In dieser Arbeit wird im ersten Schritt der Begriff der „Arbeitszufriedenheit“ definiert und von anderen Begrifflichkeiten abgegrenzt. Anschließend wird auf unterschiedliche Theorien zur Arbeitszufriedenheit eingegangen. Bedingungen und Konsequenzen der Arbeitszufriedenheit werden dargestellt. Das zweite Kapitel zeigt einen Überblick über die Inhalts- und Prozesstheorien der Arbeitsmotivation. Im dritten Kapitel werden konkrete Maßnahmenbeispiele dargestellt und erläutert, die die Arbeitsmotivation und die Arbeitszufriedenheit von Mitarbeitenden steigern können. Ein Fazit rundet die Arbeit ab.
Arbeit ist für jeden Menschen ein zentraler Lebensbereich, der das materielle Auskommen sichert. Zudem ist Arbeit als „einer der wichtigen Entwicklungskontexte im Erwachsenenalter zu verstehen“ (Kersting, 2007) und ist eng mit dem Lebensweg und den gesellschaftlichen Wertvorstellungen verzahnt. Bei Fragen nach physischem und psychischem Wohlbefinden spielt Arbeit eine wichtige Rolle.
Nach einer Umfrage im Jahr 2016 waren in Deutschland nur 15 % der Mitarbeitenden engagiert. 70% der Mitarbeitenden machten „Dienst nach Vorschrift“, d. h. sie beschränkten sich in ihrer Arbeit nur auf das Notwendigste. 15 % hatten gar schon innerlich gekündigt und arbeiteten teilweise aktiv gegen ihren Arbeitgeber, indem sie Informationen zurückhielten, störten oder Sabotage betrieben.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Arbeitszufriedenheit
- 2.1 Definition „Arbeitszufriedenheit"
- 2.2 Theorien der Arbeitszufriedenheit
- 2.2.1 Modell der Bedürfnishierarchie
- 2.2.2 ERG-Theorie
- 2.2.3 Zwei-Faktoren-Theorie
- 2.2.4 Job-Characterstics-Modell
- 2.2.5 Theorie nach Bruggemann
- 2.3 Antezedenzen – Einflussfaktoren auf die Arbeitszufriedenheit.
- 2.4 Konsequenzen der Arbeitszufriedenheit
- 3 Arbeitsmotivation
- 3.1 Definition der Begriffe „Motivation“ und „Motivierung“.
- 3.2 Theorien der Arbeitsmotivation
- 3.2.1 Sozioanalytische Persönlichkeitstheorie
- 3.2.2 Equity-Theorie
- 3.2.3 Zielsetzungstheorie
- 3.2.4 VIE-Theorie
- 3.3 Steigerungsmöglichkeiten der Mitarbeitermotivation und der Arbeitszufriedenheit
- 4 Zusammenfassung, Diskussion und Ausblick.
- Literaturverzeichnis.
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein umfassendes Verständnis der Arbeitszufriedenheit und Arbeitsmotivation von Mitarbeitenden zu vermitteln. Es werden zentrale Konzepte definiert, relevante Theorien vorgestellt, Einflussfaktoren und Konsequenzen beleuchtet und schließlich konkrete Maßnahmen zur Steigerung von Motivation und Zufriedenheit im Arbeitsumfeld dargelegt.
- Definition und theoretische Grundlagen der Arbeitszufriedenheit.
- Analyse verschiedener Modelle zur Erklärung der Arbeitsmotivation.
- Identifikation von Faktoren, die Arbeitszufriedenheit und -motivation beeinflussen.
- Untersuchung der Auswirkungen von Arbeitszufriedenheit auf Individuen und Unternehmen.
- Vorstellung praktischer Ansätze zur Förderung der Mitarbeitermotivation und -zufriedenheit.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Modell der Bedürfnishierarchie
Abraham Maslow entwickelte 1954 seine stark humanistisch geprägte Bedürfnishierarchie, die in der Arbeits- und Organisationspsychologie große Beachtung fand. Die ersten vier Klassen sind die physiologischen Bedürfnisse, die Sicherheitsbedürfnisse, die sozialen Bedürfnisse und die Individualbedürfnisse; sie werden Defizit- und Mangelbedürfnisse genannt. An der Spitze steht, als fünfte Klasse die Selbstverwirklichung von Maslow Wachstumsbedürfnis genannt und unabhängig von anderen Klassen unbegrenzt wirksam. (Kauffeld & Schermuly, 2019, S. 248).
Physiologische Bedürfnisse sind Nahrung, Schlafen und Sexualität, die das Überleben eines Menschen sichern. Mit dem Sicherheitsbedürfnis ist der Wunsch verbunden, „frei von Bedrohung und Existenznot leben zu können.“ Kauffeld & Schermuly, 2019, S. 248). Soziale Bedürfnisse beinhalten den Wunsch nach Zuneigung, Freundschaft, Liebe und Gruppenzugehörigkeit, während Individualbedürfnisse das Bedürfnisse nach Wertschätzung durch Andere, Macht, Status, Geltung und Selbstwertschätzung fokussieren. An der Spitze steht für Maslow die Selbstverwirklichung „mittels eines optimalen Einsatzes der eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten.“ (Ferreira, 2020, S. 34). Je weiter unten ein Bedürfnis steht, desto dringlicher wird es erlebt. Jeweils höhere Bedürfnisse können nur dann befriedigt werden, wenn niedere Bedürfnisse gesichert sind. (Ferreira, 2020, S. 34; Kauffeld & Schermuly, 2019, S. 248).
Unternehmen können sich das Maslowsche Modell zu Nutze machen, indem die Bedürfnisse des Mitarbeitenden befriedigt werden. Doch braucht es, dazu Rahmenbedingungen, wie Z. B. Meinungs- und Ausdrucksfreiheit, Informationsaustausch, Gerechtigkeit und Fairness. (Ferreira, 2020, S. 36; Kauffeld & Schermuly, 2019, S. 249). Mit geregelten Arbeitszeiten, Pausen und Verpflegungsmöglichkeiten werden physiologische Bedürfnisse befriedigt. Sicherheitsbedürfnisse können eine sichere Arbeitsumgebung, einen sicheren Arbeitsplatz und eine regelmäßige Bezahlung bedeuten. Durch Teamarbeit, Kommunikationsmöglichkeiten, Besprechungen und Betriebsausflügen sind soziale Bedürfnisse gesichert. Individualbedürfnisse werden mit Feedback zur Arbeitsleistung, Karrieremöglichkeiten und Statussymbolen wie Dienstwagen oder Büroausstattung befriedigt. Mit Selbstbestimmung, Einflussnahme bei der Arbeitstätigkeit und Weiterbildungsmaßnahmen sind Maßnahmen zur Befriedigung des Bedürfnisses Selbstverwirklichung gemeint. (Kauffeld & Schermuly, 2019, S. 249).
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Einleitung: Beschreibt die zentrale Bedeutung von Arbeit für das materielle Auskommen und das Wohlbefinden des Menschen, beleuchtet das Problem mangelnden Engagements und skizziert die Struktur der vorliegenden Arbeit.
Kapitel 2: Arbeitszufriedenheit: Definiert Arbeitszufriedenheit, grenzt sie von ähnlichen Begriffen ab, stellt verschiedene Theorien (z.B. Maslow, ERG, Zwei-Faktoren, Job-Characteristics, Bruggemann) vor und erläutert deren Antezedenzen und Konsequenzen.
Kapitel 3: Arbeitsmotivation: Erklärt die Begriffe Motivation und Motivierung, präsentiert verschiedene Theorien der Arbeitsmotivation (Sozioanalytische Persönlichkeitstheorie, Equity, Zielsetzung, VIE-Theorie) und diskutiert Möglichkeiten zur Steigerung der Mitarbeitermotivation und Arbeitszufriedenheit.
Kapitel 4: Zusammenfassung, Diskussion und Ausblick: Fasst die Erkenntnisse über Arbeitszufriedenheit und Arbeitsmotivation zusammen, diskutiert ihre Relevanz für Unternehmen und Mitarbeitende und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen.
Schlüsselwörter
Arbeitspsychologie, Arbeitszufriedenheit, Arbeitsmotivation, Motivationstheorien, Maslowsche Bedürfnispyramide, ERG-Theorie, Zwei-Faktoren-Theorie, Job-Characteristics-Modell, Antezedenzen, Konsequenzen, Mitarbeiterführung, Organisationspsychologie, psychologisches Empowerment, Verhaltensmodelle, Zielsetzungstheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Konzepte der Arbeitszufriedenheit und Arbeitsmotivation im Kontext der Arbeits- und Organisationspsychologie, indem sie deren Definitionen, Theorien, Einflussfaktoren, Konsequenzen und Steigerungsmöglichkeiten analysiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Theorien der Arbeitszufriedenheit, die Definition und Theorien der Arbeitsmotivation sowie konkrete Maßnahmen zur Förderung beider Aspekte im Arbeitsumfeld.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der Mechanismen von Arbeitszufriedenheit und -motivation zu schaffen und daraus praktische Empfehlungen für deren Steigerung abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und stellt eine Zusammenfassung sowie Diskussion etablierter Theorien und empirischer Erkenntnisse aus der Arbeits- und Organisationspsychologie dar.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Abschnitte: die Arbeitszufriedenheit mit ihren Definitionen, Theorien (Maslow, ERG, Zwei-Faktoren, Job-Characteristics, Bruggemann) sowie Antezedenzen und Konsequenzen, und die Arbeitsmotivation mit ihren Definitionen, Theorien (Sozioanalytische Persönlichkeitstheorie, Equity, Zielsetzung, VIE-Theorie) sowie Steigerungsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Arbeitspsychologie, Arbeitszufriedenheit, Arbeitsmotivation, Motivationstheorien, Maslowsche Bedürfnispyramide, ERG-Theorie, Zwei-Faktoren-Theorie, Job-Characteristics-Modell, Antezedenzen, Konsequenzen, Mitarbeiterführung, Organisationspsychologie, psychologisches Empowerment, Verhaltensmodelle und Zielsetzungstheorie charakterisiert.
Was sind die Hauptkritikpunkte an Maslows Bedürfnishierarchie?
Maslows Bedürfnishierarchie wird kritisiert, weil sie nicht empirisch-wissenschaftlich fundiert ist, die Bedürfnisse nicht universell gültig sind, die Klassen sich teilweise überlappen, Motive wie Leistung oder Gier fehlen und die Präpotenzannahme empirisch nicht haltbar ist.
Wie unterscheidet sich Alderfers ERG-Theorie von Maslows Modell?
Alderfers ERG-Theorie unterscheidet drei Hierarchieklassen (Existence, Relatedness, Growth) anstelle von fünf und hebt die rigide Hierarchieordnung auf. Bedürfnisse können in beide Richtungen funktionieren, und die Frustration eines Bedürfnisses kann dessen Stärke erhöhen.
Welche Rolle spielen Kontext- und Kontentfaktoren in Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie?
Kontextfaktoren (Hygienefaktoren) wie Gehalt oder Arbeitsbedingungen verhindern Unzufriedenheit, führen aber nicht zu Zufriedenheit. Kontentfaktoren (Motivatoren) wie Leistungserlebnisse oder Anerkennung erzeugen Arbeitszufriedenheit und Motivation, führen aber bei Fehlen nicht zwingend zu Unzufriedenheit.
Was versteht man unter "innerer Kündigung" und welche Ursachen hat sie?
Innere Kündigung beschreibt eine unausgesprochene Beendigung des Engagements, gekennzeichnet durch Distanzierung, Verweigerung von Eigeninitiative und bewussten Verzicht auf Einsatz. Sie resultiert oft aus Unzufriedenheit am Arbeitsplatz und Frustration, wenn die Arbeitssituation als unkontrollierbar empfunden wird.
- Citar trabajo
- Andrea Schmid (Autor), 2024, Arbeitszufriedenheit und Arbeitsmotivation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1487006