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Überlebensstrategien in nationalsozialistischen Konzentrationslagern

Title: Überlebensstrategien in nationalsozialistischen Konzentrationslagern

Term Paper , 2010 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alexandra Krüger (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Die Entscheidung für das Leben und den nächsten Schritt bewältigen, indem die KZ-Häftlinge Techniken entwickelten, um zu überleben, war von grundlegender Bedeutung für ihr weiteres Dasein. Diese Techniken verfolgten drei Ziele. Zunächst war es das Ziel, an Nahrung zu gelangen und damit verbunden den eigenen Körper vor dem Verfall zu schützen.
Neben dem Schutz des Körpers steht auch der Schutz der Psyche und der eigenen Identität. Diese Hausarbeit wird sich mit diesen Techniken, die die KZ-Häftlinge zur Zeit des Nationalsozialismus anwandten, um das harte KZ-Leben zu überstehen, befassen. Bei den
aufgezeigten Überlebensstrategien handelt es sich hauptsächlich um Darstellungen von ehemaligen KZ-Häftlingen aus den Außenlagern des KZ-Systems Neuengamme. Zunächst sollen Methoden und Möglichkeiten aufgezeigt werden, die die Häftlinge gebrauchten, um
sich zusätzliche Lebensmittel zu beschaffen. Diese unterteilen sich in innerkonzentrationäre und außerkonzentrationäre Möglichkeiten. Das Erlangen von zusätzlichen Lebensmitteln nimmt die wichtigste Rolle beim Kampf um das Überleben ein und wird hier daher umfassend dargestellt.
Im Anschluss daran werden weitere Praktiken, die nicht primär das Erlangen von zusätzlichen Nahrungsmitteln beabsichtigen, herangezogen und erläutert. Hierunter fallen unter anderen Solidaritätsgruppen, Körperhygiene und die psychische Einstellung gegenüber den Lagerbedingungen.
Die Besonderheiten weiblicher Überlebensstrategien werden in Kapitel 3 vorgestellt. Lagerfamilien, kulturelle und religiöse Aktivitäten, sozialisationsbedingte Fähigkeiten sowie persönliche Kontakte stehen hier im Mittelpunkt der Überlebenssicherung.
Diese Hausarbeit zielt darauf ab, die möglichen – und doch stark eingeschränkten – Methoden aufzuzeigen, die für KZ-Häftlinge machbar waren und wodurch sie ihr Überleben sichern konnten. Fernen sollen die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen
Überlebensstrategien beleuchtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Überlebensstrategien

2.1. Überlebensfördernde Faktoren

2.2. Erlangen zusätzlicher Lebensmittel

2.2.1. Innerhalb des Lagers

2.2.2. Außerhalb des Lagers

2.3. Weitere Überlebensstrategien

3. Weibliche Überlebensstrategien

3.1. Lagerfamilien

3.2. Kulturelle und religiöse Aktivitäten

3.3. Sozialisationsbedingte Fähigkeiten

3.4. Persönliche Kontakte

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Techniken und Strategien, die KZ-Häftlinge während des Nationalsozialismus entwickelten, um in den extremen Lagerbedingungen zu überleben, wobei ein besonderer Fokus auf den Unterschieden zwischen männlichen und weiblichen Überlebensweisen liegt.

  • Strategien zur Beschaffung zusätzlicher Nahrungsmittel
  • Einfluss von SS-Klassifizierungen und individuellen Faktoren auf die Überlebenschancen
  • Bedeutung von Solidaritätsgruppen und sogenannten Lagerfamilien
  • Rolle von kulturellen und religiösen Aktivitäten zur Identitätswahrung
  • Geschlechtsspezifische Überlebensstrategien

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Innerhalb des Lagers

Zunächst wurde versucht im Lager selbst an Essen zu gelangen. Dementsprechend kam es selbst bei der Aufteilung des zugewiesenen Essens zu Konflikten. So berichtet ein Zeitzeuge, dass bei der Einteilung eines Brotleibs immer wieder Streit aufkam, wer das Endstück erhält, da dieses immer am größten ausfiel. Sie entwickelten in Folge dessen eine Reihenfolge, die festlegte, wann und wer das Endstück bekam. Eine andere Zeitzeugin hingegen berichtet, dass eine ihrer Zimmergenossinnen zur Blockführerin ernannt wurde und von nun an zuständig war für die Suppenverteilung. Es gelang ihr dadurch, eine größere Portion bei der Essensvergabe zu erhalten. Dies flog jedoch bald auf und die anderen Häftlinge beschwerten sich, da sie bemerkten, dass sie mehr Essen erhielten.

Viele Zeitzeugen berichten außerdem von Essensfantasien, die sie vom allgegenwärtigen Hunger ablenkten. Die Häftlinge redeten abends nach getaner Arbeit ausschließlich vom Essen. Was sie mal gegessen haben, was sie gerne essen und was sie nach der Zeit im Konzentrationslager gerne essen würden. Auch das Erzählen und Aufschreiben von Kochrezepten unter weiblichen Häftlingen zählt zu den Essensfantasien, die bei der Bewältigung des Hungers halfen. Ferner trat das Erfinden von Essenssurrogaten hinzu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung aktiven Handelns für das Überleben im KZ und definiert den Fokus auf Strategien zur Lebensmittelbeschaffung sowie den Vergleich geschlechtsspezifischer Ansätze.

2. Allgemeine Überlebensstrategien: Dieses Kapitel behandelt Faktoren, die das Überleben beeinflussen, sowie Methoden zur Nahrungsmittelbeschaffung innerhalb und außerhalb des Lagers und weitere allgemeine Überlebenstechniken.

3. Weibliche Überlebensstrategien: Der Abschnitt konzentriert sich auf spezifisch weibliche Strategien, darunter die Bildung von Lagerfamilien, kulturelle Aktivitäten sowie die Bedeutung persönlicher Kontakte und sozialisationsbedingter Fähigkeiten.

4. Resümee: Das Schlusswort fasst zusammen, dass die Kombination aus Willenskraft, Glück und individuellen Strategien entscheidend für das Überleben war, wobei Frauen aufgrund spezifischer sozialer Netzwerke oft größere Chancen hatten.

Schlüsselwörter

Überlebensstrategien, Konzentrationslager, Nationalsozialismus, Nahrungsmittelmangel, Lagerfamilien, Häftlingsgesellschaft, Solidarität, Geschlechtsspezifische Faktoren, Identitätswahrung, Funktionshäftlinge, Zwangsarbeit, KZ Neuengamme, Soziale Netzwerke, Psychische Stabilität, Widerstand

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert, mit welchen konkreten Methoden und Praktiken KZ-Häftlinge versuchten, ihr Überleben unter den mörderischen Bedingungen des nationalsozialistischen Lagersystems zu sichern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Beschaffung zusätzlicher Lebensmittel, der psychischen Selbstbehauptung, der Bildung solidarischer Gruppen und dem Einfluss von individuellen sowie sozialen Faktoren auf die Überlebenswahrscheinlichkeit.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Möglichkeiten aufzuzeigen, die Häftlingen trotz der extremen Einschränkungen offenstanden, und dabei insbesondere die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Überlebensstrategien herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung von Zeitzeugenberichten und historischer Fachliteratur, insbesondere zum Außenlagersystem des KZ Neuengamme.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in allgemeine Faktoren (wie Klassifizierungen und Ernährung), spezifische Methoden wie Tauschhandel oder Diebstahl sowie einen vertiefenden Abschnitt zu weiblichen Überlebensstrategien wie Lagerfamilien und sozialen Kontakten.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Überlebensstrategien, Konzentrationslager, Solidaritätsgruppen, Lagerfamilien, geschlechtsspezifische Sozialisation und der Kampf gegen den Hunger.

Warum spielt die Ernährung im Kontext dieser Arbeit eine solch zentrale Rolle?

Der Nahrungsmangel war die häufigste Todesursache in den Lagern. Die Beschaffung von zusätzlichem Essen war daher die dringlichste und wichtigste Aufgabe, an der sich fast alle anderen Überlebensbemühungen orientierten.

Wie unterschieden sich weibliche Überlebensstrategien von denen der Männer?

Frauen bildeten häufiger informelle "Lagerfamilien" aus emotionalen Gründen und pflegten soziale Kontakte intensiver, während bei Männern der Zusammenschluss häufiger aus politischen Anlässen oder reinem Selbstschutz in Funktionspositionen resultierte.

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Details

Title
Überlebensstrategien in nationalsozialistischen Konzentrationslagern
College
University of Hannover  (Historisches Seminar)
Course
Konzentrationslager in Hannover - revisited
Grade
1,7
Author
Alexandra Krüger (Author)
Publication Year
2010
Pages
15
Catalog Number
V148736
ISBN (eBook)
9783640599127
ISBN (Book)
9783640598885
Language
German
Tags
Nationalsozialismus Neuengamme Außenlager Überleben KZ-Häftlinge weibliche Überlebenstrategien Konzentrationslager
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Krüger (Author), 2010, Überlebensstrategien in nationalsozialistischen Konzentrationslagern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148736
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