Durch den Wandel vom Verkäufermarkt zum Käufermarkt ist das Reagieren auf Kundenwünsche heute ein kritischer Erfolgsfaktor. Insbesondere durch das Aufkommen neuer Technologien und die steigende Verbreitung des WWW bieten sich den Kunden neue Möglichkeiten, Angebote verschiedener Anbieter einzusehen und ihre Wünsche zu artikulieren, auf die Anbieter eingehen müssen.
Der Kunde wird heute stärker denn je in die unternehmerische Wertschöpfung integriert. Seine Rolle wandelt sich vom Wertschöpfungsempfänger zum Wertschöpfungspartner. Er wird zum Co-Produzent, oder besser gesagt Prosumer, der auf Basis eines vorhandenen Leistungspotenzials in Interaktion mit dem Anbieter seine eigene Leistung spezifiziert, konfiguriert und entwickelt. Dabei spielen moderne Informations- und Kommunikationstechnologie eine entscheidende Rolle. Es kommt zur Individualisierung von Massenprodukten (Mass Customization).
Hier setzt das Hauptinteresser dieser Seminararbeit an, um herauszufinden, welche Vorteile und Nutzen der kundenorientierten Produktion aus Sicht der Logistik und der Produktion am wichtigsten für die Leistungserstellung sind.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 CUSTOMER PARTICIPATION IN PRODUCTION
2.1 FORSCHUNGSSTAND
3 PROSUMER
3.1 THEORETISCHE GRUNDLAGE
3.2 ANWENDUNGSFELDER FÜR PROSUMER
3.3 MASS PRODUCTION VERSUS MASS CUSTOMIZATION
3.4 NUTZEN UND VORTEILE FÜR DIE LEISTUNGSERSTELLUNG
4 PRAKTISCHE ERFOLGREICHE ANWENDUNGSBEISPIELE
4.1 MIADIDAS – DAS MASSCUSTOMIZATIONPROGRAMM VON ADIDAS
4.2 KUNDENINTEGRATION IN DAS PRODUKTDESIGN AM BEISPIEL DES INTERNETTOOLKITS VON FACTORY 121
5 SCHLUSSFOLGERUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Kundenrolle vom reinen Konsumenten zum aktiven „Prosumer“ im Kontext der modernen Produktion. Ziel ist es, die ökonomischen Vorteile und strategischen Nutzen der kundenorientierten Wertschöpfung aus Sicht der Logistik und Produktion zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
- Evolution vom passiven Konsumenten zum co-produzierenden Prosumer
- Gegenüberstellung von klassischer Massenproduktion und moderner Mass Customization
- Die Rolle der Informationstechnologie bei der Einbindung von Kunden
- Analyse praktischer Erfolgsbeispiele (mi adidas, Factory 121)
- Strategische Chancen und Barrieren der Kundenpartizipation
Auszug aus dem Buch
3.1 Theoretische Grundlage
Der Begriff „Prosumer“ (dt.: Prosument) wurde in den 1970iger Jahren von dem amerikanischen Zukunftsforscher Alvin Toffler geprägt. Der Begriff „PROSUMER“ setzt sich aus den Wortteilen „PRO-ducer“ und „con-SUMER“ zusammen.
In seinem Buch „The Third Wave“ analysiert Toffler die menschliche Zivilisation in drei Wellen. Die erste Welle wird als die Phase der Selbstversorgung („production for self-use“) genannt, bei der die Menschen ausschließlich für sich selbst produziert haben. Hierbei sind die Aufgaben des Produzenten mit jenen der Konsumenten in einem vereint. Mit der industriellen Revolution kommt es zur zweiten Welle („production for exchange“), die von einer strengen Rollentrennung zwischen Produzent und Konsument vorherrscht.
Nach Jahren der Versorgung mit hochstandardisierten Konsumgütern versuchen die Produzenten vermehrt individualisierte Sach- und Dienstleistungen anzubieten, um der zunehmenden Knappheit der Kunden, die sich auf immer mehr Anbieter qualitätsgleicher Produkte verteilen, entgegenzuwirken. Unterstützt wird dieser Trend durch neue Technologien, die es erlauben, dass die Konsumenten sich aktiv in den Produktionsprozess miteinbringen, bis hin zu der Möglichkeit, dass sie die Produktgestaltung und Ingangsetzung des Produktionsprozesses in die eigene Hand nehmen, wodurch der Konsument zum Prosumer oder Co-Produzent wird, somit beginnt das Zeitalter der dritten Welle. Der Konsument übernimmt zunehmend Tätigkeiten, die bislang aufseiten des Produzenten bzw. Anbieters von Dienstleistungen angesiedelt waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt und die daraus resultierende Notwendigkeit, Kunden als Wertschöpfungspartner aktiv in den Prozess zu integrieren.
2 CUSTOMER PARTICIPATION IN PRODUCTION: Dieses Kapitel skizziert die Unterschiede zwischen klassischen und individuellen Produktionsprozessen und gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Forschung seit den 1970er Jahren.
3 PROSUMER: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Begriffs „Prosumer“ sowie dessen Anwendungsfelder, Nutzen und der Kontrast zwischen Mass Production und Mass Customization erläutert.
4 PRAKTISCHE ERFOLGREICHE ANWENDUNGSBEISPIELE: Anhand konkreter Fallbeispiele wie dem „mi adidas“-Programm und dem Toolkit von Factory 121 wird die erfolgreiche praktische Umsetzung von Kundenintegration in das Produktdesign demonstriert.
5 SCHLUSSFOLGERUNG: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der Co-Produktionssysteme und einer kritischen Würdigung der tatsächlichen Realisierbarkeit der versprochenen Vorteile.
Schlüsselwörter
Prosumer, Customer Participation, Mass Customization, Wertschöpfung, Co-Produktion, Kundenintegration, Produktkonfiguration, Produktionslogistik, Wettbewerbsvorteil, Selbstbedienung, Alvin Toffler, Effizienzsteigerung, Individualisierung, Nutzererwartungen, Transaktionsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Kunden durch technologische Entwicklungen vom reinen Empfänger zum aktiven Partner bei der Erstellung von Produkten und Dienstleistungen (Prosumer) werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Integration von Kunden in die Wertschöpfungskette, die Mass Customization und der Vergleich zwischen traditioneller Massenproduktion und modernen kundenindividuellen Prozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Es soll herausgefunden werden, welche Vorteile und welchen Nutzen die kundenorientierte Produktion für die Bereiche Logistik und Leistungserstellung bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche zum Forschungsstand sowie einer analytischen Untersuchung ausgewählter Fallbeispiele aus der Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Prosumers, den theoretischen Unterschieden zwischen verschiedenen Produktionsparadigmen und der Anwendung dieser Konzepte in der Realwirtschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Prosumer, Mass Customization, Co-Produktion und Kundenintegration bestimmt.
Wie trägt das Internet zur Entwicklung des Prosumers bei?
Das Internet fungiert als Enabler, der es Kunden ermöglicht, durch interaktive Konfiguratoren direkt auf Produktionsressourcen zuzugreifen und ihre individuellen Anforderungen zu artikulieren.
Welche Barrieren hindern Kunden daran, Co-Produktion anzunehmen?
Die Arbeit identifiziert Willensbarrieren, falls Anreize fehlen, sowie Fähigkeitsbarrieren, wenn die Systeme zu komplex oder benutzerunfreundlich gestaltet sind.
Warum setzen Unternehmen auf die mi adidas-Strategie?
Um der sinkenden Marktvorhersagbarkeit und der Nachfrage nach individualisierten Produkten zu begegnen, reduziert Adidas durch Kundenkonfiguration hohe Lagerbestände und das Risiko von Fehlplanungen.
- Quote paper
- MMag. Shuai Wang (Author), 2010, Customer Participation in Production - "Prosumer", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148629