerlichen Selbstdarstellung
- Die Rolle von "Conversation Pieces" als Instrument der königlichen Imagepflege
- Integration von Aufklärungswerten und bürgerlichen Tugenden in die Porträtmalerei
- Der Einfluss des politischen Klimas und wirtschaftlicher Krisen auf die visuelle Selbstdarstellung
- Vergleich der Legitimationsstrategien der Könige Georg I. und Georg III.
Auszug aus dem Buch
3.2 Versuch der Herrschaftskonsolidierung durch die Porträtkunst unter Georg I.
Ein späteres Porträt des Königs stammt von Georg Wilhelm Lafontaine Der ausgewählte Künstler stammt ebenfalls aus Hannover, und soll der beste Hofmaler des Königs gewesen sein. Lafontaine versuchte Georg I. in seinem Porträt bewusst englisch wiederzugeben, obwohl meines Erachtens die große Detailgenauigkeit speziell bei der Krone eher typisch deutsch ist.
Georg I. zeigt sich hier wie in einem zeitgenössischen Adelsporträt. Er ist nach der neusten Mode, angepasst schlicht gehalten gekleidet. Der König trägt einen hellbraunen Justaucorps, der als einzigen Schmuck Knopfreihen aufweist, die ihn zu den Abschlüssen hin säumen. Aus den Ärmeln des Justaucorps ragen die Enden seiner gerüschten Hemdmanschetten, die aber auch schlichter auszufallen scheinen. Und in seiner rechten Hand hält er einen schmucklosen schwarzen Hut, vermutlich einen Dreispitz. Sowohl der Justaucorps als auch der Dreispitz hätte in der Ausführung vom Adel und ebenfalls vom Bürgertum als Alltagskleidung getragen werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel im 18. Jahrhundert durch den Aufstieg einer neuen Elite und die damit verbundene Veränderung der Porträtmalerei, die zunehmend die Individualität statt ständischer Symbole betonte.
2 DIE EINSETZUNG DER HANNOVERANER UND DEREN STELLUNG IN ENGLAND: Dieses Kapitel thematisiert den Dynastiewechsel von den Stuarts zum Haus Hannover im Kontext der konstitutionellen Monarchie und die Schwierigkeiten der neuen Dynastie, in England Fuß zu fassen.
3 GEORG I.: Das Kapitel analysiert die Regierungszeit Georgs I., seine anfängliche Isolation und die gezielte Nutzung der Porträtkunst, um seine Herrschaft zu legitimieren.
4 DIE BEDEUTUNG UND SELBSTINSZENIERUNG GEORGS III.: Hier wird untersucht, wie Georg III. durch die Integration bürgerlicher Werte und die Nutzung von "Conversation Pieces" eine neue, volksnähere Form der königlichen Selbstvermarktung etablierte.
5 FAZIT: Das Fazit fasst die Entwicklung der königlichen Ikonographie zusammen, die sich vom absolutistischen Herrscherbild hin zu einer individuellen, bürgernahen Repräsentation wandelte.
Schlüsselwörter
Georg I., Georg III., Hannoveraner, Porträtkunst, Herrscherbild, Conversation Piece, England, 18. Jahrhundert, absolutistisches Porträt, Selbstinszenierung, Patriot King, Aufklärung, bürgerliche Werte, Personalunion, Monarchie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel des königlichen Herrscherbildes im England des 18. Jahrhunderts während der Regentschaft des Hauses Hannover.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Porträtkunst, der politischen Legitimation des Monarchen in einer konstitutionellen Monarchie sowie der Verbindung von privater Selbstdarstellung und öffentlichem Image.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu analysieren, wie Georg I. und Georg III. Porträts einsetzten, um auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren und ihre Akzeptanz in der Bevölkerung zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt kunsthistorische Bildanalyse, um die Porträts als Instrumente politischer Kommunikation und Imagepflege zu deuten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Georg I. und Georg III., wobei jeweils spezifische Porträts auf ihre politische Aussagekraft hin analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Herrscherbild, Conversation Piece, Patriot King, Hannoveraner Dynastie und der Wandel von der absolutistischen zur individuellen Darstellung.
Warum war für Georg I. die Porträtkunst so wichtig?
Da er als deutscher Herrscher in England anfangs unbeliebt war, diente die Porträtkunst dazu, seinen Herrschaftsanspruch trotz mangelnder Popularität visuell zu legitimieren.
Wie unterscheidet sich die Selbstinszenierung von Georg III. von der seines Vorgängers?
Während Georg I. sich oft noch in traditionellen, teils absolutistischen Inszenierungen zeigte, nutzte Georg III. aktiv den bürgerlichen Lebensstil und das "Conversation Piece", um als volksnaher "Patriot King" zu überzeugen.
- Citation du texte
- Sandra Labs (Auteur), 2009, Die Geschichte der Hannoveraner Könige, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148618